Honighummel7 - Meine schwersten Entscheidungen

  • Hmmh, klingt für mich ziemlich traurig, da Du Dir keine Verbesserung davon versprichst - eher nach einem Konstrukt, um (irgendwann) sagen zu können:

    "Ich musste mich ja trennen, weil er sich nicht (lange) an unsere Vereinbarung gehalten hat und ihm der Alk wichtiger war."

    So kommst du aber wieder in die Co-Falle, dass Du nach Beweisen für seine "Verstöße" suchst. Und seine Laune wird auch nicht besser werden, weil er ohne Krankheitseinsicht und ohne echten eigenen Abstinenzwunsch permanent gegen Suchtdruck kämpfen und sein Einknicken ggf. verheimlichen muss.

    Hast Du denn schon für Dich überlegt, wie Du die Trennung durchziehen willst, da du ja selbst keine Wunder erwartest?

  • Liebe Honighummel,

    sehe es auch wie Morgenrot und lese da einen Widerspruch in deinem Text....

    Aus welchem Grund gibst du ihm diese Chance? Für mich fühlt es sich nach der Hoffnung an, dass er sich ändert.

    Ich verstehe dich so gut, da ich in einer ähnlichen Situation bin, vor 3 Wochen gab es das Versprechen und am Donnerstag dann den Rückfall.

    Mich hat es dennoch weitergebracht, ein Stück weg von ihm .....

    Issi

    In der Achterbahn der Co Abhängigkeit

  • Er lenkt ein. Verspricht sich zu ändern und zu bessern, vielleicht sogar anfangs gar keinen Alkohol zu trinken oder aber viel weniger. Dann bist du wieder voller Hoffnung und erstmal ruhig. Dann fängt es ab und an mal wieder an. Ein Glas hier, ein Glas da. Mehrere heimlich etc. Das ganze Spiel geht wieder von vorne los. Leider ist dabei aber wieder Zeit ins Land gegangen, die du dir vergebliche Hoffnungen gemacht hast.

    Womit ihr bei o.a. Zitat bereits angekommen seid.

  • Morgenrot ich kann leider nicht abstreiten, dass es vielleicht so sein könnte, weil ich einfach zu oft gemerkt habe, wie sehr ich mich selbst belogen habe.

    Aber zumindest, wie ich glaube, dass es ist: Ich schätze die Chancen, dass mein Mann es schafft, sehr gering ein (vor allem da die Einsicht fehlt). Ich habe für mich entschieden, dass der Alkohol keinen Platz in meiner Familie und meiner Wohnung hat. Und diese Entscheidung ist unumstößlich. Das sind meine Regeln, die ich für mich und meinen Sohn aufgestellt habe. Ich weiß, dass mein Mann schon Süchte überwinden konnte, wenn er den Willen dafür gefunden hat. Ich wünsche es ihm sehr. Aber es geht mir nicht mehr darum, dass ich hoffe, dass er zur Einsicht kommt. Es geht mir darum, dass die Regeln dieser Wohnung eingehalten werden. Solang er diese Regeln nicht bricht, kann er bleiben. So kalt es klingt.

    Deswegen verbinde ich das Zustimmen meiner Forderungen nichz unbedingt mit Hoffnung.

    Wie gesagt, ich halte es für absolut nicht ausgeschlossen, dass ich mir doch wieder etwas vormache. Ich habe davor sogar ziemliche Angst. Ich weiß, wie beratungsresitent das klingt.

  • Hallo Honighummel,

    Ich habe für mich entschieden, dass der Alkohol keinen Platz in meiner Familie und meiner Wohnung hat. Und diese Entscheidung ist unumstößlich. Das sind meine Regeln, die ich für mich und meinen Sohn aufgestellt habe.

    Was macht du in dem Fall wenn er nach Hause kommt und schon betrunken auf dem Flur umkippt? Dann hat er in der Wohnung nicht getrunken aber trotzdem ist gewissermaßen Alkohol im Raum.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Also.. erst einmal danke an euch, dass ihr mir so ehrlich schreibt. Dafür bin ich hier.

    Jetzt zu ein paar Gedanken:

    Aus welchem Grund gibst du ihm diese Chance? Für mich fühlt es sich nach der Hoffnung an, dass er sich ändert.

    Hauptsächlich wegen unseres Sohnes. Ansonsten würde ich sagen, okay, du kannst dich jederzeit wieder bei mir melden, wenn du schon eine bestimmte Zeit lang abstinent lebst. Aber es hängt noch immer mein Sohn dran. Klar ist es die höchste Priorität, ihn vor ständigen Stimmungsschwankungen etc. zu schützen. Aber wenn die Möglichkeit besteht, darpber hinaus keine trennungsbedingten Schäden auszulösen, möchte ich sie gern nutzen. Vielleicht ist das meine Hoffnung.. dass mein Sohn eine Familie mit Vater bekommt (natürlich nur, wenn er selbst keine Gefahr mehr für die Psyche darstellt).

    Fall wenn er nach Hause kommt und schon betrunken auf dem Flur umkippt? Dann hat er in der Wohnung nicht getrunken aber trotzdem ist gewissermaßen Alkohol im Raum.

    Ich habe ihm gesagt, dass diese Chance bedeutet, dass er nie wieder Alkohol trinken wird. Also wäre das auch raus. Da habe ich mich vorhin nicht richtig ausgedrückt.

    "Ich musste mich ja trennen, weil er sich nicht (lange) an unsere Vereinbarung gehalten hat und ihm der Alk wichtiger war."

    So kommst du aber wieder in die Co-Falle, dass Du nach Beweisen für seine "Verstöße" suchst.

    Vielleicht ist das tatsächlich das, was ich anstrebe. Also er bedeutet mir definitiv etwas. Deswegen wollte ich auch gern mit offenen Karten spielen. Aber ich befürchte wirklich, dass er es nicht schaffen wird. Vielleicht will ich auch, dass er und ich wissen, dass ich ihm jede Chance gegeben habe, die ich ihm geben konnte. Ich weiß es nicht..

    Und das mir der Co-Falle macht mir tatsächlich sehr zu schaffen. Für dieses Probleme habe ich bisher auch noch keine Lösung für mich gefunden.

    -

    Ganz allgemein merke ich, dass ich wieder beginne, Dinge besonders gut zu begründen. Das ist für mich ein Indiz dafür, dass ich mich in irgendwas verstricke. Ich habe mir selbst versprochen so schonungslos ehrlich zu mir zu sein, wie ich es kann. Deswgen werde ich diese Sache mit zu meiner Therapeutin nehmen. Sie hat mich schon oft dazu gebracht, mir selbst gegenüber ehrlich zu sein.

  • Ich hab die Hoffnung gerade erwischt. Sie ist verletzt aus meinem Rucksack gekrochen, als ich im Alkoholikerteil unterwegs war und gesehen habe, wie hart viele darum kämpfen, abstinent zu werden und es trotz starker Überzeugung und trotz eines starken Willens so unglaublich schwer sein kann. Als führsorglicher Co, der ich bin, hab ich sie wieder behutsam in den Rucksack gelegt. Ich habe im Moment das Gefühl, einfach keine Kraft zu haben. Vielleicht noch vom letzten mal. Vielleicht ist das aber auch ein generelles Ding von mir. Ich mache mir jetzt schon Vorwürfe, dass ich das sage, aber ich glaube, ich brauche eine Pause. Ich muss wieder zu mir und in meinen festen Stand finden.

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