Unterschied Abstinenz und Trocken ?

  • Abend,

    Ich fühle mich trocken wenn ich nicht an Alkohol denke geschweige denn ihn zu trinken. Schritt für Schritt gehe ich jetzt andere Dinge an, beispielsweise Ernährung. Das war zur nassen Zeit kein Thema, zur abstinenten Zeit nachrangig, jetzt wird es angegangen. Da ist so gar kein Platz für Alkohol, das fühlt sich trocken an. Kein Leichtsinn, nur langsam habe ich es wirklich akzeptiert dass ich gegen meine Sucht nicht gewinnen kann. Und wenn ich schon mit ihr Leben muss, dann richte ich jetzt mal paar andere Baustellen.

    Aber ob ich wirklich trocken bin? Ich fühle mich trockener als noch vor 3 Monaten.

  • Ich geh Dingen eben gerne auf den Grund ;) Und es dauert, bis ich komplett zufrieden bin.

    Mit meinem nüchternen Leben bin ich allerding sehr zufrieden. Das ist für mich das Relevanteste. Aber der Thread führt nicht wirklich zu einem Ergebnis. Zumindest nicht für mich. Wie ich meinen Zustand letztendlich betitele, ist zum Glück mir überlassen.

  • Aber der Thread führt nicht wirklich zu einem Ergebnis. Zumindest nicht für mich.

    Danke, dass du dich trotzdem damit beschäftigt hast, ohne abwertend zu sein und ohne es ins Lächerliche zu ziehen.

    Maßgeblich ist nicht immer nur der, der es für sich versteht oder nutzen kann. Wichtig sind auch all die anderen, die das gleiche Recht haben, sich einzubringen und ihren Weg abzugleichen oder vielleicht erst zu entdecken.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich war gestern mit einem Freund mit unseren Kindern draußen und ich wollte was klarstellen bzgl. meiner Sucht.

    Es kam gleich das ach was, du hast nie, ich hab dich noch nie gesehen, bis zum Du übertreibst. Ich hab dann natürlich erzählt das ich immer alleine zu Hause getrunken hab, es nicht mehr im Griff hatte..., aber er war immer noch nicht zu 100% überzeugt🤣

    Ich stell mir jetzt vor das durch solche Aussagen die nicht sofort berichtigt werden das Suchthirn wieder einen kleinen Riss finden könnte, vielleicht noch die bombastischen Blutwerte vom Arzt der noch lobt wie fit man ist und dann kommt irgendein Moment

    Da hab ich am anfang gleich gesagt ich bin Alkoholiker, hätte ich gesagt ich bin Abstinent hätte ich mich doch selbst belogen und ihn auch. Seine Beschwichtigungen sind doch das ideale Einfallstor, im warsten Sinne des Wortes ein trojanisches Pferd.

    So gibt es erst einen Haarriss, in den dringt Feuchtigkeit ein und dann wird er langsam größer. Ein "ich bin Alkoholiker" schützt mMn wirklich besser, denn wie ich heute gelesen hab darf man nie das Bewusstsein verlieren was man ist.

    Natürlich muss jeder Abwegen wie er es handhabt, wie gesagt vor meinen Chefs würde ich im Moment noch die Abstinenz bevorzugen, doch gestern hab ich gemerkt das es so für mich besser ist. Ich hab nicht gesagt das ich trocken bin, ich hab gesagt das ich Alkoholiker bin, als er mir nicht glauben wollte hab ich dann erzählt warum er es nicht glaubt...

    Wir feiern Silvester auch mit unseren Kids zusammen, so weiß er Bescheid und wird nicht fragen zudem er auch noch gesagt hat das er auch nichts trinkt. Seine Frau weiß so auch bescheid, also alles gut. Kein komm es ist doch Silvester, nur das eine Glas, ein Jahr ohne reicht doch....

    So wissen alle Beteiligten bescheid und ich muss nicht aufpassen.

    Also ich stimme Hartmut zu "im Prinzip ist es nicht egal"

  • Danke, dass du dich trotzdem damit beschäftigt hast, ohne abwertend zu sein und ohne es ins Lächerliche zu ziehen.

    Hajanaklar! Wenn mich etwas interessiert, fördere ich gerne meine kognitiven Fähigkeiten. Und NICHTS, was mit dieser Krankheit zu tun hat, darf jemals in's Lächerliche gezogen werden.

  • Daraus etwas herauszulesen oder gar zu psychologisieren und dann noch von jemand, der mit so was normalerweise nichts an der Backe hat, erstaunt und erheitert mich schon.

    Wer fängt hier an zu psychologisieren? Wer zieht irgendwelche Schlüsse , du für dich? War das dein Punkt? Wenn bei dir vieles anders ist, dann ist das eben dein Ding.

    Ich frage mich nur, warum du dich an Threads beteiligst, mit denen du offensichtlich nichts anfangen kannst. Wenn dich das eher erheitert ,schön und gut. Aber das sagt am Ende mehr über deine Art der Beteiligung aus als über den eigentlichen Inhalt deiner Beiträge.

    Da lässt sich auch einiges hineininterpretieren. Der Sinn einer Selbsthilfegruppe ist doch, sich über alles auszutauschen, was mit Sucht zu tun hat. Genau dafür ist sie da.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Schon eine interessante Diskussion.
    Jeder der sich beteiligt, säuft momentan jedenfalls nicht.
    Also scheint es mir persönlich eher ein Nebenproblem zu sein.

    Ich bin meistens einfach nüchtern, trocken ist ein Begriff unter uns Alkis für mich.

    Und ich glaub, trocken gedacht habe ich schon in dem Moment, als ich beschlossen habe aufzuhören. Denn da war mir bereits klar, dass Alkohol unter keinen Umständen, und wenn der dritte Weltkrieg ausbricht und mich alle einschliesslich meiner Frau verlassen, noch eine Option ist. Denn dann schaff ichs nicht und fertig.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Wenn ich vielleicht in ein paar Jahren mal im Garten sitze und ein paar Freunde schlagen auf. Man hat sich ein paar Wochen nicht gesehen und es kommt die Frage bezüglich Bier auf...

    Dann hab ich die Pflicht zu sagen was Sache ist, ein nein ich bin abstinent kann ja alles bedeuten, ein ich bin Alkoholiker/trocken bringt es aber auf den Punkt. Mein bester Freund wollte gleich bescheid wissen wie der Stand war bzgl. der Mengen oder der Größe meines Alkolismus.

    Bei mir sehe ich die Gefahr das daraus wieder das gleiche Problem entstehen kann.

    Nur ein unvorsehbarer Moment des Glücks, Euphorie, vielleicht ein Lottogewinn 100.000 oder so und ich wäre nicht weit von einem Rückfall entfernt. Da bin ich mir 100% sicher ich kenne mich.

  • Hallo Hera, genau darüber mach ich mir Gedanken, im Faden von Sonnenmensch bin ich zur Überzeugung gekommen, daß genau das zu ersten leichten Rissen führen kann. Auf der Arbeit/Beruflich würde ich mich auch nicht aus dem Fenster lehnen aber falls es mal im Bekannten/Freundeskreis zu einer Situation kommen sollte ist mMn die volle Wahrheit besser.

    Also ich bin trocken oder gleich trockener Alkoholiker

    Ich weiß nicht, was du mit "Rissen" meinst? Wenn ich mich durch meine eigene Wortwahl gefährden würde, dann hängt meine Abstinenz/Trockenheit aber an nem gaanz seidenen Faden. Oder ich bin noch ganz frisch trocken. Oh Mann, jetzt hab ich die Begriffe aber auch durcheinander gewirbelt..

  • Dann hab ich die Pflicht zu sagen was Sache ist, ein nein ich bin abstinent kann ja alles bedeuten, ein ich bin Alkoholiker/trocken bringt es aber auf den Punkt.

    Die Pflicht hast du nicht, aber den Punkt hast du genau getroffen. Abstinenz bedeutet nur: nichts trinken.

    Auch wenn es keiner großen Erklärung braucht – jeder, der mir an den Kopf wirft, er sei gerade abstinent, zeigt damit, dass mehr dahintersteckt. Wenn dann lange erklärt wird, aus gesundheitlichen Gründen, wegen Unverträglichkeit oder mit ausgeklügelten Beschreibungen, die wie Hirngespinste wirken, dann mache ich einen Strich drunter und weiß Bescheid.

    Das ist zwar nicht wichtig, aber wer denkt, er könne sich hinter einem Vorhang verstecken oder mit einem Wortspiel sein Gegenüber überzeugen, hat die Realität verpasst.

    Das ist dieselbe nasse Denkweise wie damals beim Saufen, nur diesmal aus einer Abstinenz geboren, die einem wirklich Trockenen gar nicht passiert wäre. Ein kleiner Ausflug ins Wortspiel.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Nur ein unvorsehbarer Moment des Glücks, Euphorie, vielleicht ein Lottogewinn 100.000 oder so und ich wäre nicht weit von einem Rückfall entfernt. Da bin ich mir 100% sicher ich kenne mich.

    ich glaub da ist es Dir vom Saufen selbst noch nie so richtig schlecht gegangen.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hi LK,

    Und ich glaub, trocken gedacht habe ich schon in dem Moment, als ich beschlossen habe aufzuhören.

    Also ich nähere mich dem erst an, von Anfang an hab ich mich nicht trocken gesehen

    Ich bin meistens einfach nüchtern, trocken ist ein Begriff unter uns Alkis für mich.

    Man sagt es im Idealfall auch nur einmal, zumindest bei seinen besten Freunden, ich erwähne bei Gesprächen ja nicht andauernd das ich Alkoholiker bin

    Jeder der sich beteiligt, säuft momentan jedenfalls nicht.
    Also scheint es mir persönlich eher ein Nebenproblem zu sein

    Als Nebenproblem sehe ich das nicht, mir gibt es zu denken wie die Sucht sich so wieder einschleicht bzw. einschleichen kann. Aber wie gesagt ich betrachte das für mich gefährlich.

    Klar schreib ich hier auch oft abstinent, aber im realen Leben würde ich so anfangen meine Krankheit zu verniedlichen, das gepaart mit einem Moment des großen Glücks könnte mich ins wanken bringen.

    Denn eigentlich ist es ja ein bisschen die "Hintertür" von der oft gesprochen wird. Seit heute bin ich überzeugt das ich das niemals einreißen lassen darf.

    Ich schreib bestimmt was im Fazit des letzten Jahres 😉

    Gruß R/no

    2 Mal editiert, zuletzt von R/no (29. Dezember 2025 um 19:15)

  • Trocken heißt ja automatisch auch das man Alkoholiker ist, bei Abstinent gibt es Spielraum

    Wow. Stimmt. So genau war mir das gar nicht klar. :thumbup:

    Ja und dennoch warst du in dieser Zeit trocken.

    Nein Bono. Ich war zu dieser Zeit nass wie ein Lappen. Meine Gedanken haben nach dem nächsten Bier getrieft.

    Trocken ist definitiv eine Lebenseinstellung.

    Dauerhaft zufrieden Abstinent klingt schwierig. Glücklich trocken klingt für mich einfacher. Besonders, wenn es erreicht ist. 8)

    Was ich aber verstehe ist, dass hier

    trocken ist ein Begriff unter uns Alkis für mich.

    Aus dem Grund ist es nachzuvollziehen, gerade zu Menschen, die mir nicht so nahe stehen, oder im Geschäft, den Begriff Abstinent zu wählen. Da der Normalo (und vielleicht Bono :saint:) den Begriff Trocken nicht verstehen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ach ja. Ich zähle die Tage nicht. Aber ich rechne gerne. Und ich habe gerade errechnet, dass ich mir 5,4 Kubikmeter Bier in den letzten vier Jahren gespart habe. Und das war nur die "Grundmenge". Ca.

    30 Badewannen.

    Fühle mich deswegen jetzt nicht irgendwie trockener, oder nasser.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • . Da der Normalo (und vielleicht Bono :saint: ) den Begriff Trocken nicht verstehen.

    Volle Breitseite Alex. Ich denke ich bin ein ganz normaler Alkoholiker.(ln dem Sinne Normalo). Es ist denn etwas anmaßend von dir, zu schreiben

    , das ich das nicht verstehe ,nur weil ich nicht deiner Meinung bin. Damit willst du dich erhöhen, um zu signalisieren, das du mehr begriffen hast als Andere (in dem Fall ich). Bis hierher war es nur eine Diskussion, wo jeder seine Meinung einbringt. Die Sache entwickelt jetzt eine Eigendynamik,die eine unnötige Brisanz in das Thema bringt. Ich zweifel nicht an meiner Auffassungsgabe. Darüber brauchst du dir keine Gedanken machen;):) und das Wichtigste für mich ist, das dies hier nicht ein Ping,Pong Spiel wird, mit Rede und Gegenrede und jetzt bin ich tatsächlich und endgültig raus aus dem Thema :saint:. LG Bono

  • Hi R/no,

    mit diesem Überraschenden wie Lottogewinn, jetzt gibts was zu feiern, habe ich meine längste Trinkpause beendet.
    Ich wusste von Anfang an, es ist eine Trinkpause, und ich hatte mich schon drauf gefreut, wenn ich das durchgehalten habe und dazu noch etwas bestimmtes geschafft (war fast wie ein Lottogewinn, nur musste ich dafür arbeiten), dann hab ich mir das verdient.

    Die Sauferei war positiv besetzt. Ich mache einen schönen Tag noch schöner, indem ich mich besaufe.
    Die Erfahrung, die ich da gemacht habe, war aber, mit Saufen kann ich mir noch den schönsten Tag restlos ruinieren.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Die Erfahrung, die ich da gemacht habe, war aber, mit Saufen kann ich mir noch den schönsten Tag restlos ruinieren.

    Sehr gut, das du das relativ zeitig in deinem Leben erkannt hast. Mich hat es denn viel mehr Lebenszeit gekostet um die richtige Entscheidung zu treffen. Aber das ist auch irrelevant. Lieber spät als garnicht.

  • Sehr gut, das du das relativ zeitig in deinem Leben erkannt hast.

    an dem Punkt war ich sicher nicht der Schnellste.
    Die nächsten fünf Monate waren einfach scheixxe, was das anging.
    Und dann hats mir gereicht.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

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  • Ich mag das Wort Alkoholiker auch nicht, finde es bestimmt nicht cool und benutze es ungern. Wenn es für einen selbst, Situationsbedingt, aber besser so ist sollte man das Kind schon beim Namen nennen. Das abgleiten in Verharmlosungen und das wäre abstinent in dem Moment für mich wenn es unangenehm wäre, so wie mit Freunden, auch, ich hab zuviel getrunken, es war echt viel usw. spielen da für mich in der gleichen Liga.

    Nicht der Moment in dem mir die hübsche Stewardess Wein anbietet, ich meine den Moment wenn es einfach besser ist es "einfach" zu sagen.

    Die Pflicht hast du nicht


    Hartmut ich hätte schreiben sollen die Pflicht mir selbst gegenüber

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