Beiträge von Hartmut

    Ich bin Alkoholikerin und seit 2 Woche Abstinenz

    und

    Bevor ich da an eine Flasche geh würde ich mir lieber Kippen kaufen, das Nichtrauchen stresst mich wahnsinnig und das Rauchen fehlt mir. Alk fehlt mir tatsächlich nicht!

    Die Anfangseuphorie läuft anscheinend bei dir gerade auf Hochtouren. ;) Alles cool, alles easy, so lese ich deinen Post. Das ist aber nicht ungewöhnlich – die bekommt fast jeder, der trocken werden will und ein paar Tage ohne Alkohol ist.


    Du bist jetzt etwas mehr als zwei Wochen ohne Alkohol. Das ist lobenswert, klar – aber mehr auch nicht. Wenn du dann sagst „Das stört mich nicht“ oder „Alkohol fehlt mir nicht“, frage ich mich, woher du das nach so kurzer Zeit wissen willst?

    Wenn es dich wirklich nicht stören würde, wäre es nie zur Sucht gekommen. Oder? Dann hättest du das alles längst im Griff gehabt. Ich kenne keinen Alkoholiker, der sich bewusst und freiwillig in die Sucht hineingesoffen hat. Also gibt es in deinem Kopf irgendeinen Schalter, der das Programm „jetzt saufen“ startet.

    Diesen Schalter legst nicht du um , das macht das Suchthirn ganz allein.

    Tu dir selbst den Gefallen und weg mit dem Zeug. Oder willst du es aufheben, falls es irgendwann wieder „angenehm“ wäre, es zu trinken? ;) Dann würde es natürlich wieder Sinn machen.

    Und natürlich auch von mir ein Willkommen hier.

    mein Mann hat mir gerade erklärt, dass es sein kann, dass er sich nach einem Entzug von mir trennt und irgendwie habe ich hier im Forum auch was davon gelesen.

    Und das sind genau die üblichen "nassen" Drohgebärden eines Alkoholikers, der noch nicht aufhören will zu saufen, noch nicht so weit ist, seinen eigenen Punkt aber kommen sieht. Also wird Druck aufgebaut – auf einen Partner, der noch an die Beziehung glaubt.

    Was sind denn die Hintergründe, warum sich der Alkoholiker selbst vom Partner trennt?

    Weil der Partner der Grund war, sich zu trennen – nicht die Sucht. Die Sucht hat das nur übertüncht. Der Nachschub war bei den meisten ohnehin gesichert, denn viele Co-Abhängige beschaffen den Alkohol mit oder ertragen zumindest den Säufer weiter.

    Das reicht dann völlig aus, um die Beziehung künstlich am Laufen zu halten.

    Die Sucht steht vor jeder Beziehung , egal ob Liebe da ist oder nicht.

    Aber kann man sich im wahren Leben wirklich komplett davor schützen ?

    Komplett schützen kannst du dich nicht.

    Mein Grundsatz war am Anfang ganz simpel , nicht auf den Alkohol zulaufen, sondern Strategien entwickeln, wenn ich ihm begegne. Das ist in erster Linie Selbstschutz. Und ja, das bedeutet massive Veränderungen im Leben. Aber es geht hier um mich – darum, nicht wieder saufen zu müssen.

    Das Umfeld passt sich mir nicht an. Warum sollte es auch? Die Welt da draußen wird nicht trocken, nur weil ich aufgehört habe. Also passe ich meine Wege an, oder ich lasse sie bleiben. Alles andere ist Wunschdenken.

    Trotzdem habe ich in fast 19 Jahren mehr gelebt, mehr begriffen und mehr Freiheit erlebt als je zuvor. Ein alkoholfreies Leben war für mich früher völlig undenkbar.Die Sucht kannte nur ein durchnässtes Leben, alles andere existierte nicht. Ich habe es nicht wahrgenommen oder abgewertet, weil es dort nichts zu saufen gab.

    Dieses alkoholfreie Leben musste ich mir erst erarbeiten. Mit den Jahren kommt Stabilität, und man erkennt Trigger schneller. Verschwinden tun sie nie – wer das glaubt, belügt sich selbst.

    Aber man lernt, ihnen nicht mehr die Kontrolle alleine zu überlassen und selbst das Steuer in die Hand zu nehmen.

    Aber bei solchen Firmenevents kennt man die Personen nur oberflächlich, und weiß nicht, was bei steigender Feierlaune passiert.

    Bei meiner Veranstaltung haben tatsächlich die Hälfte der Teilnehmer keinen Alkohol getrunken,

    Und wo bitte ist der Unterschied, ob ich jemanden kenne oder nicht? Oder wer wo, wie viel und warum säuft, wenn ein Glas für mich reicht, um wieder saufen zu müssen? Es gibt keine Lücke, die sich schließen lässt, nur weil ich unbedingt an irgendeinem Event teilnehmen will.

    Es geht hier auch nicht darum, Dinge grundsätzlich nicht zu tun. Es geht darum, dass ich mir, wenn ich etwas unternehme, der Konsequenzen bewusst bin. Und die sind bei Sucht nun mal klar.

    Die Sucht hat genau ein Angebot für dich. Das ist fest im Suchthirn gespeichert und nicht verhandelbar: Sauf wieder.
    Egal wo, egal wann, egal wie. Steht Alkohol griffbereit, beginnt das Mahlwerk der Sucht zu laufen. Immer. Ohne Ausnahme.

    Alles andere ist Wunschdenken.

    Dafür muss ich mich eben so gut wie möglich schützen.

    Willkommen bei uns

    Beruflich war diese wichtig für mich, darum habe ich nicht abgesagt

    Was wäre denn die Wichtigkeit wert gewesen, wenn du bei dem Treffen oder danach rückfällig geworden wärst? Ist ein Rückfall am Ende weniger wichtig? Nur mal ein paar Fragen in den Raum gestellt.;)

    Es war nicht so schlimm, wie erwartet hatte. Ausser mir haben auch viele Andere keinen Alkohol getrunken.

    Subjektive Wahrnehmung ist immer nur eine Momentaufnahme, aber kein Schutzkonzept. . Selbst beim nächsten Treffen mit denselben Leuten kann genau das schon zum Verhängnis werden.

    ch werde zukünftig versuchen, solche Veranstaltungen zu meiden.

    Ich versuche nur, trocken zu bleiben, und alles andere muss sich diesem Versuch unterordnen.

    Wie ernst meinst du es eigentlich mit dem Aufhören? Oder anders gefragt: Ist dir wirklich bewusst, wie wichtig es ist, trocken zu bleiben , weil das bei Alkoholsucht die einzige echte Chance ist?

    Und mit „Chance“ ist hier nicht „vielleicht klappt’s“ gemeint, sondern die einzige realistische Möglichkeit, die Krankheit zu stoppen.

    Dazu ein gutes Gelingen.;)

    Ich habe nicht mal mitbekommen, wie viel die anderen getrunken haben, weil es mir egal war. Als es in Richtung „besoffen“ ging, bin ich gegangen – ganz selbstverständlich, weil ich da einfach fehl am Platz bin. Davor war alles entspannt: gut gegessen, viel gelacht. Ich brauche keinen Alkohol, um locker oder gut gelaunt zu sein.

    Na ja, klassisches Beispiel dafür, sich etwas schönzureden? ;)

    Ich bekomme jedenfalls immer mit, wenn getrunken wird. Und ich weiß auch nach 19 Jahren nicht, ob mir das wirklich egal ist oder nicht. Unabhängig davon, wer wie viel trinkt – ein Glas reicht, und ich bin gedanklich wieder mit dabei.

    Sobald ich anfange, eine "nasse" Situation zu bewerten oder mir danach Rechtfertigungen zurechtzulegen, macht das etwas mit mir. In dem Moment bewertet mein Suchthirn automatisch mit. Ich kann versuchen, neutral zu bleiben, aber genau da liegt der Haken: Neutralität ist bei Sucht keine stabile Position. Entweder ich halte Abstand, oder ich bin innerlich wieder drin.

    Ansonsten macht es mir nichts aus, wenn andere trinken.

    Es macht immer etwas mit mir.

    Beispiel. Wenn ich bei so einem Treffen unter Stress gerate, was ist dann ? Stress ist doch genau dein Thema, oder nicht? Wenn das Suchthirn dann laut schreit, schneller als die Füße sich in Bewegung setzen können, wird daraus ein Kampf.

    Nur mal objektiv drüber geschaut.

    Wenn ich Risiken eingehe, dann bewusst, mit dem Wissen, dass es auch schiefgehen kann. Aber ich habe sehr schnell aufgehört, mir selbst etwas vorzumachen oder mir Dinge schönzureden, die mit Alkohol zu tun haben. Denn je länger ich mir selbst etwas vormache, was ich real gar nicht überprüfen kann, desto mehr glaube ich es irgendwann auch. Genau da spricht die Sucht ihre eigene Sprache.

    Ich habe mir das ja selbst jahrelang erzählt:. Morgen höre ich auf. Ich bin nicht süchtig. Ich habe das im Griff. Dieses Denken hat nie aufgehört – es hat mich nur ruhiggestellt.

    Wenn ich mir die Rückfallquoten anschaue, war es am Ende oft nicht das einzelne Risiko, das Menschen rückfällig gemacht hat. Es war die Überheblichkeit, zu glauben, man stünde über dem Alkohol. Genau die Illusion, die die Sucht am Leben hält.

    Schön, dass du wieder schreibst.

    Sicherlich nicht! Aber das du Alkoholiker indirekt räts't es ohne Klinik zu schaffen, finde ich krass.

    Ich weiß nicht, wo du das herausgelesen hast, das ist absoluter Quatsch. Ich wurde ambulant unter ärztlicher Aufsicht entgiftet. Aber genau wegen solcher an den Haaren herbeigezogenen Interpretationen halten wir uns nicht mit noch saufenden Menschen auf.

    Danke für das Beispiel, besser kann man es kaum zeigen.

    Und bei aller Liebe. Wer sich im Oktober um eine Entgiftung bemüht, den körperlichen Entzug aber erst im Februar antritt, wirkt einfach unglaubwürdig. Zum Arzt kann ich heute gehen und im Notfall zeitnah aufgenommen werden – alles andere ist Aufschieben, nicht Wollen

    Wenn du mit dem Entgiften fertig bist, melde dich wieder, aber erspare dir unnötige Diskussionen.

    Kannst dich ja mal einlesen.

    War noch nie in einem Forum.

    Nur mit der Hilfe dieses Forums und meiner Online-SHG bin ich allein trocken geworden. Bei der Entgiftung hatte ich einfach Glück, dass sie noch ambulant möglich war.

    Grundsätzlich gilt hier. In diesem Forum tauschen sich ausschließlich bekennende Alkoholiker aus, die sich auch selbst so bezeichnen, trocken sind oder gerade trocken werden, also sich in Entgiftung befinden, und eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Erst dann erfolgt die Freischaltung für den weiteren Austauschbereich. Bei vielen bleibt es leider bei Absichtserklärungen. Und sich mit jemandem auszutauschen, der noch besoffen ist, macht schlicht keinen Sinn.

    Gibt es bei dir keine Möglichkeit, früher zur Entgiftung zu gehen, oder ist das so mit deinem Arzt abgesprochen?

    Hallo Fee26, herzlich willkommen bei uns.

    Habe seit Oktober alles getan, um zu einer 3 wöchigen Therapie zu kommen. Am 5.2. ist es endlich soweit. Ich möchte leben, aber ohne meinem Feind dem Alkohol.

    Unabhängig davon habe ich keinen Feind namens Alkohol. Der tut mir ja nichts. Er rennt mir nicht hinterher, er steht einfach nur da. Also bin ich derjenige, der akzeptieren muss, dass es ihn gibt. Aber dazu später mehr.

    Da hast du ja schon wieder einiges in die Wege geleitet – finde ich gut.

    Heißt das im Umkehrschluss eigentlich, dass du im Moment noch säufst?

    Hallo Toscanelli,

    Willkommen bei uns.

    So wie ich es herauslese, machst du einen kalten Entzug. Das begleiten wir hier nicht und wir möchten dazu auch keine Wasserstandsmeldungen lesen. Jeder kann jederzeit zum Arzt gehen – was du tust, ist deine Entscheidung.

    Da ein kalter Entzug jedoch lebensgefährlich enden kann und wir auch eine Verantwortung gegenüber den anderen Usern haben, melde dich bitte erst wieder, wenn du beim Arzt warst oder wenn sieben Tage vorbei sind.

    Hallo, auch von mir ein Willkommen.

    Wenn ich dich lese, habe ich den Eindruck, dass du innerlich noch nicht wirklich abgeschlossen hast. Du schaust sehr viel zurück und kaum nach vorne. Deshalb stelle ich die Frage ganz offen: Bist du dir sicher, dass du Alkoholiker bist – oder hältst du dir diese Tür noch einen Spalt offen? Eine lebenslange Abstinenz entscheidet man nicht nebenbei, das ist eine klare Richtungsentscheidung.

    Versteh mich nicht falsch: Das ist nicht meine Entscheidung, das ist allein deine. Ich kann das von außen nur betrachten. Aber darüber sollte man schon ehrlich nachdenken.

    Und wenn der Alkohol dir am Ende nur Schaden gebracht hat, du ihn aber trotzdem vermisst, dann spricht nicht die Vernunft, sondern die Sucht. Genau so funktioniert sie.;)

    Ein Vergleich, etwas zugespitzt: Wenn du dir an einer heißen Herdplatte die Finger verbrennst und den Schalter gefunden hast, dann vermisst du die Platte danach auch nicht. Du bist froh, dass sie aus ist. Wenn du trotzdem darüber nachdenkst, wieder hinzufassen, dann nicht, weil es toll war sondern weil dich etwas dorthin treibt.

    Nur als Denkanstoß. Mehr nicht. Weniger auch nicht.

    Meine Frage zielte lediglich auf den Eindruck, nicht auf Details.

    Keine Sorge, anders habe ich es auch nicht eingeschätzt.

    Da jedoch das Forum Tag für Tag wächst und neue Mitglieder dazukommen, haue ich immer wieder einen Hinweis raus.

    Vielleicht verschiebst du meinen Beitrag in den Papierkorb … kein Problem damit.

    Nein, dann wäre er längst weg.;) Einfach @all darauf achten und alles ist gut.

    Nur als Hinweis: Das ist nicht jedem bekannt.

    Infos aus anderen realen Gruppen sind hier nicht willkommen, vor allem keine internen Inhalte. Wir sind unabhängig, und auch bei uns gibt es Bereiche, die intern bleiben.

    Das gilt natürlich auch umgekehrt. Hier geht es um Selbsthilfe , entweder hier oder dort, aber nicht um einen gemischten Austausch zwischen beiden Ebenen.

    Zum einen ist es nicht fair gegenüber denen, die an anderen Austauschformaten oder Gruppen nicht beteiligt sind. Zum anderen arbeiten verschiedene Gruppen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen, Regeln und Schwerpunkten.

    Das sollte man respektieren.

    Vielleicht hier mal das Grundlegende für dieses Forum, damit nichts durcheinandergeht.;)
    Wir diskutieren hier keine Strategien, wie man 0,0-Getränke wie alkoholfreien Wein, Secco oder Bier trinken kann. Das ist für uns nicht trocken. Niemand muss das trinken, jeder kann es weglassen. Dazu gehört für uns auch Wein beim Kochen.

    Der Grund ist einfach. Für sehr viele ist genau das der Einstieg zurück ins Saufen. Warum das so ist, darüber reden wir hier. Nicht darüber, wie man es sich schönredet. Es gibt sogar Alkoholiker, die konsequent alles meiden, was auch nur entfernt an Alkohol erinnert.

    Ich zum Beispiel habe früher literweise Wodka Lemon getrunken. Am Anfang meiner Abstinenz hat mich schon allein das Lemon getriggert. So tief sitzen diese Verknüpfungen.

    Das Trinken solcher Sachen in der sogenannten „Fastenzeit“ hatte früher ja auch eine klare Voraussetzung: Nach dem Fasten kam wieder Alkohol. Genau dieses alte Muster läuft im Hintergrund weiter, auch wenn man es sich anders erklärt.

    Noch einmal deutlich gesagt: Sucht, insbesondere Alkoholabhängigkeit, ist keine Frage des Lifestyles oder des Geschmacks. Es handelt sich um eine ernste Erkrankung, und genau so gehen wir hier damit um.

    Was trinkt ihr denn, wenn ihr zu einer Feier geht? Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum, ….

    Ich kenne keine Bionade oder habe sie noch nie getrunken, kenne aber auch Alkoholiker, die darauf verzichten

    Im ersten Jahr war ich auf keiner Feier, auf der getrunken wurde, weil mir meine Nüchternheit wichtiger war als ein kurzes Vergnügen. Ich musste erst einmal stabil werden. Diese Zeit habe ich genutzt, um mir ein Leben fern vom Alkohol aufzubauen.

    Das fing damit an, die Wohnung komplett alkoholfrei zu machen. Mein nahes Umfeld habe ich informiert: Bei mir ist Alkohol tabu – zu Hause wie auch anderswo. Dazu kamen andere Freizeitaktivitäten, neue Routinen und vieles mehr. Schritt für Schritt.

    Der Denkfehler vieler Alkoholiker ist, sich weiter bewusst auf alkohollastige Feste zu begeben, statt sich davon zu distanzieren. . Es ist auch keine Willensfrage. Bei Sucht ist es eine Notwendigkeit, sich selbst zu schützen.

    Die Rückfallquote ist bekannt. Sie liegt je nach Studie bei bis zu 95 %. Und genau deshalb nehmen wir das Thema hier so ernst.

    Ok, das war mal gar nichts. Diese Theoretiker haben einfach keine Ahnung. Dieser Professor geht ja gar nicht.

    Danke für den Tipp. Das muss ich mir mal anschauen, vielleicht auch in der Mediathek. Bin gespannt.;)

    Theorie kommt oft aus Büchern oder von Menschen ohne eigene Suchterfahrung. Das macht auch vor Professoren nicht halt. Das heißt nicht, dass im Kern alles falsch ist, aber es heißt eben auch: Trifft Theorie auf Praxis, bleibt sie oft genau das – Theorie.

    Aber bevor ich mir wieder irgendwo den Unmut einhandle, schaue ich es mir erst mal an .

    willkommen bei uns.

    Wie ist das denn mit den alkoholfreien Seccos und Weinen?

    Merkst du, wie dein Denken noch auf Sucht programmiert ist? Du machst dir Gedanken über alkoholfreien Wein, obwohl es eine Vielzahl wirklich alkoholfreier Getränke gibt. Es sieht aus wie Alkohol, erinnert daran oder schmeckt ähnlich , zumal bis 0,5 % nicht einmal kennzeichnungspflichtig sind.

    Daran erkennt man, wie tief das alte Sauf-Muster noch verankert ist.

    Das Suchthirn macht da keinen feinen Unterschied. Es denkt zuerst. Das ist Wein. Merkt dann aber recht schnell. Da fehlt etwas. Und genau dann wird es aktiv, verlangt mehr und fragt irgendwann: Wo bleibt der Alkohol? Das kann nahtlos in Suchtdruck übergehen – und plötzlich hat man die erste Flasche wieder am Hals.

    Schau dir mal einen Artikel an, wie wir das hier handhaben. Erfahrungen von Langzeittrocknen zusammengefasst.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Servus Seppel,

    erst mal auch von mir ein Willkommen, du scheinst dich gerade ordentlich zu quälen.

    Meine ehrliche Frage ist . Was hält dich im Moment eigentlich davon ab, wieder zu saufen?

    Dass sich die Sucht nach jahrelangem Saufen in jeder Situation sofort wieder anbietet, ist normal. Die kennt nur eine Antwort auf alles, was auf dich einprasselt. Und die heißt saufen. Ein anderes Muster kennt sie nicht. Genau deshalb fühlt sich das alles so zäh und widersprüchlich an.

    Die Umstände um dich herum heißen aber nun Leben. Und das ändert sich nicht, nur weil du aufgehört hast zu trinken. Die Sucht interessiert das auch nicht. Am Ende liegt es bei dir. Keiner sagt, dass das einfach ist.

    Aus meiner Erfahrung heraus liegt der Hebel darin, aktiv zu werden. Ins Tun zu kommen. Die Saufgedanken nicht einfach laufen zu lassen, sondern sie bewusst zu unterbrechen. Das alte Muster lässt sich nur mit der Zeit überschreiben. Das war mein Weg.

    Ganz konkret. Was machst du, wenn es aufkommt? Setzt du den Gedanken etwas entgegen? Lenkt du dich bewusst ab? Machst du etwas anderes in dem Moment?

    Morgen will ich endlich mal wieder zum Sport, vielleicht brauche ich mehr Abkenkung.

    Morgen und vielleicht , der Klassiker. Oder doch übermorgen, nur eventuell? Vielleicht erst in drei Tagen.:whistling:;)

    Das erinnert mich stark an mein eigenes „Aufhören wollen“. Morgen war immer der richtige Tag. Kennst du das Bild in der Kneipe: „Morgen Freibier“? Du gehst am nächsten Tag wieder hin – und das Schild hängt immer noch.

    Warum hast du heute keinen Sport gemacht, als dir der Gedanke kam? Genau das meine ich: nichts aufschieben, sondern umsetzen, sobald es auftaucht.

    Dazu viel Glück.

    Dieser Faden richtet sich an alle, Alkoholiker wie Angehörige, die sich Gedanken machen, ob und wie sie die nachfolgende Generation (Kinder, Enkel, Schüler ...) davor bewahren können, selbst (alkohol)süchtig zu werden.

    Aus meiner Erfahrung heraus hilft Aufklärung nur begrenzt. Das zeigt schon die große Zahl alkoholabhängiger Menschen. Wenn sie wirkt, dann eher bei Jugendlichen, vor allem dort, wo riskantes Trinken bereits im Vordergrund steht. Für mich ist dabei entscheidend, erkennen zu können, ob es sich bereits um ein suchtgefährdetes Verhalten handelt oder nur um eine vorübergehende Phase.

    Geht es um die eigenen Kinder oder Enkelkinder, merke ich, wie schnell die eigene Emotionalität dazukommt. Dann rutscht man leicht von Prävention in Bekehrung. Besonders dann, wenn man selbst einmal Säufer war und aus dem eigenen schlechten Gewissen heraus spricht.

    Was ich tun kann, ist, meine Erfahrungen weiterzugeben, zum Beispiel in Vorträgen an Schulen oder in Jugendzentren. Aufklären, sensibilisieren, Denkanstöße geben. Aber irgendwann kommt auch der Punkt, an dem ich loslassen muss. Vertrauen und akzeptieren, dass jeder seine eigenen Erfahrungen macht.

    Willkommen bei uns

    Die neue Varu hat einen starken Willen, habe ich gelernt, und sie will etwas besser machen. Heißt aber nicht, dass sie alles jetzt richtig macht, aber sie will lernen wie es geht mit dem Leben. Ich habe die letzten Wochen viel gelesen, manches verinnerlicht, manches abgestritten, und doch auch viel eingesehen.

    Den starken Willen hatte ich auch. In der „nassen“ Zeit genauso wie damals, als ich hier vor rund 19 Jahren aufgeschlagen bin. Gereicht hat er weder, um nicht in die Sucht zu rutschen, noch, um auf Dauer nüchtern zu bleiben.

    Also musste ich den Willen mit gewissen Schutzmaßnahmen unterstützen. Ein alkoholfreies Umfeld zu Hause. Klare Auswärtsregeln. Abstand zu ehemaligen Saufkumpanen. Keine Feiern mehr, bei denen es vordergründig ums Saufen geht.

    All das musste ich erst mal meiden, zumindest im ersten Jahr, weil ich die Zeit nicht nur genutzt, sondern auch gebraucht habe, um mir ein alkoholfreies Leben aufzubauen.

    Schau dir unseren Artikel an, wie das funktionieren kann. Nicht als Theorie, sondern aus der Praxis.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40