YKMN ,
ich finde mich in Vielem wieder, was Du schreibst.
Vor allem gleich ist:
Aber mit der Einordnung von so einem "Mittelding" tue ich mich schwer.
Unterschiede: Bei mir geht es nicht um eine, sondern um zwei Frauen. Ich selbst bin zwar kein Antialkoholiker, aber das Zeug interessiert mich in etwa soweit wie meinetwegen Tomatensaft.
Bei der ersten Frau war es krasser als bei Deiner Freundin - um es mittels Rhythmus auszudrücken: Das Normale waren da so ca. 6:1 bis 7:0 Trinktage pro Woche und alle 1-2 Wochen ein Exzess, der aber auch wirklich seinen Namen verdiente. Mir war aber irgendwie aber von Anfang an klar, dass ich daran nichts ändern kann. Trotzdem habe die zwei stressreichsten Jahre meines Lebens gebraucht, um mich da rauszuziehen.
Und:
die Angst hat sich definitiv über die Jahre eingefressen.
Und darauf kannst Du einen lassen. Und zwar kann sie sich so sehr einfressen, dass man (hier: ich) schon in große Sorgen verfällt, wenn es dann bei einer anderen Frau nur um vielleicht so 0:7 bis 2:5 Trinktage geht, an denen es aber immer bei maximal einem normalen Glas bleibt - ohne Exzesse zwischendurch.
Soll heißen: Der Stress ist so intensiv, dass er für lange Zeit Spuren hinterlassen kann, die vielleicht schon am Rande von pathologisch sind, zumindest aber eindeutig eine Bürde.
Außerdem noch ein paar Gedanken zu Deiner Unsicherheit in punkto "Mittelding" (ich habe das für mich als "Grenzfall?" formuliert):
Sie hat auch letztens erwähnt, dass sie lieber wieder auf das 5:2 Format umsteigen würde, weil sie bei 4:3 das Gefühl hat, die reduzierten Tage dann wenigstens auskosten zu müssen und nicht nur für 1 Glas Wein zu verschenken.
Heimlich trinken versus Trinkregime: Natürlich trinkt sie nicht mehr heimlich, weil Du ihr Trinken ja quasi "legalisiert" hast. Wenn sie an 5 oder 4 Tagen in der Woche trinken "darf" - warum sollte sie dann heimlich trinken?
Aber Du siehst ja schon: Selbst 4 sind ihr eigentlich zu wenig, denn sie hat den Drang, diese vier Tage dann aber auch möglichst gründlich "auszukosten", möglichst ohne Dich mit Freundin, weil dann der Ärger von Deiner Seite wenigstens erst hinterher kommt und nicht schon beim zweiten Glas.
Wer aber kein Problem mit Alkohol hat, der hat auch kein Problem ohne Alkohol. Der braucht solche Regime nicht, und der hat auch nicht den Drang, das Regime dann möglichst aufzuweichen, wenn das nicht gelingt, im Rahmen des vereinbarten Regimes aber auch nach Möglichkeit alles auszureizen und herauszuquetschen, was das Regime beim besten Willen hergibt, oder zur Not eben das Regime komplett zu unterlaufen, indem er auf heimliches Trinken ausweicht.
Wir können hier alle keine Diagnosen stellen, aber sorry: Das ist doch offensichtlich zumindest nicht mehr nur Lust, mal was zu trinken, denn es braucht massive Kontroll(versuch)e, damit es nicht aus dem Ruder läuft. Da ist ein Problem.
Sie wird auch ab und zu beleidigend und mischt dann andere Beziehungsthemen mit rein und will die Diskussion darauf lenken.
Ja, normal, Du nervst eben, und das soll aufhören.
Aber soll ich sie einfach sich selbst überlassen?
Die Situation, in der man sich da findet, ist ein bisschen paradox:
Wenn es Dir darum geht, ihr (mit einer sehr geringen Chance) bei dieser Alkoholproblematik helfen zu wollen, ist es besser, sie zu verlassen - denn wenn Du bleibst, machst Du ihr das Leben mit dem vielen Alkohol leichter.
Wenn es Dir darum geht, weiter mit dieser Frau zusammenleben zu wollen, musst Du Deinerseits ausreizen, mit wie viel Stress dieser Art Du leben willst und kannst. Die Chance auf weniger Alkohol werden dann aber noch geringer.