Freund nach schwerer Krankheit jetzt trocken- ich in Sorge

  • Hallo,

    in der Hoffnung ein paar Anregungen zu erhalten, möchte ich hier kurz meine Geschichte hier schildern: Mein Freund hatte schon vor Jahren, als ich ihn kennenlernte, Alkoholprobleme, er war Spiegeltrinker.

    - edit, bitte nicht solche Details über die Angehörigen ins Internet schreiben, danke, Linde -

    So, nun zu mir: Ich stehe irgendwie immer noch ein bißchen unter Schock. Diese lebensgefährliche Erkankung meines Freundes, so plötzlich aus heiterem Himmel, die Ängste um meinen Schatz, auch jetzt noch die Bedenken vor jeder weiteren ärztlichen Untersuchung, dann das Wunder, daß mein Freund jetzt trocken ist, die Sorgen, ob er es auch bleiben wird...irgendwie hat mich das alles überrollt und ich komme nicht ganz mit.

    Alles ist plötzlich so anders und ich habe auch ein bißchen das Gefühl, daß die Verantwortung mich erdrückt. Denn man muß jetzt auf alles achten, auch auf die Ernährung. Der Tod ist jetzt plötzlich so nahe gerückt. Mir macht das Angst.
    Ich habe auch keine Kraft und Lust dazu, als Krankenschwester zu fungieren. Sehe aber andererseits auch, wie rasch mein Freund wieder zu Kräften gekommen ist und wie er im Moment sehr viel Verantwortung für seine Trockenheit und auch für seine Gesundheitsfürsorge übernimmt.

    Hoffe so sehr, daß das so bleiben wird. Ich war bereits einmal an einem Abend in einer Angehörigengruppe der AA`s, was mir sehr gut getan hat und ich werde auch diese Woche wieder hingehen.

    Trotzdem würde ich mich auch gerne hier mit Leuten austauschen, die vielleicht Ähnliches erlebt haben und mir eventuell ein paar Anregungen zur Stärkung und Unterstützung für mich und meinen Partner geben könnten.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    ____________________________
    Hinweise zum edit.

  • Hallo Leonia,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Für deinen Erfahrungsaustausch hier ist es nicht notwendig, daß du detailliert über deinen Freund schreibst. Man meinst das immer nur, daß das so ist. Aber der Fokus liegt ja auf dem EIGENEN Empfinden und Handeln. :)

    Du hast ja schon einiges für dich unternommen, daß du dich gut abgrenzen kannst jetzt. Wie du schon sagst, du bist nicht verantwortlich und schon gar nicht Krankenschwester.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch mit den anderen Angehörigen.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Linde,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke trotzdem, daß es, um angemessene Antworten erhalten zu können, unerlässlich ist, ein paar Infos zu geben.

    Also nochmal in Kurzform: Mein Freund hat nach einer lebensgefährlichen Erkrankung auf Anraten der Ärzte hin eine Entgiftung gemacht. Er ist nun, zwei Wochen nach der Entgiftung, weiterhin trocken und auch motiviert, es zu bleiben, er besucht eine Selbsthilfegruppe.

    Ich bin geplättet, wie toll er das durchzieht. Kämpfe aber trotzdem ab und zu mit meinem eigenem Mißtrauen.

    Nach wie vor tue ich viel für mich, habe das immer getan. Besuche Freunde, spreche auch relativ offen mit ihnen und gehe darüber hinaus meinen Hobbies entweder alleine oder auch in Begleitung meines Freundes nach.

    Trotzdem ist da oft so ein Gefühl von Sorge, weil`s halt so plötzlich um Leben und Tod ging und sich das auch wiederholen könnte.

    Diese Sorglosigkeit, Leichtigkeit von früher, die ich in Bezug auf unsere Beziehung hatte, die ist jetzt weg, der trauere ich fast ein bißchen nach.

    Herzliche Grüße
    Leonia

  • Hallo Leonia,

    nun ich bin denke ich mal in einer ähnlichen Situation wie du. Und doch
    kann anders damit umgehen, weil seine Diagnose für mich längst kein Überraschungseffekt mehr wahr.

    Für ihn war es wie ein Aufwachen aus dem Dornröschenschlaf, aber ich wußte irgendwie schon lange, dass sowas passsieren kann und war
    darauf vorbereitet.

    Ich vermute mal, dass du auch schon lange vorher gewußt hast, dass sein Trinkverhalten und seine Stimmungen sehr ungesund sind und hast
    dich aber trotzdem dem untergeordnet.

    Denn so eine Krankheit kommt ja nicht von heute auf morgen.
    Warum also bist du nicht früher gegangen?

    Das soll jetzt absolut kein Vorwurf sein, sondern dich nur ermutigen, über deine Beweggründe nachzudenken. Dann kannst du vielleicht besser mit der Ist-Situation umgehen.


    Zitat

    Ich bin geplättet, wie toll er das durchzieht. Kämpfe aber trotzdem ab und zu mit meinem eigenem Mißtrauen.

    Trotzdem ist da oft so ein Gefühl von Sorge, weil`s halt so plötzlich um Leben und Tod ging und sich das auch wiederholen könnte.

    Diese Sorglosigkeit, Leichtigkeit von früher, die ich in Bezug auf unsere Beziehung hatte, die ist jetzt weg,


    Sage mir Leonia, was war denn wirklich vorher schöner?
    Versuchst du da eigentlich nicht viel zu viel zu verdrängen?

    Wohl oder übel wirst du anerkennen müssen was ist und dir die
    Frage stellen müssen, ob du noch so leben willst.


    Mir ist sehr bewusst, mein Mann wird trotz aller seiner Heilungstendenzen, eben nie mehr so wie früher sein. Nur verbindet
    uns immer noch mehr als die Krankheit, daher komme ich mit den Defiziten zurecht.
    Ich lebe abseits der Partnerschaft zudem noch ein anderes Dasein, habe meine Wohnung und genug Freiraum, doch das auch nicht unbedingt empfehlenswert ist.


    Ich wünsche Dir neue, heilsame Schritte und einen guten Erfahrungsaustausch im Forum, der neue Kraft gibt!


    Lieben Gruß Emma

  • Hallo Emma,

    vielen herzlichen Dank für Deine Antwort. Habe in Deinen strängen mal ein bißchen quer gelesen, bin aber auf die Schnelle nicht ganz durchgestiegen. Habe ich richtig verstanden, daß Du von Dich von Deinem alkoholabhängigen Mann getrennt hattest und nun wieder, in getrennten Wohnungen, zusammen bist? Dein Mann ist nun anscheinend trocken, darf ich Dich fragen, wie lange schon?

    Zitat

    Denn so eine Krankheit kommt ja nicht von heute auf morgen.
    Warum also bist du nicht früher gegangen?

    Die Krankheit meines Partners kam tatsächlich ohne Vorankündigung, und sehr überraschend für mich. Denn mein Partner ist jahrelang vorher nicht einen einzigen Tag krank gewesen und ist dann plötzlich mit lebensbedrohlichen Symptomen zusammengebrochen.

    Trennung war während der ganzen Zeit der Beziehung kein Thema für mich. Denn erstens bin ich erst einige Jahre mit meinem Partner zusammen und zweitens verhielt sich als Spiegeltrinker relativ unauffällig und für mich einschätzbar.

    Zitat

    Sage mir Leonia, was war denn wirklich vorher schöner?
    Versuchst du da eigentlich nicht viel zu viel zu verdrängen?

    Vorher mußte ich keine Angst um sein Leben haben, das war der Unterschied. :)

    Aber klar ist diese neue Situation auch eine riesengroße Chance für meinen Freund, trocken zu leben, die er vorher zwar auch hatte, aber einfach nicht ergreifen konnte.

    Für mich geht`s, denke ich, im Moment darum, nach dem Schock der Diagnose der plötzlichen lebensgefährlichen Erkrankung meines Freundes wieder eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. Das wird mir vermutlich von Tag zu Tag besser gelingen, wenn mein Freund, wovon ich einfach ausgehe, weiterhin trocken leben wird und sich hoffentlich auch künftig, so wie er es derzeit macht, im Bereich der Ernährung, der Medikamenteneinnahme und der Arztbesuche eigenverantwortlich verhält.

    Habe zudem gestern noch ein gutes Buch zu dem Thema gelesen und dabei erfreut an mir festgestellt, daß ich wenigstens derzeit keinen Drang danach habe, meinen Partner zu kontrollieren. Ich schnuppere nicht an ihm, ob er evtl. eine Fahne hat, ich durchwühle keine Schränke (was sich allerdings auch wieder ändern könnte! :( ) Ich glaube ihm einfach, daß er keinen Alkohol trinkt, er wirkt auch ganz verändert: Erwachsener, gefestigter, ernster, selbst seine Stimmlage ist tiefer. :)

    Trotzdem ist es natürlich so, daß ich erst lernen muß, mit der neuen, veränderten Situation umzugehen. Ich hoffe sehr, daß das Gefühl immer wieder mal aufkommender Angst spätestens dann nachläßt, wenn die letzten Untersuchungsergebnisse vorliegen und die hoffentlich einigermaßen gut ausgefallen sind.

    Herzliche Grüße
    Leonia

  • Ganz genau, ungefähr im Jänner 2010 habe ich nach einer von vielen erschütternden Auseinandersetzungen mein Zeug genommen und bin
    gegangen. Schwer dabei war damals nur meine Sorge, dass XY dann völlig abrutschten könnte, was auch nach einigen Monaten passiert ist,
    aber erst das hat seinem Leben eine neue Richtung gegeben.

    Klar, der Abstand war auch für mich anfangs schwer, typisch Co halt, wenn die eigenen Gedanken unaufhörlich um den anderen kreisen.
    Dann nach einer Weile bin ich super zur Ruhe gekommen, konnte mich wieder einigermaßen auf die Arbeit konzentrieren, Seminare besuchen,
    meine Ernährung umstellen, Sport betreiben, hatte jede Freiheit um zu genießen und zu entspannen.

    Kannst mir glauben, erst wenn du dich wieder selber spüren kannst, weißt du wieder was Leben ist.
    Es ist einfach nur ein Irrglaube, zu denken, dass man mit unser`n Einsatz und unsere Umsichtigkeit, nur dann dem Alkoholkranken eine wichtige Stütze ist.
    Diese Last kann man aber irgendwann eh nicht mehr aushalten und
    hält zudem noch den Alkoholiker ab, selbst den Weg zur Veränderung zu finden.

    Seit heuer März leben wir wieder miteinander, auch nur, weil er aufgrund
    seiner Krankheit es alleine nicht schafft. Das was früher meine Einbildung war, ist leider wahr geworden.
    Seitdem hat er hin und wieder einen Durchhänger wo er mal was trinkt, doch die sonstigen gesundheitlichen Einbußen bedeutend dringlicher.
    Eine SHG besucht er nicht.

    Zitat

    Trennung war während der ganzen Zeit der Beziehung kein Thema für mich. Denn erstens bin ich erst einige Jahre mit meinem Partner zusammen und zweitens verhielt sich als Spiegeltrinker relativ unauffällig und für mich einschätzbar.

    Naja, aber einige Jahre reichen aus, um zu merken, dass der Partner
    unzuverlässig ist, Ausdauerprobleme hat, sich gerne Zuhause einigelt um
    zu trinken, schnell reizbar ist, unkonzentriert ist, recht beleidigend werden kann, usw....

    Und gerade Spiegeltrinker, die schon ihrem ersten Vormittagsrausch,
    als angenehm und eh cool deklarieren.


    Aber wie du schreibst, scheinst du davon auszugehen, dass dein
    Partner wieder völlig genesen wird und dann alles in bester Ordnung ist.
    Ich halte diese These für sehr gewagt, wenn es so sein sollte, wünsch´ ich es dir von Herzen.

    Ich glaube nach meinen Erfahrungen, dass du erst noch aufwachen mußt, erkennen mußt, dass du deine ganze Kraft und deinen Mut für DICH einsetzen solltest und
    lernen mußt, besonders DICH, deine Weiterentwichkung und
    deine Interessen in den Mittelpunkt zu stellen.

    Zitat

    Trotzdem ist es natürlich so, daß ich erst lernen muß, mit der neuen, veränderten Situation umzugehen.

    Mein Rat: Nicht du sondern XY muß lernen mit der veränderten
    Situation umzugehen. Befreie dich aus den Fängen deiner
    Co-Abhängigkeit, dann kann sich noch vieles zum Guten wenden.


    Na, bin da aber auch nur im Nachhinein klüger als ich war.
    Viel Glück! Emma

  • Hallo Emma und alle anderen, guten Morgen,

    Zitat

    Naja, aber einige Jahre reichen aus, um zu merken, dass der Partner
    unzuverlässig ist, Ausdauerprobleme hat, sich gerne Zuhause einigelt um
    zu trinken, schnell reizbar ist, unkonzentriert ist, recht beleidigend werden kann, usw....

    mir war schon klar, daß mein Partner Alkoholiker ist. Eben ein Spiegeltrinker, der übrigends, was typisch für Spiegeltrinker ist, eigentlich nie einen Rausch hat, sondern stets einen gewissen Alkoholpegel hält.
    Aber ich dachte eben, damit könnte ich umgehen, damit könnte ich leben. Natürlich habe ich oft mit meinem Partner über das Thema Alkohol gesprochen, habe versucht, ihn für diese Problematik zu sensibilisieren, was mir, so finde ich, auch stückweise gelungen ist. Denn er hat im Laufe unserer Beziehung deutlich weniger getrunken als am Anfang.

    Zitat

    Aber wie du schreibst, scheinst du davon auszugehen, dass dein
    Partner wieder völlig genesen wird und dann alles in bester Ordnung ist.
    Ich halte diese These für sehr gewagt

    Davon kann ich leider nicht ausgehen, denn eine größere Untersuchung steht noch aus, erst dabei werden wir erfahren, ob sich ein gewisses Organ nochmal regenerieren konnte.
    Klar ist aber schon, daß mein Partner unabhängig davon eine gewisse Schädigung zurückbehalten wird, mit der er allerdings gut leben kann, falls er nicht wieder Alkohol trinkt.

    Trinkt er wieder, dann ist abzusehen, daß die vorgeschädigten Organe in kürzester Zeit versagen werden, das haben ihm die Ärzte klar gesagt.

    Zitat

    Mein Rat: Nicht du sondern XY muß lernen mit der veränderten
    Situation umzugehen. Befreie dich aus den Fängen deiner
    Co-Abhängigkeit, dann kann sich noch vieles zum Guten wenden.

    Ja, ich weiß. Bei den AA`s und deren Angehörigen gibt es den Ausdruck dafür: "Den Alkoholiker in Liebe loslassen". Den finde ich sehr schön.

    Im Moment bin ich da auch schon richtig dran. Habe begriffen, daß es eigentlich um mich geht. Um die Fragen "Wieso wähle ich einen Partner mit Alkoholproblem? Woher kommt mein Helfersyndrom? War Sucht vielleicht ein verstecktes Thema in meiner Familie?" Ich finde das sehr spannend und wichtig für mich und habe mir auch schon die hoffentlich geeigneten Ansprechpartner zur Klärung dieser Fragen gesucht und habe dort nächste Woche einen Termin.

    Denn, mir ist schon klar, daß falls mein Partner wirklich weiterhin trocken leben wird, wovon ich nun einfach mal ausgehe, auch ich mich weiterentwickeln möchte, weg vom Co-Verhalten, hin zu partnerschaftlicherem Verhalten.

    Wobei ja auch das schon wieder soooo Co klingt, so als ob ich es nur für die Partnerschaft tun würde. So isses aber nicht. Ich möchte für mich herausfinden, welche Wurzeln mein Helfersyndrom, mein Drang nach dem Co-Sein hat, ich will wissen, wo das herkommt. In der Hoffnung, dieses Verhalten dann auch abstellen zu können. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

  • hallo leonia,

    Zitat

    Ich habe auch keine Kraft und Lust dazu, als Krankenschwester zu fungieren.

    da finde ich hst du instinktiv das gute gefühl für dich, du willst nicht als krankenschwester fungieren.

    das ist nämlich nicht gesund, eine patnerschaft wie du sie dir wünscht auf partnerschaftlicher ebene kann so nicht funktionieren.er ist eigenverantwortlich dafür, das er nichts trinkt. tut er es dennoch, auch wenn der gesundheitliche zustand ihm das verbietet (es gib genug alkoholiker die weiter saufen und sich kaputt saufen auch wenn der ärzte ihnen eine tötliche diagnose stellt und warnen vor organschäden!!!!!!!meisst trinken sie heimlich, das merkst du nicht einmal) hast DU nichts damit zu tun. kannst ihn ja nicht abhalten dafon. natürlich ist der wunsch da, das er aufhört, eine zeit lang gehts gut, nur der saufdruck der entsteht und die sucht sind da, da hat er selbst für zu sorgen es zu überwinden.

    du? wo bleibst du bei dem ganzen? was kannst du tun, das diese geschichte eben nicht dein lebensinhalt ist und bleibt, das du dich lösen kannst daraus? was denkst du?

    es geht nicht gleich um trennung. sich zu trennen ist dann, wenn der co anfängt für sich selbst zu entwickeln und aus dem ganzen aussteigt, die folge der selbstverantwortung. weil der co anfängt sein leben zu leben und das geht nur, wenn er eben sich nicht mehr tag täglich mit der problematik des partners ausseinander setzen muss, weil ihm seine eigene sucht dazu bringt es zu tun. dann kommen diese gedanken sich umzudrehen und ins eigene leben zu gehen. sich anfängt um die eigenen bedürfnisse zu kümmern, diese wahrzunehmen, sie zu realisieren und umzusetzen.meisst ist es dann so, ds der partner dieses sich wandeln wahrnimmt und mit allen mitteln dagegen ankämpft, das der co ja erhalten bleibt.dann gibt es ausseinandersetzungen und streitigkeiten die dazu führen, das eine trennung unausweichlich ist.

    sollte dein partner aber in der lage sein sich um seine sucht zu kümmern, in therapie geht, demendsprchend eigenverantwortung für sich und sein leben übernimmt und sich auch von dir unabhängig macht kann passieren, dass ein leben miteinander auf partnerschaftlicher eben funktioniert.

    eine erzählte mir neulich, das ihre ehe auch an einem sochen wendepunkt war. nur die tatsache das er ein halbes jahr in entzug war und auch in kur , er nie wieder einen tropfen alkohol trank uns sich sogar in einer selbsthilfegruppe als gruppenleiter eingebracht hatte und beide dann in der selbsthilfe unterwegs waren hatte diese ehe wohl aufrecht erhalten. sie sagt, anderst wär sie nicht geblieben.

    es geht, nur, wenn BEIDE tatsächlich anfangen sich um IHRE EIGENE sucht sich kümmern und sich daraus befreien,unabhängig voneinander.

    wenn du dich darus befreien willst dann tus ausschliesslich für dich und dnn auch mit allen konsequenzen die da unter umständen auf dich zukommen könnten.

    lieben gruß melanie

  • Hallo Leonia

    Auch mein Ex ist Spiegeltrinker, und deswegen möchte ich was dazu sagen. Ich glaube Du unterschätzt das. Spiegeltrinker sind nie im Rausch?? Falsch! Sie sind NIE nüchtern!
    Was diese ständige rausch mit Gehirn macht, habe ich erlebt. Es ist nicht nur die Bauchspeichdrüse oder Leber. Du erlebst jetzt wahrscheinlich ihn zum erstenmal nüchtern. Siehst Du den Unterschied?.
    Gefährlich ist bei den Spiegeltrinkern, dass man denkt, man kennt ihn, man kann ihn einschätzen. Irrtum!

    Pass auf Dich auf
    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Melanie,

    herzlichen Dank für Deine Antwort. :)

    Zitat

    da finde ich hst du instinktiv das gute gefühl für dich, du willst nicht als krankenschwester fungieren.

    ups, da hatte ich mich nicht ganz klar ausgedrückt: Beim Thema "als Krankenschwester fungieren" meinte ich, daß ich mich nicht darum kümmern möchte, ob mein Freund seine Medikamente regelmäßig einnimmt oder nicht, ob er seine Ernährung so umstellt, wie er es lt. ärztlicher Empfehlung tun müsste, ob er regelmäßig Arzttermine vereinbart und einhält etc.pp.

    Sollte er hingegen wieder trinken, werde ich mich, wenn er keine weitere Entgiftung mit anschließender Therapie macht, wohl oder übel räumlich von ihm trennen. Denn ich kann und will nicht mitanschauen, wie mein Partner sich in unserer gemeinsamen Wohnung zu Tode trinkt. Ich kann und werde ihm nicht beim Sterben, beim Selbstmord zuschauen. Darüber bin ich mir im Klaren und das weiß mein Freund auch.

    Zitat

    was kannst du tun, das diese geschichte eben nicht dein lebensinhalt ist und bleibt, das du dich lösen kannst daraus? was denkst du?

    Im Moment bin ich sehr von den Angehörigengruppen der anonymen Alkoholiker angetan und eben auch von den Fragen, die ich unbedingt für mich lösen will "Wieso zieht mich ein suchtkranker Mensch als Partner an? Wo sind die Wurzeln dazu? Was war da mit verdeckter Sucht in meiner Herkunftsfamilie?"

    Ansonsten habe ich unabhängig davon ein gutes soziales Umfeld, langjährige Freunde, mit denen ich mich auch sehr offen austauschen kann, eine interessante Arbeit, spannende Hobbies und Interessen.

    Aber ich stelle eben im Moment fest, daß mir der Austausch hier und auch der in den Angehörigengruppen am meisten bringt. Denn da ist irgendwo der Schlüssel zu meinem Wunsch danach, Co zu sein, zu finden. Und es stimmt schon, in meinem Fall ist das echt `ne Sucht, der Wunsch danach, in der Partnerschaft einem Schwächeren helfen zu wollen und dabei der Stärkere sein zu können.

    Liebe Grüße
    Leonia

  • Liebe Grazia,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Zitat

    Auch mein Ex ist Spiegeltrinker, und deswegen möchte ich was dazu sagen. Ich glaube Du unterschätzt das. Spiegeltrinker sind nie im Rausch?? Falsch! Sie sind NIE nüchtern!

    Ja, so kann man es auch nennen. :) Wobei mein Freund eben fast nie erkennbar einen Rausch hatte.

    Zitat

    Was diese ständige rausch mit Gehirn macht, habe ich erlebt. Es ist nicht nur die Bauchspeichdrüse oder Leber. Du erlebst jetzt wahrscheinlich ihn zum erstenmal nüchtern. Siehst Du den Unterschied?.

    Der Unterschied ist tatsächlich enorm. Mein Freund ist deutlich ernster, ruhiger, verantwortungsbewußter, geerdeter als vorher.
    Allerdings auch nicht mehr so lustig und witzig wie früher.

    Aber ich habe den Eindruck, daß sein Humor allmählich zurückkehrt. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

  • liebe leonia,

    du scheinst sehr bewusst zu sein, klar und willst wissen was mit dir los ist. prima ansatz.
    so co anteile waren bei mir prägung. ich musste echt ganz von vorne anfangen, mich meinem inneren kind zuwenden um rauszufinden was mich zum co macht und wie ich mein co auslebte.

    kennst du dein inneres kind?

    lieben gruß melanie

  • Hallo Melanie,

    Zitat

    kennst du dein inneres kind?

    ich hab`schon mal Übungen zum inneren Kind gemacht, aber das ist schon längere Zeit her.

    Zitat

    so co anteile waren bei mir prägung. ich musste echt ganz von vorne anfangen, mich meinem inneren kind zuwenden um rauszufinden was mich zum co macht und wie ich mein co auslebte.

    Wie hast Du das rausgefunden? Im Rahmen einer Therapie, wenn ja, welche Therapierichtung, meinst Du, ist dafür besonders empfehlenswert?

    Liebe Grüße
    Leonia

  • hallo leonia,

    nun ich war in einer therapie. meine therapeutin hat mit mir diese ranführung zum inneren knd gemacht. ich konnte vieles von mir lerben, noch besser aber, mich annehmen und akzeptieren. ich hatte 2 jahre therapie, die aber nicht aussschliesslich sich mit dem inneren kind beschäftigte. es gab noch andere anteile von gestalttherapie, verhaltenstherapie, entspannungsübung.

    welche einrichtung das war kann ich dir nicht sagen, da ich hier solch angaben nicht mache. dennoch gibt es sicherlich in deiner stadt psychotherapeutische einrichtungen. soweit bei mir war ich in einer einrichtung für ausbildung von psychiotherapeuten und hatte damit eine sehr junge, gerade frisch studierte psychologin, die eben auf neusten erkentnissen hin mit mir zusammen die ganze suchtsituation aufarbeiten konnte.

    mir hat diese intensive zeit, wo ich ein mal die woche eine stunde mit mir beschäftigt war echt viel geholfen!

    gruß melanie

  • Hallo Melanie,

    Zitat

    mir hat diese intensive zeit, wo ich ein mal die woche eine stunde mit mir beschäftigt war echt viel geholfen!

    was Du da schreibst, hört sich in meinen Ohren richtig gut an und macht mir Mut.

    Vielen Dank. :)

    Leonia

  • liebe leonia

    Zitat

    was Du da schreibst, hört sich in meinen Ohren richtig gut an und macht mir Mut.

    Vielen Dank.

    bitte schön. gern geschen. es gibt IMMER einen weg da raus. es ist machbar. das mut machen hier soll dich ermutigen weiter zu machen und dich dahin zu führen, bei DIR anzufangen das du zu DIR kommst. dann kannst du sicher sein, das leben wird wieder zufriedenener.

    mut ist nicht keine angst zu haben, mut ist sich der angst zu stellen und sie zu überwinden. :lol:

    lieben gruß melanie

  • ...und wieder zurück im Alptraum. :(

    Mein Partner, den ich hier im Weiteren Leo nennen möchte, in der Hoffnung, daß er so viel Kraft wie ein Löwe hat, ist wieder im Krankenhaus. Ein nicht ungefährlicher Eingriff muß vorgenommen werden.

    Falls jemand ein paar Daumen übrig hat oder auch ein paar Gebete, wäre ich dankbar dafür.

    Herzliche Grüße
    Leonia

  • ...und irgendwann schwinden die eigenen Kräfte, das merke ich gerade sehr deutlich.
    Dieses tägliche Gemisch aus Angst und Sorgen um Leo`s Leben und Wohl, das ich seit Wochen spüre, laugt mich einfach aus.

    Ich merke daran, wie erschöpft ich bin, daß ich einen anderen Mann, der schon seit Monaten an mir ein gewisses Interesse zeigt, plötzlich attraktiv finde. Abends stehen wir zusammen und reden und ich denke mir: Da ist sie, direkt vor meiner Nase, die perfekte Tür zum Ausstieg aus dem Alptraum. :)

    Aber ich würde mir Leo und meinen eigenen Idealen gegenüber soooo grottenschlecht vorkommen.
    Dabei bin ich kein besonders moralischer Mensch und habe Beziehungen früher immer mit leichter Hand beendet. Allerdings habe ich auch einmal danach festgestellt, daß der neue Partner noch größere Macken und Probleme hatte als der alte.
    Damals habe ich mir vorgenommen, die Flinte bei der nächsten Beziehung nicht wieder leichtfertig ins Korn zu werfen.

    Dann frage ich mich wieder, ist das nun co-alkoholiker Denken oder nicht? Zumal zwei Aspekte hinzu gekommen sind:

    - Leo ist immer noch trocken und
    - es kann sein (wird noch untersucht), daß seine massive Organschädigung angeboren und nicht durch Alkoholmißbrauch erworben ist.

    Macht das Letztere einen Unterschied für mich aus? Denn ich begreife Alkoholismus als Krankheit, so wie auch die WHO das festgelegt hat und unter diesem Aspekt betrachtet, wäre ja dann die Organschädigung, falls sie doch durch Leo`s Alkoholmißbrauch verursacht worden wäre, eine Folgeerkrankung der Krankheit Alkoholismus.

    Abgesehen davon: Ich hatte gute Zeiten mit Leo, wir haben wirklich gut zusammengelebt, bevor die organische Krankheit sich bemerkbar gemacht hat. Jetzt, wo das Damoklesschwert "Er muß trocken bleiben, sonst stirbt er" über mir schwebt, spüre ich einfach so viel Angst. Das schnürt mir richtig die Kehle zu. Die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit ist einfach weg. Ich hoffe nur, sie kommt irgendwann wieder.

    Nun wäre es theoretisch leicht zu sagen "okay, ich trenne mich von Leo und löse mich damit von meiner Co-Abhängigkeit". Aber dazu kenne ich mich leider gut genug, um zu wissen, daß das nicht funktioniert.
    Denn sowas Ähnliches habe ich früher schon ausprobiert, mit dem Ergebnis, nach einer gewissen Erholungsphase die nächste Beziehung mit einem auf irgendeine Art und Weise hilfebedürftigen Mann einzugehen.

    Neee, meine Co-Abhängigkeit oder anders ausgedrückt, mein Helfersyndrom sitzt viel tiefer. Es geht irgendwie auch darum, daß ich immer wieder Beziehungskonstellationen anstrebe, in denen ich die Stärkere bin und mein Partner der Schwächere ist.

    Auch darum, daß mir das "Helfen-können" so ne tiefe innere Befriedigung verschafft.
    Hilfebedürftige Menschen gibt es viele. Wenn ich z.B.: meinen derzeitigen Interessenten als Partner nehmen würde, hätte der zwar kein Alkoholproblem, aber dafür andere Probleme. Wieder wäre ich, das ist mir klar, die Stärkere in der Beziehung, diejenige, die alles gedeichselt kriegt, die ihm Anregungen und Hilfestellungen gibt.

    Wie kommt man bitte da raus? Von diesem Muster los? Über Trennung vom Alkoholiker kriege ich das nicht hin, das weiß ich haargenau aus Erfahrung. Denn da ziehe ich sofort den nächsten hilfebedürftigen Partner an Land.
    Geht`s vielleicht nur über Therapie und die Arbeit mit dem inneren Kind? Daß man mit therapeutischer Hilfe nachschaut, was da in der Herkunftsfamilie gelaufen ist, wieso man darauf konditioniert worden ist, im Helfen so große Befriedigung zu erleben?

    Kann mir da bitte jemand noch was dazu schreiben? Für mich ist die Beantwortung dieser Frage sehr wichtig, denn letzendlich gibt`s von der Logik her für mich nur zwei Möglichkeiten:

    - Entweder Leo bleibt trocken und wird auch innerlich der starke Mann, der er vorher nur äußerlich war, dann muß ich aus meiner Helfer-Rolle sowieso raus, oder
    -ich trenne mich aus irgendeinem Grund von ihm, vielleicht sogar, weil ich den Sprung vom Helfer zum Partner nicht schaffe oder auch weil er rückfällig wird und um nicht in der nächsten Partnerschaft dasselbe Muster zu fahren "Ich Helfer/scheinbar stark, innerlich aber schwach- der Partner Hilfebedürftig und scheinbar schwach", muß und will ich versuchen, für mich dieses Muster aufzulösen.

    Uff, sorry, das war nun ein bißchen wirr, aber trotzdem möchte ich zu gerne wissen: Wie kommt man davon los, unbewußt die Co-Rolle für sich anzustreben und in einer Partnerschaft leben zu wollen?

    Verwirrte Grüße
    Leonia

  • Servus Leonia,

    die Frage iost doch nciht, wie es weiter geht. Das kannst Du für Dich definieren und klären, wenn Du weisst, was Du für Dich willst.

    Willst Du raus aus dieser permanenten Anhängigkeit von einem Anderen?

    Oder willst Du Dir Dein Leben nur so gemütlich einrichten, dass Dich die Abhängikeit(en) nicht mehr so stark stören / nicht mehr so stark auffallen?

    Wenn du die Entscheidung für Dich getroffen hast, dann wird Dir auch Dein Weg und Deine Vorgehensweise auf dem Weg dorthin klarer sein.

    Aber die Entscheidung musst erst mal Du für Dich treffen.

    Wo willst Du hin? Freiheit oder Abhängigkeit?

    LG
    Spedi

  • Hallo Leonia,

    stimmt, mit alleinigem Verlassen des alkoholkranken Partners ist man nicht automatisch die eigene Co-Abhängigkeit los. Die lebt sich dann woanders aus: bei den Eltern, den Kindern, am Arbeitsplatz, hier im Forum, beim nächsten Partner usw.

    Es ist wichtig, da bei sich selber hinzuschauen, was das mit dieser Befriedigung und dem sich stark Fühlen auf sich hat, was man im "Helfen" erzielt.

    Könntest du dir vorstellen, erst einmal alleine zu leben? Für Co's wäre das ein Stück weit Risikominimierung. Und wenn man sich stabilisiert hat steht ja einer neuen Beziehung nichts mehr im Wege.

    Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

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