Beiträge von Kurswechsel

    Aber es gibt noch viel zu entdecken, Vieles interessiert mich, bin immer wieder neugierig wie ein kleiner großer Junge - es würde für mehrere Leben reichen.

    So in der Art habe ich es heute auch in mein Tagebuch geschrieben. Ist doch toll so ein abstinentes Leben, so viel zu erleben, auszuprobieren, zu entdecken.

    Noch vor einem halben Jahr drehte sich der ganze Tag um die Zeit nach 18 Uhr, dann startete ich immer mit der Sauferei. Zum Glück liegt diese Zeit hinter mir - ich bin so unendlich dankbar dafür.

    Übrigens habe ich mich während meiner Studienzeit auch intensiv mit Meditation und anderen Achtsamkeitsmethoden beschäftigt. Mit der Sauferei geriet das mehr oder weniger in Vergessenheit, denn mit Kater oder angetrunken, lässt sich schlecht meditieren.

    Alex_aufdemweg war hier echt ein Katalysator für mich und ich habe wieder intensiv begonnen, mich damit zu beschäftigen. Danke Alex dafür! Ich wäre mit Sicherheit auch wieder darauf gekommen, nur vermutlich nicht so schnell.

    ich denke ich biete ihr an das sie im Sommer doch mal eine oder zwei Wochen mit einer Freundin in den Urlaub geht und ich mit den Kindern hier bleibe, den Sommerurlaub haben wir dieses Jahr verworfen

    Das finde ich eine gute Idee. Damit gibst du ihr Freiraum und du kannst die Zeit intensiv mit deinen Kindern nutzen. Da werden dir sicher ein paar tolle Dinge einfallen, woran sich die Kinder noch lange erinnern werden.

    Auch finde ich es top, dass du nicht das Risiko eines Sommerurlaubes eingehest , mit all seinen (für uns Alkoholiker in der Anfangszeit) Gefahren und Tücken.

    Insgesamt hörst du dich für mich sehr sortiert und ausgeglichen an - das freut mich 👍

    LG Kurswechsel 🙋🏼‍♂️

    Danke.

    Bei mir ist die Suchtstimme nicht so subtil und komplex und hinterfragt auch nicht meine Entscheidungen die Zukunft betreffend etc. Bei mir will sie , wenn sie sich denn mal äußert, was glücklicherweise immer weniger wird, einfach nur saufen..

    Das macht es mir jedenfalls einfach, sie zu erkennen und zu verjagen..

    Ich werdet erstaunt sein.

    Hallo Sam,

    Hier wird niemand erstaunt sein – das ist ganz allein dein Ding. Du machst das für dich und nicht, um es irgendjemandem oder dem Forum zu beweisen. Und wenn du das mit dem Urlaub durchziehst, dann ist es ein Tanz auf der Rasierklinge.

    Noch etwas zum Thema Wille, den du bei dir ja als besonders stark einschätzt: Dein Suchtgedächtnis und deine Suchtstimme sind Teil von dir. Das ist nichts Externes, das du einfach so beeinflussen könntest. Dein Suchtgedächtnis ist also mindestens genauso stark wie dein Wille. Mir hat da allein Akzeptanz geholfen.

    Meiner Meinung nach liegt hier ein Denkfehler vor, wenn du glaubst, du könntest mit deinem vermeintlich überragenden Willen etwas daran ändern – von dem übrigens gefühlt jeder Zweite zu berichten weiß. Insofern halte ich das nicht nur für eine Selbstüberschätzung deinerseits, sondern auch für eine grundlegend falsche Einschätzung deiner Lage.

    LG Kurswechsel

    Wie oft habe ich mir in den letzten Jahren gewünscht mein Leben zurück zu bekommen, jetzt ist es soweit und es macht mir ein wenig Angst.

    Ich habe das vor einiger Zeit schon einmal bei Blendi im Thread geschrieben, aber es passt so schön zum Thema Neuanfang – genau das, was dir jetzt bevorsteht.

    Und dieser Neuanfang soll dir keine Angst machen, sondern Mut, Vorfreude, Neugier und Zuversicht.

    „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

    (Hermann Hesse)

    wie wenn ein Staudamm immer voller und voller wird und die Wassermassen nicht mehr halten kann und einfach bricht

    Hallo Zwieback,

    vielen Dank für deine bildhafte Schilderung. Du schriebst ja auch, dass du wie ferngesteuert warst in der Situation beim Griff nach der Flasche. Als wärst du nicht du selbst.

    Was denkst du, warum es soweit gekommen ist? Das klingt ja schier aussichtslos, als hättest du nichts daran ändern können, als wärst du dem ausgeliefert gewesen.

    Ich kann mich deshalb mit dem Bild irgendwie nicht so richtig anfreunden, weil es mich so passiv erscheinen lässt, als läge die Verantwortung, ob ich nun zur Flasche greife oder nicht, nicht bei mir.

    Was machst du jetzt, dass sich der Staudamm nicht mehr füllt? Denn Regen gibt es ja nun doch hin und wieder.

    Ich bleibe auf meinem Weg und vertraue in meine Entscheidung.

    Das klingt nach einer klaren Haltung. Ich wünsche dir, dass du auch die Bodenwellen des Weges meisterst und deinen Kurs beibehältst.

    LG Kurswechsel

    Irgendwie war aber zu diesem Zeitpunkt auch die Notwendigkeit zur vollständigen Abstinenz noch nicht fest genug verankert.

    Hallo Schmidtty,

    könntest du das bitte näher erläutern? Meinst du, dass der Leidensdruck damals noch nicht so hoch war? War das eher eine „Saufpause“? Oder war da eher der Gedanke, man könnte es ja mal wieder probieren?

    Und was mich noch mehr interessiert: Was ist jetzt anders für dich?

    Das habe ich noch nie zu mir gesagt, weil ich es weder wissen, noch garantieren kann. Ich kann nur versprechen, mich intensiv darum zu bemühen, wobei Viola dann wieder beim Versuch landet. Und wer es erst gar nicht versucht, der wird weiter trinken. Daher hinkt der Versuchsvergleich

    Hallo Carl Friedrich,

    ich schätze deine Beiträge sehr. Aber auf diesen Beitrag von dir habe ich sehr lange herumgekaut.

    Für mich klingt das zu sehr nach einer „Hintertür offen lassen“, zu sehr nach noch „verhandeln“ oder mich auf ein „vielleicht “ einzulassen.

    Für mich ist es ganz wichtig , mit voller Überzeugung davon auszugehen, dass ich nie wieder trinken werde. Nicht aus Arroganz oder Selbstüberschätzung, sondern weil ich weiß, dass jeglicher Zweifel, meiner Suchtstimme Raum geben würde.

    Für mich bleibt da, wenn ich nicht davon überzeugt bin, nie wieder zu trinken ein Funken Restzweifel bestehen. Und dieser Funken kann entfachen und das will ich auf jeden Fall vermeiden .

    Natürlich kann ich nie zu 100 Prozent wissen, was die Zukunft bringt. Aber ich werd nicht an meiner Abstinenz zweifeln, um meiner Suchtstimme keinerlei Raum zu geben.

    Wenn meine Suchtstimme unverhofft auftaucht, will ich ihr mit voller Überzeugung zubrüllen: „Nein! Niemals! Verschwinde!“ und nicht: „Ich kann für nichts garantieren“.


    Ich bin da ganz bei Viola, wenn sie sagt:

    Wenn du aus vollem Herzen sagen kannst: „ich werde nicht mehr trinken“, dann hast du für dich eine Entscheidung getroffen. Auf der kannst du dann aufbauen.