Erstmal finde ich deine Einstellung gut. Aber am Ende bringt es dir ja nichts, wenn jemand etwas gut findet , entscheidend ist, dass es für dich stimmig ist und zu deinem Weg passt.
Ja ich bin Alkoholiker/-in. Das ist keine Doktrin, die hier gelebt oder von Teilnehmern gefordert wird.
Ich bin hier sicher nicht der Zimperlichste, denn ich weiß genau, wie Sucht wirkt und was sie aus einem machen kann. Ich war selbst an der Grenze des Möglichen, ich habe das alles erlebt. Und aus dieser Erfahrung heraus sage ich: Wer mehr Energie darauf verwendet, das Wort "Alkoholiker" zu vermeiden, als sich die eigene Lage ehrlich anzuschauen, der ist noch nicht so weit. Dann soll er weitersaufen das ist seine Entscheidung, nicht meine.
Man kann alles als Doktrin sehen, als Maßnahme, als etwas, das man sagen "muss‘" Kann man. Es ist ja sein Leben. Aber unseres ist es nicht. Wir müssen uns nicht an ihn anpassen der User kommt freiwillig hierher, in einen Raum, in dem er kostenlos Unterstützung bekommt, die ihm die Möglichkeit gibt, nicht an der Sucht zu verrecken
Ich mache diesen Job hier seit fast 20 Jahren. Und die, die von Anfang an um jedes Wort kämpfen und alles relativieren, sind meistens die, die schneller wieder saufen , als ihnen lieb ist.
Nicht, weil sie schlechte Menschen sind, sondern weil sie ihre eigene Sucht lieber verschieben, verpacken oder umdefinieren, statt sie anzuschauen.
So, nun bin ich mal wieder weg, nicht das hier noch jemand erschreckt wird.