StehaufMännchen - Wege entstehen beim Gehen

  • aber ein reger Austausch ist meinerseits schon gewünscht. Vielleicht mag mir ja ein Moderator noch einmal auf die Sprüng helfen?

    Am einfachsten ist, wenn Du irgendwo, d.h. bei einem oder zwei, drei Teilnehmern anfängst Dich einzulesen. Und dann springt Dich vielleicht ein Thema an, dass Dich auch interessiert. Dort kannst Du direkt mitschreiben. Es ist immer interessant, andere Meinungen oder Empfindungen zu lesen.

    Sonst würde ja jeder für sich selbst nur im Thread schreiben. Durch den Austausch wird es doch erst interessant. Also keine falsche Scham, viele freuen sich, wenn sich jemand bei Ihnen einbringt.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • An meinem ersten abstinenten Silvester war ich mit meiner Frau Zuhause. Das war der sichere Ort, an dem ich an diesem Abend sein wollte.
    Und dieses Jahr wird es auch so sein und dazu kommt, unsere beiden Katzen werden es uns danken.

    Der Silvesterabend ist mit Erinnerungen und Verhaltensmustern verknüpft.
    Es muss nicht irgendwo Alkohol rumstehen, damit das Suchthirn anspringt. Auch kann es passieren, dass doch jemand die Flasche Sekt um zwölf Uhr rausholt.
    Dann kommt es auf dich und die Stabilität deiner Abstinenz an. Hör mal in dich rein, was dir dein Inneres zu deinem Vorhaben sagt.

    Pass auf dich auf.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Lebensmut74 : "Nahtod" klingt wohl eher etwas theatralisch aber ich war für Stunden körperlich und geistig schon sehr eingeschränkt und das hat mir extreme Angst gemacht. Silvester verbringen wir mit Freunden, die alle das gleiche Schicksal teilen. Somit besteht für uns alle keine Gefahr. Ich bin sehr froh darüber.

    Elly : Danke vielmals für die Orientierung Elly, jetzt bin ich gut informiert.

    Nayouk24 : Danke Nayouk für deine warnenden Worte, die sicherlich berechtigt sind. Aber wie bereits "Lebensmut" geschrieben, sind wir Silvester in einer guten Runde.

    Alex_aufdemweg : Diese Freundschaften stammen aus einer realen SHG. Wir pflegen diese Freundschaft mit 3 Pärchen, bei denen die "Jungs" bis auf meinen Rückfall seit Jahren abstinent leben.

    Wünche euch allen einen behüteten Rutsch in das neue Jahr!

    Liebe Grüße

  • Ich habe den folgenden Beitrag an anderer Stelle gepostet aber es ist mir wichtig, so dachte ich ihn auch hier zu vermerken. Vielleicht gibt es ja ein paar Meinungen dazu...

    Ich bin ja erst seit 4 Wochen im Forum und beschäftige mich momentan neben der Abstinenz noch mit anderen Veränderungen. So werde ich am 9.1.26 eine reale SHG besuchen, die ich schon kenne und nach 6 Jahren jetzt wieder aktiviert habe. Zudem überlege ich ein Ehrenamt zu übernehmen und führe noch im Januar mit der Stadt ein Gespräch dazu. Meine Frau meint ich mute mir zu viel zu aber irgendwie habe ich das Gefühl etwas machen zu müssen, das losgelöst ist von SHG´s. Ich suche eine Befriedigung, indem ich anderen helfe aber mit selber auch. Klingt blöd ist aber einfach so.

    Erlaube mir eine Frage, die mich brennend interessiert: du bist jetzt seit einem Jahr trocken, dazu meine Gratulation! Was hat dich auf den Punkt gebracht zu diesem Erfolg geführt und wie beurteilst du die Unterstützung hier in diesem Forum?

    Freue mich af deine Antwort.


    Danke und lieben Gruß

  • Stehaufmännchen , ich habe mir erlaubt, deinen kopierten Text, als ein Zitat von dir aus einem anderen Thread, zu ersetzen, sonst geht der Kontext verloren und es ist nicht klar, wen du mit deiner Frage ansprichst.
    Ich hoffe es ist in deinem Sinne.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Die Tage vergehen, Weihnachten und der Jahreswechsel waren für mich kein Problem (es wissen ja alle das es bei uns keinen Alkohol gibt). Jetzt ist irgendwie die anfängliche Euphorie "aufgebraucht" und es herrscht eine Stille, die gerade nicht angenehm auf mich wirkt. Meine Gedanken kreisen und ich merke wie mein "SuchtArsch" mir versucht eine Ausnahme zu verkaufen. Und das nicht nur hin und wieder sondern penetrant. Ich lese dann hier im Forum und das hilft. Eine Ausnahme wäre der Anfang vom erneuten Ende für mich. Ich habe diese massiven Gedanken unterschätzt und bin mir nicht sicher, ob ich das ohne hier zu lesen hinbekommen hätte. Aber egal, das Ergebnis zählt. Und in diesem Augenblick überkommt mich beim Schreiben ein gutes Gefühl.

  • Als erstes ein aufmunternder Zuspruch zum ersten erfolgreichen Monat Abstinenz!

    Du hast ja schon einige Erfahrung mit Ausstiegen (und leider auch mit Scheitern). Insofern ist gutes Rüstzeug vorhanden, bestimmte Dinge diesmal zu vermeiden und den Ausstieg dauerhaft erfolgreich hinzubekommen.

    Ich fand das erste Vierteljahr am härtesten, danach wurde es spürbar einfacher. Damit meine ich nicht Suchtdruck. Ein wenig kreisende Gedanken waren vorhanden, am meisten zerrte aber mein düsterer Gemütszustand an mir, der manchmal ein wackeliges Gefühl erzeugte. Euphorie habe ich nahezu nie verspürt!

    Und dann war da diese Leere, die fast schlagartig und sehr deutlich spürbar einsetzte. Die ist unbedingt zu füllen! Das weißt du sicherlich. Nur wie und womit … finde deinen eigenen Weg und Inhalte. Am beste, ein altes Hobby, alte Interessen wiederzubeleben, was wirklich tiefere Freunde bereitet, bleibt und ausgebaut werden kann. Etwas, das beim Tun einen angenehmen Flow erzeugt, bei dem man alles andere um sich herum vergisst.

    Die schädlichen Gedanken im Kopf müssen ausradiert oder/und umgeformt werden. Sonst könnten sie gefährlich auswachsen.

    Du fragtest oben: "Ich suche eine Befriedigung, indem ich anderen helfe aber mit selber auch. Klingt blöd ist aber einfach so."

    Keine eigene Erfahrung. Wenn deine Frau meint, du mutest dir zu viel zu, dann wäre es womöglich angeraten, auf sie zu hören. Sie kennt dich, im Gegensatz zu mir/uns.

    Ich sehe im ersten besonders kritischen Vierteljahr, sicherheitshalber dem ersten halben Jahr, als höchste Priorität die Konzentration auf sich selbst! Klar kann man auch etwas geben - wie hier, indem du bei anderen Beiträge schreibst und damit gleichzeitig über deine Erfahrungen reflektierst, zudem durch wiederholtes Aufschreiben das auch in deinem Kopf tiefer verankerst.
    Ein Amt aber ist Pflicht, und geht es dir zeitweise nicht gut, fühlst du dich womöglich dazu gezwungen und vernachlässigst deinen eigenen Schutz / die Arbeit an dir selbst.

    Mein Credo ist: Ich bin mit mir selbst und allein zufrieden und fühle mich wohl. Auch bei Stille, ohne äußeren Input/Ablenkung ist keinen innere Leere zu spüren. Ich bin mir selbst genug.

  • Lieber Oskar,

    ein schlichtes DANKESCHÖN kann wohl kaum gegen den so wichtigen "Erfahrungsschatz" antreten, den du hier teilst! Ich habe deine Ausführungen nicht nur gelesen, nein, ich habe sie zutiefst verstanden. Es ist so verdammt gut zu wisssen, dass man gerade nicht die einzig "arme Sau" auf diesem Planeten ist sondern man sich schlichtweg in das einreiht, was andere in diesem Saustall 1:1 erfahren mussten. Der von dir beschriebene düstere Gemütszustand bringt es auf den Punkt und der Hinweis auf Besserung macht es doch etwas erträglicher.

    Bin am Freitag das erste Mal wieder bei einer realen SHG. Du hat ja schon an anderer Stelle deine Meinung dazu mitgeteilt. Auch ich bin da etwas kritisch eingestellt, zumal ich die Gruppe bereits kenne (natürlich nur die langjährigen Mitglieder). Was ich derzeit nicht brauche, sind die "alten Hasen", die mit ihren gefühlten 400 Jahren Abstinenz gerne mit Anekdoten aus ihrer nassen Zeit prahlen. Ich brauche den denkbar untersten Einstieg in die Gruppe mit bedingungsloser Ehrlichkeit, nichts anderes. Und das nicht nur am ersten Abend sodern immer wieder. Das ist hier nach meinen jüngsten Erfahrungen anders. Die physische Zusammenkunft fehlt, wird aber m.E. durch eine zielführende direkte Ansprache ohne Umschweife mehr als ersetzt. Die teilweise etwas brutal anmutende Ehrlichkeit ist sicherlich der Anonymität geschuldet aber durchaus hilfreich.

    Nun gut, ich habe meiner Frau zugesagt diese Gruppe wieder zu besuchen und werde versuchen das ohne Vorurteile zu starten. Ausserdem sind dort Menschen, die mir auch ausserhalb der Gruppe schon ans Herz gewachsen sind. Ich werde berichten...

    Liebe Grüße

  • Hallo Karo,

    wie ist es denn gelaufen bei deiner realen SHG?

    Und rein rhetorisch - nur zum Nachdenken: gehst du da für dich hin oder für deine Frau (um sie zu überzeugen, dass …)

    Die teilweise etwas brutal anmutende Ehrlichkeit ist sicherlich der Anonymität geschuldet aber durchaus hilfreich.

    Ich sehe die Gründe nicht/nur minimal in der Anonymität.

    Es ist der recht streng anmutende Fokus auf die Sucht selbst. Bereinigt von Dingen, die für den Prozess der Trocknung nebensächlich sind und nur ablenken. So, wie einem die rigide Risikominimierung zu Beginn vorkommen könnte, wie harte Grundausbildung nebst Isolation in einer Kaserne, oder wie im Kloster - es geht nur um die Strenge. Dazu, dass in der ersten Zeit nach Alkoholstopp das eigene Gemüt Kapriolen schlägt; ich war überempfindlich, die Sinne plötzlich "überscharf", schnell reizbar, Urteile ins Extrem gehend.

    Das alles ist recht fordernd; viel lieber hätte man doch ein Trost-Wattebällchen …

    Ich habe mich hier erst nach knapp 7 Monaten Abstinenz angemeldet. Da ist mir auch einiges aufgestoßen/aufgefallen, aber ich konnte es bereits recht entspannt einsortieren. Und ich hatte das Vorgehen aus mir heraus selbst - instinktiv - ziemlich genauso praktiziert - fand mich also bestätigt.

    Je größer der gedankliche Abstand zum Alk bei mir, um so sinnvoller empfinde ich die Vorgehensweise.

  • Nur als Hinweis: Das ist nicht jedem bekannt.

    Infos aus anderen realen Gruppen sind hier nicht willkommen, vor allem keine internen Inhalte. Wir sind unabhängig, und auch bei uns gibt es Bereiche, die intern bleiben.

    Das gilt natürlich auch umgekehrt. Hier geht es um Selbsthilfe , entweder hier oder dort, aber nicht um einen gemischten Austausch zwischen beiden Ebenen.

    Zum einen ist es nicht fair gegenüber denen, die an anderen Austauschformaten oder Gruppen nicht beteiligt sind. Zum anderen arbeiten verschiedene Gruppen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen, Regeln und Schwerpunkten.

    Das sollte man respektieren.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Infos aus anderen realen Gruppen sind hier nicht willkommen

    Danke für den Hinweis, Hartmut.

    Meine Frage zielte lediglich auf den Eindruck, nicht auf Details. Aber du hast Recht, das verwischt sehr schnell und artet womöglich in einen tieferen Vergleich aus.

    Vielleicht verschiebst du meinen Beitrag in den Papierkorb … kein Problem damit.

  • Meine Frage zielte lediglich auf den Eindruck, nicht auf Details.

    Keine Sorge, anders habe ich es auch nicht eingeschätzt.

    Da jedoch das Forum Tag für Tag wächst und neue Mitglieder dazukommen, haue ich immer wieder einen Hinweis raus.

    Vielleicht verschiebst du meinen Beitrag in den Papierkorb … kein Problem damit.

    Nein, dann wäre er längst weg.;) Einfach @all darauf achten und alles ist gut.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Oskar, ich habe aus gegebenem Anlass meinen Mitgliedsnamen hier geändert, das nur zur Info. Leider ist ein Autausch über die angesprochenen Dinge hier nicht erwünscht. Das akzeptiere ich natürlich, finde ich aber trotzdem schade. Nur so viel, das erste geplante Treffen wurde auf Grund des Wettters abgesagt und ich war gestern das erste mal dabei. Und ja, das mit meiner Frau spielt mit Sicherheit eine große Rolle... Dann belassen wir es jetzt aber auch dabei.

    Mich beschäftigt schon, wie meine Frau meine Nüchternheit auf den zweiten Monat zugehend bewertet. Wir können uns noch nicht darüber unterhalten obwohl sich unser Umgang deutlich verbessert. Aber die Enttäuschung sitzt noch tief und ich möchte da auch nicht "hinterherbetteln". Ich mache mein Ding und glaube dadurch auf Sicht überzeugen zu können!? Es interessiert mich natürlich wie andere in ähnlicher Situation damit umgegangen sind?

    Wünsche euch einen schönen Abend.

  • Es ging lediglich um einen Eindruck. Ob es Dir etwas bringt, du dich wohl fühlst. Kannst du letztlich auch erst nach mehreren Treffen einschätzen, bisschen Geduld sollte man haben.

    Beziehung & Alk - keine echte Erfahrung. In meiner langen Beziehung war noch nichts Relevantes; die habe ich selbst beendet. Kürzere Folgebeziehungen ebenso ziemlich unbeeinträchtigt. Bei der richtigen Eskalation, ebenso beim Ausstieg, war ich allein.

    Bei partnerschaftlichen Zerwürfnissen ist es doch so: wenn es noch kittbar ist, zählen nicht Worte, sondern Taten. Und hier keine "Einzeltat" sondern ein kontinuierlicher Veränderungsprozess. Je nachdem was du auf dem Kerbholz hast und wie tolerant sie (noch) ist, wird es sich entwickeln … wenn sich der Umgang verbessert, ist das doch schon mal ein gutes Zeichen.

    Ganz entscheidend ist, dass du das zuallererst für dich tust!!! und nicht, um zu überzeugen oder etwas zu beweisen.

    Eine andere Sache ist, dass du dich beim Trockenwerden veränderst. Du hast das doch alles schon erlebt (wobei nicht lesbar ist, wie lang du zwischendurch abstinent warst). Jedenfalls bist du nach 1-2 Jahren Abstinenz nicht mehr "der alte" KE oder SAM. Das kann die Balance erheblich verändern - aber das ist noch Zukunftsmusik.

  • Danke für deine Worte Oskar. Ich hatte in den letzten Jahren längere Phasen in denen ich komplett nüchtern war aber eben nicht permanent. Ich wollte schlau sein und mir hin und wieder einfach mal einen "Rausch gönnen". Im Ergebnis bin ich was das angeht eher dumm. Das es so nicht funktioniert sollte mir schon früher klar gewesen sein aber ich verarbeite erst jetzt, was zu diesen Situationen geführt hat und warum ich es nicht beeinflussen konnte. Es war wie ein "Drehbuch", das final geschrieben war und keine Veränderung mehr zuließ...

    Du hast vollkommen Recht, ich muss es für micht tun und nicht für meine Frau oder sonst irgendjemand. Aber natürlich soll es gesehen werden und ein kleines Lob zu gegebener Zeit tut ja auch ganz gut. Ich lese derzeit sehr viel über das Thema Alkohol. Nicht nur hier im Forum sondern auch Bücher, deren Inhalte ich "verschlinge". Es tut mir gut und lässt mich wachsam bleiben. Denke über Sport nach, um mich einfach auszupowern und etwas Gewicht zu verlieren.

  • Ich bin hier häufig im Forum unterwegs um einfach zu lesen wie es anderen ergeht, die das gleiche Schicksal teilen. Nach sieben Wochen Abstinenz fühle ich mich noch keinesfalls so, als hätte ich mir auch nur ansatzweise eine gewisse Form der Sicherheit erarbeitet. Ich denke täglich gefühlte tausend Mal an den Alkohol und führe genau so viele gedankliche Kämpfe, die Kraft kosten. Einzig wichtig und mit etwas stolz verbunden ist die Erkenntnis, dass ich bisher stets als "Tagessieger den Ring verlasse".

    Mich interessiert, ab wann der Alkohol nicht mehr die permanente Macht über den Kopf hat und zumindest langsam anfängt sich zurückzuziehen? Gibt es bei langer Abgstinenz Tage, an denen man überhaupt nicht mehr an Alkohol denken muss?

    LG

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