Beiträge von Hartmut

    Hallo TIm,

    mal provozierend eine rhetorische Frage. Was machst du, wenn die Freundin Schluss macht und andere Stützpfeiler zusammen brechen? Wieder Saufen?

    Ich habe mir auch 2 reale Gruppen unter anderen die AA angeschaut und es ist auch nichts für mich. Das Forum ist meine alleinige Selbsthilfegruppe. Unterstützung ist gut, aber sollte zu einem passen. Ist wie bei einer Therapie. Die kann noch so gut sein, wenn der Therapeut nicht zu einem passt, dann war es das.

    Mein langfristiges Ziel war auch ohne Unterstützung trocken zu bleiben. Abhängig war ich lange genug vom Stoff. Deswegen nicht nur auf Unterstützung hoffen, sondern auch aktiv sich ein alkoholfreies Umfeld aufzubauen. Analog der Grundbausteine. Die sind aus jahrelangen Erfahrungen von Langzeit trockene aufgestellt worden. Die habe ich mir genommen und umgesetzt. Sachen, die ich nicht verstanden habe, hinterfragt.

    Wichtig ist auch, sich immer wieder mitzuteilen. Im Forum tummeln sich viele Langzeit trockene, die dich mit unterstützen können. Aber eines vorweg. Nicht jede Antwort, die du bekommst, schmeckt gleich gut. ;)

    Ich werde jedenfalls künftig solche einschlägigen Veranstaltungen und Unternehmungen, in denen Alkohol eine wichtige Rolle spielt, vermeiden. Meine Abstinenz ist mir viel zu wichtig, als dass ich sie dafür riskieren will.

    Gefällt mir gut.

    Lieber Hartmut, du schaust da aus der Perspektive eines nicht co-abhängigen drauf und glaubst du kannst es beurteilen.

    Nicht ganz. Bin in einer klassischer Alk-CO-EKA Familie aufgewachsen. Ich beurteile es aus der Suchtsicht.

    Thema Verantwortung. Wenn Kinder im Spiel sind, erklärt der CO nicht dem Kind, warum der Vater / Mutter so komisch sind, wenn sie gesoffen haben und beschönigt es? Obwohl er doch genau weiß, dass es Bullshit ist?

    Wenn der Alkoholiker sich den ganzen Tag zudröhnt, ist er unzurechnungsfähig. Ist der CO auch unzurechnungsfähig?

    n. Aber du stellst dir das ganze aus meiner Sicht zu einfach vor.

    Von einfach war nie die Rede.

    Das alles soll keine Rechtfertigung sein, sondern eine Erklärung.

    Ich sehe auch keine Rechtfertigung. Ich sehe Austausch.

    Nun bin ich ja schon ein paar Tage trocken und beschäftige mich mit den Süchten beiderseits auch schon über 15 Jahre. Pragmatisch gesehen muss erstmal das Suchtmittel weg, erst dann kann es den Weg aus der Sucht geben. Bei CO der Alkoholiker, beim Alkoholiker der Alkohol.

    Was mir auffällt, je mehr der Fokus auf das Verstehen der Sucht, das immer wieder Analysieren seines Zustandes mit dem „Suchtmittel“ gelegt wird, umso länger bleibt man mitten in der Sucht. Erst wenn merkliche Veränderungen umgesetzt werden, mit dem Wegstellen der Flasche, mit dem Wegstellen des Suchtkranke-Partners, löst man sich davon. Erst ab da beginnt die Be und Aufarbeitung seiner Sucht.

    Leider wird zu viel Zeit auf die Hoffnung und die Beziehung gesetzt.

    Es wird auch immer wieder diskutiert, ob es eine Zukunft oder Umgang mit einem trockenen Alkoholiker geben kann. Ich sagte Ja. Aber erst müssen beide Seiten sich vom Suchtmittel entfernen, damit lernen umzugehen, um wieder aufeinander zugehen zu können.

    Hallo Tim

    Bei meinen früheren Versuchen, vom Alkohol loszukommen, bin ich jeweils zwischen Tag 10 und 20 gescheitert. Da bin ich jetzt zwar durch, aber ich bin dennoch gerade ziemlich verunsichert.

    Was machst du nun anders, damit du nicht scheiterst? Im Kopf allein umdenken, reicht, wie du schreibst, ja nicht aus.

    Standhalten gegen Saufdruck ist nur temporär. Trocken werden und bleiben wird man aus der Erkenntnis heraus Alkoholiker zu sein, der anschließende Kapitulation und der inneren Überzeugung, dass bei gewisser Situation nur die Sucht aus einem spricht.

    Es gibt eine ganz einfache Regel für mich. Wenn ich Bedenken habe, lasse ich es. Ersetze es mit etwas, was auch Spaß macht.

    Meist geht es nicht um das Konzert, die Party oder einen anderen Alkohol durchnässte Fest. Es geht "größtenteils" um sein eigenes Selbstwertgefühl. Nicht mehr dazuzugehören, nicht dabei sein zu können, andere könnten über einem Tuscheln und die Krankheit selbst als Stigma anzusehen.

    Ich bin mit den Toten Hosen und Metallica aufgewachsen (um ganz wenige zu nennen) . Ja ich bin schon so alt, da hatten diese Gruppen noch gute Musik gespielt :mrgreen: ) Wenn ich da mal nicht hingehe, laufe ich auch nicht gleich "Atemlos durch die Nacht" oder wechsle die Fronten.

    Je länger trocken, um so besser wird der Umgang damit stimmt nicht. Nur mit länger zufrieden trocken wird ein Schuh draus.

    Bei euch „alten Hasen“ ist die Erfahrung vielleicht schon ne Weile her, aber der Umgang und der Ausdruck darüber zu trauern sollte schon gestattet sein ohne zu

    Nun hat es ja einen Grund warum wir alte Hasen geworden sind.

    , aber der Umgang und der Ausdruck darüber zu trauern sollte schon gestattet sein ohne zu Bewerten.

    Na ja, wenn ich mich in einem Forum anmelde und den Austausch öffentlich suche, mich vor allen um mich herum seelisch "nackt" mache, wird es nicht ohne Bewertung gehen. Für mich hatte es auch nie Sinn gemacht, nur mein Leid zu klagen. Ich wollte ja nicht bedauert werden oder ausschließlich User finden, die in einem ähnlichen Zustand sind. Die konnten mir nicht helfen.

    Da hielt ich mich an meinen alten Spruch. Zwei Nichtschwimmer können sich nicht gegenseitig retten. Sie halten sich zwar eine Zeit lang über Wasser, aber gehen dann gemeinsam unter.


    Natürlich tut es weh, das sehen auch die "alten Hasen "Es ist nicht so das wir da Betriebsblind oder ohne Gefühle sind. Gerade deswegen kommen hin und wieder, harte, ungeschönte und direkte Kommentare.

    rgendwie empfinde ich diese Aussage als Schlag ins Gesicht, als ob man als Co-Abhängiger besser dran wäre als der Alkoholiker, denn man kann ja noch Verantwortung übernehmen.

    Es geht nicht um besser oder schlechter. Wie kann denn ein nasser Alkoholiker Verantwortung übernehmen? Du hast es doch am eigenen Leib erleben müssen als EKA oder nicht? Dann hast du dich hier angemeldet, weil du für dich selbst die Verantwortung übernommen hast. (eventuell schon bevor dein Anmelden hier. Habe deinen Thread nicht ganz gelesen)

    Ob wir die Verantwortung übernehmen können hängt nicht nur von einer Suchterkrankung ab sondern von so vielen Faktoren (persönliche Reife, Bewusstsein für die Verantwortung,

    Stimmt. Jedoch ab der Sucht-Erkrankung ist es anders. Zumindest so lange bis der Süchtige bemerkt hat, dass er nur für sich was tun kann. Das unabhängig ob CO-EKA oder Alkoholiker.

    Übrigens bin ich auch EKA. Also so ganz fremd ist es mir nicht.

    Die Alkoholabhängigkeit kann man nicht mit der Co-Abhängigkeit vergleichen, genau so wenig, wie man Äpfel mit Birnen vergleichen kann.

    Naja, es geht nicht immer um das Vergleichen oder was, wo, wer welche Krankheit hat. Es ist auch egal welche Voraussetzungen da gegeben sind . Es geht einfach um das Tun.

    Ich hatte jahrelang mich über meine Krankheit informiert, analysiert , mich mit anderen unterhalten und soff einfach weiter. Ich hatte alles verstanden. Es hat jedoch die Umsetzung gefehlt. Ich hatte es mit der unnötigen Floskel "Gehe dein Tempo, alles braucht oder hat seine Zeit" versucht und soff immer noch. Dann ging ich ins Forum, ich musste ja mal was anders machen und hatte aber den selbigen Fehler gemacht und nur gelesen. Nach 12 Wochen Rückfall. Der Rückfall hatte mir fast das Leben gekostet. (Zynismus an) Alles hat seine Zeit auch der Tod . ( Zynismus aus)

    Dann erfand ich mein "Tun muss man tun" was sicherlich viele hier noch aus meiner Anfangszeiten her kennen.

    Ich bin der festen Überzeugung das es shit egal ist um welche Krankheit es sich handelt. Wenn ich nicht bereit bin etwas umzusetzen jammere ich mich immer tiefer ins Tal der Tränen rein.

    Nun konnte ich aus meinem Saufen heraus keine Verantwortung mehr als nasser Alkoholiker übernehmen.

    Der Vorteil von CO oder Angehörige, sie können Verantwortung übernehmen . Das liegt nicht am Verständnis der Krankheit. Es ist vielmehr das Gefühlschaos, die emotionale und wirtschaftliche Sicherheit die im Vordergrund steht und massiv abbremst. Solange keine Kinder dabei sind ist es wurscht.

    Ich frage mich hier ziemlich oft, ob einige hier des Lesens überhaupt mächtig sind, weil so oft Sachen unterstellt werden, die aus Texten herausgelesen werden wollen, das ist schon grenzwertig.

    Naja, wir sind in einem Alkoholiker Forum, worin sich allerlei User tummeln, die eben nicht, wie du dich selbst betitelst, "hochbegabt" sind, sondern sich wegen ihrer Sucht angemeldet haben. Und aus der Erfahrung heraus unterstellen oder mutmaßen. Und die Sucht zu stoppen, die höchste Priorität ist.

    Es ist auch nicht unüblich, wenn ein User plötzlich anders schreibt, dass er einfach wieder säuft. Wäre es ein Beziehungsforum, wäre diese Annahme eine andere. Nun habe ich 30 Jahre Säufer und 15 Jahre trockene Erfahrung. Das ein CO Abhängiger oder Angehöriger, die selbst nie ein Alkoholproblem hatten, sich da weniger reinfühlen können ist nachzuvollziehen.

    Jedoch würde ich mich als CO fragen, warum ich für den betroffenen User in die Breche springe. Der User ist doch erwachsen genug um für sich selbst zu sprechen.

    Lieber einmal mehr unterstellt als hinter der Hand tuscheln. Ich sehe es auch noch aus einem anderen Aspekt. Unterstellungen im Alkoholiker Bereich ist kein Bloßstellen, es ist vielmehr die Sorge um den User der sich gerade in einer schwierigen Situation befindet.

    Ich habe ein spezi getrunken und einige alkoholfreies bier. Und andere bier

    lies mal was ich geschrieben habe. Ich habe Spezi getrunken . Ich habe nicht getrunken.

    Also Spirit , erstens hast du einen ganz anderen Schreibstil, was drauf schließen lässt, das etwas nicht stimmt. Deswegen habe ich dich angeschrieben . Dann widersprichst du dich. Hier musst du nichts vormachen . Wenn es so ist das du gerade säufst dann ist es so.

    Die familiäre Situation ist schlimm und das dann jemand der gerade angefangen hat nüchtern zu werden, zur Flasche greift, ist nichts außergewöhnliches.

    Ich habe gerade im Status von einer Freundin meiner Freundin gesehen wieviel spass sie haben und wollt ihr die Wahrheit wissen

    Nicht über deine Beziehung möchte ich die Wahrheit wissen, was mich jedoch interessieren würde, was die Ausnahmesituation gerade mit dir macht. Hast du Saufdruck, Gedanken ans Saufen oder bist schon dabei?

    Zitat
    Etwas offtopic, aber es gibt eine neue (alte) Statistik, dass Alkoholiker im Schnitt 10 Jahre früher sterben.
    Zitat

    Ich habe mal von 20 Jahren gelesen, die man sich wegsäuft.

    Ups ich habe gerade meinen Puls gemessen . Ich müsste ja dann schon längst tot sein. :mrgreen: Ich halte Euch auf dem Laufenden

    Hallo Mad Max

    dein Thread Title heißt "Hilfe und Rat gesucht." Sei mir da mal nicht böse . Das glaub ich dir nicht.

    Hast du nicht ehr hier Zuspruch gesucht, welch guter Mensch du bist? Ist es bei der Partnerin nicht eher ein Schrei nach Anerkennung, als nach Liebe?

    Ich sehe es ähnlich wie Sunshine. Du kommst mir wie ein schwerer Alkoholiker vor, der jeden Tag mit Promille in der Birne , bei seinen Saufkumpanen am Stammtisch sich auslässt, das er aufhören will, weil er zu viel säuft. Und danach eine Lokalrunde schmeißt.

    Hallo MaBee,

    wenn ich den ganzen Tag nur noch in Gedanken um den Partner wäre, dann würde ich auch keinen Ausweg sehen. Jedoch gab es sicherlich ja auch eine Zeit vor dem Partner. Oder? So gibt es auch eine Zeit nach dem Partner. Wieviel Zeit willst eigentlich noch verschwenden. Wenn er das Saufen aufhören will dann wird er was tun. Will er es nicht, dann macht er nicht nur Sich, sondern auch Dich mit kaputt. Ist es dir das wert?