Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Mein Kopf sagte Sauf wieder. Habe überlegt loszufahren weil es mich so gestresst hat. Haben uns wieder vertragen

    Genau um solche Verknüpfungen geht es.

    Du bist anscheinend nicht losgefahren. Weil Ihr Euch wieder vertragen habt? Oder weil Du Deinem Suchthirn ein Stoppschild entgegenhalten konntest?

    Hast Du schon gesündere Strategien für Dich gefunden, mit solchen Stresssituationen umzugehen?

  • Ich bin direkt ins Forum gekommen. Parallel habe ich meine Frau angerufen um es zu klären, weil ein ungeklärter Streit ist garnicht gut für mich. Habe mir dann gesagt ich zocke lieber jetzt ein paar schöne Runden edit anstatt mich kaputt zu machen und mir vor Augen geführt: Dir wird es SEHR SEHR schlecht gehen!! Jetzt bin ich erstmal bedient wegen dem ganzen Stress und muss mich wieder entspannen und besinnen. Da mein Notfallkoffer garnicht zum Einsatz kommt, Gott sei Dank, hatte ich den garnicht auf dem Schirm. Ich sollte ihn mal besser positionieren

    Heute trinke ich nicht

  • Habe überlegt loszufahren weil es mich so gestresst hat.

    Dein Suchthirn hat es also geschafft Dir weiß zu machen, dass Du jetzt saufen "darfst" weil es stressig genug ist.

    Trinken ist immer das Gegenteil einer Lösung der Situation. Ich wünsche Dir, dass Du bald noch besser erkennst, wann die Sucht spricht und wann Du selbst "am Steuer" bist.

    Denn nur wenn Du das erkennst, klappst Du auch Deinen Notfallkoffer auf, wenn die Sucht am Drücker ist.

    Also, wenn irgend etwas in Deinem Kopf, aus absolut egal welchen Gründen sagt, "jetzt ist trinken gerechtfertigt" ist es die Sucht.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Guten Morgen,

    ich habe mit 13 Jahren angefangen langsam täglich verschiedenste Drogen zu nehmen. Mit 17 Jahren kam noch täglicher Alkohol DAZU. Das sind 25 Jahre TÄGLICHER Konsum. Kindheit viel Stress und Gewalt seit Kindergarten. Verhaltensauffällig hoch 100.Laut Therapeuten Hauptgrund für die Sucht, aber egal, lange her und ´´aufgearbeitet´´. Ich bin HOCHGRADIG süchtig. Bei mir sitzt die Sucht wohl sehr, sehr tief.

    Obwohl ich mich an die HALT und Grundbausteine halte ist es immer wieder erstaunlich wie mich die Sucht packt und ich es teilweise garnicht checke das es das Saufhirn ist und nicht ich.Bei negativen Gefühlen kommen die Saufgedanken blitzartig so schnell das es mich völlig überrumpelt. Leicht ist es nicht, nicht mal 3 Monate abstinent. So viele Situationen schon, unglaublich. Deswegen heißt es Kampf bei mir. Auch wenn es im Forum nicht als Kampf deklariert werden soll. Es fühlt sich eben so an.

    Das schöne ist wieder gestern über den Saufgedanken Berg und heute wieder alles normal. Weiter dran halten und weitermachen

    Heute trinke ich nicht

  • Guten Morgen Absti,

    formen wir doch mal die "nicht mal" in bald schon drei Monate (!) um, und gleich kommt ein Sonnenstrahl durch den Dunst!

    Zur Intensität der Sucht wie auch zu diesem extra Suchthirn habe ich meine eigenen Gedanken, werde sie hier aber nicht weiter ausbreiten.

    Jedenfalls verstehe ich, dass bei sehr hoher Intensität von Suchtdruck auch viel Wille erforderlich ist, und dass dies auch wie Kampf anmutet und ist.

    Ziel ist es, durch die gedankliche "Kapitulation" vor dem Alk zu einer Art völliger Gleichgültigkeit ihm gegenüber zu kommen. Bei dem einen geht es schneller oder tritt sofort ein; ist die Sucht extrem ausgeprägt, dauert es womöglich länger. Also geht es nur mit Geduld und Zähigkeit. Da bist du dran, und es wird besser … die Zeit arbeitet für dich!

    Einmal editiert, zuletzt von Oskar (27. Januar 2026 um 08:58)

  • Deswegen heißt es Kampf bei mir. Auch wenn es im Forum nicht als Kampf deklariert werden soll.

    Nennen darfst du es so, aber wenn es als Kampf wahrgenommen wird, ist es unglaublich anstrengend und ein Kampf, der dauernd anhält, ist nicht zu gewinnen.
    Als ich vor dem Alkohol kapituliert habe, war der Kampf zu Ende. Ich habe akzeptiert, dass ich mit Alkohol nicht leben kann. Wenn man mich mit einem Profiboxer in den Ring stellt, werde ich das gleiche tun, denn auch diesen Kampf kann ich nicht gewinnen. Das leuchtet jedem ein, nur beim Alkohol nicht.
    Diese Akzeptanz war notwendig um meine Abstinenz zu stabilisieren und sie ist Voraussetzung für eine zufriedene Abstinenz.

    Die Grundbausteine zu leben heißt auch, sich ein zufriedenes Leben ohne Alkohol zu erarbeiten, ja zu erarbeiten, denn es ist anstrengende geistige Arbeit.
    Die Zeit der größt möglichen Isolation vom Alkohol im ersten Jahr habe ich dafür genutzt.
    Beides spielte ineinander und mit der Zeit wurde es leichter. Heute kann ich sagen, dass ich zufrieden abstinent bin.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Leicht ist es nicht, nicht mal 3 Monate abstinent.

    Na gut, wie lange hast du denn gesoffen? Drei Monate ohne Alkohol sind doch im Verhältnis nichts, oder?

    Und ganz ehrlich: Wenn ich mir das so anschaue, wirkt es eher wie „wird besser“ statt „geht bergab“;) . Der Trend zeigt nach unten, nicht nach oben. Oder wie empfindest du das? Sucht schaltet sich ja nicht wie ein Lichtschalter aus. Das läuft eher wie ein alter Motor nach er rattert, brummt, braucht seine Zeit, bis er endlich Ruhe gibt. ;)

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Die Sucht bleibt dir ein Leben lang erhalten. Es geht darum, neue Verhaltensmuster dominant zu etablieren, damit die alten, suchtbezogenen nicht wieder Oberhand gewinnen.
    Bei mir meldet sich die Sucht hin und wieder, wichtig ist, dass ich sie sicher und schnell erkenne und dann ist sie auch schon wieder weg. Erkennen heißt auch, Suchtgedanken von meinen eigenen Gedanken zu unterscheiden.

    Wenn es so bleibt, kann ich damit zufrieden leben. Damit es so bleibt, bin ich hier in diesem Forum.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Na gut, wie lange hast du denn gesoffen? Drei Monate ohne Alkohol sind doch im Verhältnis nichts, oder?

    25 Jahre mit unterbrechungen. Ich sollte froh sein über die Zeit die ich jetzt schon habe. Ich glaube der Winter zieht mich etwas runter. Alles gut weiter gehts

    Und ganz ehrlich: Wenn ich mir das so anschaue, wirkt es eher wie „wird besser“ statt „geht bergab“ ;) .

    Das stimmt. Ich geduldige mich jetzt mal, es wird immer besser. 3 Monate wären doch ein viertel Jahr das ist doch schon was. Jeder Tag ist doch toll

    Heute trinke ich nicht

  • Abstinenzler

    Hi ich habe mal bisschen bei dir gelesen. Klingt bei dir noch ziemlich schwer.

    Ich möchte dir mal schreiben wie ich das für mich leichter gemacht habe. Du kannst das gerne mal nachmachen wenn du möchtest:

    Ich habe mir einen ruhigen Moment genommen wo ich alleine war. Augen geschlossen und visualisiert wie die Sucht Alk vor mir steht. Ein Riese und häßlich. Ich klein und zierlich. Da war mir klar, dass ich gegen so ein Ungetüm nicht ankämpfen kann.

    Deshalb habe ich mich einfach umgedreht und bin weg gegangen. Der Sucht-Alk Riese blieb stehen. Ich laufe und entferne mich immer mehr. Der Riese wird kleiner und verschwindet aus meinem Blickfeld.

    Das war kein Kampf, aber ich habe trotzdem für mich etwas gewonnen.

    So habe ich aufgegeben gegen den Alk zu kämpfen. Einfach kapituliert.

    Mein Riese schläft jetzt und ich lebe abstinent und zufrieden. Das ist mein Gewinn.

    Jetzt muss ich drauf achten, den Riesen nicht zu wecken. Das heißt eben Risikovermeidung. Ich war in den ersten Monaten sehr viel einfach zuhause und Job.

    Dann habe ich mich mal in ein Café gewagt und habe Tee getrunken.

    Habe alles gemieden wo ich früher gesoffen hatte.

    Habe auch mein Umfeld etwas verändert.

    Jetzt geht’s Richtung 2 Jahre.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hallo Abstinenzler


    Ich hatte zwei Rückfälle nach jeweils jahrelanger Abstinenz .

    Die reale SHG , die sich Ende letzten Jahres leider aufgelöst hat , hatte mich von Anfang an begleitet.

    Hat mich nach meinen Rückfällen aufgefangen und motiviert weiter meinen Leben ohne Alkohol zu verfolgen .


    Nach dem zweiten Rückfall habe ich genauer hingeschaut was kann ich ändern damit es nicht zu einem dritten Rückfall kommt oder noch schlimmer zu einem endgültigen Totsaufen .

    Die bis dahin immer noch verbliebenen , dem Alkohol nicht abgeneigten "Freunde" aussortiert und konsequent alkohollastige Feierlichkeiten gemieden - ist immer noch so . Da war ich früher leichtsinnig .

    Einige Menschen in meinem Umfeld merken eine Veränderung in/ an mir und die ist positiv .

    Ich spreche mehr über meine Gefühle - egal ob sie negativ oder positiv sind . Da bekommt auch schonmal Jemand " sein Fett weg " , wo ich früher geschluckt habe , im wahrsten Sinne des Wortes.

    Ich schreibe am Ende des Tages ( meinstens ) auf , was hat mich in den vergangenen Stunden beschäftigt , was gefordert , was war schön , was war mistig .

    Ich sage heute öfter nein , wo ich früher oft ja gesagt habe , um es Irgendjemanden Recht zu machen , mich beliebt zu machen - was weiß ich aber dadurch verfiel ich oft in Stress .

    Stress ist bei mir schon immer ganz fatal gewesen.

    Familienprobleme , Differenzen mit dem Partner usw.

    Kennt ja Jeder .

    Ein ehemaliger Gruppenleiter sagte vor einiger Zeit zu mir :

    "Es gibt Tausende Gründe zu trinken aber es gibt Tausende Gründe nicht zu trinken ."

    Der Spruch begleitet mich seitdem .

    Auf einem Zettel im Portemonaise , einen an der Pinwand in der Küche und ein Din A4 Ausdruck im Schlafzimmer und ganz wichtig : im Kopf manifestiert.


    ...und als Kampf - so wie du bezeichne ich mein Leben nicht .

    Kampf waren die ersten Stunden , Tage durch die Katerstimmung gewesen .

    Danach war und ist Ruhe eingekehrt und ich hoffe das bleibt so .

    Das wünsche ich dir auch .

    Gruß von Shawn

  • Moin moin. Hab wieder still und heimlich Nikotin runterdosiert auf 1 mg von 2 mg von damals,anfangs 20 mg. Ich weiß zu früh, habs trotzdem gemacht ich Trottel.

    Mir gehts sehr sehr sehr gut ohne das scheiß Saufen. Wie oft erwähnt keine 20 negativen körperlichen, psychischen, allgemeinen Folgen, zwischenmenschlichen Folgen.

    Saufhirn wird ruhiger und ruhiger. HALT- Regeln, Grundbausteine, Notfallkoffer.

    Zufriedenheit, erfüllende Hobbys, alles Tip Top!!!

    Weiter gehts- Tag für Tag.

    Bestes Leben!!

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Abstinenzler,

    Freut mich zu hören das es dir gut geht 😊

    Dass mit dem Nikotin ist bei mir auch noch so eine Baustelle, aber das gehe ich später an. Im Moment konzentriere ich mich auf die eine Sache. Sobald ich mich hier stabil genug fühle gehe ich das rauchen an.

    Bei mir klappt dass mit Nikotin runter dosieren mäßig gut ich dampfe dann halt mehr. Bei mir geht nur ganz oder gar nicht.


    Viele Grüße Bingo

  • Einige Menschen in meinem Umfeld merken eine Veränderung in/ an mir und die ist positiv .

    Ich spreche mehr über meine Gefühle - egal ob sie negativ oder positiv sind . Da bekommt auch schonmal Jemand " sein Fett weg " , wo ich früher geschluckt habe , im wahrsten Sinne des Wortes.

    Mir wurde letztes Jahr öfter gesagt dass ich mich hinter einer Fassade verstecke, das hat mich zum Nachdenken gebracht.

    War nicht auf den Alkohol bezogen, sondern weil ich so verschlossen war und bloß nicht auffallen wollte.

    Es war ja die Fassade tagsüber in Gesellschaft nicht aufzufallen und abends wieder zu trinken. Frühs die Fahne zu verstecken und mit dem Kater zu kämpfen, Nachmittags schon planen ob genug Vorrat da ist und wann es endlich losgehen kann. Da war zwischendurch nicht viel Zeit um sich zu öffnen und ein normales Leben zu führen.

    Die Fassade fällt, gefällt aber nicht jedem in meinem Umfeld, ich sage wieder was ich denke.

  • Die Fassade fällt, gefällt aber nicht jedem in meinem Umfeld, ich sage wieder was ich denke.

    Die Marionetten-Funktion schmilzt langsam vor sich hin und das wahre “Ich“ (DU) kommt nach und nach zum Vorschein, so soll es sein👍

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

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