Beiträge von Boss

    Hey R/no,

    das Thema mit dem Brot-Schneiden kenne ich. Das fing bei uns kurz nach der Geburt unseres Sohnes an. Da war meine bloße Existenz schon ein Problem 😅.

    Zum Rest kann ich wenig sagen, außer dass ich die Idee einer Mediation ziemlich gut finde.

    Und: Wenn man deinen Faden im Ganzen betrachtet, bist du trotz deines fortgeschrittenen Alters nochmal eine ganze Ecke reifer geworden.

    Bleib sauber. Mach weiter so.

    LG

    Also ich verstehe Boss insofern schon, dass man eine lange geplante Selbständigkeit nicht mal eben wieder rückgängig machen kann und dem bisherigen Arbeitgeber sagt "ich muss noch ein Jahr bei dir bleiben, ich arbeite jetzt an meiner Alkoholsucht".

    Genau so ist es auch. In meinem Fall habe ich die Entscheidung für die Selbstständigkeit schon im Frühjahr getroffen, weil ich eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Quartalsende hatte. Es ist auch nicht einfach, mich und mein Aufgabenfeld zu ersetzen, deshalb habe ich meinen Ausstieg bereits vor acht Monaten öffentlich gemacht.

    Und ja, gegen Ende hätte ich nicht einfach sagen können: „Beschäftigt mich bitte weiter, ich arbeite jetzt erstmal an meiner Alkoholabhängigkeit.“ Das wäre völlig unrealistisch gewesen. Eine neue Festanstellung wäre auch wieder mit massivem Stress und Verpflichtungen verbunden.

    Die Alternative wäre Arbeitslosigkeit gewesen. Und dafür bin ich mir zu fein, darauf habe ich auch absolut keine Lust.

    In die Abstinenz bin ich tatsächlich einfach so reingerutscht. Ich glaube aber schon, dass mir unterbewusst klar war, dass es schwierig werden könnte oder sogar gefährlich, wenn ich weiter trinke und gleichzeitig selbstständig werde. Denn durch die Selbstständigkeit habe ich natürlich deutlich mehr Freiraum als vorher.

    Wie dem auch sei, jetzt bin ich zum Glück fast einen Monat abstinent. Am Wochenende mache ich es offiziell rund. Und mit jedem Tag wird mir die Abstinenz schützenswerter. Am Anfang konnte ich gar nicht nachvollziehen, warum hier so viele davon sprechen, ihre Abstinenz zu schützen. Jetzt checke ich es.

    Ich brauche definitiv ein Gerüst mit mehreren Stunden Arbeit am Tag. Bei mir war es eher normal, zehn bis zwölf Stunden zu arbeiten und zusätzlich vier bis sechs Stunden erreichbar zu sein, Mails zu lesen und zu beantworten. Ich erhoffe mir durch die Selbstständigkeit sogar weniger Belastung, da ich überwiegend nach Stunden fakturiere.

    Aktuell muss eben noch das Fundament gebaut werden, aber das Ende ist absehbar.

    Ab dem 5. Lebensjahr meines Sohnes habe ich begonnen, ihm jedem Abend während des Abendbrotessens vorzulesen.

    Wir arbeiten gerade einen Kurs zum Lesen durch. Den Tipp bekam ich von einer Mutter, deren Kind in der Vorschule Lesen gelernt hat. Das hat mich ziemlich beeindruckt. Anfangs war die Motivation bei meinem Sohn überschaubar. Seit Minecraft aber die Blocknamen vorgibt und manche Blöcke sich nur am geschriebenen Wort unterscheiden, hat es Klick gemacht.

    Jetzt fragt er von sich aus nach der nächsten Lektion. Allerdings schaltet der Kurs nur wöchentlich etwas frei. Eine feste Leseroutine haben wir nicht, aber deine Idee klingt nach etwas, das ich mal ausprobieren könnte.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was diese Diskussion jetzt soll. Wenn es dich betrifft, können wir beide uns gerne bei dir austauschen. Aber das hier ist der Thread vom Boss. Wir sprechen hier nicht übereinander, sondern miteinander.

    Ich liebe deine Beiträge in meinem Faden. Im Prinzip wiederholst du dich ständig, nur die Sätze und der Kontext verändern sich. Genau das ist genial und hilft mir wirklich sehr. Der Text heute Morgen war eine 9.5 von 10. 0.5 Abzug, weil unterschwellig rüberkommt, dass ich die Abstinenz gegen die Wand fahre. Aber selbst das motiviert mich, es nicht zu tun.

    Ich werde die letzten zwei Sätze zitieren, wenn ich ein Jahr abstinent bin.

    Trotzdem möchte ich hier eine Regel festlegen. Solange es einen Bezug zu meinen Themen gibt, kann hier jeder fröhlich diskutieren und sich austauschen, auch wenn ich gerade nicht online bin.

    Es ist ein Austausch und jede Sicht interessiert mich. Deshalb bitte nichts künstlich abwürgen, solange es in den Rahmen des Forums passt.

    Und wenn meine Emotionen verrücktspielen, Suchtdruck kommt oder eine Gruppendynamik entsteht, dann greife ich eben zu. Genau deshalb geht es zuerst darum, stabil zu werden.

    Und das schaffte ich auch nicht allein mit Denken , dafür brauchte es Abstand. Zumindest, wenn sich all die Langzeit‑Trockenen, die diese Grundbausteine ins Leben gerufen haben, nicht irren.

    Und ich weiß selbst, wie es ist, an Meetings oder Events teilzunehmen und in der Gruppe zu sitzen. Das ist kein theoretisches Gerede, das ist gelebte Erfahrung.

    Mit jedem Mal, wenn du und andere es schreiben, wird mir klarer, dass es wirklich darum geht, alles zu tun, um riskante Situationen zu vermeiden, weil es eben um den Schutz der Abstinenz geht.

    Konkretes Beispiel Konzert. Es ist etwas, das man theoretisch weglassen kann. Ein unnötiges Risiko. Vielleicht nicht heute kritisch, vielleicht nicht morgen, aber irgendwann vielleicht doch. Ich verstehe das.

    Deshalb plane ich auch keine weiteren Events und kaufe bewusst keine Tickets mehr. Normalerweise hätte ich längst neue bestellt.

    Bin nach einem knappen Jahr in eine reale SHG, gucken ob Andere ähnliche Probleme haben, waren aber leider lauter Leute mit völlig anderer Lebensrealität als ich.

    Ich werde eine ausprobieren. Ich habe die gleiche Befürchtung wie du, dass es vielleicht nicht passt, aber ich mache es einfach.

    Tja und dann bin ich zum Yoga. Wenn du glaubst, das ist was für Weicheier, hast Du schlicht keine Ahnung.

    Das sollte nicht abwertend klingen, das war deine Interpretation. Ich werde definitiv mehrere Methoden zur Stressbewältigung ausprobieren. Yoga steht auch auf der Liste, nur ziemlich weit unten.

    Wenn die anderen Sachen nichts bringen, reden wir nochmal über Yoga. 😬

    LG

    Hi, du gehst schon auf Risiko, ist dir das bewusst? Dass einen Craving auch im Nachhinein einholen kann? Konzerte sind toll, keine Frage, trotzdem sind da trinkende Mitmenschen. Du siehst das und unterbewusst kann sich da schon was aufbauen. Hast du da gar keine Bedenken?

    Ja, das habe ich hier schon öfter gelesen, und ich glaube auch, dass da grundsätzlich etwas dran ist. Nur: Bei mir hat bisher keines dieser sozialen Events etwas ausgelöst. Im Gegenteil, sie haben mir sogar gutgetan.
    Der einzige Auslöser bin aktuell ich selbst und zwar dann, wenn ich abends alleine bin. Da kommt die Unruhe, da kommt das Kopfkino. Nicht auf Konzerten, nicht im Stadion, nicht unter Leuten.

    Damit sage ich nicht, dass ich „besonders“ bin. Es gibt schon Gründe, warum hier immer wieder vor solchen Situationen gewarnt wird. Und ich nehme das ernst.
    Ich wollte mir die zwei Konzerte nur nicht nehmen lassen, weil sie lange geplant waren und mir auch wirklich etwas bedeuten.

    Bin im Nachhinein aber ehrlich gesagt froh, dass jetzt erstmal ein paar Monate Ruhe ist. Nicht dass ich irgendwann doch naiv oder blauäugig in eine Situation laufe, die mich kalt erwischt.

    Zack haben wir den 10.12 und es hat sich immernoch nichts geändert. Bin irgendwie fix und fertig, einfach nur müde von meinen eigenen Gedanken. Heute meinte er er trinkt NUR weil wir kein Kind haben jnd er sich so sehr eins wünscht.

    Hä, was ist das denn für eine Argumentation.
    „Ich trinke nur, weil wir kein Kind haben.“
    Da wird einfach irgendein externer Grund gesucht, um nicht auf den eigenen Konsum schauen zu müssen.
    Hauptsache, die Verantwortung liegt irgendwo anders.

    Ich erkenne das sofort, weil ich genau diese Nummer selbst abgezogen habe.
    Mit meiner damaligen Freundin – der Mutter meines Kindes – habe ich ähnliche Spielchen gespielt. Rückblickend war das nichts anderes als Manipulation. Unbewusst, ja, aber trotzdem Manipulation. Schäme ich mich auch heute für das so zu sagen.

    Die Wahrheit ist simpel.
    Es gibt keine äußeren Gründe, die einen Alkoholiker dauerhaft vom Trinken abhalten.
    Nicht Liebe, nicht Partnerschaft, nicht der Kinderwunsch, nicht Familie.
    Das sind alles nur Kulissen, vor denen sich das Problem abspielt.

    Wenn die Motivation nicht intrinsisch ist, passiert in der Regel gar nichts.
    Null.
    Dann wird höchstens so lange „mitgespielt“, bis der Druck weg ist.
    Und danach geht alles weiter wie vorher.

    Zumindest war es bei mir so.


    Edit: Oder will er jetzt unbedingt ein Kind, damit er so weiterleben kann wie bisher, weil eine Trennung dann für dich viel schwieriger wäre?
    Seine Argumentation ergibt für mich überhaupt keinen Sinn.

    So, und jetzt zu meinem Tag.

    Ich war auf einem Konzert. Und was soll ich sagen: es war noch besser als beim letzten Mal. Nüchtern Konzerte zu erleben ist einfach eine andere Liga. Intensiver, klarer, irgendwie echter. Das Trinkverhalten der anderen hat mich null interessiert. Ich habe nicht mal bewusst darauf geachtet. Beim letzten Mal war das ja noch anders.

    Ich hatte richtig viel Spaß und konnte mich super mit meinen Freunden unterhalten. Der Kollege, der ohnehin nie trinkt, war wieder dabei und diesmal auch ein anderer Freund, der mich noch als Trinker kennt. Er fragte locker, ob ich mir auch ein Bier hole. Ich habe nur gesagt: „Ne, ich muss auf meine Libido achten.“ Den Spruch habe ich hier aus dem Forum und er hat direkt gezündet. Lacher inklusive.

    Natürlich weiß ich, dass ich trotzdem aufpassen muss, damit ich nicht irgendwo unvorsichtig werde. Aber heute war es einfach rund. Kein inneres Gezappel, kein Druck, kein Hin und Her im Kopf.

    Wenn jeden Abend ein Konzert wäre, hätte ich meinen Abend komplett im Griff und müsste nicht mehr überlegen, was mich runterfährt. Leider ist das nächste erst im März.

    Wie gesagt, es war der erste Tag ohne Druck. Ich sehe das Ganze inzwischen pragmatischer. Weniger Selbstanalyse, weniger innere Therapie. Einfach akzeptieren, was Sache ist. Ich bin süchtig. Punkt. Suchtgedanken gehören dazu, das ist eine Nebenwirkung. Fertig.

    Und mit dieser Haltung hatte ich heute wirklich mal keine Cravings und auch keine Gedanken an Alkohol. Nicht mal ein Hauch davon. Hoffe sehr, dass es so bleibt.

    Ich habe mir heute sogar kaum Gedanken über meine Vergangenheit mit Alkohol gemacht. Es ist vergangen. Scheiß drauf. Für mich zählt nur noch: was triggert mich, welche Situationen sollte ich vermeiden, was kann ich aktiv steuern.

    Heute Mittag habe ich mich dann noch um zwei Themen gekümmert. Erstens habe ich bei einer örtlichen Suchtberatung Kontakt aufgenommen. Ich will eine Offline SHG ausprobieren. Mal schauen, was das für mich tut.

    Zweitens habe ich bei meiner Krankenkasse angerufen und mich nach Kursen zur Stressbewältigung erkundigt. Ich habe jetzt eine Liste bekommen, die sie sogar bezahlen würden. Problem ist nur, dass ich zum Jahreswechsel die Krankenkasse wechsle. Egal, dann zahle ich es eben selbst, wenn es sein muss.

    Und dann gab es leider noch eine Kacksituation auf dem Rückweg. Autobahn. Baustelle. Blitz. Keine Ahnung, wie viel man da regulär fahren durfte. Ich tippe auf 30 zu viel, vielleicht sogar 50. Das wäre dann ein Fahrverbot für einen Monat. Kann ich mit leben, bin nicht auf das Auto angewiesen, aber es nervt trotzdem. Habe das Schild gar nicht gesehen und bin einfach im Fluss der anderen mitgeschwommen. Ich glaube, es hat zwei oder drei erwischt.

    Hi Stef,

    hmm...

    Du spekulierst hier eine ganze Menge über mich. Über mein Alter, meinen Beruf, meine Motive, meinen Avatar, meinen Nickname, meine Umsätze, meine Haltung, meinen „jugendlichen Elan“ und meine angebliche Fixierung auf Geld.
    Kurz: Du konstruierst ein Bild von mir, das mit der Realität ungefähr so viel zu tun hat wie ein Horoskop mit Astronomie.

    Ich schreibe hier über mein Leben, weil es zu meinem Weg gehört. Nicht, um jemanden zu beeindrucken. Nicht, um Status zu zeigen. Und schon gar nicht, um mich über andere zu stellen.
    Dass dich das triggert, kann ich akzeptieren, aber es ist nicht mein Problem.

    Du fragst, was das mit Abstinenz zu tun hat?
    Eine Menge. Mein Beruf, meine Selbstständigkeit, meine Verantwortung, all das sind Faktoren, die meinen Stress triggern. Und Stress ist bei mir ein ganz konkreter Auslöser.
    Wenn ich darüber schreibe, dann weil es Teil meines Weges ist. Nicht Teil deines. Und das ist völlig okay.

    Was mich aber stört, ist, dass du meine Offenheit benutzt, um mir unterschwellig eine Rolle zuzuschreiben, die ich nie eingenommen habe.
    Ich definiere mich nicht über Umsatz, Position oder Macht.
    Wenn ich das gebraucht hätte, wäre ich heute nicht hier und würde nicht öffentlich zugeben, dass ich süchtig bin.

    Du sagst, Sensibilität könnte mir helfen.
    Mag sein.
    Aber vielleicht hilft es dir auch, nicht jede Person anhand deiner eigenen Lebenserfahrung zu bewerten.

    Denn nur weil du mit „Boss“ etwas Bestimmtes verbindest, muss das für mich nicht gelten.

    Und um ganz ehrlich zu sein:
    Mir ist es ziemlich egal, ob dich mein Stil manchmal irritiert.
    Ich bin hier, um nüchtern zu bleiben.
    Nicht, um mich in ein Format zu pressen, das anderen besser schmeckt.

    Wenn meine Art dir zu viel ist, okay. Dann überlies mich.
    Wenn nicht, gut.

    Aber bitte hör auf, mir Motive oder Charakterzüge anzudichten, die du aus einer Krawatte und ein paar Zahlen herausliest.

    LG

    Hi Boss,

    es ist, wie es ist. Das ist schließlich kein Bällebad hier.;) Wenn es um meine eigene Sucht geht, hört der Spaß für mich schneller auf als Du kucken kannst. Wenn Du irgendetwas von dem, was ich Dir schreibe, für Müll hältst. Fein. Dieser Müll hat dafür gesorgt, dass ich jetzt ein Jahr stabil abstinent bin. Und ich hatte nicht so einen Saufdruck wie Du. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mit 300 km/h durch den Berufsverkehr gerast bin. Hätte ich das gehabt, hätte ich sofort noch einmal alles, was ich bis dahin abstinent geändert habe, auf den Prüfstand gestellt. Das habe ich übrigens auch gemacht, wenn ich nur mit 100 durch den Berufsverkehr gerast bin. Denn, wenn ich Saufdruck habe, gibt es einen Grund und den muss ich abstellen.

    Als ich mich hier angemeldet habe, wusste ich nicht viel. Aber ich wusste eins genau, dass ich, wenn ich überhaupt eine Chance haben will, dass ich alles in die Tonne treten muss, was ich jemals in Zusammenhang mit Alkohol gedacht, gefühlt oder gemacht habe. Alles. Positiv wie negativ. Und zwar so tief in die Tonne, dass es da nie wieder rauskommt. Das gute ist, dass ich hier einen schlichten und einfachen Weg und das dazugehörige Mindset lerne und gelernt habe. Und das von Menschen, die diesen Weg schon lange erfolgreich gehen. Und dann habe ich etwas gemacht, was ich sehr selten mache. Ich bin einfach gefolgt. Ohne Wenn und Aber. Ich habe einfach nur umgesetzt, was ich hier gelernt habe. Meine Sucht ist zu stark, dass ich auch nur ein einziges Experiment mache.

    Nur nochmal zur Klarstellung: Ich habe nicht dich oder deinen Weg als Müll bezeichnet. Der Kommentar von mir zielte auf genau einen Punkt ab, der für mich schlicht nicht umsetzbar ist. Für andere mag das funktionieren. Für mich nicht. Und da ging bei mir kurz die Hutschnur hoch. Das war überzogen und das habe ich ja inzwischen auch eingesehen.

    Was deinen Weg angeht: Respekt. Ein Jahr stabil abstinent ist stark. Und ja, dein Mindset hat dich dahin gebracht. Das spreche ich dir nicht ab im Gegenteil.

    Ich lese hier schon ein paar Tage mit.

    Ich finde es für mich ebenso gut, mir den vergangenen Konsum immer mal ins Gedächtnis zu rufen. Ich habe allerdings noch nie die Menge reinen Alkohols ausgerechnet, das ist mir zu abstrakt. Aber ich habe mal ausgerechnet, wie viel Geld ich ausgegeben habe. Für den Wein an sich war das schon nicht wenig (Es musste ja halbwegs ordentlicher sein, ich war ja "kultivierter" Trinker ), aber die Alibikäufe habe ich dazu gerechnet. Dazu kamen auch ab und an Liefergebühren (Bei uns muss man ja nicht mal mehr das Haus verlassen, man bekommt den Dreck ja nach Hause geliefert). Da waren schnell mal über 100€ die Woche weg. Da habe ich geschluckt.

    Das hilft auch, weil ich auf einen schönen Urlaub spare. Wenn ich wieder anfange, zu trinken, ist die Kohle weg und der Urlaub wäre auch eine Qual.

    Liebe Grüße, Toffifee

    Und mal ehrlich: Wer zum Alkholen loszieht, packt sich fast immer noch völlig unnötigen Schrott ein. Die wahre Summe, die man da verballert, ist viel höher, als man denkt. So war es bei mir. Wobei das alles nur nice to know ist. Geld hat mich gar nicht interessiert und war somit auch nicht der Grund aufzuhören und wäre auch nicht der Grund wieder anzufangen. Deshalb konzentriere ich mich lieber darauf, dass ich das Vergiften meiner selbst abgestellt habe.

    Moin Bro, na hat sich die schlechtwetterfront verzogen? Ich wünsch dir auf jedenfall einen entspannten Tag falls das gerade möglich ist.

    Gruß R/no

    Moin,

    ja, hat sich gelegt. Gleich geht’s auf ein Konzert. Freu mich schon wie Bolle. Also nicht wie der Bolle hier aus dem Forum. 😛

    Ich finde es auch nicht sonderlich glücklich, dass dein erstes Jahr der Abstinenz (was ja auch erstmal „geschafft“ werden muss) und dein erstes Jahr der Selbstständigkeit aufeinander fallen. Das birgt Stress! Und du schriebst doch auch, dass Stress bei dir ein Auslöser sei!?

    So abwegig fand ich daher den Beitrag von Kazik nicht.

    Kazik : ich hab deinen Beitrag nochmal gelesen und hätte dich wirklich nicht so von der Seite anfahren sollen. War maximal übertrieben. Die Selbstständigkeit ist ein wunder Punkt bei mir.

    In meinen Angestelltenjahren hab ich immer hart gearbeitet, war überall schnell „oben“, aber am Ende hat es mich genervt, für andere zu ackern und deren Karrieren zu pushen. In großen Unternehmen geht es selten um Sachlichkeit, sondern um Politik und Machtspielchen. Nach 12 Jahren hatte ich genug davon.

    Für mich ist die Selbstständigkeit deshalb auch ein Stück Erlösung.

    Keine Existenzängste. Ich könnte locker 5–7 Jahre leben, ohne meinen Standard zu senken. Das Einzige, was mich nervt, sind die Steuer-Vorauszahlungen, weil sie mein geplantes Budget durcheinanderbringen. Aber gut. Das gehört dazu.

    Ich kann mir die Zeit nehmen und es ruhig angehen lassen… aber manche Dinge will ich einfach nicht ruhig angehen. Von nix kommt nix.

    Mein 🗑️-Kommentar war also überzogen. Sorry dafür. Ich hoffe trotzdem, du bleibst im Faden und meidest mich nicht.

    Und zu alternativen Beschäftigungen würde ich dir Sport empfehlen, da tust du was für Körper und Geist. Hast du früher mal Sport gemacht? Wenn Yoga nichts für dich ist und dann geh doch ins Fitnessstudio oder so. Was ich von Zocken halte (auch hinsichtlich der Vorbildwirkung für Kinder) schreibe ich jetzt mal lieber nicht - sonst landet mein Beitrag auch hier —> 🗑️:mrgreen:

    Grüße KW

    Ich geh schon ins Fitnessstudio. Allerdings tagsüber, weil mein Sohn an 2–5 Tagen die Woche bei mir ist. Den kann ich nicht abends allein lassen.

    Ehrlich gesagt sehe ich die größeren Vorbildprobleme bei Alkohol und Rauchen. Das sind gerade die Themen, die ich aktiv angehe. Rauchen ist dran, sobald ich beim Alkohol komplett stabil bin.

    Zum Zocken hab ich keine große Abneigung. Mein Sohn hat durchs Minecraft-Zocken überhaupt erst die Motivation bekommen, lesen zu lernen. Der ist fünf.

    Solange das alles im Rahmen bleibt, ist das für mich völlig okay.

    Was ist deine genaue Sorge beim Gaming? 🚮

    Ich fühle mich jetzt nicht verzweifelt. Habe dieses Jahr aber auch mit Yoga angefangen und es hilft mir gegen alle möglichen Zipperlein.
    Dass ich gerade angefangen habe zu häkeln, erzähle ich besser nicht.

    Jeder soll machen, was ihm hilft. Für mich persönlich sind Yoga und Häkeln… sagen wir: nicht ganz Boss-Level. 😅

    Aber im Ernst. Ich brauch abends definitiv noch irgendwas. Ich probiere mich gerade aus und bleibe dran. Das richtige Ding wird schon kommen.

    Notfallkoffer!!!! Situation verlassen und aktiv werden. Spazieren gehen und jmd anrufen. Habe jetzt chillisoße und 1,5 L stilles Wasser zum Saufen drin

    Wasser hilft mir tatsächlich. Und die Situation verlassen sowieso.

    Manchmal merke ich nur gar nicht, dass ich MITTEN in der Situation bin, weil der Autopilot läuft. Aber auch das wird besser.

    Nach jedem größeren Craving kommt bei mir übrigens so ein richtig starkes Gefühl von Zufriedenheit und Erleichterung. Ich glaub, das ist die Biochemie, die sich neu einpendelt.

    LG

    Da nimmt sich jemand die Zeit und macht sich die Mühe, einfach ein paar Basics nochmal zu hinterfragen, und teilt dir noch eigene Erfahrungen mit und du bezeichnest es als Müll? Wenn du damit nichts anfangen kannst, dann lass es einfach stehen und geh weiter. Ist zwar auch nicht gerade wertschätzend, aber immer noch besser als das, was du abgeliefert hast.
    Denk mal drüber nach, wie soetwas auf dich wirken würde.

    Ich verstehe deinen Punkt, und mir ist völlig klar, dass der Beitrag gut gemeint war. Das war auch nichts Persönliches gegen die Person. Für mich war schlicht die Aussage, man solle ein Jahr lang nicht arbeiten, komplett realitätsfern. Deshalb habe ich so reagiert.

    Ich sehe ein, dass ich besser gar nicht erst hätte darauf eingehen sollen.
    Danke für dein Feedback.

    Gute Nacht.

    Hi Chapa,

    den hatte ich gestern beziehungsweise heute auch. Der geht vorbei und ich bin gerade richtig glücklich, dass ich da durch bin. Lenkt dich ab, schreib hier rein. Glaub mir, du bist froh, wenn du das überstanden hast.

    Ich bin vor 5-6 Jahren noch 10km gejoggt, meine trinkmenge war vor dieser Zeit ziemlich ähnlich hoch wie deine, vielleicht hilft das dir ja ein bisschen. Ich war da aber auch schon lange Alkoholiker und wollte es auch nicht wahrhaben, die gleichen Gedanken die dir gerade durch den Kopf gehen, irgendwelche die mehr getrunken haben gab es immer. Lies dir bitte nochmal deinen Faden durch, du hast am Anfang was von 4-5 B pro Abend geschrieben, später dann doch mehr, 6-8? , eine Kiste 2-3 Tage etc.

    Ich würde sagen du darfst dich Alkoholiker nennen.

    Und ich mach mir gerade ein wenig Sorgen und lass den Flugmodus mal aus, das ist eine Ehre 😬 ich bin konsequenter Flugmodusmann.

    Gute Nacht und pass auf, besonders jetzt.

    LG R/no

    Geh schlafen! 😅 Ich bin und bleibe nüchtern. Und natürlich bin ich Alkoholiker, sonst wäre ich nicht hier und würde nicht gegen meine Cravings kämpfen. Die Ambivalenz in meinem Kopf habe ich ja nur einmal niedergeschrieben. Ich beobachte diese Stimmen, versuche zu trennen, aber vielleicht sollte ich wirklich etwas pragmatischer werden und nicht alles so verkopft betrachten.


    Es ist Sucht. Es sind Suchtgedanken. Ich bin krank. Das gehört jetzt einfach dazu. Also: ablenken und weitermachen.

    Ich habe mir heute im Rewe so einen Heil- und Nerventee gekauft. Riecht schon nach kompletter Verwesung. Egal. Den kippe ich mir jetzt rein und fasse heute nichts mehr an.

    Du könntest ja mal überlegen, ob es für dich eine andere „Belohnung“ nach so einem Tag gibt.

    Etwas, wodrauf du dich freuen kannst, was dir Spaß macht und dich erfüllt.

    Bei mir ist es z.B. etwas Kreatives machen oder besonders gutes Essen 😁

    Das wäre tatsächlich etwas, was ich gerne hätte. Ich dachte, es könnte das Zocken werden. Aber irgendwie fehlt mir gerade der Drive dafür. Da summt einfach zu viel in der Birne herum. Und das hat nicht mal was mit Mr. Sucht zu tun.

    Es sind nicht mal negative Sachen.

    Eher so dieses:

    „Ach, das willst du noch machen.“
    „Das ist eine gute Idee.“
    „Denk noch daran.“

    Bla bla bla.
    Der Kopf macht einfach Lärm.

    Hätte gerne irgendwas, das mich abschalten lässt. Irgendeine Beschäftigung oder so und nein kein Alk.

    Hey Bro,

    irgendwie hab ich jetzt ein mega schlechtes Gewissen. Das wollte ich natürlich nicht, dass ich da trigger auslöse war mir nicht klar. Schau mal du hast ja selbst geschrieben das es in Wirklichkeit meist mehr als 4-5 Bier waren 😉, das ist kein Wettbewerb du darfst jetzt nicht ins zweifeln kommen. Bitte schreib falls was ist und sei vorsichtig, du kommst mir gerade ich sag mal, gestresst vor. Hör bitte auf die Ratschläge der älteren, bau bloß kein scheixx, das würde mir mehr als leid tun.

    Gruß R/no

    Nein, keine Sorge. Dafür ist der Austausch ja da. Um zu sehen, wo es klemmt. Ich sehe das positiv. Es war schon seltsam genug, dass die Anfangszeit so gut lief. Jetzt weiß ich zumindest etwas mehr und weiß auch, was ich vermeiden sollte.

    Rechenbeispiele zum Beispiel.

    Wobei… ich rechne eigentlich ganz gerne. 😅

    Weil es auch schon ein paar hier geschrieben haben.

    Ja, ich habe eine gute Routine, einen klaren Tagesplan, und der unterscheidet sich im Grunde nicht von dem, wie ich vorher gearbeitet habe. Wochenenden sehen aber anderes aus. Unstrukturierter.

    Aufstehen. Fertig machen. Kita. Arbeit mit Fokus.

    Mittagspause Sport (seit zwei Wochen).

    Essen.

    Arbeit light.

    Kita, Haushalt, Kind.

    Falls nötig eine Extraschicht.

    Abend.

    Da habe ich bisher noch nichts, das das Trinken ersetzt. War gestern aber auch nicht das Thema.

    Das Problem ist momentan nicht, dass ich arbeiten muss.

    Im Gegenteil. Aktuell kann ich es im Vergleich zur Festanstellung sogar ruhiger angehen lassen. Da hatte ich extrem viel Verantwortung. Was ich jetzt mache und alles rund um die Selbstständigkeit ist dagegen Killefitz.

    Aber ja, ich arbeite gerade oft bis spät in die Nacht. Das liegt einfach daran, dass ich das Fundament baue und auch nüchtern bin.

    Das will ich möglichst schnell vor Weihnachten erledigt haben. Danach sollte es wieder in geordneten Bahnen laufen.

    Aber das war nicht das Problem.

    Gestern hat sich über den Tag einfach diese Drucksituation aufgebaut. Das ist Alltag für mich. Nicht jeden Tag, aber es wird vorkommen. Alle paar Wochen. Mal heftiger. Mal weniger. Irgendwas, was mich challanged; aus der Konforzone bringt.Die Frage ist nicht, ob das passiert. Die Frage ist, was ich jetzt daraus mache.

    Gestern war es, als würde ich mit 300 kmh durch den Berufsverkehr rasen. Bin ausgestiegen und musste durchatmen.

    Ich lese da unglaublich viele Fragen, Boss.

    Nicht böse gemeint, aber für mich ist da keine sinnvolle dabei. Ich trinke nicht.

    Ich frage mich, brauche ich morgen einen Schal? Möchte mich ja nicht erkälten. Mit der Frage kann ich etwas anfangen.

    Fragen zum Trinken bringen mich keinen Schritt weiter. Im Idealfall komme ich zum Ergebnis, dass ich nichts trinke.
    Da bin ich aber doch schon.

    Musst Du Dich noch selbst überzeugen? Viele brauchen eine "Extrarunde" ich hoffe, Du nicht.

    Bei der Rechnerei neulich dachte ich noch, ich rechne ja auch alles Mögliche aus. Jetzt frage ich mich doch, ob Du rechnest, um Dich selbst zu überzeugen. :/ Dass die Menge ausreichend war?

    Ich hab hier aufgeschrieben was in der Birne in den Moment abgeht. Ist jetzt so, ist aber kein Grund wieder rein zu gehen. Ne extrarubde brauche ich nicht. Dann lege ich ja die Karriere hin, die die meisten hier hingelegt haben bis es geklickt hat. Es hat geklickt. Ich hab noch Probleme damit. Nicht ständig, aber es passiert (leider) noch. Ich bleib am Ball. Wie Hartmut sagt, ich muss den Film da oben wechseln.

    LG