Beiträge von Hartmut

    mein Wesen (z.B. zu geringes Selbstwertgefühl) ist, dann müsste ich ja im Prinzip mit großer Wahrscheinlichkeit rückfällig werden

    Wenn ich weiß, dass nicht das Selbstwertgefühl mich saufen lässt, sondern die Sucht es verlangt, dann kann ich dagegen was tun. Es wird ja dann ein verstärktes Verlangen oder gar Saufdruck auslösen.

    Nun scheine ich gesegnet zu sein, dass ich nichts, außer mich selbst für meine Sucht verantwortlich mache. Zu viel gesoffen, den Absprung nicht geschafft, fertig. Eventuell fällt es mir deswegen auch leichter, die Sucht als das anzusehen, was sie ist. Da muss ich mir auch keine Gründe erschaffen, wann, wo, warum und wieso ich mal was gesoffen habe.

    Das ist die Sucht. Wenn ich es nie einsehe, bin ich verloren und damit ich es einsehe benötige ich den berühmten Tiefpunkt oder einen wachen Moment

    oder, oder, oder :mrgreen: Das ist ja schon fast eine eigenständige Sucht, etwas zu ergründen, was nie ganz ergründet werden kann. Du kannst aber auch wieder saufen, wenn es dich so quält. ;) Oder bist du sauer, dass du es nicht mehr kannst und dein Lösungsmittel, das Saufen wegfallen musste?

    .

    Sucht ist eigenständig und da ist es Shit egal, ob sie verstanden oder nicht verstanden wird.

    Manche entscheiden einfach, ich höre auf und nach einiger Zeit des Durchhaltens, kommt der berühmte Aha-Effekt, andere erliegen immer wieder der Versuchung.

    Die kürzeste Antwort? So ist die Sucht. ;)

    Was manche machen und andere können, kann ich nicht beantworten, nur das, was mich trocken werden lässt. Ich musste auch nicht durchhalten, da ich aus einem Tiefpunkt, der fast mein Tod bedeutete, heraus trocken werden konnte. Das Leben wieder für mich so wie es war annahm.

    Anlehnend an den Thread wurde aus einem Opfermodus heraus die Lösung Alkohol bis zur Sucht gefunden. Diese Lösung fällt mit dem Trocken werden weg. Aber die Sucht bleibt und bietet sich immer wieder als Lösung für den Opfermodus an. Das eine vom anderen abzutrennen, ist der Weg.


    Die Ursache beseitigen, dann ist die Chance (meine Hypothese) auch größer, dass die Sucht sich nicht als Lösung anbietet.

    Ich habe für mich allerdings die Gründe gefunden, die unter anderem dazu geführt haben, weshalb ich in die Sucht gerutscht bin.

    ( Dibbelscheißer Modus an :mrgreen: )

    irgendwas beißt sich da bei meinem Verständnis. Vielleicht kann mich da mal einer aufklären. Kann ja sein, dass ich es über 15 Jahre verkehrt verstanden habe. Bitte mal die Langzeittrocken zu mir. :mrgreen:

    Wenn es heute keinen Grund zum Saufen gibt, dann gab es früher vor der Sucht auch kein Grund. Wenn ich während der Sucht es als Grund ansah, dann sprach doch die Sucht aus mir? Oder nicht?

    (Dibbelscheißer Modus aus :mrgreen: )

    Ich glaube, wir führen den Thread jetzt wieder dem eigentlichen Thema zu.

    Werd dazu eventuell ein eigens Thema aufmachen.

    Das finde ich nicht. Wenn ich Erklärungen für mich gefunden habe, welche wirklichen Gründe mich in die Sucht geführt haben (und damit meine ich nicht die vorgeschobenen Gründe, weshalb ich in dem Moment damals getrunken habe, wie z. B. Schicksalsschlag usw.), dann hab ich mich einfach nur mal selbst reflektiert und ich kann zukünftig vielleicht darauf achten, dass ich daran arbeite, nicht wieder in alte Muster zu fallen.

    Erfahrungen verändern sich mit der Dauer der Trockenheit. Oder besser gesagt. Der Blick darauf wird anders.

    In der sensiblen Anfangszeit war es mir auch wichtig zu erörtern, welche Situationen zu trinken führten, um das Risiko erstmal zu meiden. Pragmatisch sich schützen. Ich musste aber auch feststellen, dass ich rund um die Uhr jahrelange gesoffen hatte. Da war das Ergründen mehr ein Wunschdenken, was dazu geführt hat. Für mich gibt es nicht die „Erklärung“ bestimmter Gründe. Die Masse der Gründe verschwimmen in der Sucht. Jede Situation wurde verwendet, um zu saufen. Von Freude über Leid oder Opferverhalten war immer ein Anlass.

    Meine Jugend, meine gute/schlechte Kindheit oder doch der Umgang mit den richtigen /falschen Freunden sind für mich keine Gründe. Es mag sein, dass es eventuell begünstigt hat, aber mich rückwirkend in die „Opferrolle“ zu begeben wären, für mich Rechtfertigungen das ich gesoffen hatte. Ich bin froh, dass ich damit abgeschlossen habe.

    Sollte ich heute wieder anfangen zu saufen, dann nicht aus dem Grund, sondern aus dem Wissen heraus, dass die Sucht nicht gänzlich auszuschalten ist.

    Aber jetzt, hier und heute bin ich kein Opfer und habe mein Leben in der Hand - mit oder ohne Sucht,

    Danke nochmals für die Erklärung. Da es ein Alkoholiker Forum ist, liegt, lag eben die Sucht nahe. Andere psychische Erkrankungen, die einem begleiten, sind zu vielfältig.

    Für mich war es ein Schritt in Richtung Heilung, zu erkennen, dass alles nur vorgeschobene Gründe waren.

    Das ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse.

    Es gibt keinen Grund zu saufen. Nicht einen.

    Nur einen, da widerspreche ich. Ich will es wieder. ;)  :mrgreen:

    Das letzte Mal habe ich am Donnerstag den 08.12. getrunken

    Wir gehen bei einer körperlichen Entgiftung von 7 bis 10 Tage aus. Ist unterschiedlich. Ich würde an deiner Stelle morgen kurz mal anrufen, ob das so weit ok ist. Dann bist du ja auch der sichern Seite.


    ch bewundere all diese Menschen, die es geschafft haben ihr Problem anzugehen, und hoffe, dass ich von ihrer Stärke und Erfahrung profitieren kann.

    Es kann jeder schaffen . Und du bist mir gegenüber schon weitaus weiter als ich damals bei meinem Weg war. Also erstaml nur Mut.

    . Eine Entgiftung kann, wenn ich die Artikel richtig verstanden habe, viele verschiedene Formen haben. Sowohl ambulant, als auch stationär. Immer in Begleitung eines Arztes.

    Ich habe jetzt nicht mehr nachgelesen, wann du das letzte Mal getrunken hast, vielleicht bist ja schon entgiftet. Hast du da ein Datum?

    Zu Saufzeiten fühlte ich mich in der Opferrolle und fand immer Gründe zu saufen.

    Mal paar rhetorische Fragen, Anmerkungen dazu.

    War das wirklich so? Oder hat die Sucht erstmal signalisiert, ein Opfer zu sein, und die Lösung Saufen angeboten? Es gab eine Zeit vor dem Saufen und eine Zeit nach dem Saufen. Warst du vorher auch schon Opfer? Fühlst du dich heute nach der gestoppten Sucht immer noch als Opfer?

    Da sind mir zu viele Variablen, die im Nachhinein nicht mehr richtig zugeordnet werden können. Bei mir schon gar nicht. Ich hatte 30 Jahre gesoffen.

    Nun werde ich ja auch nicht als Opfer geboren, entweder ich mache mich dazu oder werde dazu gemacht. Das Ergründen, warum und wieso ich zum Säufer wurde, beinhaltet immer wieder die Gefahr, es heute noch als Grund zu nehmen, rückfällig zu werden. Das ist mir mein jetziges Leben nicht wert.

    Da ich kein Freund bin, das Saufen tiefenpsychologisch zu ergründen ist bekannt. Was ich bei anderen psychischen Erkrankungen für sinnvoll halte.

    Hallo

    für mich hinkt der Zusammenhang Opferrolle-Gründe-Saufen -Alkoholiker. Zumindest aus heutiger Sicht. Die Sucht ist der Grund, nicht die Umstände, die mich saufen ließen.

    Mit den Jahren meiner Trockenheit habe ich immer mehr die Sucht isoliert und sehe sie als etwas Eigenständiges, krankhaftes an. Dass die Sucht aus mir spricht und Signale bei irgendwelche Begebenheiten, oder emotionalen Zustand sendet, dass ich nun gefälligst ihr Angebot annehmen und wieder Saufen soll, ist ja ihr Job.

    Den Job kann ich aber vermiesen, wenn ich weiß, dass es keine Gründe gibt und mir gewisse und bekannte „Trigger Situationen vermeide“ und unvermeidbare erkenne.

    Hallo Hobbit,

    erstmal was Organisatorisches. Das ist der Vorstellungsbereich, bei dem wir die ersten Schritte aus der Sucht besprechen. Der Austausch folgt dann auch erst nach einer Freischaltung für die weiteren Bereiche. Wir klopfen da bewusst ab, ob der User ein Alkoholiker ist und die lebenslange Abstinenz anstrebt.


    Du schreibst was vom 20.12 Termin beim Arzt das für eine eventuelle körperliche Entgiftung zu spät ist. Damit fängt eben alles an. Das plötzliche Absetzen von Alkohol kann zu schweren Entzugserscheinungen von Delirium bis zum Tod führen. Deswegen ist da auch ein zeitnahes Absprechen mit deinem Arzt sehr wichtig.

    Lese dir mal diesen Artikel durch

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Hallo Hobbit,

    willkommen bei unserer Online SHG.

    Das wichtigste hast du erkannt, dass du nicht mit Alkohol umgehen kannst, was auf Alkoholismus hindeutet. Siehst du dich denn als Alkoholiker? Bewundernswert ist, dass du schon mit den Ärzten darüber gesprochen hast. Sogar wegen einer Entgiftung.

    Nun tauschen sich hier bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben. Wenn das auch dein Wunsch ist, bist du hier richtig. Da du gestern das letzte Mal getrunken hast, wäre es dann auch nochmals sinnvoll, kurz mit deinem Arzt über eine eventuelle jetzige Entgiftung zu sprechen.

    Was meinst du mit „nicht viel“? Nicht ausführlich geschrieben oder nicht viel gemacht?


    Ich persönlich finde Job kündigen, Kontakte abbrechen, zur Suchtberatung gehen, stationäre Langzeit-Therapie anleiern und festmachen plus Selbsthilfegruppe beitreten schon echt viel.

    Mal an die Co Abhängige,

    es ist ja schön und gut das CO sich am Austausch beteiligen. Aber das ist der Alkoholiker Bereich und ich denke das Ihr da eine ganz andere Sicht darauf habt. Deswegen ist auch so manches Verständnis anders zu bewerten.

    Zur Hilfe holen gehört auch ein Umsetzen dazu. Es hat ja Gründe, warum es zu Rückfällen kommt. Umstände lassen mich nicht rückfällig werden. Sie werden nur dazu benutzt, weil die Sucht schreit, ich kann die Probleme wieder mit dem Saufen lösen.

    Nicht viel vom Weg gelesen ist ja nichts Negatives. Würde auch Sinn ergeben, alles nochmals zu durchleuchten. Alkoholfreies Umfeld. Orte meiden, wo gesoffen wird. In den Therapien was gesagt, getan, erlernt wurde. Was wurde da umgesetzt.

    Ich bin nach 30 Jahren Saufen nun über 15 Jahre trocken. Allein mit dem Forum und einen direkten und ungeschönten Austausch. Das auch weil ich nicht immer gleich angepisst war, weil mal etwas gegen die Netiquette verstoßen hat, sondern mich auch auf das wesentliche konzentrierte.

    Der Alkoholiker verreckt eben, wenn die Sucht nicht gestoppt wird. Ein Co verreckt nicht, er hofft, dass es nicht dazu kommt.

    Du bist so ein Typ, mit dem ich mich stundenlang fetzen könnte....

    Da freue ich mich schon drauf. Zumindest was der Austausch und den Weg betrifft. Da hatte ich nicht viel lesen können. Eher die Umstände, warum du es schwer hattest.

    Hast du es auch mal mit einer pragmatischen Strategie versucht? Wir haben hier mal einen Artikel. Von Langzeittrockene zusammengetragen.


    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40