Findet ihr es also eher gefährlich/schlecht, an den „Trinkgewohnheiten“ festzuhalten, wenn man sie mit alkoholisch-konditionierten Getränken ohne Alkohol ersetzt, wenn das hilft abstinent zu bleiben?
Es ist sehr riskant und ein Grund für Rückfälle.
Lernen die Sucht zu kontrollieren heisst, gewohnte Verhaltensmuster durch neue zu ersetzen und das kann ich nicht, indem ich so tue, als ob nichts passiert wäre.
Es ist die Verknüpfung zu Alkohol. Das Gehirn hat alle Sinneseindrücke in Verbindung mit Alkohol gespeichert, denn es verbindet etwas vermeintlich Positives damit. Alkohol erzeugt Glücksgefühle durch Dopaminausschüttung.
Damit mein Suchthirn nicht durch diese verbundenen Reize getriggert wird, gilt es diese strikt zu vermeiden.
Was aussieht, riecht und schmeckt wie Alkohol ist für mich tabu.
Wenn ich ein alkoholfreies Bier trinke, setze ich mich diesem Risiko aus.
Noch schlimmer ist, das Suchthirn hat "gesehen" und "gerochen", dass ich offensichtlich Alkohol trinke.
Es wähnt sich schon am Ziel, doch die erwartete Wirkung des Alkohol im Gehirn bleibt aus!
Das kann fatal sein, weil das Suchthirn jetzt erst richtig in Fahrt kommen kann.
Suchtdruck könnte aufkommen, ich werde gereizt, unruhig und missgelaunt und um dem ganzen ein Ende zu setzen, trinke ich irgendwann ein richtiges Bier.
Dieser Mechanismus bleibt dem Alkoholiker ein Leben lang erhalten und bedeutet für ihn ein Risiko.