AHOI Waldliebende !
Der Vergleich von Doro ist wirklich schön und passend.
Habe mir das mal bildlich vorgestellt
Wünsche dir noch einen ruhigen Feiertag und viel Spaß beim Antwort schreiben.
LG
Mohn
AHOI Waldliebende !
Der Vergleich von Doro ist wirklich schön und passend.
Habe mir das mal bildlich vorgestellt
Wünsche dir noch einen ruhigen Feiertag und viel Spaß beim Antwort schreiben.
LG
Mohn
Zitat von FeeliHallo Hartmut,
Na, ich habe das gemacht. Ohne bösen Willen, ohne mir dessen auch nur bewusst zu sein. Und ich denke, Waldliebende tut gut daran, sich anzusehen, ob sie ähnliche Verhaltensweisen zeigt. Ob sie nicht aus den falschen Motiven bei ihrem XY bleibt. Ich will sie um Gottes Willen nicht angreifen und damit sie meine Aussage nicht als böse gemeinte Kritik auffasst, habe ich eben allgemein formuliert. Ich denke, dass es eben auch typisch Co ist, den Angehörigen auf diese Weise zu entmündigen und ihm damit die Chance zu nehmen, die entscheidende Krise zu erfahren. Erst als ich diesen Mechanismus erkannt habe, war ich imstande, ein gutes Stück weit loszulassen.
Ich habe meinen XY von ganzem Herzen geliebt. Ich habe ihn sogar so sehr geliebt, dass ich ihn verlassen konnte. Ist verständlich, was ich meine? Glücklicher Weise habe ich mich selbst auch noch ausreichend geliebt um zu erkennen, dass es auch für mich so nicht weitergehen kann.
Ich hatte ihn wie in einer Gummizelle eingesperrt, in der er sich nicht verletzen konnte, aber in die Bier, Rotwein, Wodka reinlief. Auch wenn mir das nicht klar war. In dieser Gummizelle musste er über kurz oder lang ertrinken. Den Einstrom konnte ich nicht (mehr) verhindern. Aber ich habe ihm den Schlüssel zugeworfen. Jetzt liegt es an ihm, ihn zu ergreifen und sich zu befreien. Dafür wünsche ich ihm alles Glück der Welt.
Feeli
Guten Abend Feeli,
interessant, welche Sichtweisen ich zu lesen bekomme.
Da habe ich wieder viel zum Nachdenken bekommen.
Nun kreist mein Thema gottseidank nicht mehr täglich so heftig
in meinem Kopf wie noch vor ein paar Wochen.
Meine Mutter hat mal gesagt:
Du musstest dir im Leben immer alles hart erkämpfen.
Damit meinte sie, wie ich lerne, die Geschwindigkeit.
Nicht, dass ich dumm wäre, aber es war immer so, dass
ich mehr pauken musste, als zum Beispiel einer meiner Brüder.
Musste mich eben mehr auf den Hintern setzen.
Aber als der erlernte Stoff dann saß, dann saß er fürs Leben.
Warum ich das jetzt schreibe?
Ganz einfach, es ist wohl heute noch so.
Ich lerne wohl immer noch etwas langsamer als andere.
Warum sonst ist es bei mir erst nach vielen Jahren zu der
Erkenntnis gekommen, dass mein Mann ein Alkoholproblem hat.
Warum habe ich erst so spät angefangen, mich mit dem Thema auseinander zu setzen?
Warum muss ich erst in eine SHG gehen(hier),
um das ganze endlich zu verstehen?
Warum vergehen so viele Wochen, bevor ich endlich mal begreife, worum es überhaupt geht?
Nun ist ein Punkt erreicht, wo ich merke, dass ich verstanden habe.
Meine Lektion habe ich noch nicht zu Ende gelernt.
Ich muss mich noch oft auf den Hintern setzen, um weiter zu lernen.
Ein paar Kapitel habe ich schon verstanden, Hausaufgaben gemacht .
Nun kann ich sie auch anwenden.
So, nun zum Wesentlichen:
Ich meine auch, dass ich seine Sucht evtl. durch mein CoVerhalten
indirekt unterstützt habe(!!!)
Ich hinderte ihn evtl. auch daran seinen Tiefpunkt zu erleben.
Aber hat er den Tiefpunkt nicht schon längst?
Seine Frau geht plötzlich andere Wege, sie verändert sich und das gefällt ihm vielleicht nicht?
Sein Umfeld verändert sich, er meidet Menschen, damit sie nicht erkennen, was mit ihm los ist.
Er hat wenige Kontakte, ist er damit glücklich?
Und lebe ich ihm jetzt nicht vor, wie es anders sein kann?
Wie schön es ist, wenn man nicht süchtig ist, frei ist?
Freundschaften pflegt, neue Menschen in sein Leben lässt,
schöne Erlebnisse hat?
Kann das alles nicht auch dazu beitragen, dass er sieht.....?
Rutscht er dadurch nicht weiterhin in den Abgrund?
Merkt er dann nicht, dass der Tiefpunkt näher kommt?
Er kann aber die Notbremse ziehen und sagen:
So, bis hierhin und nicht weiter,ich möchte auch wieder ein schönes Leben haben.
Das ist doch seine Entscheidung, ich lebe ihm doch vor, wie schön das
Leben sein kann.
Will er das nicht auch wieder haben?
Kann es sein, dass ich durch mein Verhalten ein Stein des Anstosses
bin?
Das hoffe ich jedenfalls.
Man kann ein Verhalten eines Co`s immer so oder so sehen, es kommt doch darauf an, wie ein Co sich verhält, er kann richtig und falsch handeln.
Aber nur richtig oder nur falsch, das geht irgendwie nicht, oder?
Es liegt doch immer im Sinne des Betrachters.
LG Waldliebende
Hallo Mohn, hallo Doro,
nun war ich vorhin so schön in Schwung
und wollte euch noch einzeln antworten, aber
leider war das Forum plötzlich nicht mehr aufrufbar....?
Nun muss ich schon wieder "Gassigehen" mit
meinem Hund...letzte Runde, dann wieder
ab in den Nachtdienst, schade....
bin gespannt auf euch....Mohn was ist los?
Doro, du bekommst morgen auch noch eine
ausführliche Antwort von mir.
Schönen Abend noch
Waldliebende
Guten Abend Waldliebende,
Ob jemand seinen Tiefpunkt hat, ist ganz einfach zu erkennen: Diese Person leitet sofort tiefgreifende Veränderungen ein und bleibt dabei. Wie im Tal, es geht nicht mehr tiefer oder das Niveau bleibt, es geht stattdessen nur noch aufwärts. Der Aufstieg ist beschwerlich, aber am Ende hat man einen freien Blick auf die Umgebung, den der Nebel im Tal oftmals verschleiert hat. Und doch hat man zwischendurch große Lust, sich einfach mal wieder fallen zu lassen, denn abwärts geht es ja viel bequemer. Außerdem kennt man die Landschaft da unten schon.
Nein, Dein Mann hat seinen Tiefpunkt nicht erreicht. Und meiner Meinung nach schätzt Du seine Krankheit auch total falsch ein, wenn man sozusagen nur ein richtiges Vorbild (in dem Fall Dich und Deine neu gewonnene Unabhängigkeit) vorgesetzt bekommen muss, um zur alles entscheidenden Einsicht zu gelangen. Du kannst ihn nicht manipulieren, vergiss es.
Ich denke außerdem, die Loslösung aus einer Beziehung, die einen nachhaltig schädigt, kann man nicht mit schulischen Lernerfolgen vergleichen. So, wie Alkoholkranke nicht ausschleichend ihre Sucht bekämpfen können, indem sie 'einfach' jeden Tag ein bisschen weniger trinken, können Co-Abhängige dies meiner Meinung nach auch nicht. Es ist ein Vabanque-Spiel: Ganz oder gar nicht.
Andere hier sehen Dich auf dem richtigen Weg in Deinem Tempo. Das wünsche ich Dir auch. Allein, mir fehlt der Glaube (Goethe darf man schon zitieren, oder?). Letzten Endes beurteilen kannst das natürlich nur Du und Du glaubst ja anscheinend fest daran. Also: Weiter so!
Feeli
ZitatDu kannst ihn nicht manipulieren, vergiss es.
Wenn ich jemanden verlasse, damit er endlich trocken wird, ist das genauso ein sinnloser Manipulationsversuch.
Leute, wir müssen aufhören, irgendetwas zu tun oder zu lassen, damit der Alki irgendetwas lässt oder tut.
Darin besteht ja unser Problem.
So verstehe ich die Kapitulation, wie sie in den zwölf Schritten zur Voraussetzung eines Genesungsprozesses gemacht wird. Da steht nix davon: Trenn dich und zwar schnell. (Obwohl das meiner Ansicht nach meistens sinnvollerweise darauf hinausläuft.) Sondern: Kapituliere! Der Alkohol ist stärker. Gib dieses Problem, das du nicht beeinflussen kannst, an eine höhere Macht ab. Lass los.
Und wende dich den DIngen zu, die du ändern kannst: dein eigenes kleines Leben, das ein KOsmos wird, wenn man es sich endlich mal genauer anguckt. Wir gucken ja immer alle ständig in die falsche Richtung.
Meine Güte, dass ich noch mal so pathetisch werde am späten Abend,
Liebe Grüße
Doro
Ahoi Waldliebende!
Das du dich erst spät mit dem Trinkverhalten deines Mannes auseinandergesetzt hast, hat bestimmt nichts mit deiner Lernfähigkeit zu tun.
Mir ging es absolut genauso!!
Irgentwie denke ich mir, du wirst bald 50 Jahre alt und hast vielleicht noch 20 Jahre vor dir. Und das ist doch nicht mehr soviel, und die willste bestimmt nicht mehr so leben.
Das frau ( du, ich, wir) auch im Alter sagen kann : ja, ich habe gelebt.
Vielleicht fällt auch in unserem Alter die Ablenkung durch Kinder und Beruf weg und es wird mehr auf den Partner geachtet.
Du verstehst bestimmt was ich meine!
Feelis Fragen haben auch mich zum Nachdenken gebracht.
Ob das Trinkverhalten vom Partner durch die eigene Frau (ich) unterstützt wird.
Vor ein paar Monaten wäre ich sauer gewesen und hätte mit Nein geantwortet.
Jetzt sage ich : Ja. Solange ich seine kleine heile Welt aufrecht erhalte schon.
Ob der Partner seinen Tiefpunkt nur erreichen kann , wenn man sich trennt?
Da bin ich mir noch nicht so schlüssig, da muß ich noch dazu lernen.
Nach einer Trennung vom trinkenden Partner, weiß doch der nicht trinkenden Partner , daß er nicht mehr alles mit und ertragen muß.
Habe ich jetzt umständlich geschrieben.
Hier im Forum lerne ich viel dazu ist das ist garnicht so einfach.
Und das ist ein langer, langer Lernprozeß!!
Und das dauert auch seine Zeit!
Nur so ein paar Gedanken von mir.
Ob dein Mann unglücklich ist. Das glaub ich noch nicht einmal.
Der hat doch seinen Alk, keine Probleme damit und seine Ruhe.
Liest sich jetzt hart, aber ist leider so.
Habe genauso jemanden zu Hause, schreib aus eigener Erfahrung.
Was los ist?
Habe Grenzen gesetzt, die sind überschritten worden.
Möchte jetzt noch nicht viel zu schreiben
Diese Woche wirds zeigen.
Bin in Bewegung.
Kleine Schritte, meine Schritte, mein Tempo.
Mach dir bitte keine Sorgen!!!
LG
Mohn
Habe jetzt erst die Antwort von Doro gelesen.
Genauso ist es doch!!!!
Danke Doro!
LG
Mohn
(auch nachtaktiv)
Zitatdu wirst bald 50 Jahre alt und hast vielleicht noch 20 Jahre vor dir
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Nu aber!
Ich habe gerade mal nachgeschaut im Net, Frauen haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 82 Jahren!
Liebe Grüße, Linde ![]()
Hallo Mohn,
dann sind wir ja zu zweit die bald 50 werden und ich freue mich darauf es nicht nass feiern zu müssen ![]()
ZitatOb das Trinkverhalten vom Partner durch die eigene Frau (ich) unterstützt wird. Vor ein paar Monaten wäre ich sauer gewesen und hätte mit Nein geantwortet.Jetzt sage ich : Ja. Solange ich seine kleine heile Welt aufrecht erhalte schon.
absoluter Blödsinn rede dir bloss nicht so ein Mist ein
Wenn nichts sagst oder tust ist es genauso ein Grund zu saufen, wie wenn du was sagst oder machst, für den nassen Alkoholiker. Ich wusste ja ,das ich süchtig bin und ich wusste auch genau welche Antworten oder Gründe ich anwenden konnte, um mein Saufen zu rechtfertigen. Das beste ist ja ein funktionierender CO. Den kann ein nasser Alkoholiker ohne Probleme um den Finger wickeln und sein schlechtes Gewissen dem Co übertragen.
Gruß Hartmut
Das Alter hat mich auch sehr beschäftigt.
Einserseits habe ich mir gesagt, diese paar Jahre hälst Du doch noch aus, ist doch alles nicht so schlimm. Er hat doch auch seine guten Seiten. Alleine ist auch nicht schön, ich habe ja keine Kinder, eigentlich wenig Freunde. Mein Arbeitsprozess geht langsam zu Ende.
Und genau da bekam ich dann plötzlich Panik. Wie soll das denn eigentlich mit uns funktionieren, wenn wir die ganze Zeit zusammenhocken? Er evtl. noch arbeitslos, ich inzwischen in Rente.
Ja dann kam mir auch die Erkenntnis, dass es mir eigentlich doch besser geht, wenn ich alleine bleibe. So habe ich wenigstens kenen Stress und kann den Rest meines Lebens so gestalten, wie es mir gefällt. Muss eben wieder neue Kontakte knüpfen. Auf in den Kampf, wird schon klappen.
Lieber alleine glücklich, als zu zweit unglücklich.
Ich habe schließlich nur dieses Leben !
Diese Devise war dann in meinem Kopf und hat alles andere überdeckt. Die Probleme meines Partners waren auf einmal zweitrangíg und sind es immer noch. Es gab für mich nur zwei Alternativen: ein Leben ohne Alkohol oder die Trennung. Dazu kam es doch nicht, er hat wohl begriffen, dass er selbst etwas tun muss. Den Anfang hat er gemacht.
Ich bin zwar sehr froh und irgendwie auch stolz auf auf meinen Freund, aber immer noch nicht ganz überzeugt. Das ist auch gut so. So bleibe ich mir wenigstens weiterhin treu.
Hallo Linde66, Hallo Hartmut !
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So bin ich heute morgen zur Arbeit ![]()
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LG
Mohn
Guten Morgen,
Ja, Mohn, sich zu trennen ist oft auch ein (oft) sinnloser Manipulationsversuch. Ich bin hier wahrlich kein Vertrter des Singlelebens, ich war selbst noch nie alleine.
Doch: Ich habe mich getrennt, weil ICH die Situation nicht mehr ertragen konnte. Weil ICH endlich Zuverlässigkeit und Kontinuität in meinem Leben haben wollte. Weil ICH planen können wollte. Der Anblick von XY auf der Couch, so gut wie besinnungslos (er hat dann die Augen nicht mehr richtig aufbekommen, ein Lid hing auf halber Höhe), hat sich für immer in mein Gedächtnis gebrannt. Ich will so etwas nie wieder sehen. Es geht um mich, nicht um ihn dabei!
Dass man den Alkoholiker in seinem Verhalten unterstützt, indem man ihn versorgt, ist dabei nur der Nebeneffekt. Ich hätte es auch überhaupt gar nicht aushalten können, XY dabei zuzusehen, wie er in seinem eigenen Dreck ertrinkt. Wie er sich dermaßen zuschüttet, dass ich nicht weiß, ob er es diesmal auch wieder überlebt. Mal ganz abgesehen davon, dass er die ganze Zeit meine Knöpfe hätte drücken können, wäre ich auch nur im gleichen Haus gewesen.
Beim Süchtigen muss der Wille zur Veränderung kommen, damit er sich von seiner Sucht löst. Wenn aber für ihn der Haushalt geschmissen, die Rechnungen bezahlt und die Arbeitgeber belogen werden, wenn der Arzt bereitwillig krankschreibt und die Verwandtschaft noch Geld zusteckt, warum sollte sich ein Alkoholkranker dann überhaupt ändern wollen?
Und bei der Co-Abhängigkeit besteht doch die Sucht nach XY. Der Alkoholkranke muss 100% von seiner Droge weg, um die Krankheit zu stoppen. Muss dann ich als Co nicht auch komplett weg von meiner Droge? Ich kann für mich jedenfalls sagen, dass ich erst dann wieder halbwegs Luft bekam, als ich die totale Kontaktsperre hatte.
Liebe Grüße
Feeli
Hallo Waldliebende!
Diese Antworten regen sehr zum Nachdenken an!
Feeli
Deine Antwort bringt mich schwer ins Grübeln. ![]()
LG
Mohn
Hallo Mohn,
Manchmal schreiben mir auch Leute hier im Forum Dinge, da fange ich gleich an, zu weinen. Das braucht nur ein einzelner Satz sein. Meist ist es eine Frage. Manchmal weiß ich in der ersten Sekunde gar nicht, warum ich anfange, zu heulen. Ich denke dann darüber nach und bin ganz erstaunt, dass da tatsächlich ein wunder Punkt bei mir ist, von dem ich vorher gar nichts wusste. Bis ich das Ganze durchdacht habe, habe ich wieder sehr viel über mich gelernt. Und wieder ein Stück verarbeitet. Mich wieder ein Stück besser kennengelernt.
Es ist anstrengend, denn wer ist schon gerne traurig. Aber es tut auch sehr gut, wenn ich dann wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zu mir vorwärts gekommen bin.
Deshalb freue ich mich, wenn ich Dich zum Nachdenken angeregt habe. Auch wenn ich Dich dadurch erstmal traurig gemacht habe. Du darfst mich deshalb auch sehr gerne in meine Wunden pieken
.
Feeli
Zitat von FeeliAlles anzeigenGuten Abend Waldliebende,
Ob jemand seinen Tiefpunkt hat, ist ganz einfach zu erkennen: Diese Person leitet sofort tiefgreifende Veränderungen ein und bleibt dabei. Wie im Tal, es geht nicht mehr tiefer oder das Niveau bleibt, es geht stattdessen nur noch aufwärts. Der Aufstieg ist beschwerlich, aber am Ende hat man einen freien Blick auf die Umgebung, den der Nebel im Tal oftmals verschleiert hat. Und doch hat man zwischendurch große Lust, sich einfach mal wieder fallen zu lassen, denn abwärts geht es ja viel bequemer. Außerdem kennt man die Landschaft da unten schon.
Nein, Dein Mann hat seinen Tiefpunkt nicht erreicht. Und meiner Meinung nach schätzt Du seine Krankheit auch total falsch ein, wenn man sozusagen nur ein richtiges Vorbild (in dem Fall Dich und Deine neu gewonnene Unabhängigkeit) vorgesetzt bekommen muss, um zur alles entscheidenden Einsicht zu gelangen. Du kannst ihn nicht manipulieren, vergiss es.
Ich denke außerdem, die Loslösung aus einer Beziehung, die einen nachhaltig schädigt, kann man nicht mit schulischen Lernerfolgen vergleichen. So, wie Alkoholkranke nicht ausschleichend ihre Sucht bekämpfen können, indem sie 'einfach' jeden Tag ein bisschen weniger trinken, können Co-Abhängige dies meiner Meinung nach auch nicht. Es ist ein Vabanque-Spiel: Ganz oder gar nicht.
Andere hier sehen Dich auf dem richtigen Weg in Deinem Tempo. Das wünsche ich Dir auch. Allein, mir fehlt der Glaube (Goethe darf man schon zitieren, oder?). Letzten Endes beurteilen kannst das natürlich nur Du und Du glaubst ja anscheinend fest daran. Also: Weiter so!
Feeli
Hallo Feeli,
mein Mann hat seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht,
das ist mir vollkommen klar, du hast recht.
Ich will ihn nicht manipulieren, weil das nix bringt.
Ich gehe auch nicht meiner Wege, weil ich ihn erziehen will, nicht mehr zu
trinken, sondern ich gehe meiner Wege, damit ich nicht auf der
Strecke bleibe!
Als Nebeneffekt erhoffe ich mir eben, dass er sieht, dass
es besser ist, anders zu leben.
LG Waldliebende
Zitat von DoroWenn ich jemanden verlasse, damit er endlich trocken wird, ist das genauso ein sinnloser Manipulationsversuch.
Leute, wir müssen aufhören, irgendetwas zu tun oder zu lassen, damit der Alki irgendetwas lässt oder tut.
Darin besteht ja unser Problem.So verstehe ich die Kapitulation, wie sie in den zwölf Schritten zur Voraussetzung eines Genesungsprozesses gemacht wird. Da steht nix davon: Trenn dich und zwar schnell. (Obwohl das meiner Ansicht nach meistens sinnvollerweise darauf hinausläuft.) Sondern: Kapituliere! Der Alkohol ist stärker. Gib dieses Problem, das du nicht beeinflussen kannst, an eine höhere Macht ab. Lass los.
Und wende dich den DIngen zu, die du ändern kannst: dein eigenes kleines Leben, das ein KOsmos wird, wenn man es sich endlich mal genauer anguckt. Wir gucken ja immer alle ständig in die falsche Richtung.
Meine Güte, dass ich noch mal so pathetisch werde am späten Abend,
Liebe Grüße
Doro
Hallo Doro,
Das ist ein schöner Satz von dir:
Gib dieses Problem .....an eine höhere Macht ab.
Und wende dich den Dingen zu die du ändern kannst.
Mach ich doch und versuche es auf meine Weise.
LG Waldliebende
Zitat von FeeliHallo Mohn,
Manchmal schreiben mir auch Leute hier im Forum Dinge, da fange ich gleich an, zu weinen. Das braucht nur ein einzelner Satz sein. Meist ist es eine Frage. Manchmal weiß ich in der ersten Sekunde gar nicht, warum ich anfange, zu heulen. Ich denke dann darüber nach und bin ganz erstaunt, dass da tatsächlich ein wunder Punkt bei mir ist, von dem ich vorher gar nichts wusste. Bis ich das Ganze durchdacht habe, habe ich wieder sehr viel über mich gelernt. Und wieder ein Stück verarbeitet. Mich wieder ein Stück besser kennengelernt.
Es ist anstrengend, denn wer ist schon gerne traurig. Aber es tut auch sehr gut, wenn ich dann wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zu mir vorwärts gekommen bin.
Deshalb freue ich mich, wenn ich Dich zum Nachdenken angeregt habe. Auch wenn ich Dich dadurch erstmal traurig gemacht habe. Du darfst mich deshalb auch sehr gerne in meine Wunden pieken
.
Feeli
Liebe Feeli,
bei dir höre ich oft eine grosse Verzweiflung heraus.
Das tut mir leid und ich drück dich mal ganz doll.
LG Waldliebende
Hallo Waldliebende,
Ich war mal verzweifelt. Das hat mich dazu gebracht, mich zu trennen. Verzweiflung entsteht, wenn man nicht mehr sieht, wohin man sich bewegen kann oder muss, um vorwärts zu kommen. Das habe ich glücklicher Weise hinter mir gelassen.
Mir geht es jeden Tag besser und ich freue mich über bzw. auf mein neues Leben.
Was ich ausdrücken wollte, ist, dass ich Trauerarbeit leiste. Das ist auch viel Denkarbeit. Und dafür bekomme ich oft Anstöße von anderen hier im Forum. Es tut gut, weil die Ratschläge alle gut gemeint sind und oft mit dem Erfahrungsschatz derjenigen gefüllt, die schon ein gutes Stück weiter auf ihrem Weg zur Zufreidenheit mit sich selbst sind.
Feeli
Hallo Feeli,
trotz Deiner eigenen Verzweiflung, die immer noch ab und zu da ist, hast Du die Kraft und Geduld, hier so vielen Angehörigen Deine eigenen Erfahrungen mitzuteilen, sie zu motivieren, endlich den Teufelskreis eines Co zu durchbrechen.
Finde ich wirklich ganz super. Hilfe zur Selbsthilfe ist auch hier gefragt, Du bist das beste Beispiel dafür.
Schonungslos offenbarst Du Dein Inneres. Deine Beiträge sind für mich immer sehr interessant, machen mich traurig aber sie sind vor allen Dingen hilfreich. Du gehst Deinen Weg, auch wenn Du noch leidest. Das ist ja so schwer für uns Co's, aber Du hast bewiesen, dass es geht.
Nur manchmal denke ich, es könnte auch zuviel Belastung für Dich sein, oder kann man durch diese Ablenkung und Hilfestellung leichter vergessen? Vielleicht auch den Weg leichter gehen, den man sich vorgenommen hat? Darüber habe ich schon oft nachgedacht.
Ich habe auch schon festgestellt, dass ich vieles besser ertrage, wenn ich anderen helfen kann. Deshalb sind wir ja wohl Co-Angehörige und immer stark für unseren Partner (gewesen ...).
Nur vergiss Dich selbst bitte nicht, denke auch an Deine Gesundheit.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spass in Deinem neuen Leben; genieße es.
Hallo Antilope,
Zunächst einmal schönen Dank für die netten Worte.
Ich selbst war jahrelang in den verqueren Gedankengängen gefangen. Habe aus Mitleid, falscher Loyalität und wegen meines riesen Dickschädels an XY und unserer Beziehung festgehalten. So bin ich eben gestrickt.
Sehr viele meiner Gedankengänge kann ich bei anderen, die hier schreiben, wiedererkennen.
Da ich mich selbst noch nicht als völlig 'über den Berg' betrachte und durchaus auch mal falsche Sehnsüchte aufkommen, hilft es mir, bei anderen zu schreiben. Denn wenn ich die Gedankengänge von anderen in den Kontext der Co-Abhängigkeit rücke, tue ich das auch mit meinen eigenen. Ich kann mich dann besser von außen betrachten und bin nicht mehr so in mir selbst gefangen.
Klar freue ich mich, wenn ich andere zu anderen Denkweisen oder bestenfalls zu anderen Handlungsweisen animieren kann. Doch das wichtigste bei der Sache ist, dass ich mich mit mir selbst auseinandersetze. Damit ich nicht rückfällig werde. Wenn andere von meinem Erfahrungsschatz profitieren können und mir bestätigen, dass ich das Richtige getan habe, weil es auch ihnen durch die gleiche Handlung besser geht, dann bestärkt mich das ungemein. Wenn ich aber mal keine Lust auf dieses Forum habe, dann schaue ich einfach nicht rein.
Daran, wie oft ich hier rumschwirre, kann man erkennen, wie sehr mein Wesen noch mit diesem Teufelskreis der Co-Abhängigkeit verbunden ist. Ich bin jedoch optimistisch, dass es schon bald immer weniger wird. Und würde ich nicht hier rumschwirren, wären meine Gedanken ja doch beim gleichen Thema. Sie würden sich aber vielleicht eher im Kreis drehen. Oder wie siehst Du das? Habe ich Dich richtig verstanden?
Liebe Grüße
Feeli
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