Des Öfteren lese ich auch, dass jeder, der freiwillig und aus eigenem Antrieb es schafft den Weg aus der Sucht zu gehen, kann stolz auf sich sein. Stolz darauf, dass er etwas geschafft hat, wo andere noch drinnen hängen. Und das erzeugt ja auch bei dem einen oder anderen Neid.
Ich sage nicht das es keine Stigmatisationen gibt, aber ich habe etwas dagegen es als Gesamtbild zu sehen, da es eben nicht stimmt. Vieles was "draußen" herumgeht, ist einfach nur Trash und wird vom Menschen mit einem angehörten Halbwissen weiter verbreitet.
Zu den Geschichten,die ich höre und lese,habe ich auch selbst eine Alkoholkranken-Geschichte in meinem Leben,die mich als Kind sehr geprägt hat. Taschen wurden kontrolliert,sie wurde weggeschickt von den anderen,abwertend gesprochen in ihrem Beisein und ihrer Abwesenheit.
Sie ist leider verstorben,aber im nassen Zustand.
War sie trocken als sie stigmatisiert wurde oder noch nass? Schreibst ja das sie nass verstorben ist.
Übrigens wurde auch über mich geredet, das wird es immer, ob nun nass oder trocken, aber es ist doch meins wie ich damit umgehe. Auch hier im Forum wird meine unglaublich nette und empathisch wirkende Art nicht bei jedem gerne gesehen.
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Ich war derjenige, der nach einem Kasten Bier breitbeinig da stand und fragte, was trinken wir jetzt. Bei den nassen Mitstreitern kam das Schulterklopfen, bei dem trockenen Alkoholiker ein wissendes Kopfschütteln, beim Rest den üblichen Trash. Damit meine ich nicht mein Privatleben, das war mein Berufsleben auf Meetings und Veranstaltungen.
Ich war auch derjenige, der genau dieses Stigmatisierungsbild im Kopf hatte und es in der nassen Zeit ohne Wenn und Aber vertritt. Ist ja auch schön, seinen einigen Alkoholismus dahinter zu verstecken.
Aber bei meiner "berufliche Laufbahn" hat es nicht gestört trocken zu sein. Da hinter dem Rücken gesprochen wurde, ist normal, aber das hatte nicht auf die berufliche Laufbahn ausgewirkt. Das stand eben das Leistungsprinzip und die Qualifikation im Vordergrund. Als Nasser hatte ich mich auf der Kariere Leiter tief nach unten bewegt. Als Trockener nach oben.
Stigmatisierung ist auch ein weitgreifendes Bild. Veganer stigmatisieren ja auch Fleischfresser und umgekehrt. Liest man nur weniger.
Und nun mal ehrlich. Es ist weniger als du denkst.
Übrigens ich habe da mein Problem mit Stolz, wenn es um mich selbst geht. Krankheit gestoppt, mehr war es nicht. Aber das ist ein anderes Thema. Was ich jedoch in den 16 Jahren lernen konnte. Je weniger ich Aufhebens ich um meine Krankheit mache, was sein könnte, was sein wird, um so entspannter ist das Leben mit dieser. Muss nur meine Regeln einhalten, damit ich nicht rückfällig werde .