Beiträge von Hartmut

    Bewusst mal aus dem Kontext gerissen

    die sich Demokratie mit Meinungsfreiheit als elementarem Kern nennt.

    Nun kommen die meisten hier her, weil sie eben mit ihren ganzen Meinungen nicht zurechtgekommen sind. Sonst würden Sie ja nicht um Hilfe bitten, um Erfahrungen zu hören /lesen. Erfahrungen hebeln in der Alkoholkrankheit Meinungen aus. Oder der elementare Kern verliert seine Wertigkeit, er zerbröckelt.

    Im Meinungsaustausch über die Alkoholkrankheit suchte ich mir immer Menschen, die ähnlicher Meinung waren. Zum Beispiel am Stammtisch. Im Erfahrungsaustausch bildete ich mir hier im Forum, keine Meinung, sondern vertraute den Erfahrungen, die mir entgegengebracht wurden. Wenn ich das so nicht gemacht hätte, sondern weiterhin auf meine Meinung weiterhin bestanden hätte, würde ich wieder am Stammtisch sitzen.

    Eventuell, oder es würde auf meinem Grabstein stehen . „Ich hatte zur Alkoholsucht eine Meinung.“

    Eine chronische Krankheit zu haben, die zudem mit einem gesellschaftlichen Makel belegt zu sein scheint,

    Jede sichtbare Krankheit hat einen Makel. Jede ansteckende Krankheit hat einen Makel. Alles, was nicht in der Norm läuft, hat einen Makel. Da der Mensch und die Gesellschaft der Makel ist und jeder einzelne seine Norm bestimmt. Es wird sich da auch nichts ändern.

    tja, nur wie kriegt man die kuh nu vom eis?

    Ganz einfach. Nicht aufs Eis gehen. Zumindest nicht da, wo ich Schlittschuhe brauche, aber selbst damit nicht fahren kann.

    Ich renne auch in kein Klassikkonzert und brülle die ganze Zeit herum, sie sollen doch gefälligst Hardrock spielen. Oder setze mich mit einem Schalke Schal auf die Südtribüne in Dortmund.

    Und hier.

    Es hat was mit der Akzeptanz zu tun, Alkoholiker zu sein. Solange ich das nicht akzeptiere, solange wird es den Makel geben. Solange ich nicht Alkoholiker für mich akzeptiere, werde ich auch versuchen alles, was ich damit in Verbindung bringe, aus meinem Wortschatz zu verbannen. Möchte ja nicht dazu gehören.

    Da werden die spezifisch auf Alkoholiker bezogenen Wörter, wie nass, trocken, nasses, trockenes Denken, saufen oder Säufer vermieden.

    Es werden unzählige Begründungen gesucht und gegeben, um eben das Bild Alkoholiker aus sich zu verbannen.

    Und das nur, weil ich selbst dann ein Makel wäre. Was aus meiner Sicht (Annahme) auch ungleich schwerer wird, dann trocken zu bleiben. Wenn es beim Wort anfängt, wird beim notwendigen Umsetzen das Tun nicht aufhören. Zumindest meine These.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass ich jedem Außenstehenden, der neugierig fragt, meine Krankengeschichte auf die Nase binde.

    Mir ist das bisher in den letzten 15 Jahren erst einmal passiert, wo nachgefragt wurde, ob ich Alkoholiker bin. Es wurden bisher auch keinerlei Erklärungen von mir abverlangt, warum und wieso ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich denke, dass sehr viel Alkoholiker mehr daraus machen als es ist. Die Scham nie abgelegt haben und sich gedanklich selbst in die Ecke „abscheulicher" Alkoholiker platzieren.

    Es ist ja im trockenen Zustand kein alltägliches Gespräch. Im nassen Zustand übrigens auch nicht. Da ist es für die meisten ersichtlich, dass bei einem übermäßigen Trinkverhalten nicht der Genuss im Vordergrund steht. Aber im nassen Zustand war es jahrelang Shit egal, Alkoholiker zu sein.

    Dieses Herumwinden ist schon bemerkenswert. Kannte ich eigentlich nur aus der nassen Zeit.

    Wenn schon aus dem Kontext, dann bitte richtig.

    Die bloße Behauptung, jemand sei Alkoholiker, ist bei isolierter Betrachtung womöglich nicht zur Verächtlichmachung geeignet, weil es sich insoweit um die Zuschreibung einer bloßen Krankheit handelt. Ist aber damit gleichzeitig die Behauptung verbunden, dass infolge des Alkoholismus Dienstpflichten verletzt werden, so kann jedenfalls dadurch der Tatbestand des §186 S tGB erfüllt sein.


    Finde ich sehr interessant

    Alkoholiker bezeichnet hier im Alkoholiker Forum den Zustand der Anmeldung und nicht der üblen Nachrede. Jeder, der sich hier im Alkoholiker-Bereich angemeldet hat, ist dementsprechend auch Alkoholiker.

    Wie er sich selbst nennt, ist da auch egal. Der Zustand ist Alkoholiker, auch wenn das Wort abscheulich ist. Zumindest für den einen oder anderen.

    Sollte jemand mittlerweile nicht mehr Alkoholiker sein, kann einfach Bescheid sagen und kann dann auch entfernt werden.

    Verharmlosung führt am Ende auch zu nicht ernst genommen werden

    Was auch die Folge hat, es wird herumgedruckst. Will etwas umschiffen und sich mit irgendwelchen Geschichten erklären. Dass der Gegenüber auch nicht bescheuert ist, wird da im Kauf genommen. Der checkt das doch.

    Schneller checkt er es, wenn ich sage, dass ich trockener Alkoholiker bin und es eben nicht mehr kann. Bei Nachfragen hatte ich den Zusatz mir parat gelegt . Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.

    . Hast Du nicht irgendwo mal geschrieben, nicht ernst genommen wirst? Kann mich auch irren.

    Alex_aufdemweg , war an Thomson gerichtet. Aber wenn es bei Dir auch so war, dann hast es auch selbst erfahren, was auch gut so ist.

    Es ist nicht unüblich, in gewissen Kreisen nicht ernst genommen zu werden. Besonders in dem nassen Umfeld.

    Sie müssten ja dann selbst zugeben, auch ein Problem zu haben. Da wird dann lieber die Strategie. „Zurück ins Boot" angewandt.

    Gerade am Anfang ist es wichtig, vor allem über sich zu schreiben. Du bist ja für Dich hier.

    Nun ist es bei vielen „Neuen“ zu erkennen, dass sie sich mehr an anderen Post beteiligen als bei sich genauer zu schauen. Hast Du nicht irgendwo mal geschrieben, nicht ernst genommen wirst? Kann mich auch irren.

    Wie kann man jemanden bei der Alkoholkrankheit jemand ernst nehmen, von dem man nur Bruchstücke von ihm selbst weiß, aber überall seinen Post absetzt? Ist schwierig.

    Klar ist diese Krankheit mit Scham verbunden, klar es ist unangenehm sich da und da sich zu bekennen, ja es ist nicht schön in die Schublade Alkoholiker gesteckt zu werden. Man hat sich ja auch jahrelang selbst ein Bild von einem Alkoholiker im Kopf ausgemalt.

    Aber, es ist eben so. Jetzt gehörst Du dazu und wer trocken werden und vor allem bleiben will, muss da eben mal durch. Es ist auch egal, welche Reaktionen auf Dich dann beim „Outen“ (ein fürchterliches Wort) der Krankheit auf Dich zukommen, ob sie nun Dich ernst nehmen, es in eine andere Schublade stecken, es abtun, weil sie selbst in Ruhe saufen wollen oder auch ein größtmögliches Verständnis haben.

    Du bist ja hier, um genau für Dich die richtige Strategie zu entwickeln, um zufrieden trocken zu bleiben. Natürlich kann es auch mit dem offenen Umgang damit Problem geben. Aber welches Problem ist größer, als wieder Saufen zu müssen und eventuell daran zu verrecken, dass man es nicht für sich in Kauf nimmt.

    Und was genau hat die Intelligenz des Alkoholikers damit zu tun?

    Wollte es im Anführungszeichen schreiben, natürlich nichts.

    Auch die „Intelligentesten“ nicht.

    Jedoch habe ich in den Jahren einige getroffen, die sich „intelligent“ sahen, die sich abheben wollten von dem Begriff Alkoholiker. Und immer auf der Suche sind es zu umschreiben. Es besser anhören zu lassen als das, was es ist.

    Sehr gut finde ich das es publik gemacht wird, nicht so gut das da sehr viel Mist erzählt wird.

    Nicht falsch verstehen, da sind sicherlich auch welche dabei, die selbst Alkoholiker sind. Jedoch haben sie auch immer ein Auge auf den Kommerz. Hat ja auch was mit ihrer Selbsthilfe für ihren Lebensstandard zu tun, der muss ja auch bezahlt sein.

    Zudem würde ich mich fragen, ob ich mich auf eine einzelne Erfahrung von dieser Person einlasse oder auf hunderte Erfahrungen aus einer Gruppe? Auch bei Büchern bin ich vorsichtig geworden . Hilft als Beiwerk zu meinem Weg, aber nie als Einzelstück. Das musste ich selbst auch erfahren.

    Und allein mit schauen und lesen ist noch keiner trocken geworden. Auch die Intelligentesten nicht.

    Passt eventuell hier auch in den Thread.

    Das Wort Alkoholiker wird mittlerweile von den verschiedensten „Influencer“ aufgehübscht als Marketing Produkt angeboten. Das Milliardengeschäft Alkohol hat den digitalen Bereich erreicht, um Betroffenen auf sich aufmerksam zu machen. Mit „like“ Klicks und man wird trocken, so die illusorische Annahme.

    Sehr gut finde ich das es publik gemacht wird, nicht so gut das da sehr viel Mist erzählt wird.

    Ein paar Tage sind herum und ich bedanke mich für die rege Beteiligung.

    Ich komme für mich zum Schluss. Je mehr ich mir Gedanken um Begrifflichkeiten mache, umso mehr entferne ich mich dem Problem. Diese Energie dahingehend zu verschwenden hilft mir keinen Tag trocken zu bleiben.

    Aber wie wichtig, das für den Einzelnen ist, zeigen die ca. 5100 Zugriffe auf dieses Thema.

    Das mit dem Zitieren hast du noch nicht ganz drauf :mrgreen: .

    Erst zitieren, dann unter dem Zitat außerhalb des Rechteckes, erst schreiben, sonst wird es unübersichtlich.

    Keinerlei Drang zu trinken ist eine normale Anfangseuphorie, die es zwar scheinbar leichter macht, aber gerade auch die Gefahr wieder zum Saufen.

    Ich hatte es mir mal so erklärt. Mein Suchthirn macht es mir am Anfang leichter, signalisiert dadurch, dass ich gar kein Alkoholiker bin und jederzeit wieder aufhören kann. Ist eine gefährliche Phase.

    , warum vor allem morgens immer noch meine Hände leicht zittrig sind ???

    Nun, diese Frage kann dir nur ein Arzt beantworten. Es gibt da eine Bandbreite von harmlosen Erkrankungen, die einen Tremor auslösen können. Dein Körper braucht auch eine Zeit, sich an die neue Lebensweise umzustellen.

    . Dass er regeneriert und an sich arbeitet, siehst du, dass nach dieser kurzen Zeit schon dein Schlafverhalten verbessert ist.

    Ich habe im Internet gelesen das dass mit der Schlafstörung bis zu über 2 Jahren gehen kann

    wer alles glaubt, was er an Krankheiten im Internet liest, der sollte aufhören zu lesen.

    Nun zum Trocken bleiben und sich abzusichern, dass der Alkohol nicht griffbereit, ist frage ich mal inwieweit du schon ein alkoholfreies Umfeld geschaffen hast?

    Hallo Achillies,

    wir haben hier mal aus allen Erfahrungen jahrelanger trockener Alkoholiker einen Artikel verfasst, wo sie ein „Newcomer“ sich erstmal orientieren kann. Was es heißt, trocken zu werden und zu bleiben. Schaue dir den mal an und wenn Fragen sind einfach raus damit.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40