Beiträge von Hartmut

    Hallo Zuckerwatte,

    jetzt ist wirklich alles im Vorstellungsbereich ausgetauscht, was es auszutauschen gibt. Mehr geht hier nicht, . Der Vorstellungsbereich soll die ersten Schritte aufzeigen – das wurde nun mehrfach gesagt und aufgezeigt.

    Ich schließe hier mal. Melde dich einfach wieder, wenn du sieben Tage nichts getrunken hast oder beim Arzt warst. Eine kurze PN an einen Moderator reicht, und dann geht es weiter.

    Bleib am Ball.

    ch bin jetzt Anfang 50 und möchte unbedingt abstinent werden und brauche Eure Unterstützung.

    Nun, die Unterstützung ist hier immer dann gegeben, wenn ein User, der zu uns kommt, auch handelt , also bereit ist, in die Entgiftung zu gehen oder bereits entgiftet ist. Alles andere sind am Ende nur Absichtserklärungen. Genau deshalb haben wir da einen Riegel vorgeschoben. Nichts ist dehnbarer als der Begriff "ich will"

    Kontrolliertes Trinken ist hier ein Tabu. Und machen wir uns nichts vor: Wenn es dir geholfen hätte, würdest du nicht noch trinken.

    Also: Geh zu deinem Arzt, besprich mit ihm die Entgiftung und schon hast du hier alle Unterstützung der Welt.

    Ich würde den Entzug gerne diesesmal zu Hause machen. Hast du damit Erfahrungen? Kann ich die Medikamente auch zu Hause nehmen?

    Nun, wie geschrieben: Das hier ist der Vorstellungsbereich. Der eigentliche Austausch findet erst während einer überwachten oder nach einer Entgiftung statt. Ferndiagnosen oder eigene Einschätzungen bringen da niemanden weiter.

    Also: Geh zu deinem Arzt, kläre es ab, lass dir sagen, wo du stehst und gib hier kurz Bescheid. Dann sehen wir hier weiter.

    Die Angst kann ich gut verstehen – aber sie wird ja nicht weniger, wenn hier irgendwas in den Raum geworfen wird. Keiner kennt dich persönlich, und jeder bringt seine eigene Diagnose mit. Deshalb: erst abklären, dann reden.

    TRIGGER-WARNUNG: Was mich stört ist die Doktrin die hier gelebt wird. Man muss sich als unheilbar kranken, suchtabhängigen Alkoholiker bezeichnen um die Erlaubnis zu bekommen sich austauschen zu dürfen, sagt man einen „falschen Satz“ wird dies sogar in Frage gestellt und mantra-gebetsartig wiederholt und drauf hingewiesen, dass das hier nur ein Forum für Leute ist die sich offen bekennen und ob man sich überhaupt so sieht

    Du beschreibst sehr klar, dass du die Kontrolle verlierst, dass du in jeder Lebenslage getrunken hast und dass lebenslange Abstinenz für dich der einzige Weg ist. Genau das ist der Punkt, an dem wir hier ansetzen.

    Du hast das richtig verstanden: Sich zu bekennen gehört hier dazu. Wenn jemand keine Alkoholabhängigkeit sieht oder nichts darauf hinweist, dann kann er sich hier nicht austauschen das ist einfach die Struktur des Forums.

    Und wichtig ist auch: Wir sind hier keine Ärzte, wir haben kein Stethoskop. Das hier ist eine Selbsthilfegruppe, die seit über 20 Jahren besteht und sich auf Erfahrung stützt – nicht auf medizinische Diagnosen oder ständig wechselnde Meinungen, Hypothesen oder Theorien.

    Zu deiner Kritik: Hier gibt es keine Doktrin. Der Austausch richtet sich an alle Alkoholiker, nicht an die Bedürfnisse einzelner User. Niemand wird gezwungen, in einem Raum zu bleiben, der nicht zu ihm passt.

    Der Begriff ‚Alkoholiker‘ ist hier auch kein Etikett, sondern eine Orientierungshilfe. Er trennt Menschen, die abstinent leben müssen, von denen, die kontrolliert trinken können. Nur deshalb ist die Selbstbezeichnung wichtig, damit alle auf derselben Grundlage sprechen.

    Dass Sucht unterschiedlich verläuft, mit verschiedenen Stufen und Mustern, bestreitet niemand. Aber der gemeinsame Nenner ist: Wer einmal die Kontrolle verloren hat, verliert sie wieder. Und genau das beschreibst du selbst von dir.

    Und ja, die Art und Weise des Austauschs mag dem einen oder anderen aufstoßen. Das ist dann sein Thema. Nicht jeder ist das Sprachrohr eines anderen – und das muss hier auch niemand sein.

    In meinen Augen bin ich schwerer Alkoholiker, die Frage ist, Hartmut, bin ich in deinen selbsternannten Expertenaugen einer und / oder entspreche ich einfach nicht den strengen Forenregeln hier und bin besser in einem Forum für depressive o.Ä. aufgehoben.

    Ich bin kein Experte im Sinne von Diagnosen – das steht mir nicht zu. Ich bin Moderator, und hier zählt allein die Selbstanalyse: Wenn du sagst, du bist Alkoholiker, dann bist du hier richtig. Alles gut.:thumbup:

    Dass Depressionen und Alkohol oft Hand in Hand gehen, ist nicht ungewöhnlich.

    Jemand, der Alkohol nur missbräuchlich oder situativ trinkt und grundsätzlich steuern kann, hat ein anderes Thema als jemand, der trinken muss und die Kontrolle verliert.

    Für den Austausch hier ist wichtig, dass man sich selbst als Alkoholiker einordnet und Abstinenz als Weg sieht.

    Vielleicht noch etwas allgemein. Die Realität ist, dass viele Alkoholiker rückfällig werden und manche daran sterben. Das klingt hart, aber wir tragen hier auch ein Stück Verantwortung. Deswegen mag das dem einen oder anderen streng erscheinen – aber nur so können wir eine Plattform bieten, die wirklich beim Trockenbleiben unterstützt.

    Auf Alles ein klares „Ja“.

    Lullaby, dieses Forum ist für Menschen gedacht, die sich selbst als Alkoholiker bezeichnen und eine abstinente Lebensweise anstreben. Wenn du sagst, du kannst kontrollieren, steuern und jederzeit aufhören, dann beschreibst du etwas, das mit einer Alkoholabhängigkeit nicht vereinbar ist.

    Das ist nicht gut oder schlecht , es bedeutet nur, dass du dich selbst (noch) nicht als Alkoholikerin siehst. ? Ist das richtig?

    Gleichzeitig habe ich in letzter Zeit viel hier im Forum gelesen und reflektiert. Dabei ist bei mir eine gewisse Unsicherheit entstanden. Ich frage mich zunehmend, ob ich mich selbst korrekt einordne

    Finde ich gut, sich selbst zu überprüfen. Sucht erkennt man nicht daran, wie differenziert man sie in Einzelteile zerlegt oder wie man sich im Vergleich zu anderen einordnet. Damit sucht man sich im Zweifel nur einen Vorwand, um weiterzutrinken — zumindest ist das das, was ich daraus lese.

    Entscheidend ist, was passiert, wenn du das erste Glas trinkst. Kannst du aufhören? Kannst du es kontrollieren? Kannst du es steuern? Wenn die ehrliche Antwort Nein ist, dann brauchst du keine Theorie mehr.

    Hallo Zuckerwatte, willkommen bei uns.

    Ich würde es gerne wieder reduzieren auf 1-2 Gläser pro Woche. Hat jemand einen guten Tip für mich?

    Und jetzt mal eine Antwort ohne Zucker und ohne Watte ;) Lass den Blödsinn.

    Nun Alkoholiker können nicht ein bisschen "saufen"oder ihren Konsum reduzieren. Wenn das funktionieren würde, wäre er keiner – und du hättest es längst selbst geschafft. Oder? Es gibt keinen Umschalter im Kopf, den man auf halb stellt. So läuft die Sucht nun mal nicht.

    Außerdem ist es hier ein Forum, in dem sich bekennende Alkoholiker austauschen, die sich selbst so bezeichnen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Deshalb ist dieses ganze Weniger- oder Heruntertrinken hier kein Thema und wird auch nicht diskutiert Das ist nicht unsere Herangehensweise.

    Abstinent, wäre das nichts für dich?

    Die Reise wird jetzt über eine Langzeittherapeuthische Maßnahme gehen.

    Die Erkenntnis, sich in qualifizierte Hände zu begeben und gründlich zu durchleuchten, wie und was überhaupt mit jemandem los ist, muss man erst einmal haben. Hut ab!

    Meld dich ruhig ab und zu, wenn es um Alkoholismus geht – alles andere lässt sich hier nicht lösen, dafür sind psychische Erkrankungen zu komplex.

    Alles Gute

    Ich will NICHT dabei sein. Bin froh das ich nicht dabei bin!!

    Das glaub ich dir, dass du nicht dabei sein willst. Aber das Suchthirn sagt nun mal etwas anderes. Wenn das alles nur über Denken funktionieren würde, würde hier kein Süchtiger rumlaufen.

    . Mir tut es gut wenn ich nicht getriggert werde

    Du hattest in den Jahren mehrere Anläufe, dann den Rückfall. Das ist keine Kritik, sondern einfach dein Suchtverlauf, und damit bist du nicht allein das ist bei den meisten so. Jedes Mal nach dem Wegstellen hattest du den Willen, und es wurde auch besser.

    Nur am Ende hat das Suchthirn gewonnen, weil es dich immer wieder getriggert hat. Es hat dich überzeugt, wieder zu saufen – genau so läuft das Muster. Warum sollte es jetzt plötzlich anders sein, solange das Suchtgehirn weiter quengeln kann, bis es bekommt, was es immer bekommen hat?

    Verstehst du, was ich meine?

    Es ist dann eben auch mal wichtig, gegenzuhalten, wenn die Überzeugung des Saufzentrums mal nicht so stark ist.;) Auch mal auf die Zähne beißen, sich mitteilen, den Frust rauslassen –so wie du es heute gemacht hast. Reden, schreiben, statt alleine im Kopf zu kreiseln.

    Das letzte Mal hast du es allein ausgemacht und gesoffen. Jetzt bist du hierher gekommen. Weiter so!

    Und dann eben in 24‑Stunden‑Schritten denken. Mehr muss es gar nicht erstmal sein.

    Ich denke mal laut mit.;)

    Was bringen all die Maßnahmen, wenn im Kopf noch eine Ecke sitzt, die sagt: „Ich weiß, ich bin Alkoholiker – aber ein kleines bisschen will ich doch noch dabei sein“?

    Solange diese Rest‑Ambivalenz da ist, dieses „Ja, aber…“, wirken selbst die besten Maßnahmen nur begrenzt. Das Suchthirn läuft weiter, ruft alte Muster ab, was soll es auch anderes tun, das ist schließlich sein Job. Es reagiert wie immer: „Sauf was, dann ist alles gelöst.“

    Trocken sein heißt für mich auchb das Kopf, Verhalten und Risikominimierung in dieselbe Richtung zeigen müssen. Gleichschritt. Wenn der Kopf das nicht wirklich akzeptiert, bleibt immer eine Lücke offen und durch die funkt das Suchtsystem zuverlässig rein.

    Einen festen Zeitplan, wann der Saufdruck verschwindet, gibt es eigentelich nicht. Aber die Tendenz, die ich hier über die Jahre im Austausch immer wieder gesehen habe, ist eindeutig: Je mehr ich mich mit meinem neuen Leben fern vom Saufen arrangiert habe, je stabiler meine Routinen sind und je zufriedener ich damit werde, desto leiser wird das Ganze.

    Am Ende verliert das Suchthirn einfach seine Bühne.

    Dir alles Gute, Abstinenzler.

    Das muss jeder für sich entscheiden, ob er sich als Alkoholiker sieht

    Das ist richtig und wird hier auch so akzeptiert.

    Zur Klarstellung: Missbrauch kann der Einstieg sein – aber wir bieten hier keinen allgemeinen Austausch über problematischen Konsum an. Das Forum ist ausschließlich für Alkoholiker gedacht, also für Menschen, die eine Abhängigkeit beenden müssen. Das ist etwas anderes, als „einfach aufhören zu können“. Ein Missbraucher kann aufhören. Ein Alkoholiker muss aufhören. Das ist der Unterschied.

    Und deswegen sind diese Wege auch unterschiedlich.

    @all. Es geht nicht nur darum, sich nicht beirren zu lassen, sondern auch darum, dass nicht jeder automatisch Alkoholiker ist, nur weil er selbst das so empfindet. Das kann die Krankheit verharmlosen und ihr die Ernsthaftigkeit nehmen.

    Wenn dann noch keine Risikominimierung dazukommt, entsteht schnell ein falscher Eindruck. Und der zieht Nachahmer an , mit dem Risiko, dass jemand, der wirklich abhängig ist, sich daran orientiert und im Rückfall landet.

    Du, Angler, hast für dich erkannt, dass du Alkoholiker bist. Das akzeptiere ich. Alles andere hier ist Austausch. Es geht nicht darum, dir etwas ein- oder auszureden, sondern darum, Selbst- und Fremdeinschätzung auseinanderzuhalten.

    Für mich war die entscheidende Frage damals eine ganz einfache. Ich habe die ganze Ursachenforschung weggelassen und mich nur gefragt: Hätte ich auch getrunken, wenn es diesen ganzen Beziehungsstress oder andere Probleme nie gegeben hätte – ja oder nein. Bei mir war die Antwort ein klares Ja.

    Wie würde es bei dir aussehen, wenn du die Beziehungsgeschichte komplett ausblendest und nur diese eine Frage beantwortest?

    Ganz einfach: manche Leute trinken ein Bier und das wars. Manche trinken im Gespräch, das Bier wird nach einer Stunde schaal und sie geben das halb volle Glas zurück.

    Angler, dieses „manche trinken so, manche so“ ist mir zu einfach. Wenn ich mich vergleiche, schaue ich nicht auf mich. Entscheidend ist, was aus mir heraus passiert ist – nicht, was theoretisch bei anderen vorkommt. Das war nie meine Begründung für Sucht.

    Meine Sucht hat sich nicht über Vergleiche erklärt, sondern über das, was in mir ablief: Aufwachen, erster Gedanke Alkohol. Schlechtes Gewissen und trotzdem weitergesoffen. Kontrollverlust. Saufen trotz Übelkeit, Ekel, Schmerzen. Kein Anlass nötig, kein Streit, kein Trigger von außen. Der Druck kam aus mir, nicht aus der Situation. Das war kein „ich wollte“, das war ein „ich musste“. Der Drang war körperlich, nicht logisch.

    Und dann lese ich bei dir wieder Dinge wie: „Ich war emotional abhängig“, „ich war überfordert“, „ich habe mich verloren“, „ich habe mich in Beziehungen aufgegeben“. Das ist heftig, keine Frage und das kann einen komplett zerlegen. Für mich klingt das aber eher nach emotionaler Abhängigkeit als nach einer klassischen Alkoholabhängigkeit. Dass beides ineinander übergehen kann, will ich gar nicht ausschließen , dafür fehlt mir einfach die eigene Erfahrung.

    Aber genau deshalb hake ich nach. Was bei dir lief, war belastend, ja. Die Frage ist nur, ob es wirklich Sucht im Sinne von Alkoholabhängigkeit war oder etwas anderes, das du gerade darunter einordnest.

    Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, das Thema immer wieder im Kreis zu drehen. Mein Blick richtet sich hier auf Sucht, und darüber kann ich aus eigenen Erfahrungen berichten – fast 30 Jahre Saufen, knapp 20 Jahre Austausch hier im Forum.

    Dir alles Gute

    Ja tue ich, weil sonst hätte ich es ja nicht gemacht.

    Angler, du schreibst, dass du Alkoholiker bist.

    Gleichzeitig beschreibst du durchgehend weithin Muster, die für mich eher nach Missbrauch als nach Abhängigkeit klingen. Das passt für mich im Moment nicht ganz zusammen.

    Deshalb eine konkrete Frage. Ab welchem Punkt würdest du sagen, ist aus deinem Konsum eine Sucht geworden? Und woran machst du fest, dass es heute keine Rolle mehr spielt?

    Wenn ich lese „Ich brauche keinen Alkohol, ich mag keinen Alkohol, ich habe kein Verlangen, ich konnte immer verzichten“, dann wirkt das für mich nicht wie klassische Abhängigkeit.

    Und ganz offen. Wenn du das wirklich ohne Risikominimierung, ohne Struktur und ohne Rückfallgefahr hinbekommst, dann ziehe ich den Hut. Aber ich hake nach, weil hier nicht der Eindruck entstehen darf, dass jeder trockene Alkoholiker das „locker flockig“ so hinbekommt. Das wäre ein fatales Signal , andere würden blind in den Rückfall laufen.

    Mir geht es auch nicht darum, dir etwas abzusprechen. Aber wenn man deinen gesamten Thread liest, fällt dieser Widerspruch nicht nur mir auf.

    Tut mir leid, aber irgendetwas scheint bei dir nicht richtig anzukommen. Seit Beginn drehst du dich im Kreis und findest immer wieder die alten, manchmal neuen Gründe, warum du zur Flasche gegriffen hast.

    Das ist verständlich, aber Sucht funktioniert anders. Sie braucht keine Rechtfertigung und keinen Anlass. Wir sind hier in einem Suchtforum, und das hat nichts mit Beziehungsabhängigkeit oder emotionalen Mustern zu tun.

    Was du beschreibst, ist Missbrauch, nicht Abhängigkeit das ist ein Unterschied.

    Deshalb mal eine klare Frage diesmal, bitte ohne Ausweichen oder was du schon mal gesagt hast .

    Siehst du dich selbst als Alkoholiker?

    Zum Alkohol. Ich habe nie gesoffen weil Bier da war. Ich habe auch nie getrunken weil ich konnte oder es mir erlaubt habe.

    Also: doch nicht süchtig?

    Wenn ich nur saufe wegen der Umstände, dann ist das keine Sucht, das ist Missbrauch. Sucht ist es erst, wenn ich trinken muss – unabhängig von Gründen, Stimmung oder Situation. Wer sich einredet, „ich trinke ja nur, weil …“, beschreibt exakt das Gegenteil von Sucht.

    Das ist die "Komfortzone" des Missbrauchers, nicht die Realität eines Alkoholikers.

    Man sagt ja Sucht ist nicht heilbar, nur Stoppbar. Ich habe für mich festgestellt, dass man erstmal zu sich kommen muss und dann gar nicht die Probleme verdrängen/ ertrinken muss.

    „Zu sich kommen“ ist kein Ausstieg aus einer Sucht. Für einen Alkoholiker braucht es eine Notwendigkeit, geboren aus der klaren Erkenntnis, Alkoholiker zu sein. Alles andere ist ein Zusammenlegen von Gründen, ein Schönreden, ein Verschieben. Denn ob ich Probleme verdränge, erkenne, löse oder ob sie mal weg sind, ändert nichts an einer Sucht.

    Und ob du ein Wrack bist oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Ob du das hier als „arme Sau“ verbreiten willst oder ob es stimmt, ist in diesem Rahmen nicht zu klären. Das gehört in ein Gespräch mit deinem Therapeuten, nicht in ein Forum, das deine Selbsteinschätzung weder prüfen noch korrigieren kann.

    Warum ich so direkt schreibe? Weil es eben auch Irrtümer gibt und weil es möglich ist, dass jemand sich in eine Krankheit „hineinrettet“, die vielleicht gar nicht da ist. Ich hatte selbst jahrelang ein exzessives Trinkverhalten und war trotzdem nicht süchtig, nur stark gefährdet. Und genau das wünsche ich dir dass du "Nur" gefährdet warst aber nicht abhängig.

    Es ist kein Weltuntergang, Alkoholiker zu sein zumindest ein trockener;). Schlimm ist nur, einer sein zu wollen, um eine Ausrede zu haben. Zum Beispiel: „Ich habe zu viel gesoffen, deswegen ist die Beziehung an die Wand gefahren.“

    Das ist nicht fremdverschuldet, das ist eben nur eine bequeme Erklärung

    Verstehst du, was ich meine?

    Und bevor das falsch verstanden wird! Ich spreche niemandem eine Krankheit ab. Mir geht es nur darum, jedem Klarheit zu wünschen , das mache ich bei keiner anderen Erkrankung anders. Aber die Erfahrung zeigt eben auch hier.

    Manche flüchten sich in Erklärungen, die einfacher zu ertragen sind als die Realität.

    Ich denke, solange du in dieser inneren Endlosschleife aus Schuld, Grübeln und Selbstzweifeln feststeckst, wird sich an deinem Gefühl nichts ändern. Kein Wunder, du badest ja förmlich darin. ;) Die Gefahr ist nur, dass man das irgendwann für Selbsterkenntnis hält, obwohl man sich eigentlich nur im Kreis dreht. Oder?

    Du hast selbst geschrieben, warum du früher gesoffen hast. Und genau da liegt für mich der Punkt: Trinkverhalten und Suchtverhalten sind eben nicht dasselbe. Das eine ist, was man tut, das andere ist, warum man es tut.

    Die eigentliche Frage ist doch: Hättest du auch weiter gesoffen, wenn es keinen Anlass gegeben hätte?

    Das Emotionale ist nachvollziehbar, aber auf dieser Ebene wirst du es hier nicht lösen. Wenn es dir hilft, alles niederzuschreiben, ist das völlig in Ordnung, aber dafür gibt es Profis und du bist ja in Therapie. So lese ich es zumindest.

    Und jetzt zum eigentlichen Thema Alkoholismus. Dieses Ekelgefühl gegenüber Alkohol ist nett, aber es trägt dich nicht dauerhaft. Das funktioniert nur, solange du in diesem Zustand bleibst. Wenn sich das verändert, brauchst du Stabilität , nicht Ekel.

    Genau deshalb sind Schutz und Risikominimierung so wichtig.

    Wie wäre es wenn ihr trocken werden wollt und euer Partner säuft......trennt man sich dann? Ist doch nicht Euer Ernst. Es muss doch nicht immer schwarz weiß gedacht werden. Ich bin sicher das auch andere Wege zum Ziel führen.

    Dein Partner kann auswärts saufen und zu Hause alkoholfrei bleiben. Das ist eine Grenze, die man sich setzen kann. Man kann die Familie treffen, wenn es kein allgemeines Besäufnis ist – auch das ist eine Möglichkeit.

    Aber wenn du überzeugt bist, dass es „andere Wege“ gibt, dann brauchst du hier keine Hilfe – dann geh diese Wege. Oder gab es einen Grund, warum du dich hier angemeldet hast?

    Und ehrlich: Wenn alles so funktionieren würde, wie du es dir gerade zusammenbaust, wärst du nicht süchtig geworden. Genau deshalb bekommst du hier keine bösen, sondern klare Antworten und keine Bestätigung für Wunschdenken.

    Du kannst ins Bierzelt gehen, auf den Tischen tanzen, an jeder nassen Veranstaltung teilnehmen das ist alles deine Entscheidung. Halt dich keiner auf.

    Aber die Sucht interessiert sich nicht für deine Pläne. Sie hat ihre eigenen Regeln, und die gelten, egal wie sehr du dir etwas anderes ausmalst. Wenn ich nicht schwimmen kann, springe ich auch nicht ins Wasser, nur weil mir jemand erklärt hat, wie Schwimmen theoretisch funktioniert. So läuft es eben auch mit Alkoholismus und dem Trockenwerden. Wissen ersetzt keine Fähigkeit und Wunschdenken ersetzt keine Abstinenz.