Beiträge von Iphigenie

    Hallo Midnightsun,

    ich möchte kurz voranschicken, dass ich hier im Forum als abstinente Alkoholikerin schreibe (6 Wochen Abstinenz). Ich war zweimal in meinem Leben einmal ein Jahr mit Anfang Zwanzig (noch im Studium ) und einmal zwei Jahre mit Mitte Dreißig mit Alkoholikern liiert, der zweite war sog. Quartalssäufer mit extremen Ausfällen. Die Lebensumstände spielen ja auch eine Rolle, ob Kinder im Spiel sind, ob ein ganzer Freundeskreis mit drinnen hängt, berufliche Zusammenhänge etc..

    Schau Dir aus sicherer Entfernung an, wie ernst es ihm ist.

    Würde es Dir helfen, mit Deinem Freund gemeinsam ein Gespräch mit einem Suchttherapeuten zu führen? Oder gab es ein solches Gespräch vielleicht während seiner ersten Entwöhnungstherapie?

    Dies könnte Dir eventuell auch die sichere Distanz im Dialog mit Deinem Freund ermöglichen.

    Soweit ich Deine Schilderungen der Situation verstanden habe, ist sein Alkoholproblem relativ frisch?

    Schönen Abend

    Iphigenie

    Außerdem würde es mir das Herz zerreißen unsere gemeinsame, wunderschöne Wohnung aufzugeben, in der wir erst so kurz zusammen leben, aber alleine kann ich sie mir nicht halten


    Ich habe mich in den letzten Tagen aber sicherheitshalber bereits mal auf Wohnungssuche gemacht. In der Stadt in der ich wohne ist der Wohnungsmarkt allerdings ziemlich angespannt und es ist schwierig etwas bezahlbares zu finden. Ich hoffe dennoch, dass ich vielleicht in den nächsten Wochen etwas finde was meinen Vorstellungen entspricht


    Hallo Midnightsun,

    ich bin auch schon mal umgezogen, weil mein damaliger Freund und Alkoholiker, der quasi eingezogen war, die Trennung nicht akzeptierte u. randalierte (Türen eintreten u.s.w.). Mir war es auch gegenüber den NAchbarn und dem Vermieter einfach sehr unangenehm. Ist das auch einer der Gründe, dass Du Dich der drohenden Gefahr entziehen möchtest? Bzw. vielleicht möchtest Du einfach Fakten schaffen, dass Du seine Sachen nicht alleine packen musst und ihn quasi aktiv vor die Tür setzen müssest? Oder, Du hast Angst, das in der gemeinsamen Wohnung nicht zu schaffen?

    Die Trennung/Beziehung selbst hängt ja nicht unbedingt an der Wohnung, die Du ja offensichtlich sehr magst. Die kann auch an einem neuen Ort schwierig sein.

    Ich für meinen Teil habe nachträglich den schnellen Umzug für mich persönlich bedauert, es fühlte sich wie eine Flucht an. Könntest Du Dir vorstellen, eine/n andere/n Mitbewohner/in zu suchen? Du musst das ja vielleicht Deinem Freund noch nicht kommunizieren und Dich erstmal mit dem Gedanken anfreunden?

    Beste Grüße

    Iphigenie

    Hallo Allerseits,

    ich wollte mich mal wieder zurückmelden und von meinen Besuchen bei Ärzten und bei einem Suchtberater berichten. Das ist jetzt zwei Wochen her.

    Ich hatte jeweils folgende Symptome beschrieben, die ich seit der Abstinenz (mittlerweile 6 Wochen) habe.
    Üblicherweise ca. eine halbe Stunde nach dem Aufstehen Nervosität, Unsicherheit, diffuse Ängste und dann länger anhaltend bis zum Nachmittag Nebel im Kopf.

    Der Hausarzt hat mir Vitamin B Komplett (Loges) verschrieben. Mittlerweile habe ich das Ergebnis des Blutbildes, welches einen erhöhten MCH (HBE) anzeigt, was auf einen Mangel an Vitamin B12 schließen lässt und Folge von Alkoholmißbrauch sein kann (so das Internet). Bisher konnte ich keine Veränderung durch die Einnahme feststellen, aber gut, das dauert wohl ein paar Wochen. Der Hausarzt ist eigentlich kaum auf meine Alkoholabstinenz eingegangen, sonder meinte allgemein, dass die Schulmedizin hier keine Antworten hätte.

    Danach war ich bei einem mir empfohlenen Internisten, der hat mich körperlich durchgecheckt, vor allem was meine Nerven-Reaktionen betrifft und länger mit mir gesprochen. In seiner Praxis hätte er bisher keinen Patienten erlebt, der ohne stationären Aufenthalt in einer Suchtklink vom Alkohol weggekommen sei. Sein Tip war ein sehr klar strukturierter Tagesablauf, ganz feste Routinen.

    Ich muss sagen, das mit den Routinen, insbes. morgens: jeden morgen um halb 7 aufstehen und dann ca. 1 Stunde spazieren gehen, wirklich eine Hilfe sind. An manchen Tagen habe ich damit meine Angst regelrecht konfrontieren können und innerhalb von einer Stunde berufliche und private Telefonate geführt, die ich lange aufgeschoben hatte.

    Dann war ich bei einem Suchtberater:
    In dem einstündigen Gespräch hat er mich erstmal allgemein zu meinem Befinden, zu meinen Lebensumständen etc. befragt und vorangestellt, dass wir gemeinsam in ca. 8 wöchentlichen Gesprächen herausfinden könnten, wie eine ambulante Suchttherapie aussehen könnte. Erst beim zweiten Gespräch kamen wir dann konkret auch auf mein Alkoholproblem zu sprechen.
    Der Berater geht wirklich sehr behutsam vor und ist mir eine riesige Hilfe.
    Er hat einfach die Erfahrung auch mit diesen diffusen Begleiterscheinungen in den ersten Wochen der Abstinenz, die bei jedem anders sein können. Es ist ein Glück und ich möchte mich sehr für die Empfehlungen diesbezüglich, die ich im Forum erhalten habe, bedanken.
    Auch wenn sich meine Begleiterscheinungen nicht in Luft aufgelöst haben, bin ich auf dem Weg, einfach zu akzeptieren, dass sie da sind und ich mit Wachsamkeit und Neugier, Schrittchen für Schrittchen weiter kommen werde.

    Ich wäre jetzt heute Abend eingeladen gewesen, an einem Ort und mit Menschen, an dem und mit denen ich alkoholisiert schon Einiges erlebt bzw. fabriziert habe.
    Da konnte ich jetzt absagen, nachdem ich heute eine Probestunde im Stockkampf habe. Diese Sportart habe ich in einer Therapie kennen gelernt u. hatte damals schon das Gefühl, dass man dabei etwas über eigene unbewusste Abwehr- und Vermeidungsmechanismen lernt.

    Es ist mir nicht wichtig zu wissen, warum ich Alkohol getrunken habe; aus meinem täglichen Erleben der Abstinenz entpuppt sich der Umgang mit Angst bzw. Lebensangst als ein wesentlicher Faktor in meinem Leben, dem ich jetzt ohne Fatalismus und Widerstand, also ohne das tägliche Fallbeil Alkohol begegne.

    Sich hier so detailliert reflektieren zu können ist so wichtig. Ich bin dankbar für diese Möglichkeit.

    Iphigenie.

    Tag 32

    Hallo Allerseits,

    ich nehme mir jetzt bewusst heraus, mich Euch gegenüber über meine momentane Befindlchkeit auszubreiten. Da ich einfach das Gefühl habe, es hilft mir mehr, das hier in der SHG auszudrücken, als einfach so für mich.

    Ich habe jetzt morgen und übermorgen zwei Arzttermine, dann einen Termin bei einem freien Therapeuten und ein Erstgespräch bei einer ambulanten Suchtberatungstelle.

    Das macht mich ganz schön nervös und unruhig. Als ich die Termine in den letzten zwei Wochen mühsam ergattert hatte, waren meine Erkenntnis und mein Leidensdruck sowie Eure Hinweise und Verdeutlichungen zielführend. Gleichzeitig hatte ich mich in den letzten Wochen (freiberuflich) Schritt für Schritt wieder in Richtung Wiederaufnahme angestoßener Projekte herangewagt. Hinzu kommen noch weitere Privatprojekte und Hobbies. All dies hatte ich mit der Entscheidung zur Abstinenz auf das Notwendigste herunter gefahren. Ich bin jetzt einfach total überfordert und es fällt mir schwer, Prioritäten zu setzen und im Hier und Jetzt zu bleiben.

    Die ganze bewusste Auseinandersetzung mit der Alkoholsucht und mit darunter liegenden Ängsten, Depressionen, die ich letzte Woche für mich als oberste Priorität im Kopf gesetzt habe, weicht jetzt einer Verunsicherung und einem Wegschieben nach dem Motto: besser kein "Fass aufmachen" (Sorry das Sprachbild), das mich davon abhält, mich beruflich und sozial schnellst möglich wieder auf Spur zu bringen.

    Ich habe Angst, dass ich gegenüber den Ärzten, Therapeuten etc. meine Problematik wieder herunterspiele und dann entsprechend auch keine Hilfe bekomme, da ich nicht ehrlich kommuniziere. Es ist ähnlich wie mit der Prüfungsangst, Angst davor, im entscheidenden Moment befällt mich ein Schwindel, also stelle ich mich innerlich schon gar nicht der Prüfung, sondern stehe sie irgendwie durch.

    Das klingt vielleicht erstmal nicht wie ein Alkoholsuchtproblem, aber ich habe die Ahnung, das genau solche inneren Vermeidungsgedanken (Mutlosigkeit, Scham) mich dann langfristig, peu à peu auch wieder zum Trinken verleiten könnten.

    Vielleicht hat der/die Eine oder Andere von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Danke für die Möglichkeit, mich hier zu reflektieren.

    Herzliche Grüße

    Iphigenie

    ich bin Herr meiner Gedanken …und meines Handelns.
    Das ist keine theoretische Wahrheit. Schau mal genauer hin.

    Wie gesagt, ich kann diesem Grundsatz derzeit nur theoretisch zustimmen. Auch, wenn es absurd ist, diese Grundbedingung, Maxime von mir zu weisen.

    Da ich immer wieder Phasen der Unsicherheit und Desorientierung habe. Ähnlich, wie es Evelin beschreibt. Geräusche in der Umgebung (Glas wackelt auf dem Tisch, Tür knarzt etc. etc.) prasseln ungefiltert auf mich ein, mein Mann bewegt sich, alles erschreckt mich, fordert mich heraus. Dieser von Angst und Hilflosigkeit durchdrungenen Wahrnehmung zu begegnen bzw. dem vorzubeugen, so dass sie mich nicht in die Selbstaufgabe führt, das ist für mich der erste Schritt und der besteht eben in der strukturellen Veränderung im Kopf und im Außen. Der Rahmen ist gesetzt.

    Danke sue05 für den Hinweis auf die Grundbausteine.

    Meine 2 besten Freunde sind Alkoholiker.

    Sind Deine Freunde bekennende Alkoholiker? Du hattest irgendwo am Anfang Deines Threads geschrieben, dass Du "vielleicht" die Einzige bist in Deinem Umfeld, die Alkoholikerin ist. Meintest Du da die einzige "bekennende" Alkoholikerin oder auf das weibliche Geschlecht bezogen?

    Also sehe ich sie immer noch. Aber ehrlich gesagt halten sie mir nur einen bedauerlichen Spiegel vor.

    So, wie Du die Begegnung mit Deinen Freunden beschreibst, distanzierst Du Dich von Ihnen, grenzt Dich innerlich von Ihnen ab. Die Frage ist, ob Du Dich stark genug fühlst, diese Spannung und Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, ohne dass Dich der Alkohol eventuell als Verbrüderungsmaßnahme wieder einholt.

    aus eigener Erfahrung ist es ratsam, keine solchen „Experimente“ in der Anfangszeit zu machen

    Dem kann ich für mich absolut zustimmen.

    Meine Alkoholsucht verbinde ich eher und schon ganz früh, seit der Pubertät, mit dem Alleine Trinken. Gleichzeitig war ich in meinen Zwanzigern und Dreißigern fast immer in Kreisen unterwegs, in denen sehr viel getrunken wurde. In dieser Zeit war ich auch zwei Mal mit Alkoholikern liiert, deren Alltag offen vom Alkohol gezeichnet war. Beides Künstler in äußerst prekären Verhältnissen lebend. Da war ich dann der Aufpasser, habe also zwar Alkohol und Cannabis konsumiert, aber eben Mengenmäßig im Rahmen und ohne eigene Ausfälle. Als ich den Kontakt mit letzterem der Beiden radikal abgebrochen habe, haben mich einige aus der "Szene" mit Mißgunst betrachtet, nach dem Motto ich hätte den Künstler-Messias fallen gelassen, der ja für uns alle aus seinem Leiden bedeutende Kunst schafft. Da wird der Alkoholismus letztlich als als ein Begleitumstand und Ausdruck des kreativen Schaffens, das eben vom Leiden gekennzeichnet sein muss, betrachtet. Ich erwähne das, weil ich denke, in jedem Milieu gibt es eigene Codes und Rechtfertigungsstrategien für Alkoholismus. Dem Künstler-Mythos-Denken inkl. Alkoholismus bin ich selbst aufgesessen bzw. habe diese verlogene, oberflächliche Haltung im zwischenmenschlichen Umgang mit getragen. Der Typ hat mich dann zwei Jahre lang öffentlich markiert und gestalkt, was zur Folge hatte, dass ich weggezogen bin und mich beruflich leicht verändert habe. Parallel habe ich dann aber Alleine mit dem mißbräuchlichen Trinken begonnen. Das hat sich dann in den letzten ca. 7 Jahren zu einer Sucht entwickelt, dann mit entsprechend auch öffentlichen Ausfällen, wobei ich seit 2 1/2 Jahren mit dem Auffhören kämpfe. Aus meiner jetztigen Sicht, denke ich, dass ich das Alkoholiker-Denken, als eine Wahrheit für mich übernommen hatte, als ich selbst noch nicht so viel getrunken habe.

    Mir ist in den letzten Wochen der Abstinenz immer deutlicher geworden, insbesondere auch durch das Lesen der Gedanken und Erfahrungsberichte hier, dass die Abstinenz auch ein Veränderung im "Strukturellen" erfordert; also dass ich mich letztlich von meinen Gewohnheiten im Umgang mit Menschen und im Denken, von einem Teil meiner Lebens-Wahrheiten und Auffassungen verabschieden muss und, dass das ein langer Weg ist. Dazu gehört sicher auch zu Vergangenem, das vom Alkoholiker-Denken geprägt war, Menschen und Kultur, eine kritische, selbstbestimmte Distanz finden möchte. Aus Selbstschutz gehe ich das erstmal langsam an.

    Unvergoren hatte das Thema bei Dir aufgegriffen, weil ich momentan Menschen, die viel Alkohol trinken absolut vermeide. Und auch Abendsveranstaltungen, die in die Richtung gehen könnten, möglichst vermeide. Leider ist das beruflich bei mir nicht ganz einfach. Ich finde es mutig, dass Du Dich mit solchen Situationen konfrontierst, stelle es mir aber auch ganz schön anstrengend vor. Aber vielleicht tut ja die Auseindersetzung gut, um sich selbst zu überprüfen und zu positionieren?

    Stern   Carl Friedrich   Skylar McIntyre ich glaube ich habe einfach zu wenig Erfahrung (Tag 27) und habe mich bisher nur unter Freunden und Familie geoutet. Also bei denen, die aus meiner Sicht ein Problem haben könnten (aus gemeinsamer Trinkerfahrung) war die Reaktion nachdenklich. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie es dann ist, sollte ich in Zugzwang kommen, mich gegenüber Bekannten erklären zu müssen oder zu wollen.

    Danke Euch allen für Eure Erfahrungen.

    Nimm jede Hilfe an, die du kriegen kannst.
    Du musst zwar letztendlich alleine nüchtern bleiben, aber du musst den Weg nicht nicht alleine gehen.

    Ich hatte gestern ein Gespräch mit meiner Suchtberaterin (mit der ich seit 2 1/2 ca. alle 6 Wochen telefoniere). Sie hat mich dringend darin bestärkt, eine ambulante Suchtberatung aufzusuchen. Habe da jetzt nächste Woche einen Termin, plus noch zwei Arzttermine (mit Blick auf Hormone und Neurologie) und einen Termin bei einem freien Therapeuten . Also ich bin gespannt, ob ich da lebend wieder rauskomme:; bin sehr gespannt und freue mich auf die nächsten Schritte. Mein Mann sagte gestern in der Sonne auf der Terasse : "Es ist eigentlich noch viel schöner ohne Alkohol hier zu sitzen und in die Landschaft zu schauen". (Er hat kein Alkoholproblem , trinkt aber für mich seit meiner Abstinenz zu Hause gar nichts und hatte mir einen "Gute Laune"-Tee mitgebracht, nicht ohne Ironie.)

    Hallo Carl Friedrich,

    Ich hatte von Menschen mit und ohne Alkoholproblem gesprochen, wie Unvergoren sie aus seiner persönlichen Wahrnehmung und Erfahrung beschrieben und unterschieden hatte. Und daraufhin meine persönliche Erfahrung, Wahrnehmung diesbezüglich geschildert; dass ich keinen eindeutigen Unterschied von Menschen mit und ohne (bekannten oder mutmaßlichem) Alkoholproblem in der Reaktion auf mich als Abstinenzler entdecken kann. Es ist meine persönliche Empfindung, die ich hier mitteile, mit der ich keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben möchte. Ja auch nicht der Sinn dieser SHG.

    Vielleicht möchtest Du es im Kontext des Dialogs lesen, da ist es aus meiner Sicht verständlich.

    Vermeidung von Kaffeekonsum ( macht unruhig und kann Saufdruck verursachen. Auf Entgiftungsstationen wird z.B. nur Koffeinfreier Kaffee ausgeschenkt )

    Ich finde gut, dass Du diese "Genuss"-mittel hier auflistest. Ich bin erst bei Tag 27; insbesondere in der 2. Woche hatte ich beim Kaffee Trinken den starken Eindruck, dass er mir nicht gut tut; dem gegenüber meldete sich sofort eine innere Stimme, die das abtat als "Verbotskultur" und Hysterie, die mir letztlich die Botschaft sendete, dass eine Null-Toleranz Haltung irgendwann nach hinten los gehen könnte. Alles nochmal getragen von eine jahrelangen Espresso-Kultur, entsprechenden Maschinen, Lifestyle um den Kaffee herum.

    Trotzdem war mein persönliches Empfinden deutlicher wahrnehmbar; dass mich das Ritual zurück wirft, da die Wirkung des Kaffees bei mir auf derselben Spur einfährt, wie letztlich der Alkohol. Das Ritual, die Gewohnheit an der man "fest"hält und, das ich von Außen etwas zuführen muss, mich aufputschen, um überhaupt weiter zu kommen. Ich trinke seitdem morgens eben mal keinen Kaffee und nachmittags keinen. Es ist eigentlich eine ganz gute Übung, da es ja nicht so schwer fällt. Bringt mir einfach Erkenntnisse über Gemütlichkeitsecken, als Teil der Suchtstruktur, die mich letztlich schwächen. Dein Appell ist jetzt für mich eine wohltuende Bestärkung . Und vielleicht hat es der/die ein oder andere im Hinterkopf und kann den Kaffee-Konsum einfach mal in seiner Wirkung hinterfragen. Dasselbe kann ich mir auch bei Zucker vorstellen.

    Hallo Hobbes, Rennschnecke und Whitewolf,

    ganz herzlichen Dank für Eure Reaktionen , wertvollen Hinweise und das Aufrütteln.

    Meine Therapeutin hätten die Behandlung meiner Depression schlicht und vergreifend verweigert und erst die Arbeit an der Sucht angeboten/gefordert. Man kommt an die tieferliegenden Probleme leider erst mit der Abstinenz dran, da sich der Alkohol wie ein Schutzschild drüberlegt.

    Ich hatte ganz andere Erfahrungen bzgl. meiner immer wiederkehrenden Depression mit Psychotherapeuten und Psychiatern sowohl in der Klinik als auch ambulant. Das lag zum Einen daran, dass ich es gut vor Anderen und vor mir versteckt habe und, wenn ich den Alkoholkonsum angeben musste, habe ich die Menge runtergespielt. Dennoch müsste man ja bei meiner Angabe "täglich" aufmerken...Aber da kommt wieder das Thema, dass Alkoholkonsum eben normal ist.

    Nimm gerade am Anfang alle Hilfe an, die Du bekommen kannst

    Habe nächste Woche zwei Arzttermine bei meinem Hausarzt und bei einem Internisten. Und hoffe dort auf Überweisungen und Empfehlungen.

    Diese Woche habe ich noch einen Telefontermin mit meiner Suchttherapeutin, mit der ich seit 2 1/2 Jahren (seit Trunkenheit am Steuer und 11 Monate Führerscheinverlust) ca. alle 6 Wochen gesprochen habe und die mich letztlich langsam aber beharrlich auf den Pfad der Abstinenz gebracht hat. Das war entscheidend. Ich könnte Sie wegen einer ambulanten Suchttherapie fragen. Hier gibt es eine Klinik für Suchtkranke in 3 km Entfernung.:roll:

    Danke nochmal für Eure Aufmerksamkeit und Hilfe. Es ist wirklich auch sehr hilfreich für mich einen Ort zu haben, um die Gedanken, Irrungen und Wirrungen im Kopf zu klären.

    Schönen Tag

    Iphigenie

    erst einmal Deine Alkoholsucht in Angriff zu nehmen

    Hallo Cada,

    Danke für Deine klaren Worte. Das merke ich mir.

    Was macht dabei Deine Abstinenz?

    Ich trinke weiterhin nichts. 26 Tage habe ich jetzt nochmal nachgezählt. Habe so etwa jeden dritten Tag Anfechtungen. Mit dem Frühling kommen eben auch neue Situationen auf mich zu, in denen ich früher immer getrunken habe.

    Herzliche Grüße

    Iphigenie

    Guten Morgen Stern,

    Guten Morgen Iwona,

    ich habe jetzt länger über meine Bewerbung für den offenen Bereich und meine Aktivität hier im Forum nachgedacht.

    Leider wurde mein Hausarzt-Termin wegen Krankheit des Arztes Ende der Woche abgesagt und auf 10Tage später verschoben. Das hat mich leider sehr niedergeschmettert, da ich in meinem Schwarz-Weiß-Denken fast alles auf diesen Termin gesetzt hatte.

    Ich würde gerne weiterhin mit der Bewerbung für den offenen Bereich warten, bis ich möglichst bald einen alternativen Arzt-Termin finden kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei mir mit der Abstinenz unter und mit dem Alkoholmissbrauch versteckte/verquickte Depressionen und Ängste sehr stark zu Tage getreten sind. Ich möchte gerne bei einem Neurologen und Endokrinologen klären, ob Therapien auf der physiologischen Ebene (Hormonhaushalt, Gehirnstoffwechsel) helfen könnten.

    Ich hoffe, dass ich es kommende Woche schaffe, hier Termine zu bekommen.

    Herzliche Grüße und Danke für Eure Aufmerksamkeit.

    Iphigenie

    Hallo Stern,

    Danke vielmals für Deine Nachfrage. Genau, ich möchte erstmal den Arzttermin abwarten, der erst Ende der Woche ist. Ich trinke weiterhin keinen Alkohol (und seit ein paar Tagen auch keinen Kaffee mehr, nachdem ich seit der Abstinenz festgestellt habe, dass mir auch der nicht gut tut. Das Gleiche gilt für das Rauchen, das habe ich jetzt erstmal eingeschränkt...).

    Besten Dank auch an Iwona für Deine Nachricht.

    Herzliche Grüße und Danke für Eure Aufmerksamkeit

    Hallo Elly,

    ganz herzlichen Dank für Deine Hinweise.

    Ich verstehe die Regeln Eures Forums.

    Ich habe wohl gehofft, ich könnte das mal so schnell hinkriegen, ohne großes Aufheben zu machen mit einem Arzt zu sprechen, ist mir sehr unangenehm. Habe jetzt einen Termin bei meinem Hausarzt nächste Woche.

    Merke aber, dass es mich seelisch sehr viel Kraft kostet.

    Es fällt mir, da schambesetzt und gesellschaftlich stigmatisiert, schwer, mich als Alkoholkerin zu bezeichnen. Meine Selbstwahrnehmung stört sich daran. Von den Fakten her betrachtret bin ich Alkoholikerin .

    Mein über die letzten zwei Jahre gereifter Entschluss, dass ich gar keinen Alkohol trinken will/darf, ist unabdingbar.