Mein Schlüsselerlebnis und die Wende

  • Hallo,

    nach langer Zeit schreibe ich mal wieder hier. Aber ich habe die letzten Wochen genutzt und immer fleißig im Forum gelesen. Das hat mir immer geholfen, dass ich meinen Weg nicht verliere, mich nicht selbst vergesse.

    Mein Freund macht weiter seine ambulante Therapie, unser Zusammenleben war eher ein Nebeneinanerherleben. Ich machte mein Ding und er war mit sich und seinem neuen Job völlig ausgelastet.
    Es gabe keine gemeinsamen Unternehmungen. Ich habe auch nicht großartig danach gefragt. Wenn, dann sollte auch einmal von ihm ein Vorschlag in dieser Richtung kommen.
    Ein Auszug aus der gemeinsamen Wohnung hat bisher auch nicht stattgefunden. Wir haben viel darüber gesprochen, zusammen gesessen und geweint. Imer ein Auf und Ab. Die vielen Diskussionen haben dann im Februar dazu geführt, dass er endlich eine Wohnung gefunden hatte (zumindest hat er mir das so gesagt). Es gab auch Telefonate, die ich mithören konnte in dieser Hinsicht. Aber kurz vor dem Umzug hat ihm der Vermieter gesagt, dass die Wohnung jetzt doch teurer sei, als angenommnen, da er verschiedene Renovierungsarbeiten ausgeführt habe. Das wollte mein Freund dann nicht mehr bezahlen und so hat er alles gestoppt. Er hatte geplant, etliche Möble der Vormieterin zu übernehmen, aber noch nichts veranlasst, da der Mietvertrag noch nicht unterschrieben war.

    Also hat er alles wieder gecancelt und mich gebeten, ihm noch Zeit zu geben.
    Daraufhin habe ich bei unserem Rechtsschutz nachgefragt, was ich tun könne bei unserem gemeinsamen Mietvertrag.
    Die Antwort hat mir gar nicht gefallen, denn ich kann weder verlangen, dass er auszieht und ihm auch keine Frist setzen.
    Im Grunde genommen läuft alles über unseren Eigentümer. Wir stehen beide im Mietvertrag mit gleichen Rechten. Das Beste wäre, wenn wir uns einigen könnten, denn eine Gegenklage kann eine sehr langwierige Angelegenheit sein. Schlimmstenfalls müssen wir dann beide ausziehen.

    Also haben wir besprochen, dass wir zusammenbleiben, zumindest solange er die Therapie macht und - meine Bedingung - nichts trinkt.
    Er sagte mir, dass er mir das nicht versprechen kann, aber die Therapie will er auf jeden Fall nicht aufgeben.

    Ich habe alles akzeptiert mit dem Hinweis, das ich auf jeden Fall die Trennung will, wenn er wieder trinken solle. Natürlich hat er mir wieder bestätigt, dass er nicht trinken will, daher auch die Therapie. Das aber .... stand und steht trotzdem immer im Raum.

    Wir haben jetzt die ganze Zeit versucht, uns halbwegs zu arrangieren.
    Mir ging es dabei nicht so sonderlich gut. Ich merkte immer mehr, wie mich das alles belastet.
    Auf einmal flossen die Tränen bei jeder Kleinigkeit. Alles Dinge, die ich von früher nicht mehr kannte. Aber vielleicht ist das ganz gut so.
    Jetzt laufen mir schon wieder die Tränen runter.

    Ich war sehr froh, als ich Mitte März Urlaub hatte und 1 Woche Rundreise in der Türkei genießen konnte. Es war ganz toll. Ich war mit einer Freundin und ihrem Freund in Kappadokien mit einer ganzen Gruppe unterwegs. Hatte das eigentlich auch alleine geplant, aber die Reise war so günstig und ich konnte noch andere Personen mitnehmen.

    Wieder eine Erfahrung, das ich auch alleine sehr gut zurecht komme.
    Ich habe auf dieser Reise so nette Leute kennengelernt, viele Paare und mich so wohl gefühlt. Meinen Freund habe ich absolut nicht vermisst, im Gegenteil. Ich habe mich oft gefragt, wie es wohl mit ihm zusammen gewesen wäre.
    Mit Sicherheit wären die Abende nicht so lustig und entspannt gewesen. Das alles ging mir so durch den Kopf und immer wieder der Gedanke: Alleine geht es vielleicht doch besser, als immer wieder diese Ängste, wie verhält er sich jetzt wieder und so weiter und so weiter ....
    Ihr kennt das ja auch alle.

    Mein Freund hatte mich sogar zum Flughafen gebracht bis zum Einchecken, das hatte ich gar nicht erwartet. Er war auch die Tage vorher richtig lieb und anhänglich (hat mir ganz gut getan).
    Zum Abschied hat er mich richtig herzlich geküsst und mir ins Ohr gemurmelt, dass ich ihm doch sehr fehlen würde.

    Wir haben dann im Urlaub auch mal telefoniert und er hat mir immer wieder gesagt, dass er sich freut, wenn ich wieder nach Hause komme.

    Dann hat er mich auch vom Flughafen wieder abgeholt. Die Wohnung war super aufgeräumt. Auf dem Tisch stand ein riesiger Strauß mit roten Rosen. Ich war natürlich sehr gerührt.
    Er selbst war auch sehr verändert. Plötzlich erzählte er mir auch von seiner Therapie und wir konnten uns wieder besser unterhalten. Abends gab es auch mal wieder gemeinsame Spiele.
    Irgendwie habe ich immer gedacht, vielleicht braucht er doch noch etwas Zeit. Und die wollte ich ihm auch lassen.

    Aber ich habe ich gemerkt, dass ich mich verändert habe. Das Thema Auszug gab es bei ihm nicht mehr. Anders bei mir. Ich habe trotz allem immer mal wieder richtige Tiefpunkte gehabt, oft geweint und plötzlich Ängste und immer wieder Tränen, auch manchmal tagsüber.

    Ja und heute ist dann die Bombe geplatzt. Eigentlich fing das schon am Freitag an. Als ich abends von der Arbeit kam, gab es es wegen einer Kleinigkeit Streit. Ich bemerkte, dass irgend etwas wieder anders war bei ihm. Wie früher, wenn er getrunken hatte. Streit wegen nichts und wieder nichts. Dann wieder seine Entschuldigung. Das hat mich so fertig gemacht. Ich hatte das Gefühl, plötzlich keine Kraft mehr zu haben. Und wieder Tränen ohne Ende.

    Er meinte dann, ich sei völlig überarbeitet (stimmt auch, ich hatte nach meinem Urlaub sehr viel Stress in der Firma, weil meine Kollegin dann auch gleich Urlaub hatte und viel liegen geblieben war während meiner Abwesenheit.

    So schlug er vor, dass wir am Wochenende etwas gemeinsam unternehmen sollten. Gestern waren wir spazieren. Es ging mir dann auch wieder besser.Natürlich hatte ich wieder Hoffnung, dass wir auch mal wieder gemeinsam etwas machen.
    Heute morgen wollten wir nach Formel 1 (das schaut er immer regelmäßig) zusammen wegfahren zur einer Ausstellung. Ich hatte mich schon darauf gefreut.
    Beim Frühstück fiel mir schon auf, dass er wieder verändert war.
    Kurz vorm Wegfahren gab es dann einen "kleinen Wortwechsel", der mir bestätigte, dass ich mich nicht geirrt hatte.
    Trotzdem sind wir zuammen gefahren, d.h. er fuhr. Wieder fiel mir sein veränderter Gesichtseindruck auf, er fuhr auch schneller als normal und war sichtlich nervös.

    Ich konnte dann nicht anders, habe ihn direkt gefragt, ob er wieder getrunken habe. Darauf reagierte er sehr heftig, was der Quatsch solle. Aber er gab mir keine Antwort. Gleich wieder Streit. Ich würde ja spinnen und ob das jetzt wieder losginge mit mir. Aber mir war völlig klar, dass er wieder getrunken hatte. Daher sagte ich ihm klipp und klar, dass ich eine ehrliche Antwort möchte. Aber es gab keine Antwort. Er meinte dann, wir könnten ja auch wieder umdrehen, wenn ich das unbedingt wolle. Dann hätte ich es ja wieder mal geschafft, alles kaputt zu machen.
    Ich habe ihm gesagt, dass er zurückfahren solle. Und dann habe ich ihm gesagt, dass ich mit ihm zusammen sein Auto anschauen wolle, ob da Alkohol drin sei, weil ich der Meinung sei, dass er mich angelogen habe.
    Er reagierte sehr heftig und meinte, was das solle, das wäre schließlich sein Auto. Ich sagte ihm, dass ich mir auch den Keller anschauen würde, da ich absolut kein Vertrauen mehr zu ihm habe.

    So fuhren wir dann wieder zurück. Sein Auto hat mich eigentlich gar nicht mehr interessiert. Auch der Keller nicht. Für mich war damit klar, dass ich nur noch eines will: nämlich, dass er so schnell wie möglich auszieht. Das habe ich ihm auch gesagt und dass ich nicht möchte, dass er heute in der Wohnung schläft. Ansonsten würde ich gehen und mir auch schnellstmöglich eine Wohnung suchen, wenn er nicht auszieht.
    Er hat mir dann gesagt, dass er das tun würde, morgen müsste er aber wieder in die Wohnung, um noch Sachen zu holen. Und ob er auch wieder in die Wohnung reinkommen dürfe. Dann hat er mir noch einmal gesagt, dass er seine Therapie auf jeden Fall machen will, egal mit mir oder ohne mich.

    Ich habe mich nicht mehr auf längere Diskussionen eingelassen, war nur froh, dass ich endlich wusste, was ich nun tun muss. Es hat mir auch nicht sonderlich weh getan. Ich war einfach nur froh und bin es immer noch, dass ich ihn nicht um mich haben muss. Hatte auch einen sehr schönen Nachmittag, habe im Cafe ein sehr nettes Paar kennengelernt, mit dem ich mich prima unterhalten habe. Da verkaufsoffener Sonntag war, habe ich gleich ein paar neue Klamotten erstanden. Das tat richtig gut !
    Und ich war soooo froh, dass ich heute morgen bei unserer Auseinandersetzung auf der Rückfahrt bestanden habe. Was wäre das für ein trauriger Tag gewesen ?

    Als ich heute abend nach Hause kam, lag ein kurzer Brief von ihm auf dem Tisch, wo er mir kurz mitteilte, dass er ein Problem habe, das er selbst versuchen will zu lösen, mit oder ohne Hilfe. Ich könne ihm nicht helfen, da er meine Forderungen nicht erfüllen könne oder auch nicht wolle. Dann schrieb er noch, dass er mich trotz allem liebe, egal was er für einen Mist von sich gebe.

  • Hallo Antilope

    mal abgesehen von der Alkoholproblematik, ich denke, Eure Beziehung funktioniert nicht mehr.
    Ich habe das auch so erlebt, dass alles was ich ohne meinen Mann unternommen habe, viel besser
    war, ich ihn überhaupt nicht vermisst habe und mit schrecken an die Rückkehr nachhause gedacht habe. Es war einfach zu viel kaputt, auch wo er Therapie gemacht hat und nicht getrunken hat, war mir klar dass mit uns vorbei ist. Wir waren seit 1982 zusammen, also praktisch das ganze erwachsene Leben, trotzdem war es ein richtiger Schritt sich zu trennen.

    Versuch die Sache mit der Wohnung so schnell wie möglich zu lösen, damit Du endlich leben kannst.

    Schöne Woche
    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Antilope!

    Super,dass Du die Trennung vollziehst!
    Das heisst ja,dass Du an Dich denkst und Dein neues Leben aufbauen willst!
    Dazu gratuliere ich Dir!

    Wenn ich so Schreibe tut es mir als trockene Alkoholikerin schon etwas weh.
    Aber ich weiss aus eigener Erfahrung,dass das der richtige Weg ist.
    Ein Weg der Befreiung,der neuen Horizonte!

    Dazu wünsche ich Dir viel Kraft.Denke daran : Dir Gutes zu tun ist absolut wichtig! Jeden Tag mindestens ein Mal! Das ist unsere beste Medizin :lol:8)

    Liebe Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Zitat

    Es hat mir auch nicht sonderlich weh getan


    So ging es mir auch liebe Antilope.
    Weil wir ja eigentlich schon genau wussten, was kommt. Und eigentlich nur noch darauf warten mussten. Und diese Wartezeit nur noch mehr an uns genagt hat.
    Ein letztes Mal kontrollieren...aber eigentlich war es schon garkein Kontrollieren mehr,
    es war für einen selber der letzte Punkt was wir setzten.
    Der Schlusspunkt.
    Liebe Antilope, jetzt kannst anfangen Dich um Dich zu kümmern.
    Es ist anfangs garnicht so leicht. Aber mit mal zu mal wird es leichter...
    und es macht auch rießen Spaß. Wirst sehen.
    Klar kommen auch wehmütige Rückblicke, aber sind wir doch mal ehrlich...die gab es schon während der Beziehung.
    Seh die Chance und das Glück nun auf Dich aufzupassen.
    Dabei wünsch ich Dir viel Freude.

    Liebe Grüße,
    nici :wink:

  • Hallo,

    vielen Dank für die guten Wünsche was mein weiteres Leben betrifft.

    Es ist sicherlich nicht einfach, schließlich bin ich auch nicht mehr die Jüngste und mein Bekanntenkreis ist gleich Null. Auch so ein Punkt, der mich jetzt ärgert. Er wollte keine großartigen Kontakte, immer gab es Diskussionen, wenn Leute kommen sollten oder wir eingeladen waren.
    So haben wir fast alles nur im Zweierpack gemacht.

    Aber egal, jetzt muss ich durchstarten und zwar alleine.

    Leider klappt das mit dem Auszug nicht so, wie ich das gerne hätte. Er sagt mir klipp und klar, dass er auch ein Recht auf die Wohnung hat. Stimmt ja auch. Er will sich bemühen, eine andere Wohnung zu finden. Aber was heißt das schon ?

    Der Rechtsschutz sagte mir, wir müssten beide die Wohnung kündigen, dann gibt es die gesetzliche Kündigungsfrist 3 Monate. Zu diesem Termin müssen wir entweder beide ode auch nur einer die Wohnung räumen, wenn der Eigentümer damit einverstanden ist. Ich könnte dann ggf. die Wohnung behalten, was ich so gerne möchte. Ich fühle mich hier so wohl, super Wohnung, tolle Lage und alles drum herum ist einfach perfekt.
    Das bedeutet aber, dass er sich auch Zeit lassen kann und die die 3 Monate ausnutzt. Ich weiß nicht, ob ich das nervlich durchstehe. Das habe ich ihm auch gesagt, das das so keine Lösung ist. Wir müssen uns irgendwie einigen, dass er schneller auszieht, was er ja auch will, wie er sagt.
    Deshalb habe ich ihm angeboten, dass er versuchen soll, zum 1. Mai eine neue Wohnung zu finden und bis dahin würde ich ihm einen Ausgleich zahlen für jeden Tag, wo er nicht mehr hier wohnt. Das hat er erst einmal abelehnt, aber ich habe ihn gesagt, dass ich über Ostern nicht mit ihm in der Wohnung bleiben möchte und dann lieber irgendwohin fahre, egal, Hauptsache weg.
    Am Donnerstag mittag rief er mich in der Firma an und sagte mir, dass er über Ostern nicht in der Wohnung übernachten will. Allerdings müsste er noch Kleider holen und daher war er gestern abend auch hier. Allerdings hat er dann wieder in seinem Zimmer auf dem Schafsack geschlafen. Die Couch habe ich ihm verweigert, da er mit Sicherheit getrunken hatte.

    Ja es ist wohl so, dass er wohl auch wieder ständig trinkt.
    Er behauptet zwar, dass stimme nicht, ich würde mir alles nur einreden und will ihn nur fertigmachen. Aber ich sehe was ich sehe und bin sicher, dass ich micht nicht geirrt habe. Aber gestern abend war er wieder total daneben.
    Wir haben auch noch etwas geredet, aber im Grunde genommen, hätten wir uns das schenken können. Alles war er sagte, hat er wahrscheinlich morgen schon wieder vergessen. Deshalb habe ich auch dann das Gespräch abgebrochen und ihm gesagt, dass wir uns gerne unterhalten können, aber dann, wenn er mal wieder nüchtern sei. Und immer wieder die Antwort er sei vollkommen nüchtern. Und die Therapie werde er auch weiter machen, egal was dabei herauskomme.

    Kann es denn sein, dass er sich selbst und andere so belügen kann? Schließlich macht er doch eine Therapie und geht schon jahrelang in eine SHG. Da müsste doch etwas hängen geblieben sein, oder ?

    Ich begreife das manchmal gar nicht mehr. Oder ist das nur seine Taktik, damit ich klein beigebe. Ich könnte mich ja geirrt haben und ihm etwas unterstellen, was nicht stimmt. Aber ich bin mir so sicher, ich habe mich nicht geirrt. Bisher hat mich mein Gefühl noch nie getrogen bei ihm.

    Das ist alle so schlimm und er tut mir teilweise auch Leid, aber andererseits wird mir immer mehr bewusst, dass ich so wirklich nicht mehr leben kann und vor allen Dingen nicht mehr will.
    Es gibt auch keine Tränen mehr. Ich warte nur darauf, dass er endlich geht.

    Heute hatte ich einen recht schönen Tag. War schon morgens mit dem Fahrrad untewegs, habe im Freien auf der Terrasse in einem Lokal gut gefrüstückt. Dann noch eine Runde geradelt und ab an den See in unserer Stadt. Als ich zurückfuhr, habe ich auch sein Auto gesehen. Er war dort und wohl im FFK-Bereich. Ich bin schon ganz bewußt im Textilbereich geblieben, da wir ja sonst immer gemeinsam FKK machten.

    Nun hoffe ich, dass er heute abend nicht wieder hier auftaucht. Ich werde ihn dann anrufen und nachfragen. Denn ich habe auch vor, die Wohnungstür abzuschließen. Das werde ich ihm auch sagen. Ich versuche alles in Ruhe zu regeln und hoffe, dass mir das gelingt. Nur dass er endlich begreift, dass wir hier nicht mehr zusammenleben können.

  • Hallo,

    es hat alles gut geklappt. Wir konnten uns arrangieren. Er hat mir versprochen, dass er vorher anruft, wenn er in die Wohnung möchte.
    Dann rief er extra noch einmal an um mir zu sagen, dass ich doch nicht abschließen und keine Angst vor ihm haben müßte.

    Leider musste ich jedesmal feststellen, das er Sprachschwierigkeiten hatte. Aber was soll`s. Nun kann er trinken soviel er will, ich kann und will ihm dazu nichts mehr sagen.

    Auf jeden Fall hatte ich einige ganz tolle Tage mit positiven Erlebnissen.

    Ich konnte wieder einmal mehr feststellen, dass es mir ohne XY (so nenne ich ihn jetzt auch) viel besser geht.
    Morgens gemütlich in einem Cafe auf der Terrasse frühstücken, am Freitag zwar alleine, aber sehr entspannt. Dazu hatte ich mich kurzfristig entschlossen und eine kleine Radtour zu einem wunderschönen Landgasthof in unserer Nähe gemacht. Danach war ich dann am See. Auf der Rückfahrt habe ich dann sein Auto gesehen. Er war wohl auch dort, vermutlich im FKK-Bereich, wo wir sonst immer zusammen lagen. Ich hatte mich schon aus diesem Grund in den Textil-Bereich sortiert. Das werde ich dann auch zukünftig so halten.

    Am Samstag morgen war ich shoppen; vorher auch bei herrlichem Wetter in einem Cafe auf der Terrasse.
    Dort lernte ich einen sehr netten Mann keninen, der sich zu mir setzte, weil alle Plätze ziemlich belegt waren. Wir haben uns ca. 2 Std. super unterhalten. Er ist auch frisch getrennt und da hatten wir einiges zu erzählen. Bei dieser Gelegenheit gab er mit dann die Tel. Nr. seiner großen Liebe, die leider inzwischen verheiratet ist und welcher er immer noch nachtrauert (nicht die Frau, von der jetzt getrennt lebt). Diese hat nämlich einen mobilen Friseurbetrieb und ich suche schon lange eine gute Friseuse. Und zufälligerweise wohnt Sie auch in meiner Stadt und noch in der gleichen Straße. Was für ein Zufall.

    Interessant ist noch, dass er wohl auch mit Alkohl einige Probleme hat. Denn er hat mir erzählt, dass er seit September nichts mehr trinkt und dadurch kaum noch Freunde hat.
    Aber keine Angst, ich habe da keinerlei Absichten. Er ist auch viel viel jünger als ich. Aber irgendwie ist es doch ein schönes Gefühl, eine gewisse Selbstbestätigung. Obwohl XY mir immer schon viel Komplimente gemacht hat. Also da fehlt mir eigentlich nichts.

    Er hat mir auch schon 2 SMS geschickt und sich bedankt für die nette Unterhatung. Die zweite mit Osterwünschen.
    Da er im Nachbarort wohnt, war die Rede davon, dass wir bei Bedarf uns mal am See oder irgendwie treffen. Vor allen Dingen wegen seiner Ex, an der immer noch sehr hängt.

    Heute war ich mit einer Mitbewohnerein mit Radel auch wieder in dem wunderschönen Cafe. Ich hatte ihr erzählt, dass XY und ich in Trennung leben. Sie war doch etwas geschockt. Als ich ihr aber erzählte weshalb sagte sie mir, dass ihr schon öfters aufgefallen sei, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Sie hat ihn wohl des öfteren schon im Keller getroffen. Meist kam er aus unserem Keller heraus und reagierte ziemlich erschrocken, wenn sie ihn ansprach. Auch fiel ihr auf, dass er dann gewisse Sprachschwierigkeiten hatte und auch sehr unsicher ihr gegenüber war.

    Ich kann nur sagen, ich fühle mich mich momentan so frei, kein Gedanke, was tue ich so alleine.
    Vermutlich spielt auch das tolle Wetter eine große Rolle. Es ist einfach nur schön. Und ich spüre keinen Druck mehr. Ich muss ihn nicht fragen, ob er mit mir gehen will und hoffen, er sagt auch mal ja. Ich tue es einfach und erlebe so viele positive Dinge, lerne Leute kennen.
    Und immer wieder denke ich, das wäre mit XY nicht möglich gewesen.

    Auch mit meiner Nachbarin werde ich jetzt einen intensiveren Kontakt pflegen. Zusammen radfahren, an den See gehen, mal abends in dem schönen türkischen Lokal neben unserer Wohnanlage zusammen sitzen. Einfach nur entspannen und genießen. Sie ist ganz glücklich, dass sie jemanden gefunden, der mit ihr schwimmen geht. Ihre anderen Freundinnen mögen das nicht so.

    So sieht es im Moment bei mir aus. Ich hoffe, mein Glücksgefühl und meine positive Einstellung bleiben ganz lange bei mir. Ich werde auf jeden Fall auf mich aufpassen und mich nicht wieder herunterziehen lassen.

    Allen noch wunderschönes Ostern und genießt das tolle Wetter. Es soll ja leider wieder etwas abkühlen.

  • Huhu Antilope,

    deine Zeilen machen mir wirklich viel Mut auch wieder rauszugehen. Ich bin zwar nicht frisch getrennt (meine Trennung liegt ziemlich genau zwei Jahre zurück), aber ich hatte bis jetzt schwere Depressionen (resultierend aus der Trennung) und war deshalb nicht in der Lage mein unbekanntes "Single-Leben" anzufassen.
    Man merkt in deinen Zeilen richtig wie du aufblühst, das ist wirklich ansteckend ;) ich lese das gerne.

    Die Sache mit dem Ausziehen kenne ich übrigens zu gut von meinem Ex. Wir hatten uns damals im April im Guten getrennt, und ich hatte in gebeten dann schnellstmöglich auszuziehen. Nun ja, was soll ich sagen... er blieb dann erstmal völligst dreist nen halbes Jahr weiter bei mir wohnen, und machte überhaupt keine Anstalten auszuziehen :shock: . Ich musste ihn dann regelrecht rauswerfen und er ist tierisch ausgeflippt und wurde sehr aggressiv. Nach einem weiteren Monat war er dann endlich weg.

    Natürlich war ich ihm gegenüber in einer stärkeren Position als du es im Moment mit deinem Ex bist, weil er mit mir zusammen im Haus meiner Eltern wohnte. Ich hoffe wirklich für dich, dass er bald wirklich endgültig auszieht und du deine Ruhe hast. Ich habe die Erfahrung gemacht, als mein Ex dann wirklich ausgezogen war, die erste Nacht wirklich wirklich allein - das war dann nochmal ein anderes Lebensgefühl.

    Wie dem auch sei, ich lese gerne wieder bei dir rein :lol:

  • Hallo Plejaden,

    ich habe gerade in Deinem Faden gelesen und freue mich deshalb ganz besonders, dass ich Dir etwas Mut machen kann.

    Du bist auf dem richtigen Wege, raus aus der Depression und durch neue Kontakte auch neue Kraft schöpfen.

    Vielleicht gibt es doch noch ein paar alte Freunde, die sich freuen, wieder mal von Dir zu hören. Auch das wäre einen Versuch wert.
    Du hast schließlich Deine Krankheit erkannt und etwas dagegen unternommen und kannst daher auch stolz auf Dich sein.

    Wie wäre es, wenn Du Dir eine neue Gruppe suchst, wo Du Dich wohlfühlst. Als Frau ist man leider nie so ganz sicher vor männlichen Blicken und auch der Anmache. Auf der anderen Seite, wenn es nicht so wäre, würden wir uns doch häßlich fühlen, oder ?

    Gratulation zur Deiner langen Trockenheit, und Deiner Einstellung zum Alkohol, trotz aller Belastungen . Das hat mich sehr berührt.
    Damit hast Du gezeigt, wie wichtig Dir Dein Leben ist. Du bist noch jung und hast alles selbst in der Hand.

    Liebe Plejaden, es ist schon merkwürdig, manches passiert einfach nur so, ohne dass man es wirklich will.
    Ich gehe z.B. ohne Erwartungen los, setze mich in ein Cafe und innerhalb kurzer Zeit kommt ein so nettes Ehepaar und wir unterhalten uns völlig ungezwungen.
    Glaube mir, das sind so tolle Erlebnisse und auch Glücksgefühle.

    Oder ich war alleine spazieren, treffe auf eine Frau, auch alleine. Wir kommen ins Gespräch, gehen gemeinsam. Sie kommt aus dieser Stadt, zeigt mir einige Sehenswürdigkeiten und gibt Erklärungen dazu ab.

    Das alles an einem Sonntagnachmittag, wo ich mal wieder richtig down war, meinem XY noch nicht einmal fragen mochte, ob er Lust auf einen gemeinsamen Spaziergang hat. Die Antwort kannte ich ja schon.

    Ich kann Dir gar nicht sagen, wie gut es mir nach dieser Begegnung ging.

    Was mir auch aufgefallen ist: es gibt sehr viele Frauen, die alleine unterwegs sind und ebenso wie wir dankbar für ein Gespräch sind.

    Wir müssen nur den Mut haben, auch mal den Anfang zu machen.

    Dazu wünsche ich Dir auch viel Erfolg und ich würde mich sehr freuen, wenn Du mal berichtest, wie es Dir geht.

    Alles Gute und noch einen schönen Feiertag

  • Hallo,

    leider ist alles nicht so einfach, wie ich mir das gewünscht hätte.
    Jetzt bin ich wirklich soweit, dass ich den Schlussstrich will, weil es eben nicht mehr anders geht.

    Nur hängt XY jetzt mehr denn je an der Flasche und die Zeit der Ruhe ist auch vorbei. Denn er hatte mir ja auch angekündigt, dass er Montag abend wieder in dWohnung kommt, um dort zu schlafen. Da wir ja schon tel. Kontakt hatten, habe ich gemerkt, dass er wieder trinkt und nicht dass, er ist ausgesprochen aggressiv.

    Gestern war ich nachmittags bei meinem Bruder samt Familie, wo auch meine Mutter lebt. Ich hatte sie eine Weile nicht mehr gesehen, meine Mutter ist leider mit 91 Jahren schwer dement und erkennt ihre nächsten Angehörigen meist nicht mehr. Aber interessanterweise wusste sie gestern gleich meinen Namen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

    Natürlich wurde auch über meine jetzige Situation gesprochen. Es ist gut zu wissen, dass ich immer bei meiner Familie Unterstützung und Verständnis finde. Nur möchte ich sie allzusehr damit belasten.

    Mit bangem Gefühl bin ich dann abends wieder in die Wohnung zurückgefahren. Ich wusste ja nicht, wann er kommt und in welcher Verfassung er ist.
    Schließlich rief er dann nach 22:00 Uhr an, um mich zu fragen, ob er kommen könne. Er war ständig am Husten, so konnte ich ihn auch nur schlecht verstehen und nicht beurteilen, ob er nüchtern war. Ich konnte aber seinen aggressiven Tonfall heraushören.

    Es kam dann auch gleich wieder zu einem Disput, als ich ihm sagte, er solle doch bitte etwas früher anrufen. Seine Reaktion darauf war auch wieder heftig. Um ihn nicht noch mehr zu provozieren, sagte ich ihm, dass er kommen könne. Ich kann ihm ja die Wohnung doch nicht verwehren.
    Es kam noch ein kurzer Hinweis, dass er bitte nur in die Wohnung kommen solle, wenn er nichts getrunken hat. Er entgegnete mir gleich mit lauter Stimme, dass er nichts getrunken hätte und was das solle ?

    Na ja, so gegen 23:00 Uhr kam er dann endlich. Ich hatte schon schweißnasse Hände und nahm mir fest vor, ganz ruhig zu bleiben, am besten gar nichts sagen. Kenne das ja alles noch von meinem letzten Alki. Nur, weil ich keine Widerworte mehr gab, hatte der mich nicht geschlagen.Mich dann allerdings oft stundenlang mit verbalen Angriffen traktiert.

    Ich möchte nicht alle Einhelheiten wiedergeben. Aber er war so was von aggressiv,schwankte durch die Gegend und sah schlimm aus. Das Schlimmst aber, er war wieder mit dem Auto unterwegs. Fragte mich, ob ich schöne Ostern gehabt hätte, meine Antwort ja gefiel ihm wohl nicht, so dass er mich anschrie, das wäre ja schön für mich, aber er nicht. Es kamen dann immer wieder neue Fragen z.B. ob ich ihm nichts zu sagen hätte. Und ob ich mich wieder beruhigt hätte nach em Theater, das ich am letzten Wochenende gemacht hätte.

    Es war eine schlimme Situation für mich, ich hatte richtige Angst vor ihm, wie er so dastand, schwankend mit immer lauteter lallender Stimme.
    Da kam dann wieder alles von früher hoch.

    Auch konnte ich ihm dieses Mal nicht das Schlafen auf der Couch verweigern. Da ich aber nicht mit ihm zusammen im Wohnzimmer bleiben konnte, habe ich ich ihm gesagt, dass ich sowieso schlafen gehen wollte. Hat ihm auch nicht gepasst. Aber ich bin trotzdem ins Schlafzimmer und habe meinen Laptop mitgenommen, da konnte ich noch etwas Fernsehen.
    Er lag dann auch schon auf der Couch und war wohl kurz vorm Einschlafen, denn er murmelte noch etwas von "Dann geh doch endlich".
    Da fühlte ich mich wieder sicherer, denn er hat einen guten Schlaf und packt das auch im Sitzen, wenn es sein muss.

    Ich habe auch gut geschlafen, wurde aber wach, als er im Bad war, obwohl er sich sehr leise verhielt, so wie immer eigentlich.

    Trotzdem habe ich jetzt schon wieder Angst, wenn er nach Hause kommt. Angeblich will er sich ja heute und morgen Wohnungen anschauen. Hoffentlich tut er das auch.

    Aber mir ist auch klar, dass ich so eine Situation wie gestern nicht mehr lange aushalte.
    Ich weiß nur nicht, wann ich mal mit ihm vernünftig reden kann.

    Auf jeden Fall habe ich schon mal geschaut, wo ich ein günstiges Hotel finden kann.

    Falls er weiterhin trinkt und dann so schlecht drauf ist, werde ich wohl auch unseren Vermieter anrufen müssen. Wir müssen unbedingt eine Lösung finden, was die gemeinsame Wohnung angeht.
    Ich habe wirklich Angst, dass er irgendwann total ausrastet.

    Ich finde das alles so schrecklich. Er kann doch jetzt tun und lassen, was er will, trinken oder nicht. Ich mache ihm keine Vorschriften mehr, aber anscheinend will er das auch nicht.

    Aber in mir ist alles so tot, was ihn betrifft. Und eigentlich ist das gut so.

    Gerade der gestrige Abend hat mir wieder vor Augen geführt, was der Alkohol aus einem Menschen machen kann. Und wie hilflos wir als Frauen dann den Aggressionen des Partners ausgeliefert sind.

  • Eben kam er von der Arbeit. Ich habe gleich gesehehen, dass er nüchtern war. Welch eine Veränderung !

    Er war auch sehr freundlich, ging gleich ins Bad zum Duschen.
    Dann meinte er müsse noch einmal weg und hat sich verabschiedet.

    Ich bin so froh. Hoffentlich findet er jetzt auch eine Wohnung. Morgen hat er ja noch einen Termin. Hatte schon wieder Angst, dass er angetrunken ist und dann den Termin nicht wahrnimmt. Oder ihm keiner in diesem Zustand eine Wohnung gibt.

    Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass er bis heute abend nichts trinkt. Vielleicht können wir dann doch in Ruhe miteinader reden.

    Ihr könnt mir schon mal die Daumen drücken!

    Heute morgen hatte ich auch zufällig seinen Vater getroffen. War mit dem Rad unterwegs, weil ich dieses zur Inspektion gebracht habe.
    Er sagte mir, dass er schon lange nichts mehr von seinem Sohn gehört und gesehen habe. Dann haben wir uns lange unterhalten und er erzählte mir, dass er ihm wohl das letzte Mal zu deutlich seine Meinung gesagt habe und er deshalb nicht zu ihm geht.

    Eben habe ich noch seinen besten Freund angerufen (ebenfalls ein Alki; ich hatte ja schon berichtet). Auch er hatte schon länger keinen Kontakt mit ihm, wusste zwar, dass er mal eine Wohnung gesucht hätte, aber das hätte sich doch wieder bei uns einreguliert. Auch wir haben längere Zeit gesprochen. Er war schon ziemlich schockiert und will sich mit XY in Verbindung setzen. Aber natürlich erzählt er ihm nicht, dass er mit mir gesprochen hat.

    Ich habe ihn vor allen Dingen gebeten, auf XY einzuwirken, dass er nicht betrunken mit dem Auto fährt. Das fand er auch besonders schlimm, zumal er ja selbst fast 2 Jahre ohne Führerschein war. Damals war es Rest-Alkohol, morgens früh um 6:00 Uhr auf dem Weg zu seiner Firma mit, 1,7 Promille.
    Da er selbständig ist, hat ihn das sehr viel Geld gekostet. Er musste sich zusätzlich noch einen Chaffeur leisten, damit er sein Geschäft weiterführen konnte.
    Als ihn durch meinen Freund kennenlernte, war gerade trocken. Das hat dann ca. 5 Jahre gedauert. Danach hat er wieder angefangen zu trinken und tut es auch heute noch mit Überzeugung. Er ist alleinstehend, möchte keine Beziehung und verlebt so sein Geld. Insofern denke ich immer, er muss selbst wissen, was er tut.

    Außerdem fährt er nie Auto, wenn er getrunken hat. Die Sache mit dem Restalkohol hat ihn ganz schön nachdenklich gemacht. So fährt er jetzt auch ab und zu dem Taxi in die Firma , wenn er nachts länger unterwegs war.

    Mir tut es schon manchmal ganz schön leid um ihn, weil er sonst ein ganz liebenswerter Mensch ist. Aber haben wir das Recht, einen solchen Menschen trocken zu legen oder auch auf ihn einzuwirken ?

  • Liebe Antilope,

    das tut mir sehr leid. Aber ich würde genau aufpassen, ob Er wirklich sich nach einer anderen Wohng. umsieht.
    Ansonsten geh Du.
    Ich habe das Theater auch einige Wochen durch gemacht.
    Meine wurde zwar nicht agressiv, aber depressiv und das zog mich und die Kinder auch runter.
    Er hatte nur gewartet, ob sich der Wind wieder legt, wollte abwarten, ob ich mich wieder beruhige.
    Mach dem schnell ein Ende, und wenn es bedeutet, dass Du gehst.

    Liebe Grüße,
    nici :wink:

  • Nici, ich hoffe ja so sehr, dass er eine Wohnung findet. Denn ich möchte so gerne hier in dieser tollen Wohnung und auch der Umgegend wohnen bleiben.
    Er kann ja die Miete doch nicht bezahlen. Er hat mir ja auch schon gesagt, wenn ich ausziehen würde, dann würde er in der Wohnung bleiben, aber trotzdem nur die Hälfte der Miete bezahlen. Das wäre ihm dann gerade mal egal, soll der Vermieter erst einmal bei ihm einklagen. Das heißt dann auch, dass ich die Differenz bezahlen muss.

    Ich wäre froh, wenn wir uns da einigen können und versuche erst einmal alles in Ruhe in Frieden mit ihm zu klären.

    Außüerdem will sein Freund, der ja sehr gute Beziehungen hat, mal sehen, ob er etwas in Sachen Wohnung tun kann.
    Ich verstehe nur nicht, warum XY ihn nicht danach gefragt hat.

  • liebe antilope,

    als es damals bei mir so schlimm und auch aggressiv wurde habe ich dann endlich gehandelt gehabt. ich selbst schmiss ihn raus, da er schliesslich die hand erhob um mich zu schlagen. hier konnte ich keine rücksicht auf ihn nehmen, musste mich schützen, ich weiss, weil ichs am eigenen leib habe erfahren müssen was du gerade durchmachst. ich kenne die angst vor dem suff, vor der gewaltbereitschaft die dann durch den alkohol entsteht und das grenzenlose das dann passieren wir, sobald der erste schlag getan war.

    jetzt erst, jahre später kamen dann die angst und die panikattacken hoch, viele jahre später nachdem das geschah, weil ichs erfolgreich verdrängen konnte. das war für mich das schlimmste überhaupt, mich so zu erleben, 8 jahre nach der trennung. klar war der auslöser ein anderer, doch die angst die ich bekahm war die angst von früher gewesen. nur mittels der therapie kapierte ich langsam was ich mich angetan habe.

    ich handelte damals unüberlegt, packte den koffer vor ihm, drückte ihn in die hand, deutete auf die haustür und verlangte den haustürschlüssel von ihm. mit den worten"befor wir vollkommen den respekt voreinander verlieren und es schrecklich endet gehst du besser" er tat es, zog zu freunden aus und sorgte sich endlich um eine eigene wohnung. nur so konnte es hier gehen, anderst wäre er nie gegangen. versprechungen, hinhalten, alles taktik, solange er noch reinkommt in die wohnung unternimmt er warscheinlich nicht viel um sich was neues zu suchen. selbst wenn er dann besoffen und vollkommen ungepflegt vor dem wohnungseigentümer steht um hinterher berichten zu können DER hat ihn nicht genommen.alles erfahrungswerte. lass dich nicht blenden, werde du aktiv, selbst wenn du dir deine sachen zusammen packst und dir ne bleibe suchst. hauptsache du erlebst ihn nicht mehr so, wie du beschrieben hast, denn das kann ganz schnell unschön werden.

    lieben gruß melanie

  • Ja Melanie,

    ich habe das ja alles auch schon mal erlebt. Hatte dadurch jahrelange Schlafstörungen.

    Ich habe mich auch schon im Internet auf die Suche gemacht und eine Pension in der Nähe gefunden, wo ich erst einmal unterkommen könnte.

    Ich bin auf jeden Fall vorsichtig und rechne mit allen möglichen Ausfällen von seiner Seite.

    Nachher gehe ich in meine Gymnastikgruppe und werde ihn vorher anrufen, um ihn zu informieren, falls er bis dahin noch nicht zurückgekommen ist. Da merke ich auch gleich, wie er drauf ist.

    Leider hat mein XY keine Freunde, außer diesem einem, wo er unterkommen kann. Er war schon immer ein Einzelgänger. "Freunde" braucht er nur zum Trinken.

  • Liebe Antilope,
    es ist gut- dass Du für Dich eine Rückzugmöglichkeit gefunden hast und vorübergehend notfalls in eine Pension ziehen kannst.
    Ich habe eine Zeitlang auch den Beteuerungen meines xy geglaubt, dass er mir nichts tun würde und zuletzt ist es wirklich haarscharf an mir vorbeigegangen und aus der verbalen wäre beinahe körperliche Gewalt geworden. Ich hab einfach gemerkt, dass die Hemmschwelle sinkt...
    Eure/ Deine derzeitige Wohnung - ist es Deine? Steht er mit im Vertrag?
    Weiß nicht mehr, ob Du darüber mal geschrieben hattest.
    Ist er denn wirklich auf der Suche nach einer eigenen Bleibe?
    Er schien ja nach Eurem anfänglichen Gespräch sehr motiviert..nicht, dass es aus Trotz oder Suff im Sande verläuft - nur um Dich zu quälen.....
    Ich wünsche Dir viel Kraft, Mut, Energie und Stärke!!!
    Hanna

  • liebe antilope,

    mancheml frage ich mich, warum tut man sich sowas an. direkt die frage an dich: warum tust du dir das so an?

    anrufen, schauen wie er drauf ist.das sind kontrollverhalten vom feinsten. alles unter kontrolle haben wollen, sich sicher fühlen durch einen anruf. kannst du dir denn da wirklich sicher sein? das hört sich nur noch verzweifelt an, ein verzweifelter versuch sich noch irgendwie retten zu können. das geht aber nicht. ich würde an deiner stelle heute den koffer packen, pension anrufen, einchaken und von dort dann eine wohnung suchen. inzwischen. ich würde MIR ZULIEBE nicht einen einzigen tag von meinem leben sowas aushalten. dazu bin ich mir HEUTE zum glück so viel wert.

    weisst du, kein mensch muss sich selbst so verletzen wie du. es ist so wichtig das du erkennst, das das was du machst, das aushalten, das kontrollieren, das ganze drum rum mit reden wollen ein sich selbst verletzendes verhalten ist. kannst du das auch so wahrnehmen? ich weiss du schreibst ja auch schon lange hier. wie weit bist du denn gekommen, BEI SICH BLEIBEN ist hier doch in jedem einzelnen tread zu lesen.ich denke auch cos brauchen einen tiefpunkt um sich lösen zu können.

    ich war damals am tiefunkt als der erste schlag in die bauchgegend, dann ins gesicht kahm. ich war mir damals wirklich nichts mehr wert. aber da, in dem moment wurde etwas in mir ausgelöst, da spürte ich wieder mein selbstwert. dann konnte ich handeln. ich hoffe und wünsche dir, das du so einen tiefpunkt nicht brauchst um dich lösen zu können! das wünsch ich jedem hier vom ganzen herzen!

    lieben gruß melanie

  • hallo antilope,
    ich mag dir kurz mal erzählen wie ich in meiner beziehung drauf war, wenn ich besoffen war.

    damals spielte ich noch aktiv fußball und war mit meiner großen liebe zusammen.
    wir hatten 2xdie woche training (danach hab ich mit der mannschaft bier getrunken), donnerstags haben wir uns mit der clique getroffen (bier getrunken), freitags und samstags waren wir immer auf irgendwelchen geburtstagen oder feiern (viel bier getrunken) und sonntags war fußballspiel (danach viel bier getrunken)...

    sie hat das sage und schreibe 5 jahre mitgemacht , aber es war schon damals klar dass ich ein ernsthaftes alkoholproblem habe.
    sie hat mich immer wieder darauf angesprochen und dann hab ich für ein paar tage nichts getrunken, danach ging es weiter mit saufen, weil ja alles wieder gut war in unserer beziehung.

    irgendwann hat sie dann den schlußstrich gezogen und sich von mir getrennt.
    das gab viel geheule auf beiden seiten und wir sind danach auch nochmal für ein halbes jahr zusammen gekommen.
    aber ich hatte mich nicht geändert und sah auch keinen grund dazu.
    ich hab meine freundin nie geschlagen, aber mit vielen bösen harten worten immer wieder verletzt.
    letztendlich hat sie den schlußstrich gezogen und es war vorbei.

    mittlerweile weiß ich, dass es das beste war, was sie machen konnte um sich selbst zu schützen und nicht selbst kaputt zu gehen.

    was ich sagen will:
    solange ich das gefühl hatte, dass alles in ordnung war mit unserer beziehung hab ich gesoffen, ohne rücksicht auf die gefühle meiner partnerin.
    und sie musste für sich die reißleine ziehen.

    ch bin danach ziemlich abgedriftet und hab noch mehr gesoffen (kummer, weltschmerz, keiner versteht mich, alle anderen sind schuld).
    mein leben hab ich auch dem alkohol untergeordnet, bin näher an die arbeit gezogen, damit ich abends saufen konnte und morgens nicht fahren musste, hab meine freunde alle im stich gelassen und mich glücklich mit dem alkohol arrangiert.

    aber sie hat es richtig gemacht.
    sie hat mittlerweile 2 kinder, ein haus, ist glücklich verheiratet und man sieht ihr die lebensfreude an (ganz selten seh ich sie mal beim einkaufen)

    fazit:
    das fazit musst du für deine situation selbst finden.
    meine meinung ist aber: lass ihn nicht mehr in deine wohung und in dein leben. entweder er sieht es ein, dass er die fehler macht oder er sieht es nicht ein. das kann aber nicht dein problem sein.
    denk an dich und was du dir wert bist.

    lg
    dirk

    --------
    seit dem 05.11.2023 trocken

  • Hallo clubchef,
    danke, dass Du eine / Deine Beziehung aus Deiner Sicht geschildert hast.
    Auch wenn mein XY dies so für sich noch gar nicht formulieren kann, würde er doch wahrscheinlich genau so antworten.
    Was Du Antilope geschrieben hast, hilft auch mir wieder weiter und ich erkenne so einiges.
    Ich habe den Schritt zur Trennung nun vollzogen, weil ich auch erkannt habe, dass es keine wirkliche Veränderung gab, solange ich bei ihm blieb. Immer wenn es kritisch wurde, hat er für wenige Tage oder Wochen "kontrolliert" getrunken, um dann wieder abzudriften.
    Du, ich wünsche Dir alles alles Gute und viel Kraft und positive Stunden.
    Hanna

  • Hallo clubchef,

    auch ich bedanke mich für Deinen Beitrag.
    Vor allen Dingen dafür, dass ein Betroffener sich selbst so offen darstellt. Das ist für mich sehr hilfreich und hilft mir dabei, meinen Blickwinkel weiter zu stellen. Und ich bin ganz sicher, ganz vielen Co's hier im Forum.

    Ich habe wieder die vielen Paralleln entdeckt und auch wieder einmal - wenn auch schmerzlich - erfahren müssen, dass ich selbst gar nichts aber auch gar nichts tun kann.
    Das macht mich wieder traurig, weil ich immer noch dazu neige, die Schuld für sein Trinken auch bei mir zu suchen. Auch, wenn er schon getrunken hat, bevor er mich überhaupt kanne. Das ist so schwer aus meinem Kopf zu bekommen.

    Leider ist es nicht meine Wohnung sondern unsere gemeinsame. Daher muss ich mich entweder damit abfinden, dass er dort wohnen bleibt, bis er endlich eine neue Bleibe gefunden hat, oder ich muss selbst ausziehen.
    Dazu bin ich aber noch nicht so ganz bereit, merke aber, dass ich immer mehr dazu tendiere, denn meine Kraftreserven gehen so langsam zur Neige.

    Vielleicht begreift XY irgendwann einmal, dass er vieles anders machen müsste und lebt ein neues und zufriedenes Leben. Aber ich so wie ich ihn jetzt kenne, dauert das noch eine ganze Weile, wenn überhaupt.

    Ich habe in Deinen Beiträgen gelesen und finde es ganz super, wie doch letzendlich mit Deinem Problem umgegangen bist und vor allen Dingen, dass Du heute noch trocken bist.
    Dafür freue ich mich für Dich und Deine Familie.

    Weiterhin alles Gute

  • Hallo clubchef,

    eine Frage beschäftigt mich schon die ganze Zeit:

    Warum macht XY Entgiftung, eine ambulante Therapie, geht schon seit vielen Jahren regelmäßig in eine SHG, wenn er doch weiter trinkt ?
    Das verstehe ich einfach nicht.

    Hast Du dazu eine Meinung ?

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