Beiträge von Schratte

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    suche ich Bestätigung, daß es nicht so ist, wie es ist?

    Der am meisten verbreitete Test ist wohl der AUDIT-Test mit seinen zehn Fragen. Maximal erreichbar sind 40 Punkte. Wie denkt wohl ein Trinker - der sich davor drückt, zu akzeptieren, dass er ein Alkoholiker ist - wenn er 20 Punkte im Test erreicht hat?


    Ich fürchte, er nimmt das als Erlaubnis, weiterzutrinken. Er hat ja nur die Hälfte der Punktzahl und ist also kein "richtiger " Alkoholiker. Er ist von der Katastrophe noch weit entfernt.


    LG, Schratte

    das wäre doch normal,

    Ihm beizubringen, dass das eben NICHT normal ist, dürfte sehr, sehr schwierig werden.


    Es ist leider dieser Sprung, den der Schwiegervater machen müsste und den auch meine Frau noch machen muss: weg von dem Trinken anscheinend ohne jedes Problembewusstsein zum Eingeständnis, dass es eben DOCH ein Problem ist.


    Das stört die Ruhe und unterminiert die scheinbar vorhandene Sorglosigkeit - das will keiner hören. Und wenn sich im Hinterkopf schon ein ganz ganz klitzekleines schlechtes Gewissen versteckt eingenistet hat, umso schlimmer. Sich aktiv mit einem schlechten Gewissen herumschlagen will niemand.


    LG, Schratte

    Wie lange willst Du mit einem Gespräch noch warten, Schratte?

    Keine Ahnung. Am liebsten ewig und doch am besten vernünftigerweise gar nicht. Bin allerdings ziemlich geschickt darin, es vor mir her zu schieben. Vielleicht muss auch ich erstmal am Boden liegen, genau wie ein Alkoholiker vor seiner Krankheitseinsicht.

    Also Angst vor den möglichen Konsequenzen eines offenen Gespräches?

    Ja, klar. Das habe ich oben geschrieben und das gilt natürlich weiterhin:

    "ich habe Angst davor, dass dann tatsächlich nichts mehr ist wie es war und unser Zusammenleben nicht mehr tragbar ist - für beide."


    LG, Schratte

    Sie ist ja von euch viel abhängiger als umgekehrt. Es hört sich furchtbar an, aber ich glaube, Du solltest sämtliche Hilfe für sie stoppen. Du musst sie, notfalls mit deutlichem Nachdruck, grundsätzlich aus eurem Lebensbereich aussperren. Das alles geht so in die Richtung "wir oder sie" - wenn es so ist, dann doch eher sie. Du hast eine Verantwortung zuallererst für die eigene Familie. Sie wird wahrscheinlich kaputtgehen - aber bitte alleine. Dazu gehören als erstes dicke neue Türschlösser und ein striktes Umgangsverbot für die Kinder.


    Besserung ist realistisch nicht zu erwarten. "Leider muss sie erst uns oder sich selbst körperlich verletzten!", schreibst Du. Stimmt, das kann durchaus sein. Letztlich gibt es nur den Umzug in ein Pflegeheim, freiwillig, durch Überreden oder eben durch Einweisung.


    Ich wünsche Dir die Kraft dazu. Deine Schwiegermutter hat die nicht mehr.


    LG, Schratte

    Wie alt ist die Schwiegermutter? Sie isst nicht vernünftig, wird inkontinent und kommuniziert eigenartig. Das könnte, neben Alkoholproblemen, noch auf eine beginnende Demenz hinweisen - war bei meiner Mutter auch so der Fall.


    LG, Schratte.

    ich bin sehr verwundert, das man nach 30 gemeinsamen Jahren nicht offen als Ehepaar miteinander sprechen kann.

    Doch. Können wir. Unser Ehealltag enthält erfreulicherweise fast immer unbelastete oder zumindestens weniger belastete Themen.


    Und es gibt eben jetzt mittlerweile dieses Thema, von dem ich erwarte, dass es sehr, sehr schwierig sein wird. Es wird sicher in Bereiche abtauchen, die auch Eheleute nicht unbedingt oft und gerne miteinander besprechen - vielleicht sogar noch niemals miteinander besprochen haben. So etwas soll 's geben.


    Das habe ich oben geschrieben und das gilt natürlich weiterhin:

    "ich habe Angst davor, dass dann tatsächlich nichts mehr ist wie es war und unser Zusammenleben nicht mehr tragbar ist - für beide."


    Warum also nicht einfach die Sache ansprechen und schauen, wie sie reagiert?

    Ja. Superidee. Wenn es für mich so easy wäre, hätte ich mich hier nicht anmelden müssen. Ich werde die Sache natürlich ansprechen und natürlich schauen, wie Sie reagiert - was anderes gibt es ja nicht.


    Man soll immer das machen, wovor man am meisten Angst hat.


    Aber noch nicht unbedingt direkt morgen beim Frühstück.


    LG, Schratte

    Ich habe 35-40 Jahre lang täglich abends 2 Liter Bier getrunken und hatte immer gedacht und befürchtet, ich könnte eventuell ein Alkoholiker sein. (Ich empfand die Bettschwere immer als sehr angenehm und möglicherweise auch die beruhigende Wirkung).


    Dann habe ich das Biertrinken von heute auf morgen eingestellt. Das ging leicht, bis heute ohne Probleme und ohne Rückfall. Deswegen glaube ich, dass ich auch nach den vielen Jahren abendlichem Trinken kein Alkoholiker war oder bin. Ich habe wohl einfach nur mordsmäßig Glück gehabt.


    CW

    dass bei den meisten reden/schreien/weinen nicht weitergeholfen hat.

    Ja, das wird hier ziemlich deutlich. Ich habe, nachdem ich in den Foren einiges gelesen habe, den Eindruck, es müssen erst sehr dramatische Dinge passieren - Partnerverlust zum Beispiel oder ein lebensbedrohender gesundheitlicher Zusammenbruch - ehe sich jemand entschließt, den eigenen Alkoholismus zu akzeptieren und die Umkehr zu versuchen.


    Gibt es vielleicht auch Betroffene, die nicht solange gewartet haben und es erfolgreich früher angegangen sind?


    LG, Schratte

    Na, von der WHO sieht ein Test beispielsweise so aus:

    Ich habe den Eindruck, dieser Test ist beinahe der einzige, den es gibt. Fast alle einschlägigen Seiten verwenden ihn. Er wird seine Relevanz haben. Aber ein Test mit deutlich mehr Fragen wie oben angesprochen könnte wohl genauere Resultate erzielen.


    Alternativ könnte man ja sonst auch noch den Just-One-Question-Test verwenden.


    Der geht so: Säufst Du? Ja/Nein.


    LG, Schratte

    Stört dich ihr Trinkverhalten?

    Ja, natürlich.


    hast Angst vor ihrer Reaktion. Das dann nichts mehr ist wie es war?

    Ich habe Angst davor, dass sie sich weigert, außer kleinen, nur kosmetischen Korrekturen, an ihrem Trinkverhalten etwas zu ändern. Und ich habe Angst davor, dass dann tatsächlich nichts mehr ist wie es war und unser Zusammenleben nicht mehr tragbar ist - für beide.


    Also was brauchst du, damit es dir gut geht?

    Ihre Problemeinsicht und den daraus folgenden Willen, ihr und damit unser Leben zu ändern - letztlich zu retten.


    LG, Schratte

    Gute Ratschläge geben ist einfach, weil jeder weiß, wie es gehen sollte. Zum Problem stehen, offen damit umgehen, Konsequenz zeigen - das ist schon fast mehr, als viele andere in ihrem ganzen Leben auf die Reihe kriegen.


    Und die Geschäftsverträge unter Dach und Fach bringen gehört auch noch mit dazu.


    Ich drücke Dir die Daumen!


    LG, Schratte

    genau die richtigen Worte für sie triffst.

    Ich hoffe das auch, danke!


    Wie in der Vorstellung schon gesagt, schiebe ich dieses erste Gespräch vor mir her, bis ich mir einen Ruck dazu gegeben habe. Nach außen hin besteht - leider (?) - keine Eile. Niemand weiß etwas und ich denke, es ahnt auch niemand etwas. Es gab nie Auffälligkeiten, der Führerschein ist noch da, der Job auch. Meine Frau läuft sehr geschmackvoll gekleidet herum, ist höflich, nett und zuvorkommend. Wir sind quasi die nicht mehr ganz jungen, freundlichen Nachbarn aus der ersten Etage - die Fassade hält bombig.


    LG, Schratte