Echt jetzt?
Danke für die Steilvorlage.
Ein Lexikon soll mir erklären, was meine Haltung ist?
Im Wörterbuch bedeutet „trocken“ nur, keinen Alkohol im Körper. In unserer Alkoholiker‑Sprache heißt „trocken“ jedoch mehr , es ist eine Haltung, eine Entscheidung fürs Leben.
Wir, oder zumindest die meisten von uns, sprechen von „nass“ oder „trocken“, nicht von „nass abstinent“. Das ist unsere Sprache, nicht die der Wörterbücher. Hier sagt man auch mal „gesoffen“ statt „getrunken“, hier redet man Tacheles direkt auf den Punkt, ohne Umschweife oder hochtrabende Worte.
Es gibt auch welche, die sich als „alkoholabhängig“ bezeichnen und nicht als „Alkoholiker“. Das eine ist eine medizinische Diagnose, das andere ein persönliches Bekenntnis. Beides hat seine Berechtigung aber es drückt nicht die gleiche Haltung aus.
Wer diese Sprache nicht spricht, wird sich hier auch nicht zurechtfinden. Das ist okay, wer sich damit nicht beschäftigen will, muss es ja nicht. Mal ganz allgemein gesagt, nicht auf dich bezogen.
Ich bin nicht durch ein Buch trocken geworden. Ein Buch hat mich sogar blindlings in den Rückfall geführt, fast hätte es mein Leben gekostet. Die Geschichte ist bekannt. Lexika und Bücher geben Hinweise, aber keine Haltung.
Wenn du die Tage gezählt hast, wenn du eine Trinkpause gemacht hast, wie viele waren das dann
Bis ich wieder gesoffen habe, gab es Trinkpausen. Manchmal länger, manchmal nur als Vorhaben, 30 Tage Abstinenz am Ende wurden es 20, und das war dann auch irgendwie okay.
Um herauszufinden, ob ich Alkoholiker bin, habe ich mir vorgenommen „Wenn ich 5 Tage nichts saufe, dann weiß ich es.“ Aber das waren für mich nur abstinente Phasen keine „trockenen“ Phasen. Denn am Ende stand immer wieder das Saufen.
Danke für die Beteiligung, ich halte mich jetzt mal etwas rarer im Thread. Im Kleingedruckten steht ja ohnehin schon alles, da braucht es keine weiteren Erklärungen, also gönne ich mir hier ganz trocken gesagt eine kleine „Abstinenz“. 