"Nur" einer von vier Grundtypen?

  • Hallo Alex,

    schön das es dich gibt.
    :D
    Dein Beitrag ist sehr interessant und der Link für die pdf genial.

    Damit hilfst du mir wieder ein großes Stück weiter.
    Hier im Forum habe ich viel von anderen gelesen und habe auch schlimme Zeiten als Coabhängige mitgemacht.

    Doch so wie ein Alkoholiker seine Krankheit annehmen soll musste ich das auch lernen.
    Ich habe mich rauf und runter mit dem allen beschäftigt und lerne nicht aus.
    Alles hat seine Ursache. Und der Held zu Hause war mein Mann.
    Denn es ging schon in den Kindesbeinen los. Boah ich könnte ausholen und jeden Elternteil derart.....
    Was nützt das heute noch. Der betroffene ist mein Mann. Er nimmt seine Krankheit an und bemüht sich. Niemals würde er zugeben das es schon damals los ging.
    Nun umso mehr ich lese über die Sucht umso mehr lerne ich dazu.

    Nochmal danke und ganz liebe Grüße

    e-luise

  • Hallo Alex
    Ich bin ein EKA und Co. Für mich war es wichtig, mich so zu nehmen wie ich bin. Das heisst, nicht nur meine Gene und das alles was angeboren ist machen mich aus, aber auch das, was ich auf MEINEM Weg mitgenommen habe.
    Das bin ich nun und damit bin ich auch einzigartig.
    Das üble, was ich als EKA mitgenommen habe, habe ich 20 Jahre als Co ausgelebt. Und ich fühlte mich schlecht. Deswegen fing ich an, das was mich störte aufzuarbeiten. Ich habe Psychotherapie gemacht, hat mir sehr geholfen, ich lese Bücher zu dem Thema, bin hier im Forum. Ich versuche das alles was mich, meiner Meinung nach, am glücklichen Leben hindert, abzuschütteln.
    Meine Beziehung war katastrophe. Und das war so typisch EKA und Co. Dieses klammern, alles recht machen wollen, um die Liebe zu verdienen. Mich selbst vergessen, all das was ich in der Kindheit gelernt habe, habe ich in dieser Beziehung fortgeführt.
    Ich habe jetzt seit über zwei Jahren eine Beziehung, die so ganz anders ist...wow, ich wüsste gar nicht das Liebe so schön und FREI sein könnte.

    Fazit: Mein Rat wäre, versuch Deine Vergangenheit aufzuarbeiten, hol Dir Hilfe, es lohnt sich, es wäre höchste Zeit, dass Di endlich glücklich und zufrieden leben kannst.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Alex,

    Mein Mann... ich würde sagen beides. Er ist sicher Alkoholiker.
    Das EKA... nun ja, ich weiß dass er in seiner Kindheit hübsch was erlebt hat.

    Durch das einlesen in die verschiedenen Problematiken habe ich gut dazu gelernt.
    Meine Co habe ich mit Schock erkannt.

    Sicher helfe ich, wenn er das möchte, doch dazu musste ich erst mal sehr viel lesen und verstehen lernen.

    Ich will dennoch nicht seinen Psychiater spielen, denn das was man in seiner Kindheit verbockt hat, werde ich nicht aufarbeiten.

    Hilfestellung ja die kann er haben!
    Manipulieren lasse ich mich aber nicht mehr!
    Früher, gab ich die Schuld wenn er betrudelt heim kam seiner Familie,
    weil er dort sein Freigetränk bekam.
    Pah weit gefehlt!

    Der Hintergrund ist nicht das Getränk,
    sondern das Negative, das dort statt findet.

    Die Vergangenheit und das Verhalten dieser Menschen holen ihn dann wieder ein.
    Und Logo ein Flaschi gibts dann auch dazu..

    :lol::roll::roll:

    Ich habe viel von den anderen gelesen die es weit schlimmer als mich erwischt hat. Es tut mir auch sehr leid für alle.
    Nur ich bin ein Stehaufweiberl .......... umhauen kannst mich........ aber nicht lange :lol:

    Die Beiträge der Betroffenen haben mir geholfen und feststellen lassen, dass es anderen, über lange Jahre viel, viel schlimmer ergangen ist.
    Mein Mann kann ein wunderbarer Mensch sein. Ich liebe ihn auch noch doch mein Leben lasse ich mir nicht schwer machen.

    Wie geht es dir denn jetzt? Was hast du getan um deine Vergangenheit zu verarbeiten?

    GlG
    e-luise

  • Hallo Alex,

    wenn du dir den oben angepinnten Thread 'Merkmale für ein EK' durchliest, dann finden sich Dutzende weitere Eigenschaften.

    Wir sind als EK's ja aber mehr als die Summe dieser Eigenschaften!

    Es gibt etwas zutiefst menschliches, einen Kern in jedem von uns, das ist meine Überzeugung.

    Ich habe mich einmal mit dem Bild einer Hainbuche beschrieben. Eine Hainbuche ist eine unscheinbare Heckenpflanze. Sie wächst rund um Gärten, an Straßenrändern und Einfahrten. Man schneidet sie jedes Jahr in Form, ab und zu kommt mal Streusalz an ihre Wurzeln oder ein Auto fährt rein und reißt ihr die Rinde auf. Die Hainbuche wächst einfach weiter. So geht das jahrelang.

    Wann immer aber das Eingreifen des Menschen aufhört, wächst die Hainbuche durch zu einem stattlichen lichten freundlichen Baum, der sogar blüht und Früchte trägt. Der Stamm mag voller Narben sein und die Äste vielfach beschnitten. Das ist nicht wichtig.

    In uns ist die Information für's Ganze. Und wie immer die Beschränkungen oder Einflußnahmen waren, wir können wachsen.

    Du merkst, ich habe es mit Bäumen... :lol:

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Alex
    Schön dass Du hilfe annehmst.
    Ich sehe das erlebte so...nur, oder vor allem die schlimmen Dinge die uns passieren lassen uns wachsen und sich weiter entwickeln.
    In unserem Leben erleben wir immer wieder traurige Dinge, echte Katastrophen, Schmerz, Wut und genau das macht uns aus.
    Alle Menschen werden durch schlimme Erlebnisse geprägt, die Frage ist...was machen wir daraus?

    Du bist nicht "künstlich" Du bist so wie Du bist weil Du so gelebt hast. Klar, hättest Du eine andere Kindheit gehabt wärst Du anders, aber wärst Du dann besser? Glaub'ich kaum.

    Ich habe aus derm EKA viele positive Sachen auch mitgenommen, auch aus meinem ADS.
    Das ist das wichtigste in meinen Augen, auch aus negativen Sachen was positives herausholen.
    Ich bin Nett, lebensbejahend, einfühlsam, verantwortungsbewusst, hilfsbereit - wäre ich nicht EKA hätte ich vielleicht diese Eigenschaften nicht so ausgeprägt wie heute.
    Ich sehe es wie z.B meine Narben, die sind auch nicht schön anzuschauen, aber die erzählen meine persönliche Geschichte.

    Du bist über 40, so wie ich. Und vielleicht spielt das eine Rolle. Die berühmte Midlive crisis. Wie man es auch nennen mag, für mich ist es auch was positives. Man ist in der Mitte des Lebens angekommen, kann sich das leben hinter sich anschauen und entscheiden, war es gut? will ich weiter so Leben? oder will ich doch was ändern?
    das beste ist, es kommt in der Zeit, wo wir noch was ändern können, wir konnen uns für die zweite Lebenshälfte für ein anderes Leben entscheiden.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • hallo,

    für mich habe ich das so gesehen:

    alles was hilft, mich selber besser zu verstehen und einzuordnen, ist ok.
    über meine kindheit musste ich nicht viel lesen, die hab ich auch so als
    mies empfunden. war nur oft erstaunt, wie anders es haette sein koennen.

    fuer mich war es sinnvoll dies einmal im rahmen der langzeittherapie zu durchleben und durchzusprechen und dann (hoffentlich) auch abzuhaken.
    mit meinen eltern ueber ihre gedanken und gefuehle waehrend meiner kindheit zu reden, ist sinnlos - weil sie es weder wuenschen noch dazu in der lage waeren.
    meine gefuehle und gedanken waehrend meiner kindheit haben erst recht nicht interessiert.

    juergen

  • Hallo Alex,

    ich finde es echt klasse das du dich mit deiner Vergangenheit auseinander setzt und versuchst die entstandenen Probleme aufzuarbeiten.
    Was deine Freunde dir da raten finde ich vollkommenen Quatsch.
    Jeder Mensch verarbeitet vergangenes anders.

    Meine Kindheit war auch nicht mit Glück besudelt. Aber ich hatte einen wunderbaren Großvater der mir bis zu seinem Tod die Hand reichte.
    Gott sei Dank hatte ich diesen Menschen. Mit seinem Ableben kam ich nicht zurecht. Das habe ich auch nicht verarbeitet.
    Doch was ich an Liebe und Verständnis bekam erhielt ich von ihm. Die Liebe zur Natur und Tier. Vor allem zum Tier!
    Der Rest der Familie......... na ja.... einen verbohrten Vater der meine Mutter nach Strich und Faden betrog und gerne mal einen hob.
    Mein Onkel der sowieso nur zu gerne das Fläschchen bei sich hatte.... usw.
    Meine Mutter kam aus ihrer Co nicht heraus und starb auch sehr früh.
    Noch dazu war ich ja ein passiertes Kind und hatte (habe) noch eine Schwester zu der ich heute keinen Kontakt mehr habe.

    Tja... war auch alles nicht mit Gold geebnet. Aber ich bin geprägt mit Tierliebe und die kann mir niemand mehr nehmen.
    Kein Tier hat mich je so ge- und enttäuscht wie der Mensch!

    Hilfe im Forum, irgendwie schon.. weil du dich austauschen kannst mit anderen. Aber es ist wohl auch zur Selbsthilfe gedacht.

    Die Ratschläge sind auch gut gemeint doch so schlecht geht es mir nicht mehr. Ich bin doch wach geworden.

    Wie ist das bei dir hast du jemand im engen Kreis der dir beisteht, wenn du jemand zum Reden brauchst?
    Ich habe eine gute Freundin mit der telefoniere ich ein paar mal täglich.

    LG
    e-luise

  • Hallo Alex,

    herzlich Willkommen hier. Du wirst feststellen, auch wenn wir alle die gleichen EKA-Merkmale haben und in gleichlautenden Mustern gefangen waren, ist doch jede/r für sich einzigartig :wink:

    Was mir - und bestimmt auch vielen anderen hier- geholfen hat, ist, die Muster zu erkennen, die uns in der Kindheit geprägt haben und die Programme zu erkennen, nach denen wir funktionieren. Und genau dann können wir etwas für uns ändern! Ich halte die Aufarbeitung der Kindheit in dem Maße, wie es jeder einzelne verträgt, für sehr wichtig. Denn nur so konnte ich loslassen, mich befreien und nicht mehr in die alten Schuldgefühle zurückfallen (zumindest nehme ich mir das immer vor :wink: ).

    Gruß
    Mada

    Habe Mut, Dich Deines Vestandes zu bedienen. I. Kant

  • Hallo Alex,

    nun wie ist das?
    Ich kann mir vorstellen, dass es in der kennenlernphase nicht geeignet ist das anzusprechen.
    Bei mir war es so das ich wohl einiges wusste, doch allerdings nur von anderen Leuten und das war für mich dann nur Hören Sagen.
    Das er so ist wie er ist, konnte ich im Laufe der Zeit feststellen und dennoch blieb ich. Puh bestimmt nicht einfach das kann ich dir sagen.
    Denn ich liebte ihn ja und hoffte.
    Es kommt auch auf die Person an mit der du eine Beziehung eingehst.
    Wie viel ist diejenige denn bereit in dich zu investieren?
    Ist die Liebe stark genug?

    Ich habe vieles versucht und stand gehalten doch heute ist es nicht mehr mein Part irgendetwas aufzufangen.
    Ändern kann ich nichts. Absolut nichts!

    Also ich würde sagen wenn du den richtigen Partner gefunden hast und etwas verändern möchtest. Gib du deiner zweiten Hälfte auch die Chance dich zu verstehen und dir dabei zu helfen.
    Voraussetzung ist Vertrauen und das wird durch bedingungslose Ehrlichkeit gestärkt.

    LG
    e-luise

  • Hallo Alex,

    ich würde Dir empfehlen, erst mal mit Dir selber ins Reine zu kommen. Danach kannst Du über eine neue Beziehung nachdenken.

    Von "Problemmännern" habe ich für meinen Teil die Nase gestrichen voll. So ähnlich wird es anderen Frauen in meinem Alter auch gehen.

    Die Partnerin / der Partner ist nicht zuständig, um die Probleme des anderen zu lindern oder zu lösen.

    Lieben Gruss,
    Heidi

  • Hallo Alex

    ich verstehe Dich sehr gut. Ich bin mit trinkenden Eltern aufgewachsen und dann zu meinem trinkenden Mann gezogen. Diese krankhafte Beziehungen Kind/Eltern, Frau/Mann haben 40 Jahre gedauert. Klar habe ich Muster in mir verankert, die schwer zu durchbrechen sind.
    Ich habe einerseits für mich viel daran gearbeitet, diese Muster zu durchschauen und abzustellen. Es gelingt mir auch immer besser, aber was die Beziehung angeht, gilt bei mir Learning by Doing.
    z.B. mein Zwang alles unter Kontrolle zu haben, ich verstehe vorher es kommt und wie es funktioniert, aber ich muss es auch üben die Kontrolle sein zu lassen. verstehen alleine reicht nicht, es muss in mir verankert sein, ich muss es fühlen.
    Ich habe eine neue Beziehung, seit über 2 Jahren, ich habe von Anfang an gesagt was mit mir los ist.
    Ich habe auch gesagt dass ich Angst habe, dass ich was durch mein Verhalten kaputt mache, aber dass ich es erst lernen und üben muss, wie es ist eine NORMALE Beziehung zu haben.

    ich habe Glück, mein Partner versteht es und er hilft mir wo er nur kann.

    Was ich Dir raten würde, Du solltest auf jeden Fall ehrlich sagen was los ist. Nur so hat die Beziehung eine Chance. Bist Du der Frau wichtig, wird sie es verstehen, wenn nicht war sie nicht die richtige.

    Ich wünsche Dir alles Gute
    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Alex,

    OK - das sind natürlich andere Ausgangsvoraussetzungen und Randbedingungen, die ich nicht kannte (oder überlesen habe).

    Ich würde Dir auch empfehlen, sie an Deinem Prozess teilhaben zu lassen und unbedingt ehrlich zu sein.

    Aber schau nicht nur nach hinten, sondern geniesse auch den Augenblick und schaue freudig nach vorne.

    ... und red Dir um Himmels willen nicht ein, dass Du nicht fähig bist, eine vernünftige Beziehung zu führen .. ;)

    Viel Erfolg und gutes Gelingen,
    Heidi

    P.S.: Meine "Neuerwerbungen" müssen da auch durch .. meine Familiengeschichte hat es auch in sich.

  • Hallo Alex,

    ich schließe mich ganz der Meinung von Grazia an.
    Ich wünsch dir das du dabei die richtige gefunden hast.

    LG
    e-luise

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