Aber seine Ausbrüche waren stets unter der Gürtellinie und nagten an mir. Ich würde mich nicht genug um ihn sondern nur um mich und die Kinder kümmern war immer im Hintergrund Thema. Ich sei faul und er müsste die ganze Arbeit machen. Manchmal flippte er schon aus wenn ich den Kindern ein Butterbrot schmierte und ich ihn nicht explizit vorher fragte ob er auch eines wolle. So Lapalien spielten sich immer hoch.
Auch ich bekam sehr oft zu hören, ich würde mich nicht genug um ihn kümmern, denn es stünden immer die Kinder bzw. ich im Vordergrund. Ich habe ihn oft gefragt, wie er sich "kümmern" denn vorstelle. Das konnte er mir nie beantworten...nur "ja halt kümmern". Er hat sich auch immer schnell im Abseits gesehen, zu wenig beachtet, übergangen und als Opfer.
Da erkenne ich meinen Mann (und mich) auch sehr stark wieder. Ich frage mich ebenfalls, ob das mit dem Alkohol zusammenhängt (verstärkt egozentrisches Denken?) oder ob da Grundmuster zum Tragen kommen. Ich denke, der „Co-Charakter“ war bei mir schon vorher angelegt. Ich „kümmerte“ mich schon immer sehr stark um meinen Mann, vor allem auch im Sinne von geistiger Anteilnahme. Ich weiß noch, früher habe ich oft auf die Frage „Wie gehts dir?“ geantwortet mit „XY gehts…/macht…“ usw. Echt schräg, wenn ich mir das jetzt vorstelle. Wenn dann die Kinder da sind, bewegt sich der Fokus (natürlich) mehr zu den Kindern. Und von schädlichen Verhaltensweisen kann ich mich zum Schutz der Kinder leichter abgrenzen als zu meinem eigenen Schutz. Vielleicht steckt auch sowas hinter den Vorwürfen? Die Gedanken kamen mir heute nur so, als ich in deinem Thema gelesen habe, Simsala.
Viele Grüße