Rennschnecke - bin froh, hier zu sein

  • Oder ich lese was und habe einen Aha-Moment weil mir durch das, was ich lese, was aus meiner eigenen Problematik klar wird.

    So empfinde ich das auch.
    Es ist ja manchmal so, dass ich gar nicht so recht einordnen kann, was da gerade bei mir los ist. Da fällt es mir auch ziemlich schwer, überhaupt eine Frage zu formulieren.
    Bei anderen lesen bedeutet für mich auch Antworten auf Fragen zu bekommen, die ich so gar nicht auf’m Schirm hatte.
    Bei anderen zu lesen bedeutet aber nicht, alles nachzuahmen oder meine Tipps zu geben oder alles irgendwie zu bewerten. Für mich bedeutet das, dass ich mir mitnehme, was für mich passt und auch mal einfach was liegen lasse.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Danke für Deine Nachfrage, Nayouk.

    Ich war gestern Abend fast froh, dass das Forum kurz danach wegen Wartung nicht mehr erreichbar war. Ich hätte keine Antwort gewusst.

    Heute würde ich sagen: Ich funktioniere, vor allem bei der Arbeit und bei der Unterstützung der verunglückten Person, bei regelmäßigen Telefonaten mit dem verwitweten Elternteil.

    Ansonsten: satt und sauber (mein Haustier und ich), viel mehr aber auch nicht. Ach ja, seit einiger Zeit schlafe ich immerhin jede Nacht wie ein Stein.

    Der Zustand meiner Wohnung und meiner Unterlagen ist weiterhin eine ständige Herausforderung, jedes Wochenende beginnt mit : Du musst endlich mal gründlich dies und jenes erledigen...

    Am Ende schaffe ich wieder nur das Nötigste, brauche zwischendurch ganz viele Pausen und habe das Gefühl, deswegen keine Zeit für echte Freizeitaktivitäten oder richiges Kochen zu haben.

    Soziale Kontakte sind auch weiterhin Mangelware, außer beim Kümmern und beim Arbeiten. (Bin nach einem beruflich bedingten Umzug hier sozial nie richtig angekommen, dann sind auch noch mehrere nahestehende Menschen verstorben).

    So kam ich neulich zu der frustrierten Einschätzung, dass sich bei mir außer der weiterhin absolut wertgeschätzten Abstinenz nicht viel geändert hat. Nur dass ich abends auf meinem neuen Sofa 2 Becher Tee statt größere Mengen Bier trinke - und mich immer wieder wundere und freue, dass es alkfrei genauso gut und sogar besser geht.

    Von den fast 15 kg, die ich im ersten halben Jahr meiner Abstinenz verloren habe, sind allerdings ein paar wieder drauf, weil sich inzwischen mein Süßhunger immens gesteigert hat (nachdem er zu Beginn der Abstinenz fast weg war).

    Das sieht schon nach Suchtverlagerung aus. Muss aufpassen, dass ich auch deswegen keine Fettleber und/oder Diabetes entwickle. Ansonsten könnte ich mit dem jetzigen Stand trotz formal klarem Übergewicht gut leben, solange es nicht noch mehr wird.

    Der Rückzug in den offenen Bereich hilft mir, so schade er auch ist, mich nicht länger mit dem Leben der andern abzulenken und die Augen nicht länger davor zu verschließen, dass ich noch mehr bei mir ändern muss - und dass ich nicht müssen, sondern wollen sollte und möchte ...

    Auf jeden Fall muss, nein, möchte ich mehr unter Menschen, nicht online, sondern in der Welt da draußen. Ja, Stromer , ich muss, nein möchte mir weitere SHGs vor Ort ansehen und das nicht länger aufschieben, weil immer was anderes wichtiger zu sein scheint.

    Carl Friedrich : Ja, Bewegung tut mir auch gut. Ich möchte endlich mal geführte Radtouren vom örtlichen Fahrradclub ausprobieren, um gleichzeitig in Bewegung und unter Leute zu kommen. Bald kann ich auch wieder mit meiner geliebten Gartenarbeit loslegen, Rehasport ist nach längeren Rückenbeschwerden auch beantragt.

    Und im Schrank liegt immer noch das Instrument, das ich mir in Vorbereitung meiner Abstinenz vor gut 2,5 Jahren gebraucht gekauft habe und das ich schon so lange erlernen möchte. Gestern habe ich von einem neuen Musiklehrer in der Nähe für dieses nicht so verbreitete Instrument gelesen. Das nehme ich mal als Zeichen und Anstupser.

    Kazik : Nächsten Monat habe ich wieder meinen Regeltermin beim Psychiater, da frage ich mal nach, ob bei meinem Dauer-Antidepressium evtl. noch was angepasst werden kann/muss.

    Aber eine erneute Therapie kommt für mich gerade nicht infrage - ohne die für die Zukunft auszuschließen. Nach der langen Phase von Reha und Nachsorge möchte ich gerade einfach wieder zurück ins echte Leben.

    So viel erst mal für heute. Es ist nicht alles toll bei mir, aber auch nicht hoffnungslos.

    Und: Alk ist keine Option, Punkt.

    Allen ein schönes Wochenende!

  • Und im Schrank liegt immer noch das Instrument, das ich mir in Vorbereitung meiner Abstinenz vor gut 2,5 Jahren gebraucht gekauft habe und das ich schon so lange erlernen möchte. Gestern habe ich von einem neuen Musiklehrer in der Nähe für dieses nicht so verbreitete Instrument gelesen. Das nehme ich mal als Zeichen und Anstupser.

    Hallo liebe Rennschnecke,

    lass es ein Saxophon sein ......;) Nur so. Ich mag dieses Instrument. Ich habe nie ein Instrument spielen gelernt. Orgel nach Gehör und in der Schule Blockflöte. Das war es dann schon. Ein Instrument erlernen kann ich mir für die Zukunft auch sehr gut vorstellen.

    Ich wünsche Dir ein schönes sonniges Wochenende.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ein Saxophon ist es nicht, Bibi. 😉 Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt das nötige Minimum an Talent mitbringe, aber es ist ein Kindheitstraum von mir, überhaupt ein Instrument zu lernen.

    Das war für meine Eltern was für "bessere" Leute, zu denen sie sich nicht zählten. Deswegen wäre auch nie din Mercedes infrage gekommen, selbst als später etwas mehr Geld vorhanden war.

    Im Idealfall würde ich gern irgendwann damit ins Altenheim gehen und zum Mitsingen animieren. Also mit dem Instrument ...

  • Ich freue mich, von Dir zu lesen, Rennschnecke. Du nimmst Deine Selbsthilfe ernst, schaust genau hin, was Dir gut tut und was nicht, das ist letztendlich wichtiger, als die Frage in welchem Bereich Du schreibst und liest.

    Suchtverlagerung mit Süßigkeiten… hier im Forum immer wieder zu lesen und ich kenne es auch.

    Einschätzung, dass sich bei mir außer der weiterhin absolut wertgeschätzten Abstinenz nicht viel geändert hat. Nur dass ich abends auf meinem neuen Sofa 2 Becher Tee statt größere Mengen Bier trinke - und mich immer wieder wundere und freue, dass es alkfrei genauso gut und sogar besser geht.

    Die Tatsache, dass Du Deine Abstinenz absolut wertschätzt und Dich freust, dass es alkfrei genauso gut oder sogar besser geht, finde ich jetzt nicht so wenig Veränderung :)


    LG Cadda

  • Es ist nicht alles toll bei mir,

    nee, bei mir auch nicht und das mit dem Süßkram beschäftigt mich auch gerade, war schon mal besser.

    Ich habe den Eindruck, dass dir der Schritt zurück in den "Blauen" gut tut, denn du klingst nach Aufbruch.
    Muss ja nicht alles auf einmal sein, aber es bewegt sich etwas in dir. Bleib dran.

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Also mit dem Instrument

    Bestimmt ein Akkordeon. :)

    Von den fast 15 kg, die ich im ersten halben Jahr meiner Abstinenz verloren habe, sind allerdings ein paar wieder drauf,

    Bei mir waren es 20 runter und dann 10 (eher 12) wieder drauf. Und gerade Süßes macht mich gerade total an. Leider. Aber ich rede mich noch mit Winter raus.

    Jedenfalls hat das nicht unbedingt etwas mit Alkohol oder nicht zu tun. Denn es hat gerade wieder angefangen und ich bin ja ins fünfte Jahr gestartet.

    Es wird höchstens etwas Neues, wenn ich nicht aufpasse.

    Unter Leute sollte ich auch mehr gehen. Ich bin ja im ersten Jahr immer in meine reale SHG. Hatte dann sogar den Schlüssel und musste praktisch. Jetzt möchte ich unbedingt "mal" wieder hin. Ich weiß auch nicht so recht, wie ich mich da motivieren kann. Mir gefällt es daheim so gut.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Rennschnecke,

    alles o.k. bei dir? Du bist im ganzen Forum unterwegs, nur nicht hier bei dir. Ist mir gerade aufgefallen. Hoffe, dir geht's gut.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Linde,

    mit diesem Murmeltiermoment hab ich jetzt nicht gerechnet.

    Machst Du Dir wirklich Sorgen um mich? Mein Sosein im Forum kann doch genausogut darauf hindeuten, dass es mir gut genug geht, um mich noch für andere interessieren und engagieren zu können?

    Oder ist das ein dezenter Hinweis, dass ich das mit der Selbsthilfe immer noch nicht "richtig" hinbekomme?

    Fühle mich jedenfalls gerade mal wieder "falsch" hier, Murmeltiermoment eben.

    Ich lass das mal sacken. Gute Nacht.

  • Was du da reininterpretierst ist deins. Ich frage selten bei Usern nach, denn jeder ist seines Glückes Schmied und Sorgen mache ich mir um meine eigenen Baustellen. Es ist mir einfach aufgefallen. Es kann so sein wie du schreibst, oder es kann anders sein. Keine Ahnung. Deswegen habe ich gefragt.

    Wenn ich den Eindruck habe, daß sich jemand der schon länger hier ist in den Geschichten der anderen User verliert, spreche ich das schon mal an.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Huhu Rennschnecke,

    ich habe mich gefreut das Du mit Deinem Schneckenhäuschen mal wieder in Deinem Faden warst. ;) Aber ich sehe natürlich das Du täglich hier bist. Wenn auch nicht HIER.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Fühle mich jedenfalls gerade mal wieder "falsch" hier,

    Nein, du bist richtig hier. Und ich finde die Erfahrungen, die du weitergibst, gut. Und du weißt: Wenn ich mal etwas gut finde, ist das schon eher ungewöhnlich für mich.:mrgreen:

    Das eine ist die stabile Trockenheit, das andere ist die Zufriedenheitund beides läuft bei jedem Menschen anders. Niemand funktioniert immer gleich. Manche sind mal näher bei sich, mal unterwegs, mal stabil, mal suchend. Und ohne Interpretationen gäbe es auch keinen Austausch. Genau dafür sind dein Thread und alle anderen Threads da.

    Die Frage „Ist alles okay ?“ kommt hier ständig vor auch bei mir nach Jahren. Und ja, mich hat die eine oder andere Nachfrage früher auch genervt, weil ich die Motivation dahinter nicht erkannt habe. Aber positiv formuliert: Da war jedes Mal jemand, der sich Gedanken gemacht hat und das ist in Ordnung.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Vielen lieben Dank, Hartmut , mit dieser positiven Reaktion habe ich jetzt nicht gerechnet. Das tut gerade wirklich gut, das rahme ich mir mal ein, für den nächsten Zweifelanfall. 😉

    Vielen lieben Dank auch Dir, Linde66 , für Deine Rückmeldung von gestern Abend.

    Du hast natürlich vollkommen recht, und da, wo's piekt, gehts ja bekanntlich lang....

    Wenn ich den Eindruck habe, daß sich jemand der schon länger hier ist in den Geschichten der anderen User verliert, spreche ich das schon mal an.

    Ich musste tatsächlich erst mal drüber schlafen, hatte meine Antwort gestern Abend schon zigmal überarbeitet, kam aber so schnell nicht auf den Punkt, wozu auch.

    Anfangs wollte ich,reichlich angefressen, reflexhaft schreiben: Danke, mir geht es gut.

    Bis ich mich gefragt habe: Stimmt das überhaupt? Über die Antwort denke ich noch nach ...und ich möchte auch gern darüber schreiben, aber eben in meinem Tempo und meinem Rhythmus.

    Ich hab mich da in Vergangenheit schnell unter Druck gesetzt gefühlt, da fiel sogar mal der Begriff "unfair", der mich sehr getroffen hat.

    Gestern Abend war ich einfach nur gefrustet: Da bin ich schon extra raus aus dem Grünen (weil ich diesen Druck nicht mehr ausgehalten habe UND weil ich selbst eingesehen habe, dass ich mich in den dort noch viel intensiver geteilten Lebensgeschichten zu verlieren drohte) - und jetzt ist es wieder nicht "richtig"?!

    Ja, weil ich tatsächlich schon wieder in diese Richtung abdrifte.

    Warum und wieso, und ob ich das ändern kann (und in welchem Umfang ich das überhaupt möchte), darüber denke ich noch nach. Und dann melde ich mich dazu.

    Jetzt gehts erst mal zurück ins Schneckenhaus, für den inneren und äußeren Frühjahrsputz...

    Bitte hört nicht auf, ggf. Mal anzuklopfen, wenn die Gardinen zu lange nicht hochgezogen wurden.

    DANKE! 🐌

  • Huhu Rennschnecke,

    Ich freu' mich immer was von dir selbst zu lesen. Und ich schätze aber auch deine Beiträge bei anderen sehr. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass du dich dabei "verlierst". Aber das kann ich natürlich nicht beurteilen, sondern du.

    Es muss auch nicht immer da lang gehen wo es piekst, finde ich. Sondern da wo es sich richtig anfühlt. Und das entscheidest du.

    und in welchem Umfang ich das überhaupt möchte

    Genau.

    Bleib bei dir. Ein gut gemeinter Hinweis muss nicht zum Erwartungsdruck werden. Diesen Druck scheinst du dir aber sehr zu machen. Den Erwartungen anderer gerecht werden?

  • Huhuhuuu liebe Rennschnecke, wenn du mich u meine Beiträge „herzst“, wenn ich deinen ForumsNamen lese, das zaubert mir immer wieder ein positiveSchmunzeln ins Gesicht.

    Liebe Grüße , Simsalabim, in ihrem KlamottenDschungel mit der „Machete“ durchgehend.Aktuell. 🧙‍♀️

  • Liebe Rennschnecke !

    Seit ich hier im Forum "aufgeschlagen" bin, warst Du immer mit an Bord. Bei mir, da danke ich Dir dafür!

    Trübe Tage hat doch jede(r) mal, oder? Wichtig ist es wohl vielmehr, dass man dann letztlich doch mit sich im Reinen ist.

    Ich kenne das von mir. Da gibt es Tage, wo ich mir denke: So kann es nicht sein; was treibst Du eigentlich? Im Grunde sind es wohl nur Stunden (oder gar Minuten).

    Sie gehen vorbei! 😉

    LG, Stef.

  • Hallo, Rennschnecke,

    ich gehöre ja, wie man sieht, auch zu denen, die sich viel austauschen, das liegt nicht nur an meiner Moderation. Ich habe am Anfang gemerkt. Je mehr ich mich bewegt habe, je mehr ich bei anderen gelesen und geschrieben habe, desto stabiler wurde ich. Da kamen Erkenntnisse, die ich für meinen eigenen Weg nutzen konnte.

    Für mich geht es hier um Sucht. Nicht um psychologische Nebenschauplätze. Nicht darum, wie ich mich gerade fühle oder was ich denke. Die erste Frage war immer: Wie bleibe ich trocken? Denn davon hängt alles ab. Alles andere kommt später.

    Ich habe auch schnell gemerkt. Stabilität entsteht auch nicht im stillen Kämmerlein. Wenn ich mich zurückziehe und nur in mir rumstochere, drehe ich mich im Kreis. Das fühlt sich vielleicht nach „Arbeit an sich selbst“ an, bringt mich aber keinen Schritt weiter.

    Was mich wirklich stabil gemacht hat, war der Austausch. Raus aus dem eigenen Kopf, rein in andere Köpfe . Je mehr echter Austausch, desto mehr Stabilität.

    Und nein , ich verliere mich aucch nicht im Austausch. Im Gegenteil. Da bin ich mir oft näher als in den Momenten, in denen ich alleine im eigenen Kopf festhänge. Und es geht auch nicht darum, ob man sich „verliert“. Kritisch wird es eher, wenn alles nur noch im eigenen Kopf bleibt und sich dort im Kreis dreht.

    Was ich nach fast 20 Jahren Erfahrung aber auch sehe. Wenn jemand plötzlich anders schreibt – hektischer, unklarer, überdreht oder auffällig glatt und das Thema Sucht auf einmal keine Rolle mehr spielt, dann stimmt da meistens etwas nicht.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!