Hallo, Rennschnecke,
ich gehöre ja, wie man sieht, auch zu denen, die sich viel austauschen, das liegt nicht nur an meiner Moderation. Ich habe am Anfang gemerkt. Je mehr ich mich bewegt habe, je mehr ich bei anderen gelesen und geschrieben habe, desto stabiler wurde ich. Da kamen Erkenntnisse, die ich für meinen eigenen Weg nutzen konnte.
Für mich geht es hier um Sucht. Nicht um psychologische Nebenschauplätze. Nicht darum, wie ich mich gerade fühle oder was ich denke. Die erste Frage war immer: Wie bleibe ich trocken? Denn davon hängt alles ab. Alles andere kommt später.
Ich habe auch schnell gemerkt. Stabilität entsteht auch nicht im stillen Kämmerlein. Wenn ich mich zurückziehe und nur in mir rumstochere, drehe ich mich im Kreis. Das fühlt sich vielleicht nach „Arbeit an sich selbst“ an, bringt mich aber keinen Schritt weiter.
Was mich wirklich stabil gemacht hat, war der Austausch. Raus aus dem eigenen Kopf, rein in andere Köpfe . Je mehr echter Austausch, desto mehr Stabilität.
Und nein , ich verliere mich aucch nicht im Austausch. Im Gegenteil. Da bin ich mir oft näher als in den Momenten, in denen ich alleine im eigenen Kopf festhänge. Und es geht auch nicht darum, ob man sich „verliert“. Kritisch wird es eher, wenn alles nur noch im eigenen Kopf bleibt und sich dort im Kreis dreht.
Was ich nach fast 20 Jahren Erfahrung aber auch sehe. Wenn jemand plötzlich anders schreibt – hektischer, unklarer, überdreht oder auffällig glatt und das Thema Sucht auf einmal keine Rolle mehr spielt, dann stimmt da meistens etwas nicht.