Hallo, liebe Zahnina ![]()
auch bei mir war es eine Beziehung von fast einem Jahrzehnt. Mehr also, als ein fünftel meines Lebens. Auch ich habe von Anfang an die Brisanz nicht erkannt, eine Steigerung bemerken müssen und letztendlich innerhalb von wenigen Monaten den kompletten Horror.
Es ist nicht leicht auszusteigen und neu zu starten. Es lohnt sich ganz sicher immer, aber der Weg ist langsam und steinig und das, was nun gesünder und sicherer für mich als Co ist fühlt sich relativ neu und unbekannt an.
Bekannt waren Schmerz, stets auf Hab-Acht-Stellung was passiert, welcher Polizist, Gerichtsvollzieher oder sonst auch immer vor der Türe steht. Oder ist es gar eine Anzeige.... in der stärker werden Sucht ist nämlich auch eine ganze Anzeigenlawine ins Rollen gekommen.
Wenn Du gehst, liebe Zahnina, dann wird ihm (vielleicht?) sein Zahn gezogen, dass er sein Leben im Griff hat. Vielleicht ermöglicht ihm das die Chance des Aufwachens. Ich bin zu spät gegangen, ich denke mal, mein Gegenstück ist zumindest bisher nicht erwacht von seinem Dornröschenschlaf mit der Pulle. Wer ihn wachküst wird vermutlich irgendwann einmal eiin Nierenversagen oder Papa Korsakow sein. Ich weiß es nicht, aber ich weiß dass mein Leben neue Facetten bekommen hat und wieder ein Leben ist.
Ich weiß aber auch, dass der Weg nicht einfach ist und auch die Traurigkeit und Angst vor der Zukunft uns ständig "in den Hintern tritt". Es ist nur die Frage, ob nicht ein einmaliger starker Tritt in Richtung "Dein Leben selber in die Hände nehmen" besser ist als viele "kleine Tritte im Miteinander, durch welche der Hintern nicht mehr sitzfähig ist".
Ich wünsche Dir viel, viel Kraft für Deinen Weg.
Lieben Gruß von Dagmar