Willkommen zurück! Hut ab, dass du wieder zu uns gefunden hast.
Ich mache mir sehr viele Gedanken, wie es wieder dazukam.
Mal aus meiner Sicht , nach gut zwanzig Jahren hier im Forum und unzähligen Rückfallgeschichten, die ich gelesen und begleitet habe.
Der Versuch, die „Gründe“ für einen Rückfall endgültig aufzulösen, führt in die Irre. Es wird im Leben immer irgendetwas geben, das die Sucht dankbar als Steigbügel benutzt sei es Stress, Überforderung, falsches Umfeld, Gruppendynamik, Einsamkeit, ein mieser Tag. Die Gründe sind austauschbar.
Das ist schlicht die Funktionsweise der Krankheit. Die sucht sich keinen Grund sie nimmt jeden.
Was aber funktioniert, und das sehe ich seit zwei Jahrzehnten immer wieder. Du warst drei Jahre trocken. Das ist kein Zufall, das ist ein funktionierender Weg. Und genau an den knüpfst du jetzt wieder an. Aber unterschätze nicht, wie dankbar die Sucht jede Abweichung annimmt.
Die Scham gehört dazu. Die hat jeder, der im Vollsuff Dinge getan hat, die er nüchtern nie tun würde. Das ist kein Charakterurteil, das ist ein Symptom der Krankheit.
Du kannst nicht ändern, was passiert ist. Du kannst nur zeigen, was du jetzt tust. Selbsthass bringt auch niemanden raus. Abstinenz und klare Schritte schon.
Und noch etwa.: Ich habe in all den Jahren keinen einzigen erlebt, der durch „Gründe auflösen“ wieder trocken geworden ist. Aber ich habe viele gesehen, die durch Konsequenz wieder auf die Beine kamen.
Dass du es kannst, hast du drei Jahre lang bewiesen.
Alles Gute dazu.