Beiträge von sorrowful

    Wenn sie Alkoholikerin ist, wirst du sie weder durch dein "maßvolles Vorbild", noch durch sonstige Maßnahmen trockenlegen können.

    Wenn meine damalige Partnerin mit mir getrunken hat, fand ich es gut. Wenn sie nichts getrunken hat, war mir das absolut egal.

    Kann mir auch nicht vorstellen, dass das selbst dann funktioniert, wenn sie noch nicht abhängig ist: Egal wie, sie will ja Alex und den Alkohol, und beides bekommt sie ja so. Wenn er nur einfach nicht mittrinkt, verliert sie ja nichts, und sie sieht in ihrem Trinken ganz sicher überhaupt kein Problem.

    Alex, wäre es denn OK für Dich, wenn sie nur außerhalb Deiner Gegenwart regelmäßig trinkt?

    Es kommt dazu, dass Du, wenn Du jahrelang nicht getrunken hast, offenbar nicht zu der (wahrscheinlich) Mehrheit der Leute gehörst, die so sozialisiert sind, dass der Konsum dieser Droge zum regelmäßigen Leben irgendwie normal dazugehört.

    Du schreibst ja auch, dass es sogar jetzt, wenn sie sich nicht unmäßig abschießt, für Dich schon ein Zustand ist, den Du als "ertragen" empfindest.

    Heißt also: Selbst wenn es nicht schlimmer wird, wirst Du dauernd etwas ertragen müssen.

    Wenn eine Beziehung als ernst, oder sogar als sehr ernst gesehen wird, das klingt so schwer und bedeutungsschwanger.

    Ich glaube, es ist eher gemeint: Er liebt sie sehr, es ist kein Techtelmechtel, er will unbedingt eine Zukunft. Aber stimmt, es hat diesen Anklang.

    Wenn nicht, könntest du sagen, daß deine Wohnung alkoholfrei ist, weil dir Alk auf die Nerven geht - und dann mal schauen was passiert.

    Auch ein guter Tipp, aber ich habe den Eindruck, dass Alex momentan versucht, seine Toleranzschwelle möglichst hoch zu hängen, aber damit trotzdem nicht so recht glücklich ist:

    Das Problem liegt denke ich an meiner Sichtweise (sie schiesst sich ja nicht ab, allerdings habe ich große Angst, dass es mehr werden könnte und dann dauerhaft/öfter passiert)und natürlich die Gefühle für sie.

    Unterhalb von sich richtig Abschießen soll alles noch OK sein, solange er da selbst nicht zu sehr mit reingezogen wird (Fahrdienst, regelmäßig mittrinken müssen). Bitte korrigier mich, wenn das nicht stimmt, Alex, ist ja nur mein subjektiver Eindruck.

    Insofern wäre diese Grenze vielleicht zu milde für ihn. Abgesehen von den Sorgen, wie sich das alles weiterentwickelt, zu denen ja sowieso niemand was Definitives sagen kann.

    PS.: Deine Sichtweise ist aber legitim und für Dich das Entscheidende, Alex.

    Klar, jeder hat seinen eigenen Toleranzbereich. Meiner ist bestimmt viel enger. Auch sich nur "mäßig" abzuschießen, wäre für mich spätestens beim dritten Mal schon ein Trennungsgrund, vor allem, weil mir dann klar wäre, dass sich das die nächsten Jahren und eventuell Jahrzehnte so wiederholen würde. Genauso fast tägliches trinken auch kleinerer Mengen. Und wenn Deiner bisher nicht überschritten wurde, ist es ja erstmal gut.

    Aber ich glaube, Dich zu verstehen: Deine Sorgen beziehen sich eher auf die Zukunft als auf die Gegenwart?

    Hm, also: Betrunkensein können auch Leute mögen, die nicht abhängig sind. Die Frage ist doch eher: Wenn sie das regelmäßig will/braucht: Will/kann sie es lassen oder stark einschränken, wenn sie merkt, dass das Deine Grenzen überschreitet? Kriegt sie das locker hin oder geht es nur mit starker Selbstdisziplinierung?

    Dabei ist doch vielleicht gar nicht so wichtig, ob man sie als abhängig klassifizieren muss (das musste ich auch hier lernen), sondern einfach: Egal, ob sie abhängig oder unabhängig so trinkt, wie sie trinkt - ist es für Dich erträglich, wie sie trinkt? Zum einen ohne Grenzsetzung (denn das ist ja dann das "Normale" für sie), und zum anderen, nachdem sie Deine Grenzen kennengelernt hat? Kommst Du emotional überhaupt damit klar, dass Du weißt, dass Deine Partnerin dazu bereit war/ist, Alkohol eine so große Rolle in ihrem Leben einnehmen zu lassen?

    Prognosen ... puuuh. Kaum zu sagen, aber insgesamt: das Karma, dass sie mitbringt (also jahrelang seit der Jugend fast durchgängig betrunken, auch jetzt Trinken fast jeden Tag, zwar, wie Du schreibst, irgendwie nicht viel, aber dann doch so, dass sie sich betrunken fühlt, auch wenn man es ihr noch nicht sonderlich anmerkt), klingt jetzt erstmal nicht so prickelnd. Muss aber nicht unbedingt was sagen. Nur ist natürlich die Gefahr immer da und immer größer, wenn sich die regelmäßige Trinkerei fortsetzt.

    Meine Tipps kennst Du ja: Grenzen setzen und einhalten - Reaktion beobachten und bewerten. Dabei innerlich auf Distanz bleiben, so weit es geht. Mir hat bei meiner Ex geholfen, immer die innere Haltung zu bewahren: Moment, das gucke ich mir hier erstmal gründlich an, ehe ich das als feste Beziehung sehe ...

    Letzteres finde ich schon mal sehr gut: Du zeigst, dass eine Grenze für Dich da ist, wenn es darum geht, ihr Trinkabende logistisch zu erleichtern.

    Einfach nicht mittrinken ist meiner Erfahrung nach den Trinkern einfach egal: "OK, dann trinkt er eben nicht, seine Sache. Solange ich ohne jedes Problem kann, stört mich das nicht." Wenn es für sie ohne, dass Du ihr etwas verbietest, Folgen hat, sehen die Dinge schon ganz anders aus, zum Beispiel: "Filmabend gern, aber wenn Du trinkst und ich nicht, fühle ich mich nicht wohl. Dann sehen wir uns lieber wann anders." (Sie kann ja gern ihren Filmabend mit Alk haben, aber es ist ja völlig legitim, dass Du da nicht mitmachen willst, wenn Du Dich in der Kombi nicht wohlfühlst.) Du wirst sehen, was ihr wichtiger ist: Filmabend mit Alk oder Filmabend mit Dir. Ein kleines Stück aufschlussreiche Information.

    Hi Alex, wenn du dich nicht schon entschieden hast, dich von der Situation zu distanzieren, kann es nach meiner Erfahrung sinnvoll sein, zunächst rasch mehr über die tatsächliche Stärke ihrer Bindung an den Alkohol herauszufinden.

    Ein erster Schritt kann sein, deine eigenen Grenzen sachlich zu formulieren, immer auf dich selbst bezogen. Beispiele könnten sein:

    „Für mich ist es unangenehm, wenn abends bei uns Alkohol getrunken wird, während ich keine Lust dazu habe."

    „Mir fällt es schwer, in einer Runde zu bleiben, in der alle sichtbar betrunken sind.“

    „Ich möchte morgens klar im Kopf sein und nicht mit einem Kater starten.“

    Diese Aussagen sind keine Vorschriften für sie, sondern zeigen nur, was für dich in Ordnung ist und was nicht. Auch wenn das sanft klingt, setzt Du sie schon durch das Aussprechen unter sanften - und legitimen - Druck. (Einhalten der Grenzen für Dich selbst ist natürlich auch angesagt.)

    Denn damit machst du deutlich, dass du dich nicht einfach unterordnest, sondern in der Beziehung Mitgestaltungsmacht beanspruchst – dass du also nicht stillschweigend zulässt, dass sie euch ihren Lebensstil diktiert. Bereits durch das klare Einhalten deiner Grenzen wird sichtbar, dass deine Haltung zählt und ernstgenommen werden muss – ohne dass du sie angreifst oder manipulativ wirst.

    Danach gilt: Beobachte ihre Reaktionen. Erste Abwehr ist normal - wem gefällt schon, wenn Grenzen gesetzt werden? Aber danach: Wenn wiederholt Rechtfertigungen, Ausweichmanöver oder Vorwürfe kommen, dann zeigt Dir das, wie stark sie an ihrem Verhalten hängt. Du kannst ruhig den Ball zurückspielen, zum Beispiel:

    „Ich verstehe, dass dich das belastet, aber ich kann nur meine eigenen Grenzen einhalten, genauso wie ich nicht ändern kann, wie du damit umgehst.“

    „Wir haben unterschiedliche Empfindungen. Ich achte auf meine Grenzen, du musst für dich entscheiden, wie du damit umgehst.“

    Die Konsequenz dieser Beobachtungen ist nicht sofort vorwegzunehmen – sie können dir aber helfen, klarer zu sehen, wie tragfähig die Beziehung ist, welche Kompromisse möglich sind und ob du dich distanzieren musst: Verteidigt sie sich immer wieder? Macht sie dir Vorwürfe? Relativiert und "normalisiert" sie immer wieder? Vergleicht sie mit stärkeren Trinkern? Versucht sie, Deine Grenzen zu unterlaufen oder zu ignorieren?

    Es kann sein, dass du so innerhalb relativ kurzer Zeit schon zu einer klaren Entscheidungsgrundlage kommst, allein durch das Festhalten an deinen Grenzen und das Beobachten ihrer Reaktionen. Wenn Du die Grenzen setzt, veränderst du sofort die Dynamik in der Beziehung, und die Reaktionsmuster dürften schnell erkennbar werden. Ohne Grenzen funktioniert das nicht, weil sie keinerlei Druck spürt und fröhlich weitermachen kann wie bisher. Besser also beschleunigen, damit du dich nicht unnötig tief verstrickst.

    Na ja, mit der Schuldverschiebung auf Dich hat er sein in sich geschlossenes Narrativ für sich und Dich gefunden: Er muss trinken, weil Du so schrecklich bist (= seinen Alkoholkonsum kritisiert) - und wenn Du ihn verlässt, muss er auch trinken, weil Du ihm damit etwas so Schreckliches angetan hast. Usw. usf.

    Argumentieren zwecklos, wasserdicht.

    Er:

    ebenfalls hat er eine beginnende Leberzirrhose…

    zumal er mit Halluzinationen zu kämpfen hat, wenn er zu viel trinkt…

    Es graut mir mal wieder vor dem Wochenende.

    Es dreht sich eigentlich immer nur um Alkohol.

    Er redet anders, ist egoistisch, ekelhaft und ich ertrage ihn null.

    Es geht alles nur um Alkohol.

    Er kam eigentlich immer aus einer Entgiftung o.Ä. Und hat direkt wieder konsumiert.

    dennoch trinkt er wieder jeden Tag.

    Ich hasse es, jedesmal wenn er kurz los geht, darauf zu warten, wie der Zustand ist…

    Irgendwann wird der Punkt kommen, wo er wieder komplett die Kontrolle verliert…

    Ich hätte niemals gedacht, wie schwer so eine Sucht sein kann.

    Er wusste, dass er eine Wohnung braucht. Sieht es aber null ein.

    Gestern Abend war mal wieder eine Katastrophe.

    es war einfach unerträglich

    dass er gestern einen totalen Filmriss hatte. Wieder mit Sachen, die er sich einbildet..

    Er hat mich sowas von beleidigt und bedroht

    Im Anschluss tat er so als ob ich die schuldige bin

    Neue Arbeit… und zack wieder wodKA.

    Vorallem reden wir bei ihm in den schlimmsten Zeiten von 3-5 Flaschen Wodka am Tag.

    Mal hält es mit ihm, wenn er trinkt, nicht aus.

    Er war bzw. Ist Pegeltrinker.

    Als er mal nichts zu trinken hatte, hatte er fast einen Anfall nach 5!!!! Stunden.

    Als ich ihn rausgeworfen habe hatte er 3.8 Promille

    wird er Geld haben und erstmal trinken

    jedes Mal bangen, wann der Rückfall kommt und wie schlimm es wird

    Ich bin oft genug „davon gelaufen“ und zu meiner Mama oder Papa für ein paar Tage.

    Ich denke am Wochenende wird er abstürzen.

    Und Du:

    Ich fühle mich so schlecht. So schuldig und wie in einem Loch.

    Wer ist hier bitte schuldig?

    Und ja hinter jedem Alkohol mussbrauch ( dann eben auch Alkoholkrank leider) steckt ein psychisches Problem.

    Ich weiß nicht, ob das ganz allgemein so ist -da bin ich mir nicht sicher: Die meisten Leute, die ich kenne und die meines Erachtens klar Alkoholmissbrauch betreiben, haben meiner Erfahrung nach das simple Motiv: Ich finde es schön, besoffen zu sein. Dreht so schön, macht einfach Spaß.

    OK, vielleicht steckt hinter diesem Interesse auch wieder ein psychisches Problem. Für mein Empfinden aber eher ein moralisches, aber das ist vielleicht eine individuelle Sichtweise, weil ich genau entgegengesetzt gepolt bin.

    Die Kontaktsperre ist extrem wichtig - so jedenfalls meine Erfahrung. Jedesmal, wenn Du wieder Kontakt aufnimmst, oder wenn es ihr gelingt, mit Dir Kontakt aufzunehmen, gehst Du sozusagen wieder über Los, ohne 4000 Euro Gehalt einzuziehen. Alles wieder von vorne.

    Ich liebe sie ja sehr und wenn ihr sagen würde dass ich mit der Trinkerei kein Problem mehr habe müsste sie mich nicht mehr belügen. Glaubst Du das das ein gangbarer Weg sein könnte?

    Echt? Das Trinken an sich stört Dich überhaupt nicht? Mein lieber Herr Gesangverein, warum hast Du sie das nicht schon vor Jahren wissen lassen?! Dann wäre doch alles, alles einfach nur ganz wunderschön gewesen,

    Befreiend, und wenn man es zulässt auch bitter. Zehn Jahre. In ein paar Tagen werde ich 36. Und stehe hier, mit der Erkenntnis, dass ich diese zehn Jahre ungesund und völlig sinnlos vergeben habe.

    Du bist immer noch jung, hast wahrscheinlich noch zwei Drittel Deines Lebens vor Dir. 36 ist das neue 26. Nur mit besserem Geschmack, besserem Humor – und der Fähigkeit, toxische Männer schon am Geruch zu erkennen.