Beiträge von Nayouk24

    Ich habe auch Bekannte;)
    Schwarzbrennerei wird es immer geben. Wenn man beide Volkswirtschaften normiert betrachtet, hat Deutschland ein grösseres Alkoholproblem.
      Carl Friedrich hat auf die Studie PHI abgehoben, über die ich auch gelesen hatte, da landet D auf Platz 17 von 18, Alkohol war einer von 3 Parametern.

    Da sich eine weitere Diskussion nicht von Politik trennen lässt, schlage ich vor, dass wir es dabei belassen.

    Ich verstehe die Diskussion nicht.
    Ein Vergleich der Alkoholsuchtprävention zwischen Schweden und Deutschland zeigt die Unterschiede deutlich auf.
    Die Frage ist, welches Ziel soll erreicht werden?

    Schweden: "Drastische Eindämmung des Alkoholkonsums aus gesundheitlichen Gründen".

    Deutschland: ich kann kein Ziel erkennen, ausser einem liberalen/marktwirtschaftlichen Ansatz mit starkem "kulturellen Einfluss"/Lobby der auf Eigenverantwortung setzt.
    Bei einem Volkswirtschaftlichen Schaden von über 50 Mrd. Euro pro Jahr, ist das ein zweifelhafter Ansatz.

    Hintern hoch ist dann morgen wieder.

    Ok, das ist eine Aussage, sonst bleibst du in dem Selbstmitleidmodus und mit dem kommst du nicht weiter.

    Als meine Reha mit Einzeltherapie begann, war ich in einem ähnlichen Modus. In der 2. Sitzung hat mir mein Therapeut gesagt,
    "Selbstmitleid war gestern, jetzt arbeiten wir an heute und morgen". So war es dann auch, denn jedesmal, wenn ich wieder zurückgefallen bin,
    hat er mir klar und bestimmt die neue Richtung gewiesen. Da fielen auch mal Sätze wie, "Ach heute wieder Selbstmitleid" oder "Ich dachte das hätten wir erledigt, hier geht es um Akzeptanz und das Rüstzeug für eine stabile Abstinenz, deswegen bist du hier, oder?". Später habe ich gemerkt, wie hilfreich das war.
    Du hast ja selbst schon erkannt, dass Selbstmitleid im Spiel ist. Rede mit dir, Selbstmitleid ist jetzt keine Option mehr. Schau nach vorne und organisiere dein neues Leben, Stück für Stück, Tag für Tag. Da gab es auch Tage, in denen ich 2 Schritte zurück gemacht habe, aber die Tendenz geht immer nach vorne. Die Psyche arbeitet und das kann sehr anstrengend sein, also sei auch gut zu dir, gebe dir auch Ruhe und die Zeit, die du brauchst.

    OK, ich begreife langsam, dass ich mir alles positive schlecht rede.

    Als ich nüchtern war, habe ich nach und nach vieles realisiert, was eigentlich geschehen war, als ich noch getrunken hatte.
    Der Aufarbeitungsmodus war im vollen Gange. Scham, Selbstvorwürfe und Selbstmitleid waren die Gefühle.
    Das ist normal, darf aber nicht zum Dauerzustand werden. Was war kann ich nicht mehr rückgängig machen, aber ich kann noch vorne blicken und meine Zukunft gestalten und für sie die Verantwortung übernehmen. Tag für Tag.

    Ich war aus einer tiefen, dunklen Gletscherspalte hochgeklettert. Gleisende Helligkeit umgab mich, aber ich konnte die Schönheit des Lichtes noch nicht erkennen.
    Zuerst musste ich lernen, sicher am Grad der Spalte zu gehen, bis ich mich immer weiter von ihr entfernen konnte. Die Schönheit des Sonnenscheins konnte ich bald wieder erkennen.

    Oder glaubt ihr ein Umbau des Gehirns ist einfach von der Zeit abhängig? Mir fällt es schwer da ein Ende zu sehen.

    Bis ich Positives hinter dem Licht wahrnehmen konnte, hat es gedauert. Im Gehirn werden durch absolute Abstinenz neurologische Prozesse in Gang gesetzt, und die reversiblen Schäden werden wieder korrigiert, nicht alle aber viele. Durch jahrelanges Saufen hatte ich meinen Endzustand erreicht, jetzt konnte ich nicht erwarten, dass alles in ein paar Tagen oder Wochen wieder hergestellt ist. Diese Prozesse sind individuell und dauern viele Monate oder länger.
    Auch das Belohnsystem ist gestört und nun, durch die Abwesenheit von Alkohol, erneut gezwungen sich neu anzupassen. Traurigkeit, Letargie waren bei mir die Folge.
    Ich wusste, dass ich schon einiges geleistet hatte, aber es stimmte mich nicht so positiv, wie ich es gerne gehabt hätte.
    Zeit, Geduld und kleine Schritte machen die Wirkung.

    Und jetzt zu Benzos.
    Diese sind sehr starke Psychopharmaka und deren Anwendung gehört ausschliesslich(!) in professionelle Hände.
    Im Klinikentzug habe ich sie wohldosiert die ersten Tage bekommen und am 4. Tag waren sie wieder ausgeschlichen. Die Ärzte haben akribisch darauf geachtet. Jede Einzeldosis musste ich mir im Stationszimmer abholen, begleitet von der Überwachung meines Gesamtzustandes.
    Benzos haben ein sehr starkes Suchtpotential in sehr kurzer Zeit. Du bist längst über diese Anfangsphase hinaus.
    Akzeptiere und wertschätze, was du bisher schon geleistet hast, denn für Körper und Geist ist es Schwerstarbeit.
    Und wenn du der Meinung bist, dass du weitere Unterstützung brauchst, dann besprich das offen und ehrlich mit deinem Arzt.

    Da ich in einer Suchtklinik war, habe ich Benzopatienten kennengelernt. Manchmal war ich froh, dass ich "nur" Alkoholiker bin.

    Irgendwie habt ihr mich missverstanden oder?

    Beim Mitlesen habe ich gedacht, "hat R/no so nicht geschrieben....". Ja und?
    Lass es doch einfach stehen, manchmal sind die Dinge überspitzt oder erweitert um es deutlich zu machen.
    Ich nehme das für mich mit, was passt und schaue genau hin, wenn ich denke, ich wurde missverstanden.
    Wenn ja, ok. Oder steckt da mehr dahinter, was ich noch nicht gesehen habe?

    Du musst dich hier nicht rechtfertigen, und du musst auch nicht alles gleich beantworten. Es ist für dich und nur für dich.
    Lass es sacken, schlaf eine Nacht drüber und wenn was dran ist nimmst du den Faden wieder auf.

    Ich schick dir eine Tüte Gelassenheit, aber nicht gleich aufbrauchen;)

    Dies geschieht natürlich nicht von selbst und daher arbeite ich jeden Tag daran.

    Klar, bei mir war das ein harter Cut in meinem Leben.
    Was muss ich mir darunter vorstellen, trinkst du aktuell noch?, oder wirst du beim Entzug ärztlich begleitet?
    Um es klar zu benennen, Vorraussetzung für eine Teilnahme ist, dass du mind. 7 Tage abstinent bist, bevor wir dich freischalten können.
    Falls du seit letzten Donnerstag "kalt" entziehst, dann wäre das keine gute Idee, da ein kalter Entzug lebensgefährlich werden kann, auch für dich.
    Wir raten immer zu einem Arztbesuch um risikoarm in die Abstinenz zu starten.

    Das Forenteam
    4. Dezember 2021 um 21:37

    Hallo Matze,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst und nun den endgültigen Schritt gehen willst.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben. Voraussetzung ist außerdem, dass sie entgiftet sind, oder begleitet entgiftet werden.
    Wenn du dich dazu entschlossen hast, dann kann dich diese SHG auf deinem Weg in die Abstinenz begleiten.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Auch wenn man das evtl. nicht sein sollte. Mir bedeuten die 150 Tage viel.

    Wer sagt das? Sie bedeuten dir viel, und das ist das Entscheidende und dann darfst du auch stolz sein, denn es ist nicht selbstverständlich, sondern es ist "Du".
    Ich habe diese Zahlen auch bewusst für mich zelebriert und das Forum hat mit gemacht:)

    Ich war immer auf der Hut, ob da nicht eine Stimme kommt und sagt: "Toll, xy Tage, super Leistung, du hast gezeigt, dass du es kannst, aber jetzt könntest du mal wieder...."
    Die Stimme kam mir oft, aber das hat sie sich noch nicht getraut;)

    Herzlichen Glückwunsch, Bibi.

    Das ist ja hier kein Online-Chat, da kann es schon mal länger dauern, bis sich jemand meldet.

    Der beste Weg in den Austausch zu kommen, ist hier zu schreiben, was dich beschäftigt, was dich besorgt usw.
    Wie sieht denn momentan dein Alltag und dein Umfeld aus und ganz wichtig, hast du schon ein alkoholfreies Zuhause?

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Bingo

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Für den Anfang noch zwei Artikel:

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Für mich kann nur ein kompletter Verzicht funktionieren und daran arbeite ich nun.

    Damit aus dem Verzicht eine stabile Abstinenz wird, dafür kannst du hier Hilfe zur Selbsthilfe erfahren.

    Für den weiteren Austausch folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.
    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Irgendwie schade weil ich mich wirklich mal outen wollte.

    Das klingt so wie "... auch übrigens, outen könnte ich mich auch mal..."., als ob das etwas ist, was du gerne auch "mal" machen möchtest, irgendwie beiläufig

    Hast du dich "mal" gefragt, warum du dich outen möchtest? Denn du findest es ja schade, dass es so nicht stattfinden konnte.

    Hallo Bingo,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Du hast ja schon einiges für dich in die Wege geleitet, und ich denke, da könnte diese SHG für dich richtig sein.

    Wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Es ist aber eine Herabwürdigung und Reduzierung auf die Krankheit.

    Wie kommst du darauf?

    Der Mensch ist mehr als seine Krankheit.

    Stimmt. Aber wenn ein Alkoholiker seine Sucht nicht stoppen kann, wird von dem „mehr“ nicht mehr viel übrig bleiben.

    Wenn man damit Leute, die guten Willens sind abschreckt, hilft das niemandem.

    Der gute Wille reicht bei einer Sucht aber nicht, sonst wäre ich schon früher abstinent geworden.
    Was mir hier am meisten geholfen hat, war Klartext, und der war in Reaktionen enthalten, die ich erst nicht hören wollte und so nicht erwartet hatte. Es hat mich irritiert und zum Nachdenken gebracht.

    Sie hat mir gesagt, dass sie ihre Gefühle verloren hat und ein anderes Leben will und das ist endgültig für sie.

    Man soll niemals "Nie" sagen.

    Deine Aufgabe und Verantwortung ist deine Abstinenz, für dich und niemand anderen.
    Die Menschen werden dich anders wahrnehmen und daraus ergeben sich Chancen, und das sind Menschen, die du schon kennst, oder erst noch kennenlernen wirst.