Beiträge von Hartmut

    Sicherlich nicht! Aber das du Alkoholiker indirekt räts't es ohne Klinik zu schaffen, finde ich krass.

    Ich weiß nicht, wo du das herausgelesen hast, das ist absoluter Quatsch. Ich wurde ambulant unter ärztlicher Aufsicht entgiftet. Aber genau wegen solcher an den Haaren herbeigezogenen Interpretationen halten wir uns nicht mit noch saufenden Menschen auf.

    Danke für das Beispiel, besser kann man es kaum zeigen.

    Und bei aller Liebe. Wer sich im Oktober um eine Entgiftung bemüht, den körperlichen Entzug aber erst im Februar antritt, wirkt einfach unglaubwürdig. Zum Arzt kann ich heute gehen und im Notfall zeitnah aufgenommen werden – alles andere ist Aufschieben, nicht Wollen

    Wenn du mit dem Entgiften fertig bist, melde dich wieder, aber erspare dir unnötige Diskussionen.

    Kannst dich ja mal einlesen.

    War noch nie in einem Forum.

    Nur mit der Hilfe dieses Forums und meiner Online-SHG bin ich allein trocken geworden. Bei der Entgiftung hatte ich einfach Glück, dass sie noch ambulant möglich war.

    Grundsätzlich gilt hier. In diesem Forum tauschen sich ausschließlich bekennende Alkoholiker aus, die sich auch selbst so bezeichnen, trocken sind oder gerade trocken werden, also sich in Entgiftung befinden, und eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Erst dann erfolgt die Freischaltung für den weiteren Austauschbereich. Bei vielen bleibt es leider bei Absichtserklärungen. Und sich mit jemandem auszutauschen, der noch besoffen ist, macht schlicht keinen Sinn.

    Gibt es bei dir keine Möglichkeit, früher zur Entgiftung zu gehen, oder ist das so mit deinem Arzt abgesprochen?

    Hallo Fee26, herzlich willkommen bei uns.

    Habe seit Oktober alles getan, um zu einer 3 wöchigen Therapie zu kommen. Am 5.2. ist es endlich soweit. Ich möchte leben, aber ohne meinem Feind dem Alkohol.

    Unabhängig davon habe ich keinen Feind namens Alkohol. Der tut mir ja nichts. Er rennt mir nicht hinterher, er steht einfach nur da. Also bin ich derjenige, der akzeptieren muss, dass es ihn gibt. Aber dazu später mehr.

    Da hast du ja schon wieder einiges in die Wege geleitet – finde ich gut.

    Heißt das im Umkehrschluss eigentlich, dass du im Moment noch säufst?

    Hallo Toscanelli,

    Willkommen bei uns.

    So wie ich es herauslese, machst du einen kalten Entzug. Das begleiten wir hier nicht und wir möchten dazu auch keine Wasserstandsmeldungen lesen. Jeder kann jederzeit zum Arzt gehen – was du tust, ist deine Entscheidung.

    Da ein kalter Entzug jedoch lebensgefährlich enden kann und wir auch eine Verantwortung gegenüber den anderen Usern haben, melde dich bitte erst wieder, wenn du beim Arzt warst oder wenn sieben Tage vorbei sind.

    Hallo, auch von mir ein Willkommen.

    Wenn ich dich lese, habe ich den Eindruck, dass du innerlich noch nicht wirklich abgeschlossen hast. Du schaust sehr viel zurück und kaum nach vorne. Deshalb stelle ich die Frage ganz offen: Bist du dir sicher, dass du Alkoholiker bist – oder hältst du dir diese Tür noch einen Spalt offen? Eine lebenslange Abstinenz entscheidet man nicht nebenbei, das ist eine klare Richtungsentscheidung.

    Versteh mich nicht falsch: Das ist nicht meine Entscheidung, das ist allein deine. Ich kann das von außen nur betrachten. Aber darüber sollte man schon ehrlich nachdenken.

    Und wenn der Alkohol dir am Ende nur Schaden gebracht hat, du ihn aber trotzdem vermisst, dann spricht nicht die Vernunft, sondern die Sucht. Genau so funktioniert sie.;)

    Ein Vergleich, etwas zugespitzt: Wenn du dir an einer heißen Herdplatte die Finger verbrennst und den Schalter gefunden hast, dann vermisst du die Platte danach auch nicht. Du bist froh, dass sie aus ist. Wenn du trotzdem darüber nachdenkst, wieder hinzufassen, dann nicht, weil es toll war sondern weil dich etwas dorthin treibt.

    Nur als Denkanstoß. Mehr nicht. Weniger auch nicht.

    Meine Frage zielte lediglich auf den Eindruck, nicht auf Details.

    Keine Sorge, anders habe ich es auch nicht eingeschätzt.

    Da jedoch das Forum Tag für Tag wächst und neue Mitglieder dazukommen, haue ich immer wieder einen Hinweis raus.

    Vielleicht verschiebst du meinen Beitrag in den Papierkorb … kein Problem damit.

    Nein, dann wäre er längst weg.;) Einfach @all darauf achten und alles ist gut.

    Nur als Hinweis: Das ist nicht jedem bekannt.

    Infos aus anderen realen Gruppen sind hier nicht willkommen, vor allem keine internen Inhalte. Wir sind unabhängig, und auch bei uns gibt es Bereiche, die intern bleiben.

    Das gilt natürlich auch umgekehrt. Hier geht es um Selbsthilfe , entweder hier oder dort, aber nicht um einen gemischten Austausch zwischen beiden Ebenen.

    Zum einen ist es nicht fair gegenüber denen, die an anderen Austauschformaten oder Gruppen nicht beteiligt sind. Zum anderen arbeiten verschiedene Gruppen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen, Regeln und Schwerpunkten.

    Das sollte man respektieren.

    Vielleicht hier mal das Grundlegende für dieses Forum, damit nichts durcheinandergeht.;)
    Wir diskutieren hier keine Strategien, wie man 0,0-Getränke wie alkoholfreien Wein, Secco oder Bier trinken kann. Das ist für uns nicht trocken. Niemand muss das trinken, jeder kann es weglassen. Dazu gehört für uns auch Wein beim Kochen.

    Der Grund ist einfach. Für sehr viele ist genau das der Einstieg zurück ins Saufen. Warum das so ist, darüber reden wir hier. Nicht darüber, wie man es sich schönredet. Es gibt sogar Alkoholiker, die konsequent alles meiden, was auch nur entfernt an Alkohol erinnert.

    Ich zum Beispiel habe früher literweise Wodka Lemon getrunken. Am Anfang meiner Abstinenz hat mich schon allein das Lemon getriggert. So tief sitzen diese Verknüpfungen.

    Das Trinken solcher Sachen in der sogenannten „Fastenzeit“ hatte früher ja auch eine klare Voraussetzung: Nach dem Fasten kam wieder Alkohol. Genau dieses alte Muster läuft im Hintergrund weiter, auch wenn man es sich anders erklärt.

    Noch einmal deutlich gesagt: Sucht, insbesondere Alkoholabhängigkeit, ist keine Frage des Lifestyles oder des Geschmacks. Es handelt sich um eine ernste Erkrankung, und genau so gehen wir hier damit um.

    Was trinkt ihr denn, wenn ihr zu einer Feier geht? Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum, ….

    Ich kenne keine Bionade oder habe sie noch nie getrunken, kenne aber auch Alkoholiker, die darauf verzichten

    Im ersten Jahr war ich auf keiner Feier, auf der getrunken wurde, weil mir meine Nüchternheit wichtiger war als ein kurzes Vergnügen. Ich musste erst einmal stabil werden. Diese Zeit habe ich genutzt, um mir ein Leben fern vom Alkohol aufzubauen.

    Das fing damit an, die Wohnung komplett alkoholfrei zu machen. Mein nahes Umfeld habe ich informiert: Bei mir ist Alkohol tabu – zu Hause wie auch anderswo. Dazu kamen andere Freizeitaktivitäten, neue Routinen und vieles mehr. Schritt für Schritt.

    Der Denkfehler vieler Alkoholiker ist, sich weiter bewusst auf alkohollastige Feste zu begeben, statt sich davon zu distanzieren. . Es ist auch keine Willensfrage. Bei Sucht ist es eine Notwendigkeit, sich selbst zu schützen.

    Die Rückfallquote ist bekannt. Sie liegt je nach Studie bei bis zu 95 %. Und genau deshalb nehmen wir das Thema hier so ernst.

    Ok, das war mal gar nichts. Diese Theoretiker haben einfach keine Ahnung. Dieser Professor geht ja gar nicht.

    Danke für den Tipp. Das muss ich mir mal anschauen, vielleicht auch in der Mediathek. Bin gespannt.;)

    Theorie kommt oft aus Büchern oder von Menschen ohne eigene Suchterfahrung. Das macht auch vor Professoren nicht halt. Das heißt nicht, dass im Kern alles falsch ist, aber es heißt eben auch: Trifft Theorie auf Praxis, bleibt sie oft genau das – Theorie.

    Aber bevor ich mir wieder irgendwo den Unmut einhandle, schaue ich es mir erst mal an .

    willkommen bei uns.

    Wie ist das denn mit den alkoholfreien Seccos und Weinen?

    Merkst du, wie dein Denken noch auf Sucht programmiert ist? Du machst dir Gedanken über alkoholfreien Wein, obwohl es eine Vielzahl wirklich alkoholfreier Getränke gibt. Es sieht aus wie Alkohol, erinnert daran oder schmeckt ähnlich , zumal bis 0,5 % nicht einmal kennzeichnungspflichtig sind.

    Daran erkennt man, wie tief das alte Sauf-Muster noch verankert ist.

    Das Suchthirn macht da keinen feinen Unterschied. Es denkt zuerst. Das ist Wein. Merkt dann aber recht schnell. Da fehlt etwas. Und genau dann wird es aktiv, verlangt mehr und fragt irgendwann: Wo bleibt der Alkohol? Das kann nahtlos in Suchtdruck übergehen – und plötzlich hat man die erste Flasche wieder am Hals.

    Schau dir mal einen Artikel an, wie wir das hier handhaben. Erfahrungen von Langzeittrocknen zusammengefasst.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Servus Seppel,

    erst mal auch von mir ein Willkommen, du scheinst dich gerade ordentlich zu quälen.

    Meine ehrliche Frage ist . Was hält dich im Moment eigentlich davon ab, wieder zu saufen?

    Dass sich die Sucht nach jahrelangem Saufen in jeder Situation sofort wieder anbietet, ist normal. Die kennt nur eine Antwort auf alles, was auf dich einprasselt. Und die heißt saufen. Ein anderes Muster kennt sie nicht. Genau deshalb fühlt sich das alles so zäh und widersprüchlich an.

    Die Umstände um dich herum heißen aber nun Leben. Und das ändert sich nicht, nur weil du aufgehört hast zu trinken. Die Sucht interessiert das auch nicht. Am Ende liegt es bei dir. Keiner sagt, dass das einfach ist.

    Aus meiner Erfahrung heraus liegt der Hebel darin, aktiv zu werden. Ins Tun zu kommen. Die Saufgedanken nicht einfach laufen zu lassen, sondern sie bewusst zu unterbrechen. Das alte Muster lässt sich nur mit der Zeit überschreiben. Das war mein Weg.

    Ganz konkret. Was machst du, wenn es aufkommt? Setzt du den Gedanken etwas entgegen? Lenkt du dich bewusst ab? Machst du etwas anderes in dem Moment?

    Morgen will ich endlich mal wieder zum Sport, vielleicht brauche ich mehr Abkenkung.

    Morgen und vielleicht , der Klassiker. Oder doch übermorgen, nur eventuell? Vielleicht erst in drei Tagen.:whistling:;)

    Das erinnert mich stark an mein eigenes „Aufhören wollen“. Morgen war immer der richtige Tag. Kennst du das Bild in der Kneipe: „Morgen Freibier“? Du gehst am nächsten Tag wieder hin – und das Schild hängt immer noch.

    Warum hast du heute keinen Sport gemacht, als dir der Gedanke kam? Genau das meine ich: nichts aufschieben, sondern umsetzen, sobald es auftaucht.

    Dazu viel Glück.

    Dieser Faden richtet sich an alle, Alkoholiker wie Angehörige, die sich Gedanken machen, ob und wie sie die nachfolgende Generation (Kinder, Enkel, Schüler ...) davor bewahren können, selbst (alkohol)süchtig zu werden.

    Aus meiner Erfahrung heraus hilft Aufklärung nur begrenzt. Das zeigt schon die große Zahl alkoholabhängiger Menschen. Wenn sie wirkt, dann eher bei Jugendlichen, vor allem dort, wo riskantes Trinken bereits im Vordergrund steht. Für mich ist dabei entscheidend, erkennen zu können, ob es sich bereits um ein suchtgefährdetes Verhalten handelt oder nur um eine vorübergehende Phase.

    Geht es um die eigenen Kinder oder Enkelkinder, merke ich, wie schnell die eigene Emotionalität dazukommt. Dann rutscht man leicht von Prävention in Bekehrung. Besonders dann, wenn man selbst einmal Säufer war und aus dem eigenen schlechten Gewissen heraus spricht.

    Was ich tun kann, ist, meine Erfahrungen weiterzugeben, zum Beispiel in Vorträgen an Schulen oder in Jugendzentren. Aufklären, sensibilisieren, Denkanstöße geben. Aber irgendwann kommt auch der Punkt, an dem ich loslassen muss. Vertrauen und akzeptieren, dass jeder seine eigenen Erfahrungen macht.

    Willkommen bei uns

    Die neue Varu hat einen starken Willen, habe ich gelernt, und sie will etwas besser machen. Heißt aber nicht, dass sie alles jetzt richtig macht, aber sie will lernen wie es geht mit dem Leben. Ich habe die letzten Wochen viel gelesen, manches verinnerlicht, manches abgestritten, und doch auch viel eingesehen.

    Den starken Willen hatte ich auch. In der „nassen“ Zeit genauso wie damals, als ich hier vor rund 19 Jahren aufgeschlagen bin. Gereicht hat er weder, um nicht in die Sucht zu rutschen, noch, um auf Dauer nüchtern zu bleiben.

    Also musste ich den Willen mit gewissen Schutzmaßnahmen unterstützen. Ein alkoholfreies Umfeld zu Hause. Klare Auswärtsregeln. Abstand zu ehemaligen Saufkumpanen. Keine Feiern mehr, bei denen es vordergründig ums Saufen geht.

    All das musste ich erst mal meiden, zumindest im ersten Jahr, weil ich die Zeit nicht nur genutzt, sondern auch gebraucht habe, um mir ein alkoholfreies Leben aufzubauen.

    Schau dir unseren Artikel an, wie das funktionieren kann. Nicht als Theorie, sondern aus der Praxis.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Matze,

    mal offen und ehrlich meine Gedanken dazu. Keine Kritik, sondern meine persönliche Betrachtung aus eigener Erfahrung.

    Klingt alles nett und schön, was da aufgezählt wird, was man nach einem Rückfall tun kann. Alle Hebel in Bewegung setzen, nach außen zeigen: Schaut her, was ich alles mache. Am Ende sind das aber erst mal nur leere Worte. Äußere Hilfe, Werkzeuge oder eine Selbsthilfegruppe halten mich nicht vom Saufen ab, wenn die innere Entscheidung dazu längst gefallen ist.

    Es muss im Inneren ankommen. Die entscheidende Frage ist: Ist es das bei dir schon? Dabei geht es nicht einmal primär um das Verstehen der Sucht, sondern um die Auswirkungen. Es gibt kein Zurück. Es gibt kein Probieren. Es gibt nur einen Weg.

    Dass dabei innere Zwiegespräche laufen, ist völlig normal. Die Sucht schreit: „Sauf.“ Du schreist dagegen: „Nein.“ Und wer am Ende gewinnt, sieht man am Ergebnis.

    Wenn Akzeptanz das A ist und Kapitulation das O, dann gilt. Fehlt das A oder das O, bist du raus. Das sind meine Erfahrungen.

    Wenn dir klar ist, dass du Alkoholiker bist und Suchtdruck aufkommt, den du nicht mehr händeln kannst, bleibt zumindest eine Option: rechtzeitig Kontakt zur SHG aufnehmen. Nicht, weil wir hier oder deine reale Gruppe dich vom Saufen abhalten könnten, sondern als Unterstützung.

    Wenn jemand saufen will, läuft das Programm im Kopf längst Tage vorher. Das entscheidet sich nicht in der letzten Minute.

    Ich sehe hier immer wieder dasselbe Muster. Austausch, dann plötzlicher Abbruch, Tage später ein Rückfall und danach wieder zurück. Das zeigt doch, dass im Kopf schon lange etwas abläuft.

    Ich kenne das von mir selbst. Ich hatte das ganze Wissen parat, was man nach einem Rückfall tun soll. Im Grunde ein mentales Notfallpaket für danach. Und genau da liegt der Knackpunkt. Wenn man sich innerlich schon auf „danach“ vorbereitet, ist die Entscheidung oft längst gefallen.

    Das ist kein Angriff. Alles Gute für deinen Weg.

    Meine eigenen Erfahrungen damit – und der Austausch mit anderen, auch wenn ich selbst davon weitgehend verschont geblieben bin, bis auf ein einziges Mal – zeigen mir. Suchtdruck kommt und geht. Er verschwindet eventuell nicht sofort und kann wieder auftauchen, verliert aber Macht, wenn ich ihn einordne statt ihn zu bekämpfen.

    Nicht dramatisieren, nicht diskutieren, nur registrieren. „Ah, da bist du wieder.“ Mehr nicht. Er ist temporär, kein Notfall und ganz sicher kein Chef mehr! ;) Denken ja, aber handeln ist wichtiger. Grübeln füttert die Sucht, Handlung nimmt ihr den Sauerstoff.

    Ob Notfallkoffer oder eigene Strategien ist egal . Hauptsache tun.

    Wie seht ihr das, wie habt ihr das erlebt?