Unterschätzen des Suchtgedächtnisses bei Co-Abhängigkeit

  • Hallo Zusammen,

    ich möchte gern mal das Thema *Suchtgedächtnis*bei uns Co-Abhängigen zur Sprache bringen.

    Der Begriff wird ja leider nur zu oft mit dem Alkoholiker in Verbindung gebracht, aber, daß auch wir ein Gedächtnis haben, daß a) zu Rückschritten oder sogar Rückfällen führen kann und b) leider nur zu oft unterschätzt wird, hat mich dazu bewegt, dies mal mit Euch zu thematisieren.

    Einige Fragen zur Orientierung:

    *Könnt Ihr mit dem Suchtgedächtnis etwas anfangen? Seht ihr, daß es auch uns betrifft?

    * Was können Auslöser sein, wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen?

    *Welche Maßnahmen sind nötig, um sich bewußt zu werden, daß Alltagssituationen dieses Gedächtnis anregen können?

    *Warum ist das wichtig?

    *Welche Konsequenzen hat es für einen Co-Abhängigen, sein Suchtgedächtnis zu unterschätzen?


    Ich freue mich auf Eure Gedanken.

    Dazu habe ich gerad auch noch diesen Thread zum Thema Suchtgedächtnis bei CO gefunden.


    Lieben Gruß

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (12. März 2009 um 15:11)

  • Hallo Käferchen,

    Du stellst aber verzwickte Fragen.

    Das Suchtgedächtnis, hm, auch wenn da keine Rezeptoren oder Erbmassen in Bewegung sind, ich habe mir alles in meinem Umfeld abgeguckt, bißchen falsch, aber es ist und springt an wenn bestimmte Wahrnehmungen aufgenommen werden. Ich kann mich etwas konditionieren, aber was da wirklich abläuft, wird mir ein Geheimnis bleiben. Es hat mich krank gemacht das ergründen zu wollen, seit ich damit aufgehört habe, fällt mir vieles leichter.

    Ich bin heute dankbar, wenn mich ein Impuls im Hirn trifft, dann kann ich vorbeugen, für mich und wenn es mir gelingt, dann bin ich froh. Für andere ist das meist unverständlich doof, vor allem wenn sie nicht gelernt haben bei sich zu bleiben und bewerten, aber das geht mich nichts mehr an.

    Vor ein oder zwei Jahren las ich hier etwas von wieder zulassen, wieder fallenlassen, einlassen, in Beziehung gehen, wieder eine normale Beziehung führen. Ich war für so was nicht bereit und sehe erst heute klar vor mir, was da alles für Auslöser, Bremser und Stolpersteine in mir sind. Wenn ich mich z. B. vom Typ Frau wie meine Ex angezogen fühle oder Beuteljagdinstinkt die Nase in den Wind hält, dann muß ich aufpassen, ohne zu denken, nur aufpassen. Wenn ich bei anderen in meinem Umfeld Verhaltensmuster erkenne, wie ich sie an den Tag legte, dann muß ich aufpassen, denn ich könnte schnell dort landen, wo ich nicht hin will.

    Ich bin ja nun mal süchtig, nach einer Einheit mit dem Leben. Ich habe nie richtig gelernt zu leben und brauchte dazu Arbeit, Alkohol, Süßigkeiten, Fressen, Nikotin, Kaffee, Beziehung und was noch alles für Rattenschwänze dran hängen. Irgendwo bei Abführtabletten hörte meine Erkenntnis neulich auf. Es ist unwichtig was da nicht stimmt, es gibt sogar eine Lesesucht, Menschen die sich in Bücher flüchten, um sich selbst aus dem Weg zu gehen.

    Meine Prüfsteine wurden mir in den Weg gelegt, damit ich lerne im Gleichgewicht mit mir, mit meiner Umwelt, mit der Natur, mit meinem Leben klar zu kommen. Wenn ich rückfällig werde, in irgendwas, dann bin ich eben noch nicht lebensfähig und muß nochmals anfangen oder ich gehöre hier nicht hin, dann bleibe ich auf der Strecke, Deckel zu, ab dafür.

    Wenn ich morgen von einer Frau eingenommen werde, nicht grundlos auf sie zugehe oder sie Abweise weil ich Dinge sehe die mir nicht passen, dann kann ich weiter an mir rum fummeln, oben, im Hirn oder es einfach lassen. Das ist aber auch nicht schlimm, die Natur richtet das alles.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung zu dem Thema, gut, dass du es anschneidest.

    Ich weiß noch nicht mal genau, wonach ich überhaupt süchtig bin.

    Süchtig, zu helfen. Süchtig, gebraucht zu werden?
    Bin ich glaub ich gar nicht.

    Süchtig nach Liebesbeziehungen?
    Bestimmt nicht, jedenfalls nicht mehr als alle anderen Menschen auch.

    Süchtig nach diesem Mann?
    Oh no, never.

    Ich hab noch nicht mal begonnen damit zu verstehen, was mit mir eigentlich los ist.

    Es hat wohl was damit zu tun, dass ich irgendwie mich selbst zu wenig wichtig nehme.
    Dass ich sehr unklar und inkonsequent bin.
    Dass ich sehr spontan bereit bin, das zu tun, was andere von mir wollen.

    Alles nur wischiwaschi.

    Aber werde hier weiter lesen.
    Doro

  • Hallo,
    ich kann mir schon denken was Du mit Suchtgedächtnis meinst. Ich nenne es Muster. Altes Muster. Und wenn ich das wiedertreffe dann heißt es für mich das ich da wohl noch was zu lernen habe...zurück in meine Mitte.

    Grüße Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Käferchen,

    mein Suchtgedächtnis..... hmmmmm.... ich glaube auch, wie Karotte, dass es sich um Verhaltensstrukturen handelt und dass es sich schon ein wenig unterscheidet, ob ich stofflich oder nicht stofflich abhängig bin und es sich daher bei Co-Abhängigkeit eher um Verhaltensmuster handelt. Allerdings sind die dem Suchtverhalten schon ganz schön ähnlich.

    Beziehungsabhängigkeit liegt meines Erachtens zugrunde. Irgendwann (bis ca. zum 3. Lebensjahr) sollten sich Menschen so entwickeln, dass sie ihre Abhängigkeit von der Mutter „überlebt“ haben. Leider werden jedoch viel zu viele Kinder hier schon „verbogen“, sodass sie im Laufe ihres weiteren Lebens diese Beziehungsabhängigkeit mitschleppen und im Erwachsenenalter selber daran arbeiten müssen, sie zu überwinden. Das heißt, immer, wenn mir Verhaltensmuster begegnen, die ich aus der Co-Abhängigkeit kenne, muss ich mir gewusst machen, dass ich erwachsen bin und im Zweifel auch ohne jegliche Bezugsperson überleben kann. Als ich mit meinem Ex lebte, dachte ich, ich könne ohne ihn nicht mehr leben. Aber es geht, logisch! Wenn jetzt also Situationen auftauchen (Krankheit, Müdigkeit, Erschöpfung, Alleinsein) und es mir schlecht geht, ich schlecht allein sein kann, ich fast so etwas wie Craving empfinde, weiß ich, dass Klein-Ettchen wieder wach geworden ist und nach Zuwendung und Liebhaben schreit. Vielleicht ist das mein Suchtgedächtnis, weil sich dieses Empfinden zu einer Zeit manifestiert hat, in der ich noch nicht kognitiv (mit dem Verstand) sondern in erster Linie emotional denken und lernen konnte. Meine Suchtstrukturen kommen meist dann zum Vorschein, wenn es mir nicht gut geht und ich keine Kraft und Energie habe, mich über den Kopf aus dem Gefühlssumpf zu ziehen. Für mich ist es wichtig, wahrzunehmen, was dann mit mir passiert. Also über eine Art Meta-Funktion (von auße oder oben) meine Gefühle zu betrachten und in Grenzen zu halten. So nach dem Motto: Dich kenn ich schon und weiß, dass ich dich überleben kann. Du wirst auch wieder verschwinden, spätestens morgen früh beim Aufwachen bist du weg. Wie gesagt, es ist ein aktives dagegen Angehen. Wenn ich mich den Sehnsüchten und Jammergefühlen überlasse, hab ich schon verloren. Dann könnte ich stundenlang heulen, so, wie ein Kleinkind, weil Mama nicht sichtbar ist. Ich glaube, unser Suchtgedächtnis ist der Teil unserer Persönlichkeit, der nicht in dem Maße erwachsen wurde, wie wir es aufgrund unseres Alters sein müssten. Wenn wir uns also auf so eine Kind-Ebene begeben.

    Ein wenig verworren, ich weiß. Aber besser geht’s grad nicht.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ihr,

    schon mal vielen Dank, daß Ihr zur Frage, ob ihr mit dem Suchtgedächtnis etwas anfangen könnt, einen Gedanken dagelassen habt.

    Als wichtigen Punkt möchte ich einmal einen Punkt hervorheben, der mir sehr schlüssig scheint.

    Das Suchtgedächtnis ist bei uns mit alter Verhaltensstruktur verbunden
    , was bedeutet, sich dessen bewußt zu sein, und sich damit auseinanderzusetzen, daß es Dinge gibt, die dieses Gedächtnis anspringen läßt.

    Kommen wir damit zur nächsten Frage:

    * Was können Auslöser sein, wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen?


    Lieben Gruß

  • Hallo,

    Auslöser sind für mich:

    Situationen, Gefühle, Erinnerungen-/stücke, Musiktitel,Momente, in denen ich nicht gut für mich sorge( langandauernder Stress, Schlafmangel), Überheblichkeit,ich könnte mich mit Situationen und Dingen auseinandersetzen, von denen ich genau weiß, daß sie bei mir Erinnerungen auslösen (z.B.wieder Kontakt aufnehmen, Gemeinsamkeiten suchen), manchmal auch freudige Ereignisse, die dann mit Situationen verbunden werden, in denen mir diese Freude fehlte, Verbindungen zum Suchtmittel wie *altes Umfeld*, nicht verarbeitete Sehnsüchte, die von mir nur verdrängt wurden, ignoriert werden mit dem Argument: Da brauch ich jetzt nicht mehr hinschauen, weil der Partner ja nicht mehr da ist.(ein für mich fataler Irrtum denn diese kommen wieder...).

    Diese Auslöser bringen mich in Gefahr, wieder gedanklich, mich zu sehr mit meinem Suchtmittel in Verbindung zu bringen. Dies passiert leider immer schleichend. Ein kurzer Gedanke hier, ein kurzer Gedanke da. Dann wird es intensiver, Fragen, wie geht es ihm, was hätte sein können und und und..Dann fehlt nur noch der Griff zum Telefon oder der persönliche Besuch.

    Lieben Gruß

    S.Käferchen

  • Hallo Käferchen,
    Ette brachte es auf den Punkt:

    Zitat

    Wenn jetzt also Situationen auftauchen (Krankheit, Müdigkeit, Erschöpfung, Alleinsein) und es mir schlecht geht, ich schlecht allein sein kann, ich fast so etwas wie Craving empfinde, weiß ich, dass Klein-Ettchen wieder wach geworden ist und nach Zuwendung und Liebhaben schreit. Vielleicht ist das mein Suchtgedächtnis, weil sich dieses Empfinden zu einer Zeit manifestiert hat, in der ich noch nicht kognitiv (mit dem Verstand) sondern in erster Linie emotional denken und lernen konnte.

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Auslöser können schon Gerüche, Gesten, Bewegungen, Blickalso kleinste Dinge sein, die ins Unterbewusstsein knallen und sofort sämtliche konditionierte Verhaltensweisen hervorrufen.

    LG
    Thelma

  • Hallo Zusammen,

    dann laßt uns mal zur nächsten Frage sammeln :lol: :

    *Welche Maßnahmen sind nötig, um sich bewußt zu werden, daß Alltagssituationen dieses Gedächtnis anregen können?


    Lieben Gruß

    S.Käferchen

  • Hi,
    hier überschneiden sich zwei threads.
    Melanie's Verstand-Gefühl-Thread und Deiner.
    Ja, was ist nötig?

    Darauf zu hören, was uns unser Bauchgefühl sagt:

    Bin ich bei mir oder reagiere ich, weil für meine Co-Abhängigkeit typische Ängste entstehen?

    Auch das ist reine Übungssache:

    Erst kapiere ich nach einer Reaktion, dass meine Co.Knöpfe erfolgreich angesprungen sind.

    Dann merke ich es während der Reaktion.

    Schlussendlich checke ich es kurz, bevor ich wie das Pavlowsche Hündchen auf den Auslöser anspringe.

    Und dann bin ich einen Schritt weiter.

    LG
    Thelma

  • ja thelma, richtig,

    doch manchmal sind bauch und kopf gefühle so verstrickt, das der bauch was anderes sagt wie der kopf.
    hier ist es wichtig beides so einzustellen das es so passt, das das co gedächtnis, oder auch der co bauch einem nicht wieder in das co verhalten führt.

    manchmal ist es eben wichtiger auf den kopf zu hören, das gefühl dabei so zu ändern das es passt.

    manchmal ist aber das gefühl das richtige und muss wieder mit dem kopf in gleichklang gebracht werden.

    es ist so schwer rauszufiltern was arbeitet in mir, wo setz ich an. ganz kompliziert. das ziel sollte sein beides auf den gemeinsamen nenner zu bekommen.

    manchmal sind es eben gesten, mimiken oder worte, die mich ins co fallen lassen. manchmal aber auch gefühle die dahingehen. wie zb mitleid, verantwortung.beide ebenen sind gleichermassen zu behandeln, zu hinterfragen. ich arbeite nicht nur an kopf auch an gefühlsebenen, weil beide mich im co verhalten geprägt haben.auch weil auf beiden ebenen gleichermassen die gefahr besteht, ins co zurrückzufallen.

    alles liebe melanie

  • Hallo,

    ein wichtigen Punkt hat Thelma für mich angesprochen:

    Zitat

    Darauf zu hören, was uns unser Bauchgefühl sagt:

    und

    Zitat

    Erst kapiere ich nach einer Reaktion, dass meine Co.Knöpfe erfolgreich angesprungen sind.

    .

    Zu meinem wiedergefundenen Vertrauen, mein Bauchgefühl wahrzunehmen, gehört für mich auch dazu, mir bewußt zu machen, daß ich manchmal erst nach einer Reaktion realisiere, daß ich die Warnsignale nicht wahrgenommen habe. Dann aber wieder zu versuchen, mir noch bewußter zu werden, noch mehr auf meine persönlichen Auslöser zu achten, diese nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

    Ein weiterer Punkt, der mir immer wichtiger wird, ist, daß ich mir dessen klarwerde, daß auch ich an einer Suchterkrankung erkrankt bin, die mich mein Leben lang fordert, achtsam zu sein, nicht in dem vermeintlichen Glauben zu sein, wenn ich eine zeitlang standhaft gewesen bin, *geheilt* zu sein.
    Natürlich gehört dazu auch, daß ich mich im Laufe der Zeit auch geistig immer mehr löse, aber dies bedeutet für mich nicht, daß ich in meiner Arbeit an mir nachlässig sein darf.
    Auslöser für mein persönliches Suchtgedächtnis können mich auch immer wieder erreichen, besonders, wenn ich denke, ich habe mich getrennt, habe ein bißchen gejammert und nun kann ich mit der Tagesordnung weitermachen.Leider kann man das hier immer wieder erkennen, wenn Neue hier kurz auftauchen, ein paar Tage schreiben und glauben, dies Verhalten war nur für kurze Dauer....
    Die Verhaltensstrukturen liegen so tief, daß diese nicht einfach so wieder verschwinden, ich einfach so wieder diese Thematik beiseite schieben kann. Nein, mein Suchtgedächtnis kann, wie bei einem Alkoholiker immer wieder anspringen! Darum ist es mir auch so wichtig, mir bewußt zu machen, daß ich süchtig bin.

    *Welche Konsequenzen hat es für einen Co-Abhängigen, sein Suchtgedächtnis zu unterschätzen?

    Lieben Gruß

    S.Käferchen

  • Hallo Käferchen,

    die Konsequenzen?

    Der Co-Abhängige wird sich das nächste "Opfer" suchen, um seine Sucht ausleben zu können.
    Das muss kein Alkoholiker sein.
    Das können sein:
    Die Kinder, Freunde, Ehrenämter, pfegebedürftige Eltern (übrigens ein ganz heisse Thema für Co-Abhängigkeit).

    Er wird sich wieder in irgendeiner Art Beziehung verlieren, wieder sein Bauchgefühl missachten und wieder an Kraft verlieren.
    Der Teufelskreis beginnt aufs Neue.

    Liebe Grüße von
    Thelma

  • hallo käferchen,

    die konsequenz ist eigendich ganz einfach.
    ich falle sofort wieder in alte strukturen zurrück, mein leben beginnt wieder ganz am anfang meiner arbeit. der kreis schliesst sich.

    alle kraft die ich in mich gesteckt habe ist dennoch nicht dahin. ich kann dann immernoch ausbrechen, wenn ich mir bewusst bin, wohin ich gehe, welche ziele ich habe. darum ist es so wichtig, hinzuhören, hinzufühlen und hinzusehen, wie geht es mir, was sagt mein kopf,was mein bauch. automatismen sind etwas, was das leben einfacher macht. diese sollten nach möglichkeit so programiert werden, das sie mir als co nicht mehr schaden. hab ich das mit meiner arbeit erreicht, können die dann laufen. doch warscheinlich werden wir immer und ewig damit zu kämpfen haben, das die fehlprogramierten anteile in uns nicht im alltag begegnen, die uns wieder ins alte muster zurrückbringen.es bedeutet wach sein, wissen was auf mich zukommt und bewusst sein, das es immer und jederzeit möglich ist.jeder springt auf etwas anderes an.

    die frage für mich ist nicht die ob ich geheilt bin. bewusst ist mir, das ich niemals geheilt sein werde.mit dem wissen rüste ich mich für die zukunft.es ist mir klar ds das was ich lebe immer wieder zu hinterfragen ist.es wird in zukunft immer wichtig sein, mich zu hinterfragen, mich neu zu sortieren.oder auch zu sehen, ich habe echt was dazugelernt. ich stimme dir zu, das suchtgedächtnis ist in mir und wird dort ein leben lang bleiben. doch es ist an mir, wie ich damit umgehe.

    LG melanie

  • Hallo,

    Melanie schrieb:

    Zitat

    ich stimme dir zu, das suchtgedächtnis ist in mir und wird dort ein leben lang bleiben. doch es ist an mir, wie ich damit umgehe.

    Diese Aussage möchte ich nochmal nutzen, um einen wichtigen Punkt hervorzuheben und Dir ein wenig zu widersprechen :wink: .

    Ich denke nicht, daß wir mit unserem Suchtgedächtnis so kontrolliert umgehen können, wie Du es mit dieser Aussage für mich beschreibst.
    Unachtsamkeit kann nunmal dazu führen, daß wir dieses Gedächtnis anregen. Ähnlich wie beim Alkoholiker.
    Situationen, Gerüche, Problematiken im Umgang mit Anderen können manchmal unserem Gedächtnis einen großen Streich spielen, von denen wir im Vorwege gar nicht erwarten, daß sie eine Verbindung zu unserem Thema hestellen könnten. Ich hatte diesen Auslöser ja schon oft selbst, von dem ich im Leben nicht dachte, er könne mir *gefährlich* werden.

    Daher wird es immer eine große Herausforderung sein, achtsam und bewußt mit uns umzugehen, damit wir dann, wenn es wiedermal soweit ist, richtig reagieren können oder ggfs. nach einem Rückschritt nochmals bewußter hinzusehen, was mich wieder zurückbrachte.


    Ich danke Euch für die Beteiligung an diesem Thema, welches sicherlich nicht so einfach zu greifen ist, da es sich ja für viele noch nicht mal zeigt, überhaupt abhängig zu sein.

    Mir war dies wichtig, denn die Rückschritte bei einem Co-Abhängigen werden auch immer ein Teil in unserem Leben sein. Daher ist es gut, das Bewußtsein zu haben, daß auch wir ein Suchtgedächtnis haben, das Achtsamkeit ein Leben lang bedarf, um es als *Handwerkzeug*zu nutzen, wenn im Vorwege oder hinterher klar wird, daß wir in alte Strukturen fallen könnten oder gefallen sind. Denn auch bei uns geht es um unser Leben!


    Liebe Grüße

    S.Käferchen

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (20. März 2009 um 18:32)

  • guten morgen käferchen

    Zitat von S.Käferchen


    Ich denke nicht, daß wir mit unserem Suchtgedächtnis so kontrolliert umgehen können, wie Du es mit dieser Aussage für mich beschreibst.
    Unachtsamkeit kann nunmal dazu führen, daß wir dieses Gedächtnis anregen. Ähnlich wie beim Alkoholiker.
    Situationen, Gerüche, Problematiken im Umgang mit Anderen können manchmal unserem Gedächtnis einen großen Streich spielen, von denen wir im Vorwege gar nicht erwarten, daß sie eine Verbindung zu unserem Thema hestellen könnten. Ich hatte diesen Auslöser ja gerade selbst, von dem ich im Leben nicht dachte, er könne mir *gefährlich* werden.

    aber hier hast du doch bewiesen das du das handwerkzeug beherrschen kannst.
    ich denke das bewust leben, die achtsamkeit ist sehr wichtig. du schreibst, du hast im leben nicht gedacht, das es diesen auslöser gegeben hat. aber du hast ihn für dich erkannt. ohne dein werkzeug wärst du sicher nicht achtsam gewesen und voll reingeschlttert ins co. ich meinte mit meiner aussage genau das was du hier beschreibst.

    es liegt in mir wie ich damit umgehe. du zeigst hier so deutlich auf, das es wichtig ist, in sich zu gehen und zu erkennen.mir passiert es im moment immer wieder, aber inzwischen erkenne ich welche auslöser es sind. die speicher ich ab. so sammle ich jetzt bewusst diese auslöser und kann achtsam weitergehen.ich hab sicher nicht in dr hand, die auslöser sind sicher massenhaft unterwegs und alle werd ich nicht erkennen. doch ich erkenne meine reaktionen auf diese auslöser und kann handeln.bewust leben, aufmerksam sein und nicht in alte strukturen zurrückzufallen ist ein auftrag, der sehr schwer ist, viel konsequenz braucht. irgendwann wird es sicher leichter, da auch hier ein automatismus stadtfinden kann. oder etwa nicht?ich glaube daran, weiss es aber nicht sicher.


    lieben gruß melanie

  • Hallo Käferchen

    nur ne kurze Frage, bist du noch mit deinem alkoholkranken Partner zusammen?
    Ich hab gedacht, du bist getrennt, aber jetzt hab ich was von dir gelesen und da klingt es so, als wärt ihr noch zusammen.

    Würd mich interesssieren, wenn ich aber zu neugierig bin, kein Problem.

    julchen

  • Hallo Julchen,

    habe mal direkt bei Dir geantwortet, um diesen Thread nicht zu verwässern :wink:

    Lieben Gruß

    S.Käferchen

  • Hallo Laurina,

    Zitat

    Schade, mich hätte das auch interessiert.

    Na, dann lies doch bei Julchen nach :D Dort steht die Antwort :wink:

    Lieben Gruß

    S.Käferchen

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!