Tockenes Resümee eines Co's

  • Hallo Dagmar,

    kein Ratschlag von mir aber eine Erfahrung, genau das gleiche Spiel hat ich auch und es ging dabei um Werte und Erinnerungen aber ich hab mich nicht auf sein Spiel eingelassen sondern war es mir wert Ruhe zu haben, ohne Begegnung, Bauchschmerzen usw.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Liebe Dagmar,

    dein Gefühl sagt dir, dass du sie nicht willst und ihn schon gar nicht sehen.
    Also soll er die Sachen in den Müll schmeißen, du hast sie abgeharkt, dann ist doch alles gut.
    Sei weiterhin stark indem was DU willst :D

    Liebe Grüße, Amy

  • Hallo Dagmar-mit-den-neuen-Möbeln! :)

    Und wenn Du die Sachen doch irgendwie nicht einfach weggeschmissen haben willst: könntest Du nicht zusammen mit jemandem hingehen, das Zeug einpacken und gleich wieder wegfahren, so "Kontaktlos" wie nur irgend möglich aber so zivilisiert es eben geht? Bloss nicht alleine, sondern mit sicherer Rückendeckung.

    Vielleicht würdest Du es ja irgendwann einmal bereuen, die Dinge nicht "gerettet" zu haben... Das wär auf jeden Fall meine Befürchtung, dass ich sie zwar jetzt abgeschrieben habe, einfach weil das Abwägen zwischen wieviel mir die Dinge wert sind und wieviel es mir Wert ist, ihm nicht zu begegnen jetzt so eindeutig gegen die Dinge spricht. Später aber wären Dir die Fotos vielleicht doch wichtiger?

    Aber Du wirst das schon richtig entscheiden!

    Liebe Grüsse,

    c.

  • Nein Crevette,
    ich will dort nicht mehr hin - und will auch keinem Freund das zumuten - ich will das Haus nicht mehr sehen und mit allem dem nichts mehr zu tun haben. Zu viel ist geschehen, an das ich nicht mehr erinnert werden will.

    Und Crevette, mein Wunsch wäre dass er die Konsequenzen aus seinen Handlungen trägt: das ist nunmal dass ich die Sachen nicht holen durfte weil er die Schlüssel wollte. Nun sind die Sachen bei ihm - was damals wohl ein Machtbeweis war - und nun würde er sie gerne entsorgt haben weil er das Haus verlassen muss.

    Eigentlich will ich meine Ruhe, hätte ich die Garantie, würde ich vielleicht alles abholen, aber genau daran glaube ich nicht. Seit ich weg bin versucht er mir gegenüber Agressionen und Wut zu versenden, ich sehe es wie Elocin - ja es sind Fotos, sie werden fehlen, aber ich ertrage weder Haus, noch Person noch die Erinnerung an die Person die jetzt wutentbrannt vor sich hin tobt.

    Die Sachen in den Müll zu stecken wäre ja Arbeit, genau das scheint ihn zu überfordern. Couchen aus dem zweiten Stock in einem Haus, welches über keine Treppe mehr verfügt. Alle die Sachen hatte er sich zuvor nicht überlegt, weil es ihn ja nicht betraf. Diese Umbauarbeiten mussten ihn nicht beeindrucken, deshalb hat er sich nicht damit beschäftigt. Erst jetzt, wo er merkt er muss das Haus verlassen.

    Bei seiner letzten Aktion hat er mir Dinge aus der Vorratskammer hingeschmissen, hallo, das waren Dinge, wie Zwiebeln, die er eben nicht verbraucht hat. Verschrumpelte Äpfel, die wir eben beide vergessen hatten zu essen. Sprich statt sie in den Mülleimer zu werfen - für den ich ja für das ganze Jahr die Gebühr ebenso gezahlt habe - ist es eben einfach mir die Sachen zu Demonstrationszwecken vor die Türe zu werfen.

    Ich denke, es geht weder um die Couchen, die Äpfel noch um diese Dinge, denn darüber könnte man normal reden. Jeder Anruf beginnt mit einer wütenden Stimme am anderen Ende. Ich bin mir auch ehrlich gesagt überhaupt nicht sicher ob er die ganzen Dinge die vor dem Umzug passiert sind noch weiß, ob er überhaupt noch seine Aussagen kennt und die Handlungen die daraus resultieren mussten weil ich ja die Schlüssel abgeben musste.

    Ich habe das Gefühl hier geht es um Angst machen - um Stärke zu beweisen - um sich durchzusetzen. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, ich weiß nur dass ich nicht glaube dass durch eine Abholung Ruhe einkehren würde. Vielleicht tue ich ihm Unrecht - vielleicht /und das ist meine Angst/ benehme ich mich wie ein kleines, ängstliches Kind. Wohl bin ich es auch ....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar,

    Zitat

    vielleicht /und das ist meine Angst/ benehme ich mich wie ein kleines, ängstliches Kind. Wohl bin ich es auch ....

    dann schütze es !!

    Liebe Grüsse und gute Nacht
    Elocin

  • Liebe Dagmar,

    dann also wirklich Finger weg davon!

    Nur wenn Du schreibst

    Zitat von dagmar007

    Ich habe das Gefühl hier geht es um Angst machen - um Stärke zu beweisen - um sich durchzusetzen.

    dann frag ich mich, ob Du sein Spiel spielst, wenn Du ihm ausweichst und er sich sagen kann "sie hat Angst vor mir" oder eher, wenn Du Dir die Sachen holst/ holen lässt als ob Dir das keine Mühe machen würde. Das gemeine ist ja, dass er die Dinge behalten kann und dann jederzeit wieder den Vorwand hätte, Dich zu kontaktieren und so. Aber wenn Du Dich dem gut entziehen kannst, dann fällt das weg und Du fährst sicher besser damit, Dich ihm und seinen Spielchen zu entziehen.

    Ich finde es nur einfach so gemein, was er da macht. :( Ich weiss, wie sehr ich an sowas wie Fotos hänge und mich würde das schrecklich beelenden, wenn ich die aufgeben müsste.

    Aber Du hast ja so viele vierbeinige Supermodels um Dich rum und so eine schöne Foto-shooting-location, da kannst Du Dir neue schöne Erinnerungen knipsen. :) (Schwacher, blöder Trost... aber immerhin?)

    Liebe Grüsse,

    c.
    die Dir gerne eine gute Idee zur Lösung des Problems präsentiert hätte... :(

  • Nach einmal schlafen - jetzt in einem normalen Bett :) Juhuu geht es mir auch schon besser.

    Ich bin für mich auch weiterhin auf dem Standpunkt ich gehe nicht mehr hin - ich hole mir die Sachen nicht - und auch nicht den Müll, den er loswerden möchte. Wenn er meint bei meiner Mutter (75 !) anrufen zu müssen um dadurch Druck zu erzeugen, so zeigt das nur wenig Respekt er vor Dritten hat, die nichts mit dieser Sache zu tun haben.

    Ich würde die Sachen packen und vor die Türe stellen oder entsorgen - aber nicht über Wochen drohen, Drohungen nicht wahrmachen und dann auch noch Dritte einbeziehen (was nun mehrfach geschah).

    Verdammt ich muss es lernen auch so jemandem gegenüber zu stehen (wenn es passieren sollte) auch dann den Kopf oben zu halten und den Blick gerade. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass er mehr Angst hat als ich ;) Auch muss mir klar sein, dass dieses ständige Drohen und nicht in die Tat umsetzen und das Verändern von Drohungen auf seinen Problemen basiert, die er sich geschaffen hat. Ich war lange Zeit Putzfrau, und werde das nun nicht mehr für ihn tun..... denn genau das ist doch die Übersetzung dieser einfachen kleinen Geschichte oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    danke fürs zuhören :-), lesen und schreiben

  • Guten Morgen liebe Dagmar,

    ich kann deine Angst gerade und in dieser Sache total verstehen. Als ich damals gegangen bin musste ich auch sofort den Schlüssel vom Haus abgeben und dürfte das Grundstück, was laut Vertrag auch eigentlich heute noch meins ist, nie wieder betreten. Gut ich hatte wirklich alles was mit gehörte und mir wichtig war mitgenommen und hatte somit auch nicht wirklich mehr einen Grund dorthin zurück zu gehen. Aber durch das gemeinsame Haus waren wir immer noch aneinander gebunden und durch die gemeinsamen Schulden und musste so immer wieder Kontakt miteinander aufnehmen um das alles auseinander zu dividieren. Es hat fast zwei Jahr gedauert, bis ich ihm wieder ohne Angst, um mich, um meine Zukunft, mit zitternden Knien und zitternder Stimme gegenüber treten konnte. Ich habe damals den Kontakt auch nur noch schriftlich und meistens über Anwälte erledigen lassen, aber durch unsere Kinder hatten wir doch auch immer mal wieder Kontakt und dann ging es rund. Mir war jedes Mal vorher furchtbar schlecht und hinterher war mein Herz noch mehr voller Angst und meistens habe ich geweint. Gut mein Ex war kein Alkoholiker, aber er ist ein Narzisst wie er im Buche steht und hat mich dafür verantwortlich gemacht … ich habe sein Leben ruiniert und dafür muss ich bezahlen und ich soll bitteschön nicht auch noch verlangen, dass er fair ist.
    Es geht ihm übrigens jetzt richtig super … von Ruin keine Spur! Aber an diese Zeit denke ich wirklich nur ungerne zurück.

    Lieben Gruss
    M.

    Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich haben wollen!

  • Ach meine Liebe, den Narzissten bekommst Du auch geboten - zumindest dann, wenn das, was als Symptom dazugehört in meinem Fall gezählt wird. Ja, liebe Chamrnida, genau dieses Haus und alles was geschah, die Dinge, die ich für mich jetzt anders lebe, mich beginne zu erholen, die möchte ich nicht in Gefahr bringen.

    Ich denke, das schlimmste was mir passieren kann ist dass die Möbel ausgelagert werden und ich zu den Kosten verdonnert werde. Nun gut, dann muss ich eben finanziell bluten und alles entsorgen lassen - gegen Geld, welches ich nicht habe. Aber für meinen Frieden.

    Ich persönlich denke dass er nicht Herr seiner Sinne ist - je nach eigener Verfassung entscheidet und seine Hilflosigkeit nur so ausdrücken kann. Ich muss einfach lernen für mich das Verhalten zu finden welches mir gut tut und muss lernen mich meinen Ängsten zu stellen, was jedoch nicht gleichbedeutend ist mit nach "der Pfeife des anderen zu springen".

    Natürlich kann ich nachvollziehen, dass die Waffen eines Menschen, der die Miete nicht mehr zahlen kann und zunehmend in Schwierigkeiten kommt anders sind als ich es mir wünschen könnte. Nur habe ich wirklich bei dieser Geschichte das ganz subtile Gefühl hier Putzfrau spielen zu sollen um Verantwortung zu übernehmen, was ich all die Jahre tat. Der Haushalt war meine Sache, leider zwar, aber war halt meine. Was liegt also näher, als diesen Part auch jetzt an mich zu übertragen?

    Natürlich tut er mir irgendwo leid nun die sperrigen Couchen und einen blauen Schrank (den ich sehr gerne hätte weilich ihn liebevoll in blau gepackt habe) am Hals zu haben. Aber ich wollte die Dinge vor dem Auszug, da hieß es es ist alles zu sperrig, das kriegst Du nicht aus dem Haus. So, nun habe ich Couchen gekauft, was meinem Geldbeutel schon weh tat - aber mein Herz erfreuen wird wenn sie dann man endlich da sind.... - und nun fällt auf dass bei einem Umzug diese Dinge ja entsorgt werden müssen und nun soll ich doch wieder in die Pflicht genommen werden.

    Während mir noch vor Wochen Angst gemacht wurde indem mir angedroht wurde die Sachen vors Haus zu werfen ist nun die Aufforderung da "hol es ab". Na was nu?

    Klar, ich hätte alles gerne vom Hals, auch weil natürlich diese Dinge quasi seine Anrufe (die ich nun auch bei unterdrückter Telefonnummer nicht beantworten werde) berechtigen. Ich könnte auch sagen, dadurch weiß ich dass er mich regelmässig anruft, was jedoch nicht (!) in meinem Interesse ist. Aber Ausputzer zu spielen noch viel weniger. Ich will fair sein, aber auch mir selber gegenüber - und ich fühle mich überfahren. Will das richtige tun, mich aber weder einer psychischen noch physischen Gefahr aussetzen. Will auch keine Freunde in dieses Haus schicken, ich will einfach diesen Drohungen gegenüber stehen ohne meiner eigenen Angst, wie das geht, nun, das weiß ich noch nicht....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Mensch, ist das ein komisches Gefühl
    zu wissen man/frau hat sich wohl nicht getäuscht in den Empfindungen rund um den Alkohol. Wie lange habe ich mich gefragt - und vor allen Dingen wie oft - beurteile ich etwas falsch? Kann ich die Realität vielleicht nicht richtig einschätzen? Habe ich eine Mücke zu einem Elefanten gemacht?

    Wenn ich mir vorstelle, ich wäre nicht ausgezogen, ich hätte nicht als bankrottes Wesen den Umzug gewagt, was wäre auf mich zugekommen? Schon ohne schwerwiegende Probleme war unser Zusammenleben während der Trennungszeit ein Machtkampf und ein Wutreservoir ohne Ende.

    Mittlerweile verlangen Strombeauftragte die Adresse seines Vermieters, vermutlich weil Ablesungen bzw. Zahlungen nicht ordnungsgemäß erfolgen.

    Scheinbar habe ich mich also nicht getäuscht in meinen Vermutungen. Die Kinder der früheren Nachbarschaft haben heute mit mir telefoniert und mir erzählt, dass alle drei Tage eine "neue Kiste Bier" anrollte, sichtbar. Dinge, die mich damals belasteten, von denen ich mich fragte ob ich den Konsum überdimensioniere. Ich hätte das nicht verkraftet, diese Mengen sehen zu müssen. Ganz zu schweigen von den Dingen, die vielleicht danach passiert wären...

    Mein Gefühl, von dem ich dachte, ich projeziere nur etwas schlechtes um mich selber zu beruhigen, schien mich auch im Bereich Auto/Wartung nicht getäuscht zu haben: da wo alle die Jahre zuvor eine handwerkliche Umsicht herrschte ist das Fahrzeug nicht mehr farbereit und hat eine riesige Öllache verursacht, die nicht beseitigt wurde.

    Was mich beruhigt ist die Tatsache, daß er wohl ein Haus gefunden habe, welches er derzeit renovieren würde. Dieses Haus liegt wohl entfernt somit sind einfach mehr km zwischen uns, was mir dann ein besseres Gefühl geben wird.

    Ich selber habe mir und meinen Gefühlen und Vermutungen sehr mißtraut, einfach weil ich befangen und gefangen war. Noch immer bin ich aus allen diesen Dingen nicht entwachsen und habe für mich noch sehr zu knabbern. Aber ich spüre während mein Kamin vor sich hinknistert und das Bügeleisen im Hintergrund schon wieder nach "Beschäftigung" schreit, daß ich den einzig richtigen Weg gegangen bin.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich diese Steigerungen noch verkraftet hätte ohne Schaden zu nehmen. So oft habe ich gelesen "sucht verläuft uniform" so richtig verstanden habe ich es noch nicht, aber ich beginne zu begreifen dass ich als Co-Abhängige ebenso in einem Suchtkreislauf drin bin wie der Abhängige.

    Während ich mein Suchtmittel mit aller Gewalt aus meinem Leben schiebe und den Kontakt vermeide, vertieft er seinen Kontakt zum Suchtmittel. Da wo ich versuche, mich u. a. hier, in Form einer Selbsthilfegruppe, wieder selber am Schopf hoch zu ziehen, so weitet sich eine unbehandelte bzw. ignorierte Sucht scheinbar noch aus und zieht tatsächlich Kreise.

    Ich hätte es nicht gedacht ... komisch, ich dachte jetzt erst recht : ein normales unauffälliges und glückliches Leben mit unsichtbarem Alkoholkonsum, damit wenigstens die Fassade bestehen bleibt, so wie es alle die Jahr zuvor funktionierte.

    Habe ich alle die Jahre diese Fassade ganz wesentlich mit neuer Farbe versehen? Auf mich wirkt es gerade so, als würde mit jedem neuen Raum, der langsam seine Möbel erhält, wieder ein Stück Leben in mich kehren. Ich habe mich meiner Sucht "unterworfen" und begriffen dass ich nichts ändern kann sondern nur trauern und mein Leben in eigene Hände nehmen. Während meine Räume, mein Haus des Lebens mit der Sucht, langsam (m)ein zuhause wird erlebe ich auf der anderen Seite wie Sucht tatsächlich alles zu zerstören scheint.

    Ein sehr eigenartiges Gefühl - keines, welches mir Genugtuung gibt - viel mehr Traurigkeit, dass Ihr wohl auch in diesem Punkt rechtet hattet: Sucht ist uniform ... vielleicht verstehe ich das irgendwann einmal richtig.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Guten Abend Frl. Co,
    aber hallo - gerade so als wären wir noch in einer Beziehung: andere Aktionen, unvorhergesehene Auftritte und die Aufregung rast durchs Haus.

    Nur mit dem Unterschied, dass das hier mein Haus ist und diese Aufregung hier nichts zu suchen hat. Diese Angst, dieser Druck, der war gerechtfertigt in der alten Bleibe um mich vor Übergriffen zu schützen - hier aber ist die Türe zu..... und nur ich habe den Schlüssel.....

    Hallo .... piep .... ich fasse es ja nicht - das ist ja zum heulen...... das ist ja schon wieder ein Schalter, oder? Und ich blicke das noch nicht einmal....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Guten Morgen, liebe Sorgen,
    heute seid Ihr gar nicht da :)

    Na, hatte ich heute morgen doch erstmalig ein schönes erwachen mit "hoppala" raus aus den Federn und Wasser vom Brunnen holen, Katzen versorgen und dann rauslassen und und und.

    Ich habe gestern ganz bewußt in meiner Hilflosigkeit mit mittags ein heißes Bad einlaufen lassen, eine Pizza im Holzofen gemacht und mir quasi den Nachmittag geschenkt. Keine Bewerbungen geschrieben, keinen Horror bei mir ankommen lassen (und zuvor Himbeersträucher gepflanzt).

    Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass diese Probleme mit der real verbreiteten Angst zusammenhängen, die ja über all die Jahre gelebt wurde und es üblich war morgens aufzuwachen und sich zu fragen ist der andere da? Wenn nicht, ist was passiert? So, und nun wache ich in Ruhe auf und achte nicht mehr darauf ob eine Leiche auf der Treppe liegt oder die Atmung ausgesetzt hat wenn er im Bett liegt.

    So, diese Ruhe morgens, die noch neu ist könnte genau zu dem Gedanken - Alptraum - führen. Denn während des zusammen wohnens waren für mich bereits morgens gewisse "Kontrollen" nötig. Aufgewacht? Leblos irgendwo liegend?

    Vielleicht komme ich so langsam auf meine Lösungswege.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • So, nun wurden mir gerade zwei LKW-Ladungen vors Haus geschüttet, Bücher, meine Fotoalben Juhu... und alles mögliche andere.

    "das wäre die letzte kostenfreie Lieferung" ich sagte ihm dass ich nun die Polizei holen würde, daraufhin war er schnell vom Acker.

    Ich weiß, dass keine Rechtsberatung hier erfolgen kann, aber geht es tatsächlich, dass er die Dinge, die er zu meinem Auszug nicht rausrückte und behalten wollte nun einer Spedition oder ähnlichem übergibt, die bei mir abkassieren?

    Das ich natürlich nichts annehmen würde ist klar, aber mit solchen Sachen hatte ich noch nie zu tun und habe schon Panik dass hier irgendwelche Speditionskosten auf mich zukommen. Und abholen.... neee ich tue mir ihn und das Haus nicht mehr an....

    Vielleicht weiß einer wie er mir einen Rat geben kann, der keine juristische Auskunft ist.

    Positiv - letzte Lieferung :) vielleicht war es das dann demnächst.....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Nach einer sehr, sehr kurzen Nacht geht es nun darum, dass ich die Scherben und den Rest der Anlieferung in meinem Hof beseitigen darf, damit sich kein Auto die Reifen zerschneidet. Nun und natürlich alle die Bilder ect trocknen bzw. säubern, teilweise sind sie schon kaputt weil in diesem Keller mal Hochwasser war.

    Der Auftritt von gestern und die damit verbundene Wut und der Hass zeigen mir was der Alkohol alles mit beeinflussen kann. Ich habe mich gefragt, wie ich damit klar kommen würde eine solche Wut zu empfinden: gar nicht. Ich würde mich innerlich vergiften. Mein Körper - also meiner, der so und so mit Reizdarm reagiert - wäre ständig in Bewegung und ich käme nie mehr zur Ruhe. Auch wenn ich immer wieder zu meinem Suchtmittel zurückkehre, in Gedanken, so erfreue ich mich an vielem.

    Ich erfreue mich an meinem Heim, den Tieren, der Botanik und guten Freunden - suche einen Job und habe Dinge, die zu tun anstehen oder die mich erfreuen.

    Ich habe das Gefühl, dass trotz - oder gerade durch - solche Auftritte meine Angst relativiert wird. Ich hatte gestern Pech, als ich die erste Lieferung wegräumte kam er mit der zweiten. Ich habe den Schlüssel an mich genommen und bin stehen geblieben, also nicht davon gerannt.

    Als wieder der aggressive Ton kam sagte ich ihm dass ich nun die Polizei holen würde - in ganz normalem Ton und schloß die Türe hinter mir.

    Und ich will Euch nochmal etwas sagen, auch wenn das total irrig, vielleicht sogar falsch ist: ich bin stolz auf mich, dass ich während der gesamten Zeit (als ich noch dort wohnte und auch als ich umzog) anders reagiert habe. Dass ich keine Zerstörungswut hatte, dass ich mich auf das Häuschen gefreut habe und darauf hingearbeitet habe. Ja, ich freue mich über mich, dass ich Aufbauenergien umgesetzt habe und keine Vernichtungskraft.
    Klingt vielleicht irrig, aber als ich wusste es geht raus in mein neues Heim habe ich mein Leben eingerichtet auf Umzug und neues Leben. Es hätte mich vergiftet wenn ich voller Wut in ein neues Leben gegangen wäre. Einfach weil ich dann noch viel mehr aus dem alten Leben mitgenommen hätte, als ich es so und so schon tat.

    Während meiner ersten Verzweiflung habe ich mich manchmal gefragt ob ich nicht auch trinken soll, mich einfach "wegbeamen" um alles nicht zu spüren, ich tat es nie, weil irgendwie ging das nicht bei mir - ich wollte mich betäuben, aber so ging es nicht also lebte ich alles ohne jeglicher Betäubung aus und nahme jedes elende Gefühl mit.
    Ich bin froh, dass ich nicht das tat, woran ich dachte...

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Servus dagmar007,

    auch wenn wir hier keine Rechtsberatung sind kann ich Dir getrost sagen, dass Du vor einer Speditionsrechnung in diesem Fall keine Angst haben musst. Sollte Dich doch eine erreichen, bitte Karsten darum mit mir Kontakt aufzunehmen.

    LG
    Spedi

  • Dank Dir Spedi,
    mein Rechtsempfinden sagt mir auch, dass das nicht so ohne weiteres möglich ist. Es ist halt einfach so, dass ich diese ursprünglichen Aussagen nicht schriftlich fixiert habe, somit steht einfach Wort gegen Wort.

    Weißt Du Spedi, wohl fühle ich mich nicht in der Situation, keine Frage, dennoch es zeigt einfach dass dieses Teufelszeug ein soziales Miteinander verhindert.

    Aber langsam komme ich wohl auch genau durch solche Auftritte zur Bewältigung - oder vielleicht sollte ich sagen dass was ich versucht habe mir in den letzten Monaten zu erarbeiten, dass kann ich langsam nach außen tragen.

    Danke für Deinen Aufbau Spedi,
    lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar, is doch klasse wie Du reagiert hast. Und jetzt hast Du auch noch einige Sachen zurück, die dich vielleicht doch auch ein bisschen freuen. Ich schick Dir in Gedanken mal nen dicken Drücker und ne kleine Bauchmassage. Schau mal jetzt haste das hinter Dir vor was Du die ganze Zeit so ne Angst hattest. Is doch super. Find ich toll das Du ruhig bleiben konntest. Das fällt mir immer sehr schwer.
    Jetzt is das vorbei und du kannst einfach so mal nach vorne schauen. Viel Spaß beim weiteren schöner machen... und laß doch zwischendruch mal das Durcheinander Durcheinander sein und mach was erholsamen!!!
    Ganz Liebe Grüße
    von Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Nein liebe Karotte,
    es ist keinesfalls vorbei! Es gibt Möbel, die ich nicht mitnehmen "durfte" die er jetzt auf meine Kosten entsorgen möchte. Vorbei ist es noch lange nicht.

    Aber ich freue mich über meine Fotoalben, die Zeitungsberichte aus meiner aktiven Kung-Fu-Zeit, auf die ich doch recht stolz war und so manche andere Kleinigkeit. Natürlich hat er viel von sich reingepackt, vermutlich einfach nicht mehr auf die Reihe gebracht, dass ein Teil seine Bilder sind, aber das mag nicht mein Problem sein. Meines ist eher, dass die Mülltonne zu klein ist ;)

    So richtig ruhig war ich natürlich nicht und mein Reizdarm hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber ich wurde weder aggressiv noch habe ich mich ihm genähert. Ich hätte sogar zugehört - als wieder Aggression und Wut zu spüren war war das für mich das Ende des Gespräches.

    Irgendwie gewinne ich innerhalb dieser Aktionen den Eindruck dass meine Zufriedenheit das ist, was für diese Wutaktionen sorgt. Ich könnte mich täuschen, aber genau so wirkt es auf mich.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar,

    möchte dir jetzt auch mal schreiben.

    Super das mit dem ruhig bleiben.
    Das mit dem Reizdarm kenn ich, es fährt sofort alles in den Magen gelle.

    Leider immer noch Emotion vorhanden, wünschst du dir nicht auch die völlige Gleichgültigkeit und null Regung deines Körpers. Das wünsche ich mir immer. Ich glaube dann hat man es gepackt.
    Wenn das Verhalten des anderen NULL Reaktionen/Emotionen/Beschwerden auslöst.

    Ich merke, wie du dich versuchst an den guten Dingen dieser Aktion hochzuziehen um nicht ein Stück wieder zu fallen (kann ich mir auch nur einbilden)

    Klaro wird es ihn stören das es dir augenscheinlich gut geht, sonst müsste er nicht mit Aggressionen und Wut kommen. Was aber auch wieder Emotionen sind, du siehst, er hat auch noch Emotionen dir gegenüber, welche auch immer.

    Und ich wollte dir noch sagen, die Sache die du geschrieben, hast mit dem selber zuballern, hab ich mir auch schon oft überlegt oder sogar gemacht, mit dem Ergebniss das es aber nix bringt, außer Kopfweh. :wink:
    Ich werds auch ohne, Tabletten oder sonstige Emotionsblocker durchstehen.

    Reicht ja schon das ich rauche. :oops:

  • Ach, liebe Verflixt,
    meine ehemalige Chefin hat immer gesagt (als ich noch Teenager war) "Junge, Du weisst gar nicht, wie schön der Tag danach ist ;-)"
    Ich glaube, das war für mich immer DIE bleibende Erinnerung. Du siehst liebe verflixt, wie Angehörige in den Sog des Alks kommen könn(t)en ohne eigentlich dazu den grundsätzlichen Drang zu verspüren. Einfach um sich "wegzuschießen". Was natürlich auch erklärt warum unsere Angehörigen, die das ja nun schön gewöhnt sind und deren Körper reagiert, nicht einfach aufhören können. Sie haben wohl nicht nur den Wunsch sich wegzubeamen sondern ihr Körper braucht das Gift, damit der Stoffwechsel überhaupt noch funktioniert.

    Ach ja, wie schön wäre es wenn nixx mehr meinen Darm reizen würde ;) Wobei es schon fast gut wurde, ich hatte jetzt wochenlang keine Probleme mehr, also auf dem Wege der Besserung ;)

    Ja, genau diese Emotionen machen mir nun das Leben schwer. Wobei ich jetzt nicht sagen kann ob ich mich wohler fühlen würde wenn Liebesbekundungen kämen als wenn jetzt die Wut kommt. Irgendwo ist es Jacke wie Hose - ich spüre einen Menschen, der nicht zu Rande kommt: mit sich, mit mir, mit was auch immer.

    Ganz sicher hole ich mir die positiven Aspekte aus allen Erlebnissen heraus. Wie heißt es so schön, "nichts ist so schlecht, dass es nicht doch für irgendetwas gut ist". Natürlich ist alles wirr, natürlich fühle ich mich als ob die Welt runterfallen könnte weil nichts mehr so ist wie es mir als "normal" erschien. Aber eben genau das sind die verändernden Suchtmittel - die Stoffe, die in Hirn und Nerven eindringen und die Person verändern.

    Wir sprechen immer darüber wie man/frau dem Partner helfen kann von der Sucht weg zu kommen, endlich ein glückliches Leben zu führen und und und. Wir vergessen aber oftmals, dass die Jahre der Abhängigkeit auf diese Person und deren Gesundheit bereits Auswirkungen hat. Ja, es sind ja nur "3 Fläsch(ch)en Bier pro Tag" Es ist ja nur ein paar Mal in der Woche.

    Es sind ja auch immer nur ein paar Gehirnzellen die absterben. Es sind ja pro Jahr immer nur ein paar Gewalttaten die unter Alkohol passieren. Es sind ja nur ein paar Menschen, die wegen alkoholisierter Autofahrer ihr Leben verlieren.

    Unsere suchtkranken Angehörigen können das wohl in den seltensten Fällen erfassen, aber wir müssen doch klar erfassen welche Gefahr im Alkohol liegt und welche Auswirkungen es darstellen kann. Deshalb wird es für mich auch weiterhin meine Pflicht bleiben solche unangenehmen Wahrheiten gegenüber einem Süchtigen auszusprechen (das tat ich auch schon vor meiner Suchtbeziehung wenn es für mich offen sichtbar bar).

    Genau hier liegt der Punkt der Verantwortung übergeben - genau hier liegt die Mitschuld von mir als CO - diese Wut, dieser Hass und alles das, was dazu gehört, diesen Dingen habe ich den Weg geebnet durch mein "ignorieren des vorgenannten Absatzes".

    Lieben Gruß von Dagmar

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