Wie kann ich meinen Trockenen Partner unterstützen?

  • Hallo zusammen,

    ich habe hier jetzt schon sehr häufig gelesen das viele nicht wissen wie sie mit ihrem Trockenen Partner umgehen sollen.

    Wie sie ihn in seiner Trockenheit unterstützen können?

    Was auch der Partner tun sollte um den Alki es nicht schwerer wie nötig zu machen.

    Vielleicht ist es hilfreich hier einiges zu sammeln.

    Ich würde mich freuen wenn hier zahlreiche Beiträge von Co´s und Alki´s zusammen getragen werden können.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hallo Elo,

    Ja, was können Angehörige tun ?
    Erstmal gar nix, ehe der Alkie nicht von sich aus aktiv wird !
    Da gibt es nur die Möglichkeit der Nichthilfe ! Eine andere bringt nix.
    Der Alkie kann auch so schneller seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen, ich hoffe immer, dass das schnell geschieht und die körperlichen Schädigungen noch nicht so arg sind.

    Wird der alkoholkranke Partner aktiv, ihn bitte erstmal ALLEIN machen lassen, auch wenn man noch so gern schon helfen würde.
    Und auch nich ewig fragen, wie war es denn inner SHG ? In der Thera ?
    Der Alkie wird schon darüber reden, aber erst dann, wenn ER ES WILL !
    Dann kann man gerne für Gespräche bereitstehen.

    Tja, was kann man sonst noch machen ?
    Ihn auf jeden Fall ermutigen, das er es schafft, trocken zu werden.
    Möglichst nicht dauernd mißtrauisch beäugen, was sicher schwierig ist, weil man ja oft enttäuscht wurde durch Lügen und falsche Versprechungen.
    Ich fand es furchtbar, so mißtrauisch von einigen beäugt zu werden, das entmutigte mich immer.
    Aber meine Angehörigen glaubten zumindest an mich, das war eine gute Hilfe für mich.

    Tja, es kann auch sein, das die Angehörigen sich ausgeschlossen fühlen in der Anfangszeit, wenn der Alkie auch noch nicht reden möchte.
    Dann mal bitte ein bisschen Geduld bewahren ! Das gibt sich wieder.
    Aber es ist erstmal allein SEIN DING !
    Und alles andere hilft ja auch nicht.

    So, dann möchte ich noch was von einem mir lieben Menschen zitieren, was er einmal im Sonntags-Chat schrieb:
    "Wenn die Liebe stark genug ist, überwindet sie auch Durststrecken."
    Und SO sehe ich das auch.
    OB sie stark genug ist, wird sich zeigen. Kann aber auch sein, das es nicht so ist... :(

    Ein Alkie wird sich sehr verändern, wenn er trocken wird, sein Leben wieder völlig selbst in die Hand nehmen wollen. Könnte für den ein-oder anderen CO sehr schwierig werden, weil er SEINE SUCHT, nämlich das sich kümmern um andere Menschen, nicht mehr frönen kann.
    Auch er sollte sich eine Angehörigen-Gruppe suchen, auch das hilft im Endeffekt dem trocken werdenen Alkie.
    Und wenn das nicht ausreicht, selbst eine Therapie in Frage ziehen.

    So, wie immer, alles meine persönliche Meinung, als Alkoholikerin.

    LG
    Lilly

  • Hallo Elocin,
    ich denke, dass im Gespräch miteinander bleiben hilft beiden seiten ungemein.. aber eben auch das loslassen können schafft eine neue gemeinsame Basis..
    aber Lilly hat dich ja schon in den eichen Erfahrungsschatz blicken lassen..
    Ich denke, dass ein trockener Partner sich sehr verändert (hab dies ja kurze Zeit mit meinem Mann auch erleben dürfen..) und dies erfordert auch harte abreit vom Partner..eben Nicht Kontrollieren..Raum geben und Verantwortung übertragen....
    Ich hoffe, es werden sich noch mehr dazu äußern...
    Alles Liebe Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hallo Elocin,

    ich weiß nicht, ob der Angehörige überhaupt etwas tun kann, denn es heißt „Hilfe durch Nichthilfe“.
    Alles was der Angehörige macht, verlängert den Trocknungsweg, vor allem aber den Leidensweg, den eigenen.

    Wenn es ein Mittel gäbe, dann müßte das „sich selbst heilen“ heißen, stark machen für all die unbekannten, ungewollten und unverstandenen Veränderungen die auf uns zukommen.

    Die Liebe ist dabei blöderweise hinderlich und wenn wir sie fortlegen, dann denken wir oft nicht mehr an sie, dabei bleibt sie wo sie ist, in uns.

    Für mich ist heute die beste Hilfe einfach da zu sein und wenn ich es brauche, einfach fort zu sein, dabei ich sein und mich frei entwickeln.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo ihr Lieben,

    also wie ihr schon geschrieben habt, ist die einzige Hilfe, die NICHT-HILFE.

    Ich kann also nur helfen, wenn ich mich voll und ganz auf mich als Co konzentriere und ich mich mit meiner Sucht auseinandersetze. Somit waere da schon der Grundbaustein geschaffen, dass die Beziehung einen Neuanfang erhaelt. Also immer schoen fleissig zu meiner SHG gehen, mich austauschen, mich selbst beobachten wann ich warum reagiere und einfach auch mal machen lassen, das ist ein so wichtiger Punkt, denn wir sind ja die absoluten Organisierer.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo,

    ich habe diesen Thread mal wieder nach vorn geholt.

    Meine Frage ist immer noch wie kann ich den trockenen Partner unterstützen?

    Z.B. Alkfeies Umfeld

    Soll ich dem Alkoholiker alles alleine machen lassen oder wo kann ich unterstützen und Gedankengänge anregen?

    Wie sieht das gemeinsame Leben mit einem tockenen Alkoholiker aus, in wie weit betrifft mich das als Co oder Angehöriger?

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • wisst ihr, welche frage mir immer bei diesem thema grundsätzlich durch den kopf geht - bei all dieser unterstützung, die man bieten kann und sollte - was genau ist davon eigentlich auch schon wieder CO? denn so, wie ich alles lese, hört man ja nicht einfach auf,Co zu sein, "nur" weil der partner was ändert. also, wenn man nun alles darauf ausrichtet, es dem anderen "einfach" zu machen usw. und sich selbst evtl. einschränkt - wo ist da die grenze? also, ich dachte am ehesten, dass man so weit, wie es für einen selbst ok ist, sprich man sich nicht "unangenehm" einschränken muss, alles machen kann. aber das ist ja auch bei jedem anders. ich mein, das letzte was jeder von uns wahrscheinlich will, ist, es ihm auch noch schwer zu machen........... aaahhhhh. :roll: bin da total unsicher. deswegen bin ich echt schon richtig gespannt auf die antworten....

  • Hallo elocin,
    der thread kommt auch für mich wie gerufen.
    Wow, momentan ist so viel konstruktive Bewegung hier im Forum, gute threads, Problem-Beleuchtung von allen Seiten.
    Meine Jungs kriegen nur noch Trockenfutter und laufen in den letzten Lumpen rum, und das alles, weil Muttern hier nicht mehr wegkommt.
    Spass beiseite.
    Auf die Zeit nach der LZK bin ich auch sehr gespannt.
    Wir haben heute telefoniert.
    Mein Mann nimmt an sehr vielen freiwilligen "Indikationsgruppen" teil, holt sich raus, was geht.
    Ich habe seit ein paar Tagen, nachdem es mich ziemlich durchgewürfelt hat, zum ersten Mal seit langer langer Zeit ein warmes Gefühl im Bauch, wenn ich an ihn denke.
    Ich hab heute in alten Fotos rumgekramt, weil er mich gebeten hat, ihm ein paar Bilder zu schicken.
    Da fielen mir unsere Hochzeitsfotos und andere aus unserer Anfangszeit in die Hände.
    Wieder mal musste ich weinen.
    Mein Groll ist irgendwie weg. Sicher werden viele Szenen immer wieder mal hochkommen, sicher auch Wut.
    Aber als ich heute diesen hübschen, schlanken, strahlenden Mann auf den Bildern gesehen habe, ist mir klar geworden, dass ihn der Alk die letzten Jahre voll im Würgegriff hatte.
    So wie er am Schluss ausgesehen hat, ein einziges Drama.
    Mich überkam Traurigkeit und viel Mitgefühl.

    Wir werden uns vorsichtig aneinander annähern.

    Obs was wird mit uns? Wer weiß.
    Das Thema Schuld ist sehr wichtig für mich. Ich will ihm nicht das Gefühl geben, dass er die nächsten Jahre im Büßergewand rumschleichen muss, auf keinen Fall.
    Darum mache ich mir immer wieder bewußt, wozu ICH diese kranke Beziehung brauchte.
    Welche Entwicklung ermöglicht sich für mich durch sie?
    Wie bleibe ich bei mir?
    Ganz wichtig ist, immer auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Das klappt schon sehr gut.
    Wobei gehts mir gut und wann nicht?
    Ich will mich nicht mehr so verstricken in ein emotionales Wirrwarr.
    Naja, das waren mal so spontane Gedanken zu diesem Thema.
    Vielen Dank, elocin.
    Thelma

  • wollte mich nur mal thelma anschließen, im moment gibts hier im forum echt einiges interessantes zu lesen! klasse! können wir sicher alle gebrauchen. :)
    und mir gehts ähnlich wie dir, dass ich viiiel mehr lese, als ich zeit hab, man könnte quasi den ganzen tag davor sitzen! :) hab heut dafür einiges anderes wichtiges liegen lassen, aber egal.krieg das schon hin! :) ich mache, was MIR gut tut und wozu ich lust hab!

    einen gruß und ein danke in die runde.....

  • Hi,
    ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass ich meinen Mann bei seiner Trockenheit am besten unterstütze, wenn
    - ich mich um mich kümmere
    - ich mich nicht mehr auf ihn fixiere
    - ich mein Wohl und Glück nicht mehr von ihm abhängigg mache
    - ich ihn sein lasse
    - ich ihm vertraue
    Somit nehme ich den Druck von ihm und übernehme Verantwortung für mich und mein Leben.

    Thelma, in Theorie NOTE 1!!!

    Aber ich hab ja euch, um dat janze erfolgreich in die Praxis umsetzen zu können, gell???!!!
    Bitte helfen.
    Danke,
    Thelma

  • Hallo,

    was hat mir geholfen?

    Die Verantwortung habe ich und damit auch die Pflicht mich selbst zu schützen. ( heute heißt es wir trinken nichts von ihm und wenn gefragt wird warum, dann ist das meine Angelegenheit). Aber ich muss es auch wollen.

    Vertrauen in den Partner ist eine wichtige Sache, auch wenn ich verstehe dass es nicht einfach ist und für beide Seiten auch ein Lernprozess.

    Och meno - ich weiss wie zum Anfang meine Mum immer in meine Nähe kam und schnüffelt, dass war echt anstrengend, oder wenns mir mal nicht gut ging´, oder sie war der Meinung, mir ginge es nicht gut – Du hast doch getrunken? Das hatte echt genervt.

    Ich habe mich sehr verändert, auch das war ein Lernprozess für alle Seiten, sicher auch kein einfacher.

    Wenn Ihr Hilfe und Unterstützung erhalten könnt, bitte versucht es denn ich denke es ist ein recht schwieriger Weg und denkt daran Ihr seit ganz tolle und liebenswerte Menschen, die auch wieder Lernen müssen an sich selbst zu denken, an erster Stelle. Ihr habt auch nur ein Leben.

    kawi

  • Hallo ihr alle,
    ich lese mich in letzter Zeit wieder mal total durch...gutes Thema! Es ist für mich als Co tatsächlich schwierig alles so gut hinzubekommen das es mir richtig gut geht. Es ist ein ständiges Auf und Ab der Gefühle, ich merk erstmal wie sehr mich doch die letzten Jahre beeinflußt haben. Trotz Terapie und SHG (in letzter Zeit ist dieses Forum meine SHG)...ich stürz mich nach wie vor in Arbeit um mich abzulenken, nehm mir aber in letzter Zeit doch häufiger auch wieder meine Hobbys zur "Hand" und nehm mir Zeit für mich...aber gewisse Verhaltensweisen kommen halt doch noch durch...nicht mehr zu kontrollieren und versuchen Vertrauen auf zu bauen...das fällt so schwer...das kennt sicher ein jeder von uns.
    Nun lese ich mich auch bei den alk.Betroffenen durch und nehm mir da so einiges mit, es ist sehr hilfreich...mein Partner ist in der Trockenwerd(-bleib)phase,...aber die ettlichen Rückfälle da kam ich immer wieder aus dem "Tritt". Ichlese öfter Bücher, für mich und auch um die Krankheit und den Betroffenen besser verstehen zu können...
    Alkohol zu Hause,....war nie ein Thema, ich selber trinke nicht. Manchmal kommt mir jedoch die Frage an: Wie unterstützt mich mein alk. Partner (seelisch, geistig)...?Ich will damit sagen das es oft unheimlich schwer ist...
    und dabei sende ich liebe Grüße

  • Wollte nur mal was beisteuern zum Thema: Co-Abhängigkeit in der Trockenheit.

    So wars ja bei mir.
    Mein Mann trocken.
    Und dann haben wir unter diesem Vorzeichen die ungesunde Rollenaufteilung wieder aufgezogen, und zwar viel extremer als in seiner nassen Zeit:
    Ich habe meine gesamte Energie darauf verwendet (und er hat es eingefordert), ihm dabei zu helfen, die Zerstörungen seiner nassen Phase wieder aufzuarbeiten. Und habe dabei mich selbst doch sehr aufgegeben.
    Es schien einfach geboten zu sein: Er sollte beruflich eine Zukunft haben, also musste so viel nachgeholt werden...
    Und das ging nur unter Einschränkung meiner Bedürfnisse...

    War offenbar falsch, jetzt ist wieder alles kaputt...

    Will sagen: Ich sehe die Gefahr, dass man als Co sich in der trockenen Phase noch viel mehr ins Co-Sein verliert, weil ja die Hilfe endlich sinnvoll erscheint, endlich ankommt!
    Bei mir wars jedenfalls so.
    Als er noch getrunken hat, da wusste ich als informierte Person sehr bald: Okay, ich kann nichts ändern, muss warten, dass er aufhört.
    Und habe ihm tatsächlich relativ wenig geholfen.

    Aber als er trocken wurde, da hab ich so richtig aufgedreht!
    (Und er hats mir auch abverlangt).
    Und wenn Freunde mich darauf hingewiesen haben, dass er das doch alleine machen muss, dann habe ich über diesen "Egoismus" den Kopf geschüttelt. Wir beide zogen doch endlich an einem Strang. Und immer die Angst im Nacken: Wenn er beruflich keinen Fuß fasst, dann ist die Gefahr eines Rückfalls doch viel größer.

    Wir haben es geschafft, er hat beruflich Fuß gefasst, alles war perfekt äußerlich gesehen.
    Und ausgerechnet dann kam der große böse Rückfall.

    Wir haben zu viel gewollt.
    Ich habe mich viel zu sehr selbst aufgegeben für das große Trockenheits-Projekt.

    Doro

  • Und noch was zum Thema:
    Umgang mit der Vergangenheit

    Finde ich ganz schwierig.
    Ich habe es so gemacht: Bevor ich mich noch einmal auf ihn eingelassen habe, wollte ich meinem Mann schon deutlich machen, wie sehr ich gelitten habe unter ihm. Und er hat sich auch reuig gezeigt und sich entschuldigt und so. Aber dann hat er es auch sehr schnell abgehakt und ich auch. Ich habe ihn eigentlich nie an seine böse Zeit erinnert.
    Aber war das wirklich richtig?
    Klar, ein trockener Alkoholiker braucht Optimismus, um durchzuhalten, keine Vorwürfe.
    Aber dieses Abhaken der Vergangenheit finde ich auch total schädlich.
    Und für mich als Co habe ich, glaube ich, mich selbst wieder einmal nicht richtig ernst genommen? Es ist doch nun einmal eine sehr prägende Erfahrung gewesen, und die soll man nicht gelegentlich ansprechen dürfen?
    Wie gesagt, ich habe es eigentlich nie mehr angesprochen, aber bin mir nicht sicher, ob es richtig war.

    Ich habe jetzt nach dem Rückfall oft gedacht:
    Dieser Schritt hat bei ihm gefehlt, dieses seine Schuld aufarbeiten.
    Mir kommt es so vor, als ob er seine eigene Vergangenheit zu stark verdrängt hat und sozusagen vergessen hat, wieso er überhaupt aufgehört hat mit dem Trinken, wie tief er gesunken war. Er wurde irgendwie übermütig, hat sich zu viel zugetraut.

    Nun muss ich dazu sagen: Er ist nie zu einer SHG gegangen, vielleicht passiert es einem dann nicht so.

    Doro

  • Hallo und guten Morgen,

    ich fand es zu Anfang sehr schwierig mit meinem trockenen Ex umzugehen. Immer wieder heiße Tipps für Jobs usw. Jedoch hatte er, wie er mir sagte, ständig das Gefühl, kontrolliert zu werden. Ganz subtil zwar (Atemluft riechen, Fragen stellen, misstrauische Blicke), aber stark genug, dass er damit nicht leben konnte und sich von mir trennte mit der Begründung, dass das Zusammenleben mit mir seine Trockenheit gefährdet.

    Ein halbes Jahr nachdem er sich von mir getrennt hatte, ging ich selbst in Therapie, was mir sehr gut tat. Inzwischen habe ich so viel eigenes Leben, dass ich gar nicht mehr die Zeit hätte, mich ständig um seinen Kram zu kümmern und mir Sorgen zu machen. Eins ist mir aber in der Nachschau ganz bewusst geworden: ich bin mit ihm umgegangen wie mit meinem Sohn, als er noch nicht mündig war. Meinte immer, dass ich besser wüsste als er selbst, was gut für ihn ist. Was für mich gut war, hab ich dabei übersehen. Hatte ich ja auch gar keinen Blick mehr für, da er meine gesamte Aufmerksamkeit beanspruchte.

    Heute sehen wir uns mehrmals in der Woche, besuchen die gleiche gemischte Selbsthilfegruppe und machen sehr viel zusammen. Allerdings gibt es bei mir keinen Alkohol im Haus und auch wenn wir weggehen, trinke ich selbst nichts. Das ist aber keine Einschränkung für mich, da mir das Zeug so wichtig nicht ist.

    Das Getrenntleben hat uns sehr geholfen, bei uns selber zu bleiben und den Anderen machen zu lassen. Und wir haben akzeptiert, dass das, was wir Liebe nannten, nur eine alkoholgesteuerte Notgemeinschaft war. Trotzdem mögen wir uns nicht aus den Augen verlieren.

    Ein-, zweimal hatte ich den Eindruck, er hätte etwas getrunken. Er behauptete natürlich das Gegenteil. Vielleicht waren es wirklich Rückfälle. Einmal sagte ich ihm, dass es mir nicht egal ist, wenn er wieder trinken würde, er aber selber am besten wissen müsse, wie er damit umzugehen hat. Ich konnte dies ziemlich entspannt sehen. Vielleicht auch deshalb, weil ich nicht mehr das Gefühl habe, dass es mich mitreißt, wenn er wieder tränke.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo,
    also es geht hier ja um ein Zusammenspiel zwischen zweier erkrankten Menschen,zum einen um den Alkoholiker der bei dem Co sämtliche Knöpfe drücken kann und zum anderen um den Co,der sich seine Knöpfe drücken lässt!!

    Hierbei geht es ja darum Eigenverantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen,und nicht dem Partner das Gefühl zu geben er sei für mich und mein Leben verantwortlich.


    Zitat

    Ein-, zweimal hatte ich den Eindruck, er hätte etwas getrunken. Er behauptete natürlich das Gegenteil. Vielleicht waren es wirklich Rückfälle. Einmal sagte ich ihm, dass es mir nicht egal ist, wenn er wieder trinken würde, er aber selber am besten wissen müsse, wie er damit umzugehen hat. Ich konnte dies ziemlich entspannt sehen. Vielleicht auch deshalb, weil ich nicht mehr das Gefühl habe, dass es mich mitreißt, wenn er wieder tränke.


    Wie ist denn dieser Widerspruch in sich mit deiner Eigenverantwortung in Einklang zu bringen??

    Mir würdest Du mit dieser Einstellung nicht helfen,sondern eher suggerieren ich könne in meinen stillen Kämmerlein so weitermachen wie bisher,deine unsichere Aussage die auf der einen Seite so ist,und andererseits wieder so,würde mir stets wieder die Hintertür zu Dir und deinen Co Knöpfen stets einladend mit einen"herzlich Willkommen" offen stehen!!!

    Als nasser Alkoholiker,würde ich dir mit den Worten,schön das Ich dir nicht egal bin antworten und es mir legitimieren lediglich mal einen zu kippen,da es dich ja nicht mehr "mitreisst"

    Dieses nur mal so als Anregung eines trockenen Alkoholiker's der all diese schönen Knöpfe welche Farbe sie auch immer haben,schon zigmal gedrückt hat
    :wink:

    Lieben Gruß,Andi

  • Hi Andi,

    mag sein, dass es bei dir so ankommt, als wäre ich widersprüchlich. Aber es ist mir nun einmal nicht egal, wenn jemand krank ist. Ich habe jedoch eingesehen, dass ich mit all meinem Sorgen und Kontrollieren keinen Einfluss darauf habe. Wenn er trinken will, wird er es tun. Egal, ob ich mich wieder in ein schlechtes Gefühl reißen lasse oder nicht. Und hier ist meine Eigenverantwortung. Ich mache mich und meine Befindlichkeit nicht davon abhängig, ob er trinkt oder nicht. Ich lebe mein Leben und er seins. Manchmal berühren sie sich. Aber nicht so, dass einer ohne den anderen nicht könnte. Jeder ist für sein Leben allein verantwortlich und so leben wir.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hi Andi,

    ich denke Ette konnte das so sagen da sie ja nicht mehr zusammen waren, sie sich schon gefühlsmäßig auf einer anderen Stufe befand, sie sich von seinem saufen nicht gefühlsmäßig mitreißen lassen würde.

    Das es ihr nicht egal ist, sich auf den Menschen bezieht, aber nicht auf IHRE GEFÜHLSWELT.

    Boah und das war jetzt sowas von Co von mir, im Namen von jemand anderen zu reden/schreiben...aber ich brauch das heute für mich zur Ablenkung.... :roll:

    Ich probier es aber nochmal anders, für mich, mir ist es nicht egal wenn mein Noch weiter säuft aber wenn er es tut dann kann ich es nicht ändern und ich lasse mein Leben davon nicht beeinträchtigen.

    LG
    Elocin


  • Hihi, Elo,

    ich wollt grad schon mächtig widersprechen in der Form, dass ich durchaus in der Lage bin, für mich selbst zu sprechen oder zu schreiben. Allerdings fühle ich mich von dir mehr verstanden als von Andi.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Zitat von Elocin


    Boah und das war jetzt sowas von Co von mir, im Namen von jemand anderen zu reden/schreiben...aber ich brauch das heute für mich zur Ablenkung.... :roll:

    Noch was.....

    dies halte ich für den Kernsatz deines Postings. Er sagt nämlich genau das aus, was ein Leben in Co-Abhängigkeit ausmacht. Für Andere reden und handeln, damit wir uns von uns selbst ablenken können. So ist auch im nicht so guten immer noch was Gutes.... ;)

    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

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