• Hi O. Flatterhand
    Möglich das mein Denken in einem existenziellen Realismus Sartre `scher Natur eingebettet ist: „Der Mensch ist Angst, Verlassenheit und Verzweiflung“.
    Jedoch klingt dies lediglich trauriger, als er sich wirklich begründet. Er zeigt auf, dass der Mensch in jeder Hinsicht für sein Leben selbst verantwortlich ist. So kam er auch zu der Auffassung: Man solle keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug.
    Schönen Tag und tanze Deine koboldhaften Reigen bitte weiter – Gruß Uwe.

  • Hallo
    Heute wird ein wenig gefeiert, egal wie das Ergebnis des Fußballspiels ausgeht. Ich bin beim Grillfest der realen SHG. Es werden aus dem ganzen Nürnberger Land Freundeskreismitglieder erwartet. Das schöne dabei – ich brauch mir kein alkoholfreies Umfeld zu suchen, sondern kann es aktiv gestalten. Der Ansatz ist entspannter.
    Schönes Wochenende – Uwe.

  • Hallo Hartmut
    Ich frage dich mal hier bei mir, weil es in Mary Lous Faden irritierend wäre.
    Du schreibst: „…mein Auslöser zum Saufen war die Sucht…“!
    Nur zu meinem besseren Verständnis: - und die Sucht äußert sich im Saufen? Das erklärt mir nichts. Das ist mir persönlich zu banal.
    Weiter schreibst Du: „Meine Selbsthilfe ist nicht in der Vergangenheit darin herum wühlen und bis zum Erbrechen zu analysieren welch Gefühle etc. mir als Grund diente.“
    Es ist auch meine Meinung, dass Selbsthilfe mit der Aufarbeitung einer Vergangenheit, die zum erbrechen war, überfordert ist. Da meine Gegenwart aber unausweichlich mit meiner Biographie verbunden ist, kann ich sie auch nicht ignorieren.
    Ich halte ein Wissen für mich wichtig, warum ich einer Person, einer Situation oder einer Sache ein Gefühl entgegenbringe. Dafür ist es ein Stück weit notwendig dieses aus meiner Geschichte heraus zu verstehen – denn dort liegt es begründet.
    Eine Disharmonie in der Seele ist für mich „kein krankes Hirn“ – ein Abweichen vom gesellschaftlich definierten „Normalen“ ist für mich nicht automatisch ein Gebrechen.
    Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit war einer der Ursachen für einen unangemessenen Umgang mit mir. Das zu durchdringen ist meine persönliche Aufgabe.
    So erklärt sich auch meine Meinung (zu einen anderen Thema in besagten Thread), dass ich mich nicht vor euphorischen Empfindungen verstecken brauche. Zu Beginn sind sie durchaus normal – ich habe endlich mal etwas aus eigenem Antrieb, gegen innere und äußere Widerstände, erreicht. Das ist toll, und fühlt sich eben auch so an. Weil ich es in der Vergangenheit eben nicht konnte und oder das Gefühl „auf Teufel komm raus“ festhalten wollte – und natürlich daran gescheitert bin.
    Was unausweichlich kommen wird, ist die Ernüchterung, wenn ich aus diesem Hochgefühl langsam oder abrupt herausgerissen werde. Es ist nunmehr meine Aufgabe, mich der „Beruhigung“ der Lebensumstände wieder zu stellen, sie anzunehmen und zu akzeptieren.
    Das sind so meine Gedanken, die Deine Aussage bei mir auslösen. Sicher fundiert aus meinem Erleben, meinen Einsichten - aus meiner Chronik.
    Gruß – Uwe.

  • Hallo Uwe

    meine Banalität hat mich zu weiten Teilen trocken werden lassen . Nun gab es auch eine Zeit ,an dem ich dachte ,alles auf den Prüfstand stellen zu müssen . Das machte mürbe und es folgte immer wieder neue Anschichten , Sichtweisen usw. Es kam im weitesten Sinne einer Rechtfertigung gleich .

    Da es keine Gründe zum Saufen gibt, außer ich will es selbst , dann sind die Gefühle Emotionen nur der Vorwand gewesen . Akzeptiert und abgehakt.

    Zitat

    Eine Disharmonie in der Seele ist für mich „kein krankes Hirn“

    Wenn es eine Seele gibt ? :wink: Aber davon abgesehen bezieht sich meine Schreiben vom "kranken Hirn" auf den irreparablen Teil des Hirns. (Suchtzentrum) das durch das jahrelange Saufen geschaffen wurde. Da will ich auch gar nicht verstehen wollen ,welche Synapsen, Transmitter .Botensoffe Rezeptoren usw.. dafür zuständig sind .Da reicht es mir zu wissen, wenn das Suchgedächtnis anschlagt,, wie ich da zu handeln habe.

    Nun Uwe, ich lebe nun mir der Krankheit und lebe sie nicht. Ich weiß auch das die Ansichten meiner Erfahrungen nicht immer konform gehen .Oder auch hin und wieder zum Missverständnis aufruft .

    Heute hier und jetzt mit Freude trocken sein ohne das wesentliche (Grundbausteine meiner Trockenheit) zu vernachlässigen.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Danke Hartmut
    Du rettest mir den Sonntag. Nein , natürlich Quatsch. :P
    Jedoch lässt es mich so Deine Einsichten (eben im Bezug auf deine gemachten Erfahrungen) besser verstehen. Es klingt für mich nicht mehr wie ein Postulat. Das macht es für mich sympathischer.
    Ob eine Ansicht dabei mit meiner deckungsgleich ist oder etwas abweichet ist nebensächlich.
    Du schreibst manche Einsichten provokant – ich finde dies gut so. Ein (diesmal tatsächlich banales) Mittel, um zum nach- oder umdenken zu animieren.
    Ein Standpunkt aus persönlichem Erleben, zeugt von einem selbstbewussten Selbstbild. Das ist weit mehr als ein Großteil der „Nicht-Neurotiker“ je erreichen wird.
    Schönen Sonntag noch - Uwe

  • Hallo Uwe

    Zitat

    Du schreibst manche Einsichten provokant

    ich denke da ist schon etwas dran. :) Jedoch findet "man " bei direkten Menschen immer etwas provokatives.

    " Wo es weh tut da geht es lang " Dieser Spruch wurde mir am Anfang hier mit auf den Weg gegeben . Ich hasste diesen Spruch , bis ich ihn für mich verstand und Ihn für mich umsetzte.

    Es ist ja nicht mein erstes Vorhaben gewesen trocken zu werden . Jahre lange sanftmütige, Selbstversuche ,mit immer tieferen Abstürze, machten es mir leichter , den aus damaliger Sicht empfundenen "harten" Weg zu gehen.

    Das gebe ich als Erfahrung weiter und wer sich dafür interessiert fragt nach . Andere distanzieren sich davon und das ist auch gut so.

    Schönen Rest Sonntag mit Fußball und Formel1 ? wünsche ich :)

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hallo
    Nun, wieder eine Woche geschafft. Klingt etwas mühsam und war es zum Ende hin auch. Mir gehen die „Termine“ aus.
    Hobbys sind deswegen Lieblingsbeschäftigungen, weil ich nicht ständig die Zeit dazu habe. Momentan ist viel Zeit dafür – was den Spaß daran vermindert. Macht es Sinn, etwas zu tun, um des Tuns Willen? Gestern habe ich mir gesagt: „Nein!“
    Doch wer kann von sich behaupten, einen Tag auf der Ottomane verschlafen zu haben und dennoch zufrieden gewesen zu sein? Ich nicht wirklich. Zu viel hätte getan werden können, selbst wenn es lediglich Wiederholungen schon getaner Aufgaben gewesen wären.
    Es liegt im Wesentlichen wohl daran, dass ich mir zu viele Gedanken darum mache. Ständig mit den Fiktionen konfrontiert, was die Folgen eines Handelns oder eben Nicht- Handelns sind, verringert das Wohlsein enorm.
    Mir fehlt sozusagen die Unbekümmertheit die vielleicht einem Spiel innewohnt?
    Ich werd mich mal zum Mini-Golf verabreden.
    Schönen Sonntag – Uwe.

  • glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    einen Tag auf der Ottomane verschlafen zu haben und dennoch zufrieden gewesen zu sein?

    najaaa - schlaf nachholen kann auch ne sehr wichtige aufgabe sein (auf vorrat schlafen is ja bekanntlich unmöglich).

    schöne zeit und n kraftpäckl

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo
    Die momentane Standortbestimmung: Nichts Neues auf der Baustelle.
    Ich hader nur sehr selten mit der Situation. Ein Hinarbeiten in die Position. „Es ist so, wie es ist!“
    Ich hatte ein richtig gutes Wochenende. Freitagabend das Fußballspiel mit vielen Bekannten und weniger Bekannten „Freundeskreislern“, die zum Bayerntag unseres Selbsthilfeverbandes angereist waren. Samstag besagte Jubiläumsfeier. Eine Menge attraktiver, kurzweiliger und aufschlussreicher Gespräche. Gemütlichkeit und Anspruch in sehr ausgewogenem Maß.
    Gestern dann Altstadtfest in Lauf. Da habe ich einige meiner ehemaligen Lehrlinge getroffen. Die gehen alle ihren Weg und haben jetzt schon beruflich weit mehr erreicht, als dass ich mich je getraut habe. Ich habe dabei keinen Neid verspürt (was in Hinsicht meiner „natürlichen Verhaltensweisen“ durchaus kompatibel gewesen wäre). Ich war richtig erfreut darüber.
    Ich versuche die positiven Emotionen des Wochenendes noch eine Weile festzuhalten. Ab Mittwoch begebe ich mich dann in die Fänge der „Genesungsbürokratie“. Da werde ich die vermutlich brauchen können.
    Gruß - Uwe

  • glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    Ab Mittwoch begebe ich mich dann in die Fänge der „Genesungsbürokratie“.

    da will ich dich schonmal verabschieden (bevor ichs verpasse). ich wünsch dir, dass du da auf kompetente und vor allen auch "handwerklich" geschickte leute triffst.
    ich drück n daumen für dich.

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Code
    Mir fehlt sozusagen die Unbekümmertheit die vielleicht einem Spiel innewohnt?

    Hallo Uwe, über dieses Thema habe ich vor kurzem einen ganz langen Artikel in einer antroposophischen Zeitschrift gelesen.

    Leider habe ich sie nicht mehr.

    Sie gingen darin sogar soweit diese Unbekümmertheit mit Naivität "gleichzusetzen?" und zitierten einen berühmten Menschen (Philosophen), weiss den Namen nicht mehr :oops:, :wink: , der soweit ging, dass zu jedem glücklichen Menschenleben auch ein Stückchen Naivität gehört.

    Und diese oft geradezu den Charme eines Menschen ausmacht.

    Das nur so am Rande.

    Ich hab´zwar nicht nachgelesen was es bei dir gibt das genesen muss, ( die ganzen Beiträge und Schicksale hier machen misch feddisch ;) ) aber ich wünsche dir, dass diese Genesung Schritt für Schritt stattfinden wird !!

    Und ich wünsche uns, dass du hier fleissig weiter schreibst, wenn du magst natürlich.

    Gute Besserung !!!

    MaryLou

  • Hallo Uwe,
    alles Gute für Dich in der "Genesungsbürokratie".

    Ich lese schon länger bei Dir, und mir gefällt was und wie Du schreibst.
    Für mich klingt es insgesamt angenehm unaufgeregt.

    LG Manfred

  • Hallo Matthias
    Noch kommt es nicht zu „handwerklichen“ Verbesserungen. Erst mal lediglich die formalen Vorarbeiten: AOK; medizinischer Dienst; Rententräger. Wer zahlt was und wann. Ich denke mal, dass ich dies so unaufgeregt, wie es sich liest (Danke Manfred – ich werde mich bemühen), über die Bühne bringe.
    Mary Lou
    Zur Anthroposophie habe ich ein distanziertes Verhältnis, was aber weniger mit der ursprünglichen Begrifflichkeit, als mit dem Namen Rudolf Steiner und seiner vertretenen spirituelle Weltanschauung zu tun hat.
    Jedoch schreibt Tolstoi zum Thema Unbekümmertheit bei Anna Karenina etwas Interessantes.
    Ich habe es wortwörtlich nicht mehr im Sinn (und Linde würde es als Zitat auch sofort editieren :wink: ).
    Ein Kind in seiner Naivität ist der Kompass, der uns aufzeigt, wie weit wir von unserem Wissen abweichen, es jedoch nicht wissen wollen.
    Das hat Charme und Weisheit.
    LG. – Uwe.

  • Hallo Uwe,

    Du hast bei Zerfreila geschrieben:

    Zitat

    Meine Einstellung hat sich von „Sucht = Krank“ wegentwickelt. Ich sehe meine Sucht nunmehr als persönliche Aufgabe und Chance dazu die Abstinenz (oder eben Trockenheit) und meine Verhaltensweise die ich damit verbinde, als ein Lebensgefühl.
    Diese individuelle Einsicht relativiert nichts – lässt mich allerdings toleranter mit anderen „Lebensweisheiten“ umgehen. Schließlich geht es mir nicht um Heilung eines „Defektes“, sondern um Lebensbewältigung.

    Danke für das Geschriebene, ich sehe es genauso und bin mittlerweile auch im 3. Jahr abstinent unterwegs.

    lieben Gruß Sonnenblume :)

    Ich bin Ich , und will es immer mehr werden

  • Hallo Uwe

    Zitat

    Meine Einstellung hat sich von „Sucht = Krank“ wegentwickelt.

    in den nassen Jahren und in den Anfängen des Trocken werden war ich krank. Ich hatte auch noch eine Zeit diese "nassen Gedanken" und es brauchte auch eine Zeit, der weg oder Weiterentwicklung, um es als Chance für eine neue Lebenseinstellung zu sehen . Gestoppte Krankheit ist auch in meinem Verständnis gesund ohne jedoch geheilt zu sein.

    Es ist jedoch mein Prozess, meine Realität und meine Ansicht , mit der ich zufrieden leben kann. Ich habe mich auch mit der Zeit von psychologischen, therapeutischen Schlagwörtern ( heute muss ich aber achtsam sein" oder von Trockenheitsarbeit, in sich rein fühlen, ich muss aufpassen oder es hört nie auf. Ich muss bei mir bleiben . usw....) verabschiedet, die mich krank halten würden. Das nachplappern hat mir eine Zeit die Sicherheit gegeben um die jetzige Stabilität aufzubauen. Jedoch sind das alles eh eine Grundeigenschaft des Menschen .

    Nur mal kurz um um das Trocken sein nicht als Krank zu bezeichnen :)

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut.
    Das ist in etwas, dass, was ich meine. Einsichten und Entwicklungen haben eine persönliche Geschichte.
    – Gelegentlich auch eine lange Geschichte - .
    Sie waren zu Beginn mit „Mentoren“, „Schulen“ und „Beratung“ eng verbunden und brauchten eigene Erfahrungen, um sie in mein Leben einzubeziehen. Und alle Schritte (selbst Site-Stepps und Kapriolen), hatten für mich ihre spezielle, hilfreiche Bedeutung. Ein Verständnis für die eigene Lebensweise – und ebenso für die Lebensart des anderen – erwächst lediglich innerhalb dieses Kontextes. Das gilt allgemein fürs Leben, zeigt jedoch im Bezug auf die Abstinenz, das Veränderungen möglich sind.
    Vereinzelt vergesse ich allerdings auch, dass ich mit dem Nachahmen angefangen habe. Und weil mir mein Erkennen und mein Wollen, auch für andere so wichtig erscheinen tut, verleitet es dann dazu, meine eigenen Maßstäbe auf andere zu übertragen (vielleicht auch eine Grundeigenschaft?). Dann will ich mich Einmischen, statt Fragen zu stellen.
    Es bleibt eine Gratwanderung, zwischen Wegen aufzeigen und Richtungen vorgeben - zwischen begleitend zur Seite stehen und Manipulation.
    Das Thema „krank“ vs. „gesund“, (und wer bestimmt im psychischen Bereich überhaupt die Kriterien dafür?), weckt bei mir im Moment einige Assoziationen. Das liegt aber vermutlich daran, dass ich zurzeit im Bezug auf meine Hüften keinen wirklichen Einfluss darauf habe.
    Ich gehe mal lieber in die Koje – ehe ich noch weiter abschweife.

  • Hallo Uwe

    Zitat

    Und weil mir mein Erkennen und mein Wollen, auch für andere so wichtig erscheinen tut, verleitet es dann dazu, meine eigenen Maßstäbe auf andere zu übertragen

    in der Form der Selbsthilfe entscheidet jeder selbst was er sich übertragen lässt oder für sich annehmen kann.

    Zitat

    - zwischen begleitend zur Seite stehen und Manipulation

    aus heutiger Sicht war ich froh am Anfang, mit meinen nassen Denken, in die richtige Richtung "manipuliert" worden zu sein. Umso trockener ich werden durfte, umso klarer war mir dann der Unterschied.

    Nun gehe ich ja immer von mir aus und unterstelle jedem das er hier erwachsen genug ist um das für sich selbst festzustellen . Ich lasse mich auch nicht mit 50 noch als kleines Kind behandeln. Die Unmündigkeit hatte ich auf dem Höhepunkt der nassen Jahren. Heute entscheide ich selbst .

    Nun schweif ich wieder ab :)

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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