Servus, mal pragmatisch gedacht. Es gehört auch dazu, etwas auszuhalten, sich dagegenzustellen und die Zeit abzuwarten, bis das Craving nachlässt. So ist es eben. Es geht vorbei, solange ich es nicht weiter füttere. Ein vorher aufgestellter Notfallplan hilft dabei. Was kann ich tun, wenn es kommt?
Denn wenn ich nichts tue und mich zum Beispiel nicht melde, ist mein Kopf schon viel näher beim Saufen als beim Gegenhalten. Genau deshalb braucht Craving Vorbereitung.
Ein richtig fettes Craving.
Normal. Was soll eine Sucht denn sonst machen? Es ist ihr Job, dich in jeder Situation daran zu erinnern, „endlich mal wieder zu saufen“. Sie kann ja nicht wissen, ob du gerade mitten im stress steckst oder ob ein friedliches Ereignis ansteht. Für die Sucht zählt nur eines, ihren alten Platz zurückzuerobern. Sie flüstert dir zu „Mensch, Boss, sauf endlich wieder.“
Alkohol habe ich benutzt, um runterzukommen. Das ist jetzt weg.
Aber was jetzt?
Wieder saufen. Oder doch nicht ? Das war früher die „Lösung“, die dich in die Sucht getrieben hat. Was kann ich ändern? Nicht gedanklich hin und her springen, nicht von Thread zu Thread schleichen, sondern wirklich etwas verändern. Mehr bei mir bleiben.
Austasuch reicht nicht.
Weihnachtsmarkt kann ich meiden.
Silvester kann ich meiden.
Aber den Alltag? Geht nicht.
Scheiße.
Alltag meiden? Unsinn. Es geht darum, nur das zu meiden, was wirklich triggert. Zwei Situationen haben das Suchtgedächtnis aktiviert, mehr nicht. Kurz anschauen, als Nebenwirkung der Sucht einordnen und abhaken. Das ist kein echter Alltag, das ist ein alter Reflex.
Wenn ein Versicherungsmakler da ist, bekommt er Vertrauen. „Mach mal“ – alles online rüber, erledigt. Das Finanzamt kommt jedes Jahr, völlig normal. Wer selbständig ist, gibt vieles ab. Keine Kontrolle über jeden Cent mehr, alles digital über den Steuerberater. Und wenn eine Rechnung fehlt, dann fehlt sie eben. Ein paar Euro Unterschied sind nichts im Vergleich zu dem, was früher bedenkenlos versoffen wurde. Belastendes wird ausgelagert, fertig.
Es geht darum, Lösungen zu schaffen, statt dem Suchtgedächtnis Raum zu geben, das alte „Wegsaufen“-Muster vorzuschlagen.
Probleme verschwinden nicht im Glas. Verantwortung liegt nicht bei Maklern, Behörden oder sonst wem. Der Suchtdruck entsteht im eigenen Kopf, und dort wird er auch beantwortet: mit Struktur, Klarheit und echtem Handeln statt Ausreden.
Das mal kurz zusammengefasst, auf den Punkt gebracht, was ich denke, was zu tun ist. Vielleicht ist auch für dich etwas dabei.
Tun muss man tun.