Am Beginn eines langen Weges

  • Hallo Frank,

    na das sind ja schöne Neuigkeiten.

    Ich finde deine Reaktion super und bin mir sicher, dass du im Wald ein wenig auf ihn eingehen konntest.

    Mit meinen Freundinnen habe ich auch geklaut, Brausebonbons, aber damals schon voll Co, nicht für mich/uns sondern für die Jungs, damit wir mit ihn ihre coole, selbstgebaute Bude durften.

    Statt uns selbst eine zu bauen ;) !!!

    Nur wir waren nicht so dusselig uns erwischen zu lassen.

    Danach hab´ich "nur" noch meinem Bruder Schokolade geklaut.

    Dafür hat er meinen geheimen !!!! Liebesbrief dem betreffenden Jungen in den Briefkasten geschmissen. ( Sooo peinlich ! )

    Schön, dass dein Sohn so einen "bewussten" Vater hat. :)

    Marion

  • Hallo Forum,

    das Schönste bei mir ist eigentlich daß es bei mir gerade so garnichts Spektakuläres zu berichten gibt. Immer wenn das Leben in die Extreme ging früher tat ich das auch (und nach Extremen war ich süchtig, das Leben mußte irgendwie immer dramatisch sein - ich glaube das hatte sehr viel mit meiner Suchtpersönlichkeit zu tun: dieses "Schneller Höher Weiter").

    Ich verbringe meine Zeit überwiegend damit meine aller aller allerliebste Jahreszeit zu genießen :) , ich lese sehr viel, meditiere viel (das ist immer mehr zur eigentlichen Grundlage meines Lebens geworden seit ich in der LZT damit wieder angefangen habe), ich ruh mich viel aus und guck gern mal nen netten Film oder hör mir interessante Sachen im Radio an (bin Radiofan so wie viele Leute ja TV mögen: Hörspiele, Features, abseitige Musik... ohne deutschlandradio kultur könnt ich nur schwer leben).

    Es fühlt sich an als sei ich dabei eine Mitte zu finden, die ich früher nicht nur nicht hatte, sondern mit der ich auch nichts hätte anfangen können - ich hätt all das als zu "langweilig" abgelehnt.

    Durch das Meditieren werden auch immer wieder einmal negative Gefühle aus versunkenen Tiefen meiner Psyche nach oben gespült; ich kann mich dann damit auseinandersetzen und diese Dinge endlich loslassen. Dauert manchmal, macht manchmal Schmerz, aber das Befreiende steht absolut im Vordergrund. Es hat etwas Therapeutisches, aber das findet jenseits aller Worte und Theorien statt, es fühlt sich eher wie ein langsames organisches Wachstum an...

    ich hoffe dies klingt nicht allzu abgedreht (ich bin durchaus in der Realität verankert und hab für Esoterik absolut nix übrig), - aber ich wollte es gern teilen mit denen die es ein bißchen nachfühlen und etwas damit anfangen können.

    Aber allen hier wünsch ich einen richtig schönen Abend!

    LG Frank

  • Hallo Frank,

    gerade als ich an dich dachte, ....was er wohl gerade so macht, ;) .... da machte es *pling* an meinem handy.....

    Jetzt bin ich doch kurz an den laptop.

    Ich kann damit etwas anfangen was du da schreibst, bin davon zwar noch meilenweit entfernt,, aber ich denke wenn ich mal dein Alter haben werde ;) , und die kidis mich kaum mehr brauchen, dann werde ich einen kleineren Teil meiner Zeit auch so verbringen.

    Das was du über die Meditation schreibst kann ich auch gut nachfühlen.

    Für heute, in meinem jetzigen "Betriebszustand", wäre mir dein Leben in der Tat zu langweilig ;) .

    Aber "neidisch" bin ich trotzdem manchmal ein klein wenig.

    Freut mich, dass es dir so gut geht.

    LG Marion

  • Hallo Garcia

    Für mich klingt das nicht abgedreht.Das liest sich unheimlich gut,was Du über dich und deine Meditation schreibst.Ich finde das sehr interressant,habe mich aber bislang noch nicht dazu aufraffen können.Ich brauchte da mal ne Anleitung,jemand der mich da einführt.Ich werd mich mal drum kümmern.
    Ansonsten freu ich mich,das es dir gut geht.

    LG Lütze

    Trocken seit 2.11.2007

  • Hallo Lütze,

    ich las gerade bei dir: " Aber solang es solche Tage gibt,an
    denen ich mich auf mich mal besinnen kann,solange, mmh,merke ich
    doch auch;daß es mich gibt."

    Das isses ja eigentlich.

    Bücher über Meditation gibts wie Sand am Meer (viel Schrott dabei), ich schätz besonders "Selbstentfaltung durch Meditation" von Schwäbisch & Siems (ohne religiösen Hintergrund das sind Therapeuten) und - das ist dann aus dem im engeren Sinn buddhistischen Bereich - die Bücher von Charlotte Joko Beck, da muß man sich aber auch weder schwarze Roben anziehen noch die Haare rasieren ;) aber mich haben sie allgemein sehr weitergebracht. Auch was das Leben, seinen Sinn und seine Probleme an sich angeht.

    Aber am Besten ist "Meditation für Dummies". Diese Serie ist eh echt verdienstvoll (gibts ja für alle möglichen Themen), bloß nicht vom blöden Titel abschrecken lassen...

    LG Frank

  • Hallo Forum,

    Garcia bebt in Vorfreude...

    denn morgen ists soweit, der Film "Cloud Atlas" läuft an nach dem wunder- wunder- wunderbaren Roman "Wolkenatlas" von David Mitchell (dessen neuen Roman "Die Tausend Herbste des Jacob deZoet" ich nebenbei jedem hier der gern liest wärmstens ans Herz legen möchte); und ich freu mich wie Hulle darauf. Erste Besprechungen waren total euphorisch. Ich glaub mir steht da din Genuß bevor den man nur ein paarmal im Leben hat...

    Ohne sowas möcht ich nicht leben. Hach *Vorfreude*

    In Saufzeiten hätt ich den Film wohl garnicht begriffen, es ist sooo schön sich wieder auf derartige Sa hen einlassen zu können mit klarem Kopf...

    Allen hier einen ganz lieben Gruß ausm Norden!

  • Hallo Frank, wir haben gerade deinen Filmtip im Autoradio gehört. Danke, somit gehe ich da auch bald rein. :) Es freut mich dich so "sprühend" zu erleben. Auch deine klassischen Musikgedanken und ""Tips" finde ich wertvoll. Seit ich ca. 40 bin merke ich wie ich im Auto oft bei den Klassikern hängen bleibe. Ganz unbewusst. Beim durchschalten. Meine Tochter spielt ja auch Geige im Orchester. Da kommen mir dann schon mal Tränen der Rührung. Die spielen auch moderne Stücke wie Viva la Vida von Coldplay oder etwas aus Harr Potter oder Herr der Ringe. Ich möchte die mal ein Kompliment machen. Ich habe das Gefühl du bist ein wahrlich toleranter Mensch. Jetzt aber Zack das Hand aus Marion. Adele und einen schönen Abend.

  • @ Marion:

    Mein Tip 1: les erst das Buch. (immer besser bei Verfilmungen)

    Mein Tip 2: nicht Handybedienen und Aurofahren --- kostet mehr als Buch & Kinokarte :)

    Mein Tip 3: mach dir nen schönen Abend.

    LG Frank

  • Lieber Frank,

    ich hatte ja gesagt, das ich dir noch etwas zu deiner alten/neuen Liebe schreiben möchte. Ich denke auf jeden Fall, das du gut auf dich aufpassen kannst- das hast du in der Zeit deiner Trockenheit wieder gelernt. Aber ich glaube auch, das es nicht schaden kann, wenn wir hier im Forum auch ein bißchen auf dich achten/aufpassen und dir sagen, wenn etwas sich gefährlich oder "komisch" für uns anfühlt- vielleicht schreibe ich grad in der falschen Person....kann ja nur von mir sprechen...

    Auf der einen Seite wünsche ich dir viel Glück mit deiner Liebsten und ich kann sehr gut verstehen, das du es ausprobieren "musst", gerade weil sie eine ganz große Liebe in deinem Leben ist.
    Doch es wundert mich schon ein bißchen, das es sich jetzt so entwickelt, weil du vor nicht langer Zeit folgendes bei mir geschrieben hast

    Zitat


    Ein eigenes Thema ist Liebe und Partnerschaft... ich hab ja wieder (habs kurz in meinem Thread gesagt) Kontakt zu der Exfreundin, damals, wohin das führt weiß ich nicht aber Beziehung?! Irgendwie ein Thema das für mich im Kopf vorbei ist (egal mit wem, ich sprech garnicht von Ihr), aber im Bauch... ich sehn mich schon auch mal nach Zärtlichkeit, Gehaltenwerden etc. Aber der Preis ist mir zu hoch -- irgendwie bin ich auf nem andren Weg. Aber ich bin sehr sehr froh daß diese alte dunkle und belastende Geschichte nicht mehr da ist. Menschlich ist es besser so. Es schafft Luft zum Atmen.

    Ich finde auf der anderen Seite die Tatsache sehr schwierig, das sie noch trinkt- auch wenn du schreibst, das sie nicht mehr säuft, und ihr die ambulante Therapie gut getan hat. Ich für mich könnte damit überhaupt nicht umgehen- ich brauche da einfach konsequent meine Risikominimierung. Dafür fühle ich mich noch nicht stabil genug.

    Wie gesagt, ich verstehe, das du es zumindest probieren möchtest- und ich denke auch, das du dir der Gefahren bewusst bist. Trotzdem hoffe ich, das ich dir damit nicht zu nahe trete, wenn ich dir nochmal sage: bitte pass auf dich auf!!

    Herzlichst Lena

  • Guten Morgen Lena,

    nein Du trittst mir überhaupt nicht zu nah mit Deiner Warnung – im Gegenteil, ich empfinde das als sensibel und zugewandt. Und es ist ja auch nicht so, daß ich mir der Fallstricke, die mir da drohen können, nicht bewußt wäre.

    „Gefahren“ sehe ich auf zweierlei Art. Das Eine ist die Tatsache, daß diese Frau weiterhin Alkohol konsumiert. Dem kann ich nur auf die Art begegnen, mit der ich Alkohol generell begegne: ich setze mich dem nicht aus. Wir können uns nur sehen, wenn kein Alkohol im Spiel ist – das halte ich auf jedem Gebiet meines Lebens so (ich gehe bspw. bis heute generell nicht in Restaurants, da ich keinen Einfluß darauf habe was an den Nebentischen so passiert), und bezogen auf diese Frau halte ich das erst recht so. Bei mir zuhause ist Alkohol eh verboten, für jeden der mich besucht. Wenn ich zu ihr gehen würde und dort stände Bier auf dem Tisch würde ich wieder gehen bevor ich auch nur die Jacke ausgezogen habe – und das weiß sie auch, das muß klar sein und ist es auch.

    Die andere Gefahr ist, daß ich durch ihre Ängste vor Nähe, Verlassenwerden, Bindungen (die sie als gefährlich erlebt hat) immer wieder in die Sorte emotionale Achterbahn geworfen werden könnte, die ich aus früheren Zeiten mit ihr so gut kenne. Das sind Themen, die sie auch in einer knapp zweijährigen Therapie wohl nicht endgültig überwinden konnte – oder, wie meine Therapeutin in der LZT gesagt hatte, dies bleibt ein Lebensthema.

    Während ich der ersten Gefahr – durch den Alkohol – recht einfach begegnen kann (durch eine klare Haltung der Risikominimierung und Abgrenzung) ist das zweite wesentlich schwieriger. Immerhin kann sie über ihre Ängste mittlerweile mit mir sprechen. Aber es bleibt eine Gratwanderung, und mir ist sehr bewußt, daß zu einer Trockenarbeit auch gehört, solche emotionalen Gratwanderungen zu vermeiden oder zumindest dann abzubrechen, wenn sie mich emotional runterziehen würden – und damit mich indirekt gefährden würden...

    Etwas, was ich in dieser Zeit allerdings auch merke, ist daß ich in mir eine ganz andere Stabilität habe als damals zu nassen Zeiten. Ich bin innerlich unabhängiger. Ich würde natürlich gern, sehr sehr gern mit dieser Frau eine stabile und gute Partnerschaft aufbauen. Aber vielleicht stellt sich heraus, daß das einfach nicht geht; aber dann werde ich nicht verzweifeln, sondern mich auf eine gute Art aus der Sache verabschieden. Ich merke heute, daß ich auch gut allein funktioniere, ohne jemand an meiner Seite leben kann; das war früher ganz anders, da fühlte ich mich allein nicht wie etwas Ganzes sondern wie eine Hälfte, die ihr Gegenstück braucht um vollständig zu sein.

    Und im Wissen um diese Stabilität – auch darum daß ich mir die schwer erarbeitet habe und sie nicht mehr gefährden will und darf – versuche ich eben, zu schauen, was uns als Paar möglich ist und was nicht. Mit Blick darauf daß es vielleicht ales zu wenig sein könnte.

    Für Deinen einfühlsamen und zugewandten Text möchte ich mich bedanken, er hat mich sehr gefreut und mir gezeigt, daß ich in diesem Forum gut aufgehoben bin. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag (mieses Wetter herrscht hier aber die Farben sind wunderbar...)

    LG Frank

  • glück auf frank

    Zitat von garcia

    schauen, was uns als Paar möglich ist

    du gehst n risiko ein, das du wahrscheinlich überschauen und beherrschen kannst. aber s bleibt n risiko.
    bleib achtsam

    schöne zeit - kraftpäckl

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo silberkralle vielen lieben Dank für dein Kraftpäckel, ich werde es nutzen um achtsam zu bleiben --- kannst dich darauf verlassen.

    Hallo Forum,
    Ich wollte gern mal einen Tip loswerden bin aber nicht sicher ob die Forumsregeln dies direkt so gestatten. Also verklausuliere icb es etwas: Hab mir heute eine Sonderausgabe DER bekanntesten Zeitschrift für Psychologie geholt (hängt n "heute" dran und ist sie oft recht oberflächlich ok jaja), ihre Sonderausgaben nennen die "Compact" und das Thema ist diesmal der Umgang mit Krisen. Drum hab ich sie mir mal geleistet... geht mich ja ne Menge an.

    Und da findet sich auf S. 36 ein Artikel mit der Überschrift "Akzeptieren was ist", und den find ich sehr gut. (das ganze Heft lohnt).

    Was ich gern loswerden wollte -- ich hoffe daß dies mir unter Respektierung der Regeln des Forums gelungen ist...

    LG an alle hier. Frank

  • Hallo Frank,

    Danke für Deinen Besuch in meinem sich mittlerweile wieder mit Leben füllenden *alten* Thread - ich freue mich auf einen lebendigen Austausch :)

    Von Dir habe ich den Eindruck, dass Du auf Deinem Weg in eine ähnliche Richtung wie ich eingeschlagen hast. Daher kann ich diesen Tipp

    Zitat

    ein Artikel mit der Überschrift "Akzeptieren was ist", und den find ich sehr gut. (das ganze Heft lohnt).

    voll unterstützen. Die Publikation ist eine Anschaffung, die sich lohnt (keine Bange, bin nicht in der PR-Branche tätig und bekomme keine Prozente..)

    Ich werde mich mal in kleinen Einheiten bei Euch einlesen - wird aber etwas dauern :)

    Beste Grüße,
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Zitat von garcia

    ...Akzeptieren was ist...


    Hallo Frank,

    so hilfreich diese Aussage auch ist,
    immer wieder finde ich mich beim Nicht-Akzeptieren.
    Damit verbrate ich oft sehr viel nutzlose Energie.

    Von Eckart Tolle habe ich am Wochenende eine DVD angesehen.
    Es handelt sich dabei um eine Aufzeichnung eines Vortrags,
    den er 2010 in Karlsruhe gehalten hat (gibt's bei Amazon).
    Dort zeigt er auf sehr sympathische Weise,
    wie nutzlos das Nicht-Akzeptieren ist.

    Vielleicht gelingt es mir irgendwann einmal,
    auch mein gelegentliches Nicht-Akzeptieren zu akzeptieren.

    Viele Grüße
    Correns

  • Hallo Frank

    Will mal wieder n Gruß dalassen.Lese ab und zu hier bei Dir.Wie die Freundschaft mit der Frau wohl ausgehen wird,da bin ich ja gespannt.Wenn ich das mal so formulieren darf.Vor kurzem unterhielten wir uns über Meditation.Hast Du alles nur mit den Büchern gelernt.Oder hälst Du dies für möglich?Nach den Büchern habe ich schon geguckt.

    Lütze

    Trocken seit 2.11.2007

  • Hallo Forum,

    heute war ein recht intensiver Tag, da ich am Vormittag Einzelgespräch und am Abend Gruppe hatte, beides – vor allem das Einzel – sehr „dicht“ und wertvoll für mich. Aber darüber später. Erstmal möchte ich mich bei Correns, Samsara, Lütze und wacholderfrau für ihre netten Einträge hier bedanken und auf die ein bißchen eingehen.

    @Correns: „Akzeptieren was ist“, das ist natürlich ein verdammt großes Wort. Ich kann das natürlich ebenso wenig wirklich und in jeder Situation umsetzen wie irgendein anderer Mensch (es mag seltene und wertvolle Ausnahmen geben, einige Zenmeister, einige sehr fromme Menschen, vielleicht einige sehr alte Menschen, die mit großer Zufriedenheit und Akzeptanz auf ihr Leben zurückblicken können), aber im Allgemeinen ist das eher ein Ideal als ein Ziel; und das bedeutet ja daß es etwas ist, dem man sich annähern sollte ohne den Anspruch haben zu müssen, es immer und unter allen Umständen zu erreichen. Außerdem ist „akzeptieren“ nicht gleichzusetzen damit, alles einfach nur hinzunehmen, oder alles unterschiedslos zu bejahen. Sondern es bedeutet (für mich zumindestens), über ein rein emotionales Ablehnen hinausblicken zu können. Wenn ich etwas einfach nur ablehne nehme ich es gar nicht wirklich wahr, ich wende mich innerlich sofort reflexartig ab anstatt genau hinzusehen; damit beraube ich mich aber eines Teils meiner Möglichkeiten, etwas zu verändern. Da kommt der alte gute Satz wieder ins Spiel, es komme darauf an, zu ändern was man ändern kann, hinzunehmen was man nicht ändern kann und auf die Klugheit, das eine vom anderen unterscheiden zu können. Fast alles hat viele Facetten. Und meist nicht nur negative... – Dein „Akzeptieren, nicht alles akzeptieren zu können“ gefällt mir in diesem Licht sehr gut.

    @ Lütze: Ich habe Meditation ohne Lehrer gelernt und mich dabei an die zahlreichen Erfahrungen und Anweisungen aus zahlreichen Büchern gehalten, meine eigenen Erfahrungen gemacht (manchmal waren die schmerzhaft) und meinen „Stil“ immer wieder ein bißchen modifiziert und angepaßt. Ich denke schon, daß das prinzipiell geht (zumindest auf den ersten, oberflächlicheren Stufen der Meditation), aber – je nachdem aus welcher Motivation heraus man meditieren möchte und mit welchen Zielen -, ideal ist das wohl nicht. Besser, einfacher und sicherer ist es sich einen Lehrer zu suchen. Es ist beispielsweise einfach schwierig, die eigene Sitzhaltung selbst auf ihre Korrektheit hin zu überprüfen, und Fehlhaltungen können durchaus körperliche Probleme mit sich bringen. Je tiefer man ins Sitzen einsteigt (und je mehr man aus einer im engeren Sinne religiösen Motivation heraus sitzt und nicht „nur“ aus Entspannungsgründen, desto wichtiger wird eine gute Führung. Dazu kommt, daß Meditation die Eigenart hat, Inhalte des Unbewußten, Abgespaltenes, Verdrängtes sozusagen „hochzuschwemmen“. Das kann eine Zeitlang ziemlich unangenehm sein. Ich selbst bspw. hatte in 1998 (Winter 1997 hatte ich angefangen) monatelang Angst, ohne zu wissen wovor. Es hat gedauert bis mir klar wurde, daß das alte Dinge aus sehr frühen Phasen meines Lebens waren, die da wieder lebendig wurden. Da kann das gut sein jemanden zu haben, mit dem man so etwas besprechen kann und der/die diese Dinge aus eigener Erfahrung kennt...

    Ich schick das jetzt mal ab bevor es verloren geht  , geht dann gleich weiter

  • Samsara : Ja, das Gefühl daß wir da ähnliche Wege gehen habe ich auch. Ich mag Deinen Thread und habe begonnen ihn von Anfang an zu lesen. Bis ich damit durch bin wird es eine Weile dauern, aber ich bin gespannt darauf und freue mich auch auf einen guten Austausch mit Dir 

    @ Margit: Danke für die Blumen, ich freue mich daß Du damit etwas anfangen konntest. Mir ist dieses heimtückisch sich unter der Oberfläche verbergende des Saufdruckes zuerst aufgefallen als ich vergangenen Winter in der Entgiftung war und zum ersten Mal den ganzen Tag in einem geschützten Raum über meine Sucht nachdenken konnte. Anfangs dachte ich ich sei einfach zu unachtsam, aber dann stellte sich nach und nach heraus daß es sehr Vielen dort so ging. Die ersten Anzeichen dafür, daß sich Saufdruck anbahnt, können fast unmerklich sein und müssen mit dem Thema Trinken inhaltlich garnichts zu tun haben; wenn die ersten kurzen „Blitze“ durch den Kopf schießen, in denen es bspw. um ein „leckeres“ alkoholisches Getränk geht, ist oft schon eine gewaltige innere Schieflage entstanden... zumindest ist das meine Erfahrung. Wir können eigentlich gar nicht sensibel genug sein, wenn es darum geht, in uns hineinzuhorchen; aber wir sollten dies nicht ängstlich oder überbesorgt tun, sondern mit einer gesunden Neugier für das was sich in uns abspielt und, vor allem, auch in guten Zeiten. Ist Übungssache, wird aber immer leichter 

    Was das Verhältnis zu der Frau angeht von der ich schon so oft schrieb hier – es war heute Thema meines Einzelgespräches. Nach ein paar schönen Treffen ist sie jetzt wieder auf Tauchstation und meldet sich nicht, die alte Angst vor Nähe, Bindung, es steckt tief in ihrer Geschichte und ich werde es nicht ändern können, das könnte nur sie selbst... Meine Therapeutin meinte dazu daß es denkbar sei, daß diese Rückzüge für sie ein notwendiger Selbstschutz seien und daß es für mich wichtig sei, sehr bei mir zu bleiben und mich auf mich selbst zu konzentrieren, um in den Nähe-Distanz-Wirrnissen nicht zum Blatt im Wind zu werden. Ich sehe das genauso.

    Was ich allerdings bemerke ist, daß ich meinen Schwerpunkt sehr stark in mir selbst habe. Ich kann ihre Distanzbedürfnisse – da schließt sich der Kreis – „akzeptieren als das, was nun einmal ist“. Vor einem Jahr hat mir das alles sehr sehr wehgetan, auch weil ich es nicht verstanden habe. Jetzt macht es mich schon traurig, weil ich weiß daß es ihr nicht gut geht damit. Aber ich kann dafür sorgen daß es MIR gutgeht. Ich hätte gern jetzt, da ich Urlaub habe, mehr Zeit mit ihr verbracht. Aber das scheint nicht zu gehen. Also nutze ich die Zeit und tu mir etwas Gutes, bin viel draußen in den matten Farben die ich so liebe, lese viel (Davis Mitchell, „Chaos“, und mein geliebter Charles Dickens), beschäftige mich mit Musik, treff Freitag meine Tochter, koche, meditiere, ruhe oder tu mal garnix (da bin ich gut drin).

    Ich wünsche allen im Forum einen schönen, angenehmen und trockenen Abend!

    LG Frank

  • Lieber Frank,

    lass Dir Zeit beim Lesen des Threads, der ja schon seit über 3 Jahren besteht :)

    Ich habe zwischenzeitlich damit begonnen, mich mit speziellen Themen, die bei mir gerade *dran* waren, im geschützten Bereich auseinanderzusetzen, da ich diese Dinge nicht für das gesamte www lesbar wissen wollte.

    Jetzt tut es mir gut, mich mal wieder hier etwas mehr einzubringen und ich habe in den letzten beiden Tagen vieles gelesen (auch bei Dir), was auch für mich hilfreich ist.

    Insbesondere mit Deinen Ausführungen zur *Akzeptanz dessen, was gerade ist*, kann ich viel anfangen. Es ist ja auch nicht so einfach, zu erklären, dass dahinter kein Fatalismus und keine kritikloseZustimmung steckt. Ebenso ertappte ich mich sehr häufig dabei, die Dinge sofort zu bewerten (da ging fast automatisch die jeweilige Schublade auf und schupps - war es nicht mehr möglich, die Dinge anzunehmen ohne sie zu bewerten :o ).
    Annehmen, was ist bedeutet eben auch zu akzeptieren, dass ich gerade eine Sauwut habe, total frustriert bin, etc. und dies dann erstmal so stehen zu lassen, ohne Schlüsse daraus zu ziehen. Das bedarf einer jahrelangen Übung, aber der Weg dahin ist das Ziel.

    Was Du über Deine offenbar nicht ganz so einfache Beziehung schreibst, liest sich für mich so, dass Du Dich inzwischen gut schützen und auf Deine Bedürfnisse achten kannst. Gut, dass Du dabei therapeutische Hilfe hast.

    In schwierigen Zeiten bin ich auch immer wieder auf Tauchstation gegangen, habe niemanden an mich herangelassen und keine Hilfe angenommen. Mir war erst viel später klar, wie sehr ich mir nahestehende Personen (und letztlich mich selbst) mit dieser *inneren Emigration* immer wieder verletzt habe :?

    Ich wünsche Dir in Deinem Urlaub Zeit und Muße für die Dinge, die Dir guttun - für Dich selbst und natürlich zusammen mit Deiner Partnerin, wenn sie sich darauf einlassen kann.

    Herzliche Grüße,
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

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