Beiträge von Leonia

    Hallo Miezekatze,

    Zitat von Miezekatze

    Ich habe das Gefühl, das er mich manipuliert, das er gestern weg war, das er getrunken hatte, das er mich anlügt...doch was, wenn ich mich irre? Wenn ich ihm wirklich Unrecht tue?

    so ganz verstehe ich nicht, warum es für Dich gerade jetzt sooo wahnsinnig wichtig ist, ob Dein Freund getrunken hat oder nicht.

    Wieso machst Du eigentlich Deine Entscheidung, in Deine/Euere Wohnung zurückzugehen, davon abhängig?

    Denn, ist doch egal, ob er gestern getrunken hat oder morgen wieder, oder übermorgen, fakt ist: Er hat ein Alkoholproblem. Das würde er, falls er es ernsthaft angeht, aller Wahrscheinlichkeit sowieso nur mit professioneller Hilfe in den Griff kriegen.

    Ich persönlich finde, Du solltest den Tatsachen ins Auge sehen. Dein Freund ist alkoholkrank. Seine Sucht ist eine Krankheit.

    Du kannst für Dich entscheiden, ob Du Dich weiter aus der Nähe damit auseinandersetzen willst, indem Du mit Deinem Freund zusammenwohnst, oder ob Du Dir das Ganze aus der Ferne anschaust, indem Du, so wie jetzt, weiter bei Deinen Eltern wohnst.

    Und Du kannst für Dich entscheiden, Dich davon. ob Dein Freund trinkt oder nicht, emotional nicht völlig runterziehen zu lassen. :)

    Liebe Grüße
    Leonia

    Liebe Miezekatze,

    Zitat von Miezekatze

    Ich kann mein Verhalten, genau wie er wahrscheinlich, nicht sofort absolut und Knall auf Fall abstellen, ausschalten und meine Gefühle nicht mehr zulassen, doch im Gegensatz zu ihm WILL ich das aber machen und schaffen!!! WIE MACHE ICH DAS???

    ich persönlich denke: Indem Du versuchst, Dir selbst gute Gefühle bzw. bessere Gefühle als jetzt zu verschaffen, unabhängig davon, was Dein Freund gerade so treibt. Das kannst Du auf zwei Arten tun:

    1. Du denkst an was, was Dir gut tut. Vielleicht an den nächsten Urlaub, an einen Urlaubsort, an eine schöne Erinnerung etc. Versuchst, Dich nicht von den Sorgen und Gedanken an Deinen Freund davon ablenken zu lassen. Denk`einfach an was Schönes und versuche, möglichst lange gedanklich und emotional dabei zu bleiben.

    2. Du machst was, was Dir Erleichterung und ein besseres Gefühl verschaffen könnte. Du kannst z.B.: ein Bad nehmen oder eine gute Freundin anrufen oder weggehen oder sonstwas, was Dir gut tut.

    Ich finde, Du solltest jetzt einfach nur versuchen, Dich selbst zu stärken. Denn eine gewisse Stärke und Gelassenheit wirst Du auf jeden Fall für die nächste Zukunft brauchen, egal, wie sich Deine/Euere Beziehung entwicklen wird.

    Denn falls Dein Freund ernsthaft versuchen wird, trocken zu werden, wird er sehr mit sich selbst beschäftigt sein und Du vermutlich einige Ängste bzgl. eines Rückfalls haben.
    Falls Du Dich aber trennen würdest, wäre es auch einfacher für Dich, wenn Du einigermaßen klar und gestärkt wärst.

    Von daher, bitte mache, wenigstens heute, was, das Dir ein bißchen gut tut. Und versuche zudem, Dich nicht völlig von den Gedanken an Deinen Freund vereinnahmen zu lassen, sondern Dir unabhängig von ihm einige Wohlfühl-Gedanken zu machen. :)

    Liebe Grüße
    Leonia

    Liebe Mietzekatze,

    darf ich Dich fragen, weshalb Du Dein eigenes Gefühl, Dein Wohlbefinden so stark vom Trinken Deines Partners abhängig machst? Trinkt er wenig oder gar nicht, geht`s Dir gut, hast Du hingegen den Eindruck, dass er säuft, fällst Du, so kommt es mir jedenfalls vor, in ein ganz tiefes Loch.

    Dabei ist er doch ein eigener Mensch und muß/kann seine eigenen Erfahrungen machen, oder nicht? Er ist nicht für Deine Stimmung, für Dein Wohlbefinden verantwortlich, das bist nur Du, siehst Du das ähnlich?

    Liebe Mietzekatze, ich finde, Du hast eine gute Wahl getroffen, indem Du zuhause ausgezogen bist, weil Dich die Situation sehr belastet hat. Damit hast Du Abstand geschaffen und sehr gut für Dich gesorgt. Ich finde, dabei solltest Du auch weiterhin bleiben und nun nicht gleich wieder zu Deinem Freund zurückziehen.

    Eins ist auch klar: Die wenigsten Alkoholiker schaffen es aus eigenem Antrieb ohne ausreichende professionelle Unterstützung, sofort aufzuhören zu trinken.
    Oft beginnt, wenn der Alkoholiker trocken bleiben will, erstmal eine Phase des Hin- und Hers. Er trinkt ein paar Tage weniger oder gar nicht, er geht mal in eine Selbsthilfegruppe, mal zur Beratung, er macht eine Entgiftung, er säuft vielleicht dann auch mal wieder...es dauert einfach oft eine gewisse Zeit, bis der Alkoholiker zu stabiler Trockenheit findet. Die wenigsten Alkoholiker schaffen es beim ersten Anlauf, denn die Krankheit ist tiefgreifend und tückisch.
    Da auch die Kranken- und Rentenkassen das wissen, werden daher monatelange Entwöhnungstherapien finanziert, die auch eine einigermaßen hohe Erfolgsquote haben.

    Ob`s Dein Freund langfristig wirklich schafft, trocken zu werden, weiß zum jetzigen Zeitpunkt sowieso niemand.

    Wichtig ist daher für Dich, finde ich, die Nerven zu behalten. Gut für Dich zu sorgen. Optimal wäre, dahin zu kommen, dass es Dich weniger tangiert, am Besten sogar piepegal ist, ob er gerade trinkt oder nicht.

    Versuche daher bitte, Dich selbst zu stabilisieren. Dein Freund kann das derzeit sowieso nicht und wird es auch für längere Zeit nicht können. Denn, falls er wirklich trocken werden würde, wäre er sehr mit sich selbst beschäftigt.

    Daher ist es jetzt Dein Job, Dich in erster Linie um Dich zu kümmern, weniger um ihn. Nimm`Dir für heute was Wohltuendes, Schönes vor, sei`jetzt ganz freundlich und gut zu Dir.

    Wir Co`s haben eigentlich erstmal nur einen Job: Wir sollten lernen, uns selbst wichtiger zu nehmen als den Alkoholiker. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Miezekatze,

    laß`Dich mal ein bißchen in den Arm nehmen. Es tut mir leid, dass Deine Erwartungen jetzt enttäuscht worden sind.

    Zu Deiner Frage:

    Zitat von Miezekatze

    Ja, ihr habt schon recht!!!
    Er rief mich gegen 12:Was war das dann jetzt?
    Ein Ausrutscher?
    Ein Rückfall?
    Oder doch nur ne Trinkpause?

    kann ich Dir nur antworten: Es war die Sucht!

    Dein Freund ist suchtkrank und daher nur sehr bedingt und temporär dazu in der Lage, sein Trinkverhalten zu steuern. Du weißt ja, er trinkt nicht, um Dich zu ärgern oder so, er trinkt, weil jede Körperzelle von ihm immer wieder nach Alkohol schreit. Genau das ist das Wesen von Sucht.

    Aber, liebe Miezekatze, es geht ja hier im strang nicht um ihn, es geht um Dich.

    Von daher halte ich im Moment nur folgende Fragen für wichtig:

    - was kannst Du aktuell tun, damit es Dir besser geht?
    - mit wem kannst Du im real life über Deine Situation sprechen?
    - welchem Hobby kannst Du heute eine Zeitlang nachgehen, was baut Dich auf, was tut Dir gut?

    Ich würd`s gut finden, wenn Du heute mal versuchen würdest, Dich nicht nur gedanklich um Deinen Freund zu drehen. Versuche mal bitte, einige Zeit lang nur für Dich selber zu sorgen, ganz lieb zu Dir selbst zu sein, Dir selbst was Gutes zu tun.

    Sei`Dir das einfach wert. :)

    Liebe Grüße
    Leonia

    Zitat von Miezekatze

    Und, Leonia, hat dein Partner es geschafft? Und du auch?

    Wir schaffen es jeden Tag wieder neu. Mal zusammen, mal alleine. Mal sorgt jeder für sein eigenes Wohlergehen, dann wieder kümmern wir uns darum, dass es uns zusammen gut geht.
    Es fühlt sich für mich spannend, fröhlich, leicht, selbstverantwortlich etc. an.

    Mein Partner ist trocken und ich verabschiede mich täglich noch ein Stückchen mehr von meiner ehemaligen Co-Rolle.

    Das gibt mir Zeit, mich selbst zu entdecken.

    Drücke Dir die Daumen, dass es bei Euch ähnlich laufen wird. :)

    Liebe Grüße
    Leonia

    Liebe Miezekatze,

    Zitat von Miezekatze

    Ich arbeite sehr hart an mir, meine Therapeutin der Caritas meinte zu mir, da sich vor fünf Wochen mein Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat, ich von meinem Partner räumlich getrennt bin( was für mich schon ein wahnsinniger Erfolg ist) und ich soviel aus meinem Innersten herausgeholt habe an dem ich knabbere währe es fast schon verstaendlich, das ich depressiv bin. Ich gehe 1x die Woche zu AlAnon, habe für mich einen VHS-Kurs belegt den ich 1x in der Woche mache (was ich früher eher nicht getan hätte da ich ja immer "auf ihn aufpassen musste/wollte")

    das klingt, als wärst Du auf einem sehr gutem Weg. Du machst endlich was für Dich, Du kümmerst Dich jetzt vorrangig um Dich.

    Ich habe das damals ähnlich gemacht, allerdings ohne Trennung von meinem Partner, was allerdings bei uns auch nicht nötig war, da mein Partner und ich gleichzeitig "aufgebrochen" sind. Er durfte aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol mehr trinken und ich suchte Hilfe für mich. Machte Therapie, ging wie Du regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe.

    Es war echt ein wahnsinniges Erlebnis, mich selbst zu entdecken, meine kindlichen, verrückten Anteile, das Kind in mir... und es ist immer noch spannend, aufregend und überraschend für mich. :)

    Ich wette, es wird Dir ähnlich gehen, wenn Du dabei bleibst, dass Du der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist. :)

    Liebe Grüße
    Leonia

    Hallo Melanie,

    dass Deine letzte Beziehung zu einem Mann nun auch wieder unglücklich geendet hat, tut mir leid.

    Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie wir uns hier schon vor einem Jahr über das Thema Beziehungen ausgetauscht haben?

    Auch damals habe ich schon die Meinung vertreten, dass wir nicht zufällig an irgendwelche Partner geraten, sondern sie im Gegenteil sehr sorgfältig passend zum Grad unserer eigenen seelischen Gesundheit auswählen.

    Solange wir also selbst nicht richtig stabil sind und ein wirklich gutes Selbstwertgefühl haben, ziehen wir immer wieder Männer als Partner an, die auch irgendwelche emotionalen Defizite haben.

    Wenn wir dann merken, dass wir wieder mal den anscheinend "Falschen" erwischt haben, machen wir Schluß. Das kann sich dann endlos wiederholen, bei immer neuen Partnern.

    Wie kann man nun aus dieser Spirale, aus diesem Automatismus aussteigen?

    Meiner Meinung nach gibt es nur einen Weg: Man muss anfangen, sich selbst zu lieben. So richtig arg, tief und unerschütterlich.
    Sich selbst gedanklich immer wieder liebevoll in die Arme nehmen, sich erlauben, zu wachsen und zu gesunden.

    Und dazu auch mal Sachen nachholen , die man als Kind nicht machen konnte, so dass man langsam aus der starren Co-Rolle des vernünftigen Erwachsenen rausfindet und Stück für Stück heiler werden kann.

    Macht man das aber nicht, dann wiederholen sich leider die unguten Beziehungs-Erfahrungen, da man stets dieselbe Sorte "Männer mit Defiziten" als Beziehungspartner anzieht.

    Liebe Grüße
    Leonia

    Hallo Miezekatze,

    Zitat von Miezekatze

    Es wuerde mich sehr interessieren ob es hier auch, ausser Trennung und Beenden der Beziehung auch diese Erfolgserlebnisse gibt, das dein/e Partner/in vom Alkohol losgekommen ist und du bei ihm/ihr geblieben bist.
    Gibt es das überhaupt?
    Ist ein Rückfall IMMER vorprogrammiert?

    Ich lese hier nur von Trennung, Beziehungs-Aus, Scheidung oder das man bei ihm/ihr bleibt und sie/er weiter trinkt. Aber finde hier irgendwie nichts, das er/sie trocken geworden ist und man ein gemeinsames, schönes Leben führt/führen kann.

    Ist das unmöglich, Wunschdenken von mir?

    als ich vor über einem Jahr hier ins Forum kam, ging es mir ähnlich wie Dir: Auch ich habe hier fast verzweifelt nach Geschichten und Berichten gesucht, in denen der Alkoholiker trocken geworden ist und das Paar noch zusammen ist.

    Inzwischen weiß ich: Es gibt sie, aber diejenigen, die das erleben, schreiben nicht so oft drüber.

    Mein Partner z.B.: ist seit über einem Jahr stabil trocken und wir beide sind nach wie vor zusammen, wohnen auch nach wie vor gemeinsam in unserer Wohnung. Es geht mir richtig gut dabei und ihm auch. :D

    Für mich war wichtig, mir selbst auf die Spur zu kommen. Rauszukriegen, warum ich einen suchtkranken Partner gewählt habe. Da musste ich mittels einer Therapie Einiges aus meiner Herkunftsfamilie genauer anschauen.

    Ich kenne inzwischen einige Paare aus dem real life, die bereits zusammen waren, als einer der beiden noch trank und auch jetzt, wo der Partner teilweise seit Jahren trocken ist, weiterhin zusammen sind.

    Natürlich bleibt dem Co oft nur der Weg der Trennung, wenn der Suchtkranke nicht aufhören will und kann, zu trinken. Findet der Alkoholiker aber zur Trockenheit, kann man mit ihm durchaus, so erlebe ich es zumindest, eine glückliche, zufriedene Partnerschaft auf Augenhöhe führen.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Emma,

    da hast Du ein spannendes Thema angesprochen, finde ich.

    Die Veränderung, die ich an meinem Verhalten feststellen kann, seit ich nicht mehr co-abhängig agiere, kann ich in einem einzigen Satz beschreiben: Ich nehme mich selbst wichtiger, als den Alkoholiker. :) Oder anders ausgedrückt: Ich setze mich selbst, meine eigenen Interessen an erster Stelle, also vor die des Alkoholikers.

    Liebe Emma, Du hast die Dynamik zwischen Alkoholiker und Co in einem anderen strang einmal sehr klar dargestellt, nämlich so:

    Zitat

    Irgendwer hat es sehr treffend geschrieben, nämlich das der Alkoholiker im Mittelpunkt steht, alles dreht um sich ihn, sein Verhalten hat auf das Denken und Handeln des Co-Abhängigen einen enormen Einfluß...
    Ein Alkoholiker bietet zudem immer wieder neue Krisen und somit Nahrung für den Co, dass dieser stets etwas zu tun hat. Also langweilig wirds mit dem Alki sicher nicht.

    Ich denke inzwischen von mir, dass ich nicht unbeabsichtigt an einen nassen Alki geraten bin, sondern ihn vermutlich deshalb gewählt habe, weil ich mit ihm so genial von mir selbst ablenken konnte. :wink:

    Anstatt nämlich bei mir hinzuschauen und Problematiken und Traumata aus meiner Kindheit aufzulösen, konnte ich mich ausgiebig und tagefüllend damit beschäftigen, den Blick auf die Problematiken meines alkoholabhängigen Partners zu richten.

    Inzwischen ist mein Partner trocken und ich bin damit auf mich selbst zurückgeworfen. :cry: Das ist nach wie vor sehr spannend für mich.

    Anfangs habe ich erstmal Innenschau betrieben und dabei so mancherlei entdeckt, was mir neu war. Insbesondere bei der Betrachtung meiner eigenen Herkunftsfamilie, z.B.: die Botschaften, die ich bekommen und verinnerlicht habe, die Mechanismen, die gewirkt haben.

    Damit habe ich wieder Zugang zu der kleinen Leonia bekommen, die ich mal war und auch ein ganz anderes, besseres Verhältnis zu meinen Eltern.

    Inzwischen mache ich auch deutlich mehr für mich. Habe alte Interessen ausgegraben und neue entdeckt. Gehe z.B.: wieder Ski fahren und erlebe zur Zeit alles wesentlich intensiver als früher.

    Mein neues Leben empfinde ich als Abenteuer. Für mich ist es aufregend, spannend und toll wieder mehr, klarer und liebevoller mit mir selbst in Kontakt zu sein.

    Liebe Grüße
    Leonia

    Hallo ana,

    Zitat von ana1

    Ich sehe meinen Vater auch regelmäßig

    was Du schreibst, liest sich für mich wirklich als Belastung für Dich. Darf ich Dich fragen, wie oft Du Dich mit Deinem Vater triffst und wie lange diese Treffen ungefähr dauern?

    Und ob`s vielleicht noch andere Familienmitglieder oder Bekannte gibt, die so wie Du Kontakt zu Deinem Vater haben, mit denen Du Dich evtl. austauschen könntest?

    Liebe Grüße
    Leonia

    Hallo Nat,

    Zitat von nat27

    wenns halt nicht passt, dann verlässt man einfach die Beziehung.

    Das schlimme an der Geschichte ist aber, das das war er gerade abzieht er schon mal abgezogen hat.
    Nach der ersten Entgiftung, nach der zweiten und nach der dritten.

    nun, dann stehen die Chancen ja gut, dass sich das wiederholt und Dein (Ex)Freund auch ein viertes Mal zu Dir zurückkommt, oder? :wink:

    Die Frage ist aber doch: Was willst Du? Willst Du nochmal eine Runde auf dem Beziehungskarussell mit ihm fahren, dann wieder runtergeworfen werden und wieder aufspringen bzw. Dich von ihm raufziehen lassen?

    Liebe Nat, Du hast bisher viel Zeit in Beziehungen mit süchtigen Männern verbracht, erst jahrelang mit Deinem Ex, nun mit dem aktuellen Mann. Was meinst Du, warum das so ist? Was zieht Dich an (drogen)süchtigen Männern an, was kommt Dir dabei vertraut vor?

    Du machst Therapie. Hast Du nicht Lust darauf, für Dich rauszukriegen, weshalb diese Art Männer für Dich so interessant ist?

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Nat,

    Zitat von nat27

    Dieses Eisblock verhalten...was soll das?

    das kann Dir vermutlich niemand sagen. Was mir spontan dazu einfällt:

    - Jemand, der frisch trocken ist, hat viel mit sich selbst zu tun. Er hat oft gar nicht die Kraft dazu, richtig auf andere Leute einzugehen.

    - ein trockener Mensch verhält sich anders, als ein nasser. Könnte gut sein, dass Dein Freund als trockener wesentlich ernsthafter und zurückhaltender ist, als er als nasser Trinker war.

    - Dein Freund hat, als er noch getrunken und zudem Drogen konsumiert hat, seinen Gefühlshaushalt über die Einfuhr von Alk und Drogen reguliert. Nun, wo er nicht mehr konsumiert, muss er andere Möglichkeiten der Gefühlsregulierung finden. Gut möglich, dass ihm der PC dabei derzeit eine Hilfe ist.

    Aber, liebe Nat, wir kreisen damit gedanklich schon wieder um Deinen Freund. :cry:

    Dabei sollte es doch hier insbesondere um Dich gehen. :) Daher frage ich Dich: Was könntest Du machen, um die Zeit im Moment möglichst angenehm zu verbringen? Womit könntest Du Dich derzeit beschäftigen? Was könntest Du Dir selbst jetzt gerade Gutes tun? Welche Deiner Hobbies, Interessen und Kontakte könntest Du wiederbeleben, ausgraben, aktivieren?

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Liebe nat,

    Zitat von Melinak

    für mich liesst sich das als ob du dich in deiner früheren rolle viel wohler gefühlt hattest.

    in Deiner früheren Rolle hast Du Dich vermutlich wenigstens ziemlich sicher gefühlt, wenn auch nicht zufrieden oder gar glücklich. Da wußtest Du nämlich, was Du zu tun und zu lassen hast. Du hast auf das Verhalten Deines Freundes mit einem bestimmten Verhalten Deinerseits reagiert.

    Jetzt aber ist alles neu und verändert. Denn Dein Freund ist trocken, verhält sich anders als früher und Du willst nix falsch machen. Setzt Dich dadurch vermutlich unter Druck.

    Mir ging`s ähnlich wie Dir, als mein Partner nach seiner Entgiftung plötzlich trocken war. Auch ich fand die erste Zeit extrem anstrengend.

    Zwei Dinge haben mir dabei wirklich zu schaffen gemacht:

    1. Ich hatte Angst davor, dass ich vielleicht weiterhin co-abhängig agieren wollte und mit einem trockenen Partner nicht zurecht kommen könnte.
    Wollte zudem auch nix falsch machen.

    2.Ich hatte ab und an richtig große Ängste vor einem Rückfall meines Partners.

    Zum Glück haben diese Bedenken und Ängste im Lauf der Zeit abgenommen, sind einfach immer weniger geworden. Heute genieße ich mein Leben mit meinem trockenen Freund, ohne mir Sorgen zu machen.

    Ich denke, auch bei Euch wird es so sein, wenn Dein Freund weiterhin trocken bleibt: Du wirst Dich an die veränderte Situation gewöhnen, Ihr werdet neue Umgangsweisen miteinander finden und in einigen Monaten kannst Du milde über Deine Ängste, die Dich heute noch plagen, lächeln. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo nat,

    Zitat von nat27

    ich bin ins bett und habe gedacht er kommt mit...er meinte bloß er macht pc.

    weißt Du denn, was Dein Freund am PC macht, womit er sich da beschäftigt? Denn ich finde, es macht einen großen Unterscheid aus, ob er dort z.B.: stundenlang online-Spiele spielt oder vielleicht hier im Forum liest oder schreibt.

    Ich hab`s übrigends genau umgekehrt erlebt: Als mein Freund trocken wurde, hat er sich von heute auf morgen nicht mehr so zurückgezogen, wie früher, als er noch heimlich sein Bier in sich reinkippen musste.

    Er hat sich im Gegenteil richtig an mich angeschlossen, hat wesentlich weniger Schlaf gebraucht und verbringt die gewonne Zeit seither mit mir. :)

    Was aber natürlich nix heißen muss. Denn anscheinend gibt es auch Leute, die dann, wenn sie trocken leben, erstmal viel Zeit für sich selber brauchen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Liebe und Gute.


    Herzliche Grüße
    Leonia

    Zitat von einafets03

    Ich wollte euch auch mal was anderes schreiben als nur Alk Alk und nochmals Alk. Ich hatte heute einen sehr schönen Tag mit einer alten Freundin die ich schon aus der Kindergartenzeit kenne. Wir waren mit dem Kind unterwegs bei den Rehen.

    Super finde ich das, liebe einafets. :)
    Gerade für uns Co`s ist ja ganz besonders wichtig, dass wir lernen, wieder besser für uns selbst zu sorgen, unser Wohlergehen an erste Stelle zu setzen, immer wieder was machen und unternehmen, das uns gefällt und das uns gut tut.

    LG Leonia

    Hallo BlueCloud,

    Zitat von BlueCloud

    Was ist mit Deiner eigenen Erkrankung? Ich denke, dass es in der Co. Abhängigkeit Verhaltensmuster gibt, die nicht nur auf den Partner fixiert sind, sondern sich auf´s ganze Leben spiegeln.

    ich mache Therapie bei einer Therapeutin. Denn mich interessiert brennend, was wozu geführt haben könnte.

    Hallo Leo,

    Zitat

    erinnerst du dich wieviel zeit es gebraucht hat bis dein vertrauen ganz und gar im eimer war? da is es wohl normal, dass es auch einige zeit braucht bis dein vertrauen wieder komplett hergestellt is.

    dir selber was gutes tun is gut, is vor allem gut für dein co-problem.

    stimmt, vielen Dank für diese Gedanken. Ich finde sowieso, dass Du immer sehr aufbauend, ermutigend und stärkend schreibst. :)


    Hallo Emma,

    freut mich sehr, dass es Dir gut geht. :) und auch, dass sich Dein Partner gesundheitlich erholt hat und zudem trocken ist!

    Finde es zudem auch klasse, dass Du beruflich eine Weiterbildung machst.

    Zitat

    Leonia du schreibst, dass du noch immer gegen deine Co-Abhängigkeit ankämpfst. Bitte beschreibe mir das, jetzt wo dein Mann trocken ist.
    Bist du denn zu eifersüchtig, kontrollierend, kannst du nicht loslassen?

    Meine "Co-Abhängigkeit" äußert sich nicht in Kontroll-Aktionen.
    Aber ich weiß, dass ich jahrelang zwangsläufig co-abhängig gehandelt habe, als mein Partner noch getrunken hat: Für meinen Partner mitgedacht habe, ihn an Termine erinnert etc. Nun, wo er täglich autonomer und wesentlich stärker geworden ist, ist meine Unterstützung kaum mehr oder in manchen Bereichen auch gar nicht mehr nötig.

    Das war aber auch eine Umstellung für mich. Anfangs fiel es mir schwer, nicht dauernd nachzufragen: "Hast Du da und dort angerufen? Hast Du dies oder das erledigt?

    Ich bin da nach wie vor dran, mich selbst aus meiner ehemaligen "Mama-Rolle" zu lösen und den Freiraum zu nutzen, der sich mir dadurch eröffnet.


    Hallo Aurora,

    Zitat

    Alte Muster, was sind das für welche. Bei mir z.B., wenn ich wieder anfange, mich zu verbiegen, mich und meine Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen. Wenn ich seine Befindlichkeiten über meine stelle....Wenn ich Verantwortung übernehmen will, die nicht meine ist. All sowas.

    ich verstehe sehr genau, was Du beschreibst und ich denke, es ist sehr wichtig, da immer wieder aufmerksam zu sein und gut für sich zu sorgen.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Aurora,

    vielen Dank für Deine nette und ausführliche Antwort. :)

    Ich denke auch, dass es einen wesentlichen Unterschied ausmacht, ob man den Partner trocken oder nass kennengelernt hat. Es ist bestimmt viel leichter, bei einem Mann, den man immer nur trocken erlebt hat, darauf zu vertrauen, dass er das auch bleibt, da man gar keine Bilder von diesem Menschen als nassem Alkoholiker vorm inneren Auge hat.

    Da können dann höchstens eben Erinnerungen vom Ex triggern oder auch Erinnerungen aus dem Elternhaus, wenn ein Elternteil oder beide suchtmittelabhängig waren.

    Bei mir ist es so, dass meine Ängste bzgl. eines Rückfalls meines Partners zwar im Laufe der Zeit weniger geworden sind, aber doch ab und an mal wieder hochkommen.
    Was mir dann dabei hilft, ist viel für mich selbst zu tun: Freundinnen zu besuchen, meinen Hobbies nachzugehen, einfach das zu tun, was mir Spaß macht und Entspannung bringt.

    Ich wünsche Dir und allen anderen hier eine gute Nacht und eine gute Zeit,

    LG Leonia

    Hallo Karsten,

    Schmetterlingsfrau hat in ihrem strang diese Frage gestellt:

    Darauf hatte ich geantwortet und meine Erfahrungen mit SHG`s geschildert.

    LG Leonia

    Hallo Emma,

    wie schön, mal wieder von Dir zu lesen! :)

    Würde mich ja sooo brennend interessieren wie es Dir geht. Hast Du noch Kontakt zu Deinem damaligem Partner, bist Du noch mit ihm zusammen? Ist er gesundheitlich einigermaßen okay?

    Oder hast Du Dich getrennt?

    Auf jeden Fall, finde ich, dass das, was Du schreibst, gut und reflektiert klingt.

    Herzliche Grüße
    Leonia