Tockenes Resümee eines Co's

  • In mir bewegt sich etwas, aber ich kann es überhaupt nicht ein- oder zuordnen, zu unterschiedlich sind die Gefühle.

    Positiv zu vermerken: ich bin ein etwas ängstlicher Autofahrer. Ich habe immer ältere Autos und hatte auch schon Motorschaden ect. Also immer etwas Angst "wenn etwas passiert". Nunmehr bin ich wieder in einen Automobilclub eingetreten um dann zumindest zu wissen, "wo ich meine Panik ausleben kann" ;) Mit diesem Bewußtsein fällt mir das Autofahren viel leichter, auch über längere Strecken und ich scheine hier wieder bodeständiger zu werden.

    Gestern hatte ich ein Vorstellungsgespräch an einem Ort, an dem ich nie alleine sondern immer mit dem Expartner war. Es tat erst einmal sehr weh, es war einfach das Bewußtsein hier waren "wir" des öfteren. Zu diesem komischen Gefühl mischte sich dann aber eine Frage und "wie" waren wir hier???? Die Antwort war nicht so toll... Einkaufen, wenn irgendwie etwas zugekleistert werden sollte, wenn eine Wunde notdürftig verbunden werden sollte.....

    Ich fühle mich so ein bischen wie bei heftigem Seegang. Ich weiß gar nicht so recht, was be- oder verarbeiten kann oder will. Am allerliebsten würde ich alles vergessen was war - wie ein abgeschlossenes Kapitel - das aber gelingt mir (noch) nicht. Hin- und her gerissen zwischen dem Bewußtsein Dein Weg ist nun ein ganz anderer - in anderem Umfeld, mit für mich wertvollen Menschen und einer besseren Selbstversorgung.

    Dennoch noch gefangen in den Schuldzuweisungen, die an meine Adresse gerichtet waren oder sind. Verbunden auch hier mit dem Bewußtsein, dass es mir selber schon schwer genug fällt mich klar zu beleuchten und ohne Suchtmittel zu leben. Dieses Co-verhalten, diese Harmoniesucht, doch alles zu einem guten Ende zu bringen, diese "Machtlosigkeit" endlich ganz aufzunehmen über das Gefühl und nicht nur über den Kopf. Dieses Wissen, ich vergeude viel zu viel Zeit mit diesen so unnützen Gedanken und es dann doch zu tun :(

    Auf der einen Seite würde ich gerne einfach rauswachsen aus der Geschichte (wo mein Freundeskreis und der Haushalt durch Beschäftigung gehörig beitragen ;) auf der anderen Seite möchte ich eine Entwicklung leben, dass ich nicht wieder Muster aufbaue, die für mich gefährlich sind - besser gesagt, die vorhandenen abbauen.

    Vielleicht ist das der Moment, sich selber in Frage zu stellen?

    Ich spüre, dass mein Gesamtbefinden und die Optik - Kleidung - in eine konstantere beständigere, Dagmar-eigene, Richtung gehen. Ich spüre aber auch, dass da noch eine Wehmut ist, die in meinem Leben nichts mehr zu suchen hat. Bitte nicht falsch verstehen: keine Wehmut nach dem Partner, keine Wehmut nach Zweisamkeit - einfach ein Gefühl jetzt nicht einfach bei NULL anfangen zu können....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar!
    Dein Post klingt ein wenig, als bist du jetzt in ein Loch gefallen.
    Als ob deine Stärke einen Riss bekommen hat.
    Ganz normal!
    Jeder kommt mal dahin. Sogar ich, obwohl mein Mann doch trocken geworden ist. Irgendwie war da plötzlich ein Punkt da, an dem ich "jemanden" gebraucht habe. Jemanden persönlich, vis-a-vis.
    Und da war die Freundin auch nicht die richtige.
    Für mich war da die Therapeutin richtig. Die baut mich immer wieder auf.
    Lässt mich erkennen, dass ich ganz viel wert bin und schaffe.

    Wenn ich Mist geschrieben habe, dann kannst du es gleich vergessen. Falls es dir guttut, dann wünsche ich dir gleich noch ein bisschen Schwung und Kraft, damit du schnell wieder aus dem Loch herauskommst.
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo liebe Gotti,
    ich kann es noch nicht richtig zuordnen. Zumeist passieren solche Dinge/Situationen/Gefühle wenn bei mir gedankliche Änderungen anstehen.

    Meine Therapeutin ist sachlich bestimmt gut, wobei diese ausweinen oder der menschliche Draht in der Form nicht gegeben ist, aber ich denke, jeder Therapeut hat einen anderen Weg und der bei meiner Therapeutin ist eher ein kalter, sachlicher.

    Ich glaube Gotti, keine Gedanken sind "Mist" - es ist immer wert jeden (auch wenn er noch so abwegig ist) Gedanken zu betrachten. Dadurch ist man zumindest gezwungen sich mit einem solchen Thema auseinanderzusetzen.

    Was ich bewußt in den letzten Tagen wahrnehme ist die Ruhe (es gibt seit zwei Wochen keine Aktionen mehr) und das mir erst langsam bewußt wird, dass ich mir nun das TV-Programm meiner Wahl ohne Schrägblick ansehen kann. Mir fällt auf, dass ich besser mit meinen Grundbedürfnissen wie Nahrung umgehen kann. Auf der einen Seite schaffe ich nun manches weg, auf der anderen Seite fühle ich mich noch viel kraftloser als zu Zeiten vor der Suchtbeziehung. Jedoch kräftiger als zu Zeiten in der Suchtbeziehung. Ich weine vielleicht meinen alten, ganz früheren Kräften, nach. Ich bin noch auf der Suche nach der Antwort.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • hallo, liebe Zukunftsmusik,
    nun, ich denke jünger sein wollte ich nicht und die vergeudeten Jahre, nun ja, ist halt so - sie dienen wohl der Reise zu mir selber, auch wenn ich gerne auf sie verzichtet hätte.

    Dieses NULL bedeutet für mich ich würde gerne die Erinnerung ausblasen an diese Beziehung und deren Begleiterscheinungen. Deshalb nur bin ich hier in dieser ländlichen Region, weil die Beziehung mich herfürte.

    Nun, in diesem Haus, fühle ich mich wohl und habe gute Freunde. Aber NULL würde bedeuten keine Erinnerungen mehr verspüren zu müssen, keine gemeinsamen Orte und keine Erinnerungen an die Geschehnisse, die weit über das gehen, was mein Hirn verstehen kann. Ich würde gerne bei NULL anfangen und sagen ich bin hier "frisch" eingetroffen. Das aber geht nicht... Der Schleier der Vergangenheit holt mich schon beim Einkaufen ein, wenn ich alte Nachbarn treffe.


    Du, als auch Deine Therapeutin, liebe Zukunftsmusik habt ganz sicher recht: jahrelanges selbstschädigendes Verhalten wird nicht von heute auf morgen geändert. Ich selber muss ja erst an die Wurzeln kommen um es zu ändern.

    Ich bin dankbar ohne Ende darüber, dass ich an vielen kleinen Dingen Freude empfinden kann. Auch an kreativem Backen oder Kochen - an Dingen, die eigentlich zum normalen Alltag gehören meine Freude haben kann. An Pflanzen, die wachsen, an meinen Tieren ect. Deshalb gelingen mir kleine glückliche Momente, mit den grossen wird es wohl noch etwas dauern.

    Aber genau diese Fähigkeit des kleinen Glücks scheint die ideale Anbringung für mich als Co zu sein. Habe ich doch nie verstanden, warum andere Menschen depressiv oder dauerhaft traurig sind. Wollte ich ihnen doch immer einen Teil meiner Lebensfreude abgeben, dadurch entzog ich mir Energie, lenkte diese in Bahnen, wo sie nicht ankommen konnte und machte mich unglücklich.

    Jedes Ding hat also zwei Seiten....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Zeit für eine Zwischenbilanz ;)

    Rund 3 Monate lebe ich nun hier in diesem kleinen Ort und es scheint derzeit so, als hätte ich keinen besseren Ort finden können.

    Ein super Scheunennachbar. Und weitere Einwohner, die echt klasse sind und mit denen ich schon - auch über die Katzen - Kontakt aufbauen konnte. Darunter auch ein Schreiner, der Katzenspielzeug, eine Spielbox, selber herstellt. Er hat mir gestern eine vorbeigebracht. Da haben meine Racker was zum spielen und ich einen schönen Bericht für meine Katzencommunity.

    Derzeit bin ich dabei die vielen geschenkten Äpfel zu verarbeiten. Stress pur, aber eine Freude wenn dann mal alles im Gefrierschrank ist. Gestern war Pizzatime: jede Menge gemacht, eingefroren und bei Bedarf geht sie in den Holzofen.

    Ich spüre hier die Natur und mich - auch durch das Holz, das feuern mit Holz, das selber machen des Anzündeholzes, das Geschenk des Schreiners. Da denke ich so oft an meinen Vater, der schon lagen tot ist, der Schreiner war und zum Holz einen tiefen Bezug hatte.

    Vor kurzem war eine Nachbarin aus dem alten Wohnort zu Besuch, die feststellt, dass meine Haut - im Gegensatz zu früher - grandios wäre. Sie ist kein Katzenfreund, stellte aber fest, dass alle meine Tiere nun viel ausgeglichener und ruhiger sind. Während sie früher durchs Haus stobten und Neulingen aus dem Weg gingen, so spickeln sie nun wer ins Haus kommt.

    Das alte Haus hatte auf mich immer ein ganz schweres Gefühl. Ich schob es auf die mangelnde Helligkeit. Auf das eingaut sein in den Berg oder oder oder. Ich war mir sicher, dass dieses Haus irgendwelche traurigen Schicksale begleitet hat. In so vielen Häusern habe ich gelebt, aber niemals ein solches Gefühl der Schwere verspürt.
    Vielleicht weiss ich nun warum: dort wurde massig im Sinne der Metzgerei getöte. Und das ist etwas, auch wenn ich Fleisch esse, so war es für mich schon immer übelst wöchentlich am Samstag beim Nachbarn unter mir zu hören wie die Schweine toben wenn sie verladen werden sollen. Darauf gebracht wurde ich weil ich gefragt wurde ob es den "Blutabfluss noch gäbe" Hä??? Nun ja, vielleicht spinne ich ja, aber das Haus gab mir immer ein sterbensgefühl...

    Ich muss (leider, im Sinne des anderen) auch immer wieder erfahren, dass meine Entscheidung richtig, notwendig und keinen Tag zu früh war. Es scheinen sich nun die Basisbausteine Isolierung, Berufsverlust, mangelnde Hygiene am Arbeitsplatz ect. einzustellen.
    Schade, um ein weiteres Leben, dass dem Alk zum Opfer fällt, aber eine bewußte (?) Entscheidung, über Jahrzehnte intensiviert und gelebt.

    Die Ex-Nachbarin erzählte mir, dass sie etwas Angst gehabt hatte, dass ich mich einsam fühlen würde. Nein, einsam gefühlt habe ich mich hier nie! Ob das an meinen Katzen liegt, an meinen Freunden an der Natur, die hier so lebt, wie ich es nicht übersehen kann. Ich weiß es nicht.

    Wenn nun auch irgendwann einmal die jobtechnische Seite klappen wird, dann befinde ich mich wieder in einer Art "normalem, friedvollen, Leben" mit den kleinen Glücksmomenten. Die großen, die brauche ich gar nicht ;) auch wenn ich mich freue, wenn sie mal an die Türe klopfen sollten.

    Mit ziemlich viel Dusel habe ich recht günstig Duftöle ersteigert, die ich liebe - nebst einem passenden Setzkasten, für eben Duftöle. Einfach schön! Ich freue mich darauf, weil hier schon seit Wochen das ganze Haus duftet: warmes Holzfeuer und leichter Gerucht von Zimt, Vanille oder Weihnachtsduft.

    Heute, wie gesagt, zieht noch der Duft von Apfelstrudel durchs Haus. Es könnte sein, dass heute abend noch der Nachbar vorbeisieht, macht er gerne Sonntags, da sind dann noch Hohenloher Apfelflädle fertig für den Holzofen (einfach Pfannkuchen mit Apfelschnitzen).

    Wenn ich überlege, wie ich am Anfang hin und her gezaudert habe, gewankt zwischen "nicht los lassen können" und "Angst vor meiner Zukunft" so stehe ich nun in einem Leben, welches ganz anders wurde als meine Ängste es zuvor hatten ahnen lassen.

    In diesem Sinne:
    Happy Weekend

    wünscht Dagmar

  • hallo dagmar!

    schön beschrieben deine wohlige wärme im haus,konnt sie fast spüren beim lesen,lächel...

    ich wünsch dir weiterhin das du dich in deinem neuen leben so wohl wie nie zuvor fühlst...

    liebe grüsse caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Liebe Dagmar,

    ih habe mich richtig über deine Zeilen gefreut und konnte gut mitfühlen!
    Echt toll wie du das alles meisterst :D

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Sonntag und alles Liebe, Amy :D

  • Weißt Du Amy,
    ich selber habe eigentlich nichts gemeistert - nur den Schritt zum gehen. Den Rest, und das muss man/frau wirklich sagen: habe ich echten Freunden zu verdanken und liebenswerten Menschen.

    Einfach Fremden, wie hier im Ort, die einfach mal einen Kürbis verschenken oder einfach zig Kilo Äpfel. Alle die kleinen Dinge im Leben, die mich erfreuen. So viele Dinge waren Zufall und brachten die eine oder andere Freude im Schlepptau mit.

    Aber diese kleinen Freuden konnten nur geschehen durch den einen kleinen Schritt des Gehens. Der noch nicht einmal eine Leistung war sondern meine Entscheidung zum "weiter leben".

    Was mir zu schaffen macht: ich schlafe nun viel zu viel. Während ich die letzten Jahre schlecht geschlafen habe, Nacht für Nacht - ob es an Matratze, Haus direkt im Hang an Hauptstraße oder sonst was gelegen hat, weiß ich nicht.

    Nun aber: neues Bett - neue Matratze - Hartschaummatratze und ich könnte schlafen, schlafen, schlafen. Ich schaffe einfach zu wenig, was ich für mich noch tun wollte... weil es so kuschelig ist im Bett, ein lange nicht mehr gekanntes Gefühl....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Aber Hallo!
    Du tust zu wenig???
    Rede dir das mal bloss nicht ein. Wer täglich sein Häuschen mit echtem Feuer schürt und auch bäckt, der hat schon ne Menge Arbeit am Laufen!
    Und dann die Apfelsache! Ich esse gerne Apfelküchle, furchtbar gerne Apfelgelee, Pizza!!!HMMMMM. Ich finde, du machst genug.
    Ausserdem findest du jetzt zu dir selbst. Das ist auch ein wichtiger Arbeitsschritt, den du vlt. nicht schaffen würdest, wenn du jeden Tag zur Arbeit müsstest.
    Aber, wenn du mal wieder Arbeit hast, wird sich dein Schlafbedürfnis sicher auch wieder ändern. Mach dir also mal keine Sorgen.
    Jetzt gilt für dich: Morgen ist auch noch ein Tag!
    In dem Sinne, einen schönen gemütlichen Apfelsonntag, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Dagmar,

    ich denke das ist ein klarer Fall von Eigen und Fremdwahrnehmung, die sehr unterschiedlich sein kann :wink: ...ich finde dich unglaublich tatkräftig!!
    Was hast du alles in der letzten Zeit geschafft, das finde ich bewundernswert!!! Und das ganz alleine, ja mit Unterstützung, aber nur, weil du das schaffen wolltest!!

    Du bist ne tolle Frau und meisterst deinen Weg!! :D
    Nimm deinen Weg an, er war schwer und nun genieße es was du geschafft hast!! Darauf kannst du stolz sein, mach dich nicht so klein...so das musste mal raus :wink:

    Und schlafen ist gesund, du hast ne Menge Schlaf nachzuholen, also sei er dir gegönnt!! :D

    Ganz liebe Grüße, Amy

  • Schlafen...da heilt es in Dir und deine Selbstheilungskräfte werden geschürt!!! Haste nu wirklich verdient. MAchs Dir nicht madig. Diese ganze Selbsteinfühlung braucht soviel Kraft... is normal das Du müde bist...
    Lg Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Na, und wo die Selbstheilungskräfte versagen sollten, da ist dann die Schulmedizin gefordert. Deshalb habe ich mir heute die alljährliche Grippeimpfung verpassen lassen, Blut abnehmen zum durchchecken und gleich einen Termin für eine große Untersuchung anberaumt.

    Ungern, gebe ich zu, a) wird mein Rauchen ein Thema sein, b) die Vernachlässigung an mir selber der letzten Jahre, die Spuren hinterlassen hat und na ja und überhaupt....

    Nun, ich habe meinem Hausarzt so ganz "beiläufig" die Geschichte der gescheiterten Partnerschaft erzählt weil ich der Meinung bin, ich habe viel zu wenig Kraft (zumindest im Gegensatz zu früher mal). Und der Gute fragte mich: "Sie haben sich getrennt?" Und ich - als wäre nichts klarer "Natürlich".

    Dabei war mir das vor noch ein paar Monaten alles andere als klar! Mein Gott, wie oft bestand die Gefahr umzufallen, und ich sage nun mit Sicherheitsabstand "Natürlich". Herr Dr. sah mich an und sagte dass ist alles andere als "natürlich" musste ich ihm Recht geben und feststellen, es war eine sehr harte Zeit.

    Auch von seiner Seite die ganz klare Ansage: nur eine Trennung kann dem Suchtkranken helfen aufzuwachen und dem Partner sich von den Nebenerscheinungen der Sucht zu bewahren.

    So ganz nebenbei sprach ich ihn auf mein Handgelenk an, welches unter Holz- und Brikettschleppen gehörig gelitten hat. Nun, wie es sich anfühlt hat er eine starre Stelle (gibt wohl am Handgelenkt etwas wie einen Kammknochen oder so) wieder "eingerenkt". Wäre zu schön, denn das war die letzten Wochen schon heftiger Schmerz.

    Also, wie Ihr seht, auch wenn es mir schwer fällt, ich versuche auf mich zu achten - beginne nun auch wieder mir Salat zuzubereiten...

    Sag Karotte, braucht es wirklich so viel Kraft in sich zu gehen? Ist das tätsächlich so hart? Vorstellen kann ich es mir schon, weil ja Erinnerungen auch Emotionen wach rütteln, und diese wiederum auf die Organe gehen, aber irgendwie denke ich die "Teenager-Spätlese" macht sich nur bemerkbar ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Leider muss ich feststellen, dass es mir noch keinesfalls gesund gelingt rechtzeitig Grenzen zu ziehen.

    Es gibt einige Menschen, denen ich noch deutlicher sagen muss dass ich keinesfalls eine Abrufadresse bin, wo man/frau jederzeit in der Türe stehen kann weil es dem Betreffenden langweilig ist oder er sich einfach aussprechen will oder die Kinder abgeben möchte.

    Viel zu spät sage ich deutlich und direkt no. Immer versuche ich es vorsichtig durch die Blume, was nicht ankommt. Und immer noch ziehe ich Personen an, die selber verstrickt sind als Angehörige in Süchte oder Krankheiten. Unmerklich fast klammern sich diese Menschen an mich und ich weise zu spät in Grenzen und fühle mich überrannt und daran gehindert bei mir selber zu sein und mich an meinem Leben zu erfreuen, an der oftmals von mir gewünschten "Einsamkeit".

    Also nächster Schritt, überdeutliche Ansagen. Ungern, denn ich mag das nicht jemandem zu sagen "ich möchte im Moment - und die nächsten Tage - alleine sein". Aber komischerweise fühlt sich niemand angesprochen, wenn ich sage "die nächsten Tage möchte ich keine gemeinsamen Aktivitäten". Lasse ich mich überreden, irgendwo am PC was zu machen, dann kommt garantiert noch "könnten wir noch schnell". So, das heisst klar für mich meine vorsichtigen Ansagen konnten nicht verstanden werden und ich muss überdeutlich werden.

    Sonst nämlich werde ich wirklich wütend und unzufrieden. Ich will wieder für mich da sein und mit meinen Tieren und nicht beständig Besuch hier haben, von dem ich das Gefühl habe es wird mit Kraft entzogen (weil ich eben in dem Moment keinen Besuch will).

    Harter Lernweg, und alles andere als schön....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallöle Liebe Dagmar, JA das kostet alles viel Kraft, vorallem gibt es ja immer wieder Momente wo mal was klar wird...ich hatte die Woche ne Doppelstunde Ergotherapie, danach bin ich noch Einkuafen und dann ging nix mehr. Abslout nix...konnte kaum noch laufen so fertig war auch...wir machen auch so kleine Körpersachen... Bewußtseinsänderung, neue Nervenbahnen legen, isch auf sich KONZNETRIEREN...ja das kostet Kraft und wir brauchen eben auch viel Ruhe...
    Das mit dem nicht Nein sagen kenne ich sehr gut. Bin da auch am üben. Und habe gemerkt mit Höflichkeit komme ich nicht weit, vorallem wenn die Leute schon vor der Tür stehen. Habe mir da auch noch einiges Vorgenommen... habe auch eine Freundin, die immer sher fordernd i...Aber sieh es als Übung an...wie praktisch können solche Menschen für uns sein...denn an Ihnen können wir uns üben!!!! Liebe, ich wünsch Dir nen schönes Wochenende mit deinen Tieren...meinen beiden gehts soweit gut...
    LG Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Genau meine Gedanken von vorhin, liebe Karotte:

    Ich will nicht unhöflich sein, weil ich die Menschen schätze, lasse sie ein und sage "aber bitte nur 15 Minuten".

    So derjenige ist da, mein Rhytmus unterbrochen und aus. Auch wenn derjenige dann geht, so komme ich nicht mehr in meinen Rhytmus und ... der andere hat sich durchgesetzt und ich mich nicht abgegrenzt.

    Für mich bedeutet das in Zukunft an der Tür (hoffenlich schaffe ich das) die Aussage: ich kann, möchte und will heute und die nächsten Tage alleine sein!

    Und weißt du was Karotte, aufgefallen ist mir das bei einem Menschen, der sich selber zuhause nicht wohlfühlt, von der Frau getrennt ist und quasi nur schlafen kann wenn die Familie das Wohnzimmer freigibt.
    Derjenige hat kein wohliges Heim wie ich. Ist aber noch nicht in der Lage die Situation zu ändern, somit flüchtet er - gerne zu mir - was aber für mich eine Belastung ist.

    Somit: Bleibt er in der Untätigkeit, leidet und ich fühle mich unwohl weil ich nicht sage "NO". COer geht es ja gar nicht!

    Meiner Rasselbande geht es auch gut, Mr. Schneeulchen macht seinem Namen alle Ehren und ist viel draussen, während die anderen lieber vor dem Holzofen liegen.

    Altbauten sind ja so immer ein Fall für sich in Sachen "Zug an Türen" Deshalb habe ich jetzt einen Hund von fast 1 m Länge und so rund 50 cm Durchmesser, der vor der Türe liegt. Kindisch, gebe ich zu, aber kuschlig und toll für mich.

    Gestern habe ich mit Rosen und Tannenzweigen den ersten Adventsrauss gemacht und die ersten leuchtenden Sterne ans Fenster gehängt.

    Irgendwann, wenn ich wieder Besuch ertrage, kommt mein Weihnachtsmann mit Lichterschlauch auf das Fenster unter dem Giebel. Das sieht bestimmt genial aus, wenn da jemand an der STraße vorbeifährt und oben den Weihnachtsmann sieht.

    Mein Weihnachtsbaum bleibt in diesem Jahr mit Wurzel direkt am Treppenaufgang vor dem Haus. Mein Vermieter war so lieb und hat mir Unmengen von Reisig hingelegt. Ins Haus stelle ich mir wegen der Katzen keinen Weihnachtsbaum, aber durch das tolle Reisig sind Baumspitzen dabei, die dann wie ein Weihnachtsbaum in Wasser gestellt werden können.

    Eine rustikale getopferte Bodenvase habe ich schon mit Reisig befüllt da kommen Strohsterne drauf und kurz vor Weihnachten dann noch Motivschmuck.

    In jedem Raum Duftöllampfen und ich fühle mich wohl und zuhause.

    In diesem Sinne wünsche ich Euch ein "Happy Weekend"
    Dagmar

  • Ohh, das klingt sehr kuschelig..so nen Hund brauch ich auch.Hier ziehts oft von mehreren Seiten.
    Ich habe mir übrigens vorgenommen wenn mir wieder was mit so nem unangenehmen spontanbesuch passiert das ich dann einfach sage. Ich habe jetzt keine Zeit. LG Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Zitat

    Altbauten sind ja so immer ein Fall für sich in Sachen "Zug an Türen" Deshalb habe ich jetzt einen Hund von fast 1 m Länge und so rund 50 cm Durchmesser, der vor der Türe liegt. Kindisch, gebe ich zu, aber kuschlig und toll für mich.

    Och, wieso kindisch?... selbst erwachsene Menschen halten sich ja Hunde. 50 cm im Durchmesser, ja :shock: ? Also ca kniehoch…. :?
    Und 1 METER LANG :shock::shock::shock: ??? Mein lieber Scholli… :shock: was n das für ne Rasse :shock: ? Der muß ja riesig sein, braucht der nich unheimlich viel Futter ? Und haart der sehr ? Langfell oder Kurzfell-Rasse ? Ich tipp mal eher auf Langfell, wegen den besseren Isolierungseigenschaften, oder ?

    Mh, ich überlege gerade, ob ich mir auch son Hund anschaffe, is der außem Tierheim ?
    Und was mauzen denn überhaupt Deine Katzen dazu ?
    Und wie hast Du ihn so abgerichtet, das er sich immer vor die zugige Tür legt ? Naja, mobil is ja son Hund, muß ich schon zugeben :) folgt er Dir auch, wenn Du Dich in andere zugige Räume begibst ?
    Fragen über Fragen, ich brauche jetzt einfach mehr Details !! Los ma jetz hier, so geht das einfach nicht ! :lol::lol::lol:

    LG Lilly
    Die schonmal im Tierheim anruft, wegen Zugluft-Hunden… Zugvögel bringen nich wirklich was, oder ? :?

  • :) Gemein :) ich war nicht deutlich genug :) Der Kuscheltiger ist aus Stoff und braucht somit nicht viel Futter und die Katzen haben mit ihm auch kein Problem, da er so schön still an dem Ort meiner Wahl "Platz" macht. Sorry, dass ich da nicht gleich deutlicher war....

    Zuglufthunde ;)

    Das Problem ist einfach bei Tierheimtieren, dass sie oftmals verstört sind und auch zuweilen in Tierheimen ganz komische Geschichten laufen!!! Dennoch würde ich persönlich immer ein Tier aus dem Tierheim oder aber von einem Bauern holen, aber in jedem Fall immer direkt danach zum Tierarzt meiner Wahl (auch da muss man aufpassen, diverse Tierheime geben Tiere nur mit Knebelvertrag zu einem bestimmten Tierarzt ab). Oftmals wird sehr, sehr viel für Welpen verlangt, die letztendlich oftmals nicht gesund aus dem Tierheim kommen. Tiere, die dort nicht von Menschen wirklich "betreut" werden verarmen. Und leider sind die meisten Tierheime mehr Machtorganisation als wirklich Tierheim.

    Weißt Du Lilly, würde ich mir vorstellen, noch so ein Tier zu haben wie meinen Kater Mohrle, so würde ich die Krise bekommen. Mohrle kann mich nicht alleine zum Briefkasten gehen lassen - ein Unding. Nun aber, Mohrle hat gesunderweise Respekt vor jedem Auto. Kommt eines, so ist er gleich im nächsten Garten. Somit wenn Daggi mit Mohle zum Briefkasten gehen bedeuten 200 m 20 Minuten. Mittlerweile versuche ich mich schon aus dem Haus zu stehlen wenn Mohrle ruht.

    Na ja Lilly, die Zugvögel find ich auch schön :) und schön klug, die ziehen ab, wenn es hier beginnt zu ziehen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar
    **die sich auch schon mit dem gegenüber wohnenden Marder unterhalten hat***

  • Mein "Windhund" hält nebst dem Kaminofen die Bude schön warm (auch wenn es zwei Tage ohne gehen musste, da wieder mal was am Rohr geändert wurde, schlotter, schlotter).

    Meine Streuner haben nun den Gewölbekeller eingerichtet, dass sie selber raus und rein können (falls ich in der glücklichen Lage sein sollte wieder einen Job zu bekommen) und nicht mehr als beständiger Türöffner dienen kann. Ein Riesenteppich mit jeder Menge Schlafbetten, Katzenspielzeugen und und und...

    Nachdem die Rasselbande versorgt ist habe ich mich beim Onkel Doktor durchchecken lassen (hatte ich die letzten Jahre nicht getan) alles bestens - vom Übergewicht schweigen wir mal, aber da dürfte Holz- und Ascheschlepperei schon gegenwirken - sowie Wasser vom Brunnen holen.
    Alle Werte - Labor wie Herz und Blutdruck bestens. Das war die letzten Jahre nicht so, da wurde ein hoher Blutdruck behandelt, der jetzt nicht mehr hoch ist....

    Telefon und Haustürklingel werden abends ignoriert, da ich Zeit für mich benötige und meine Ansagen, dass ich Ruhe möchte, nicht so ganz angekommen sind. Ich genieße es, abends nicht mehr jeden Tag die Bude voll zu haben oder das Telefon am läuten zu haben: Gesellschaft ist schön, alleine sein auch. Die gesunde Mischung machts.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    das klingt gut, wie du das beschreibst!
    Klasse, dass du es schaffst die Klingel zu ignorieren, dazu gehört schon ein starker Wille!!
    Es wird bestimmt noch ein paar Tage dauern bis die Menschen in deinem Umfeld kapieren, dass es anders läuft und dass du bestimmst, wann du Besuch haben möchtest und wann nicht :)

    Alles Liebe für dich, Amy :)

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