Da ich keinen Suchtdruckdruck verspüre oder sonst ein Unwohlsein,
dann ist doch alles in Ordnung. Ich kann, dir eine Liste von Alkoholikern geben, die es gerne auch so hätten. Deine Probleme sind für sie ein Jammern auf hohen Niveau.
Wenn du es nicht fühlen oder spüren kannst, wird es auch zu keiner „befriedigenden“ Erkenntnis kommen, was das auch immer für den einzelnen bedeutet. Ich habe nun auch noch keinen getroffen, der Saufdruck hatte und sich dann mit dem Wesen der Sucht auseinandergesetzt hat. Er war froh, standhaft gewesen zu sein. Und vermied in Zukunft diese Gefahrenstellen.
In den nassen Jahren war es einfacher, da bekam ich trotz besseren Wissens plötzlich die Erkenntnis saufen zu müssen. Da hatte ich das Wesen der Sucht sofort verstanden. War zwar nochmal in der Anfangszeit des trocken Werdens wichtig, darüber nachzudenken und gewisse Dinge zu vermeiden, aber es spielte sich eine Routine ein.
Ich selbst würde mich bei Suchtfragen auch nicht an einen Therapeuten wenden, die es nicht selbst erlebt haben. Er könnte ja auch „nur“ das Erlernte anwenden, aber Erfahrungen nicht mit mir teilen. Sind sicherlich hilfreich für das Stabilisieren oder gewisse Verhaltensregeln, aber mehr auch nicht.
Diese 0815-Standartaussagen finde ich sehr unbefriedigend
Wir im Austausch sind ja nicht da und dich zu befriedigen. Das ist doch deine Aufgabe.
Wenn ich hier nicht das bekomme, was ich für meine Trockenheit „zusätzlich“ benötige, dann gehe ich dahin, wo ich es eventuell bekomme. Wir sind doch in Deutschland gesegnet mit allerlei Hilfestellen. Ich muss es doch nur tun. Hier ständig seine Unzufriedenheit zeigen, ist sicherlich nicht der Weg zu einer befriedigenden Lösung.