Hallo,
ich bin froh, diese Art von Selbsthilfe gefunden zu haben, da ich in den Anden lebe und dort keine Moeglichkeiten habe, eine Therapie zu besuchen. Ich moechte dieses Forum nicht als Ersatz dafuer nehmen, wuerde mich aber nach einigen Rueckfaellen ueber eine Unterstuetzung freuen. Ich habe gerade meinen ersten "richtigen" Entzug in der naechstgroesseren Stadt im Krankenhaus gemacht, aber auch festgestellt, das man hier nicht die gleichen Therapiewege geht wie in Deutschland und ich doch auf mich allein gestellt bleibe.
Wir hatten es zuvor auch immer wieder geschafft, Wochen trocken zu bleiben - mein Lebenspartner trinkt auch sehr gerne sein halbes Flaeschchen Wein am Abend - ich bin aber diejenige, die zum Missbrauch neigt. Ich trank zuletzt auch wieder oefter nachmittags fuer mich alleine, so etwas hatte er nie getan. Er verzichtet nun mir zuliebe auf sein Glaeschen am Abend, sieht aber fuer sich nur dadurch bedingt den Grund ganz aufzuhoeren. Da waere schon meine erste Frage nach Rat, man kann ja seinen Lebenspartner nicht zwingen, sein Leben lang auf Alkohol zu verzichten. Ich muss es aber, und es ist so verdammt schwer, dem anderen beim Trinken zuzusehen. Wie handhabt Ihr das?
Aber mal weiter erzaehlt:
Nachdem es mir koerperlich immer schlechter ging, ich unter starken Schlafstoerungen litt, morgendlicher Uebelkeit und Brechreiz, begann ich mir Sorgen um meine Gesundheit zu machen. Nach beinahe 15 Jahren Trinkens ohne groessere Pausen, war es also nicht erstaunlich, das der Arzt im Ultraschall eine stark vergroesserte Leber sah. Leider war das nicht Warnung genug, nach 6 Wochen Abstinenz fing ich wieder an. Man vergisst irgendwie so schnell, wie schlecht man sich mit dem Alkohol gefuehlt hatte. Das ist ganz schoen verrueckt, weil ich mich eigentlich ohne den Alkohol sehr wohl und mit viel mehr Elan gefuehlt hatte. Aber dann denkt man, egal, heute darfs mal wieder ein Glaeschen sein, ich kann kontrolliert trinken und faellt wieder auf die Schnauze. Nein, ich kann nicht kontrolliert trinken, das weiss ich schon lange!
Ich habe mich nach zahlreichen selbstdurchgefuehrten Versuchen endlich in aerztliche Hilfe begeben und werde auch einmal im Monat meinen Arzt aufsuchen. Anders ist es nicht moeglich, da bedingt durch die Strassenverhaeltnisse und Entfernung die naechstgroessere Stadt nur schwierig zu erreichen ist.
Ich bin nun also wieder trocken und will es auch bleiben und erhoffe mir mit dem Lesen und Schreiben hier im Forum das Bewusstsein zu erhalten, das ich alkoholkrank bin und nicht wieder trinken darf. Vielen Dank schon heute fuer Eure Hilfe, denn ich will gesund werden!
LG
Flor