Ich wuensche mir, wieder frei zu sein.

  • Hatte er nicht schon letzte oder vorletzte Woche Freitag einen Termin?

    Für mich klang der Text nicht so, als ob er sich für eure Beziehung einsetzt, sondern auch so, als ob er als eine Art Seelsorger fungiert.

    Wohnst du in einer ruhigeren Gegend? Gibt es in der Nähe einen Ort, wo du nur deine Ruhe hast und mal durchatmen kannst, fernab vom PC und Telefon? Dann geh mal dorthin und verbring ein paar Minuten nur für dich :)

    Ich lese deine Beiträge gern, aber so hat sich dein Nachmittag sonst nur um XY gedreht.

  • Hoffnungen: Dass er es schafft und wir vl irgendwann einen gesunden Kontakt haben koennen.

    Aengste: Dass er es nur tut, weil er jetzt sozusagen mit dem Ruecken zur Wand steht. Und dass ich allein durch diesen Tag jetzt wieder viel zu viel gebe und es jetzt vielleicht so weitergehen wird, wenn ich nicht wieder die Notbremse ziehe.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Ja, ich bin voellig im Chaos schon wieder.

    Ja er hatte einen Termin, es sei alles in Ordnung. Auch mit der Leber, nur der Cholesterin waere zu hoch.

    Aber er hat eben nichts zur Trinkerei gesagt.

    Jetzt hat sein Freund ihn so weit, dass er zum Arzt gehen will, aber mein XY sagt dennoch, dass er nicht denkt, dass ihm das helfen kann. er haette Angst, dass er dann wieder in eine Klinik muesse und blablablabla.. Er sucht Gruende, keine Wege.

    Wie sinnlos.

    Sein Freund sagte, ich solle doch kommen, dass man persoenlich sprechen koennte ueber die Situation. Dem ist einfach nicht bewusst, wie oft ich schon persoenlich da war...

    Im Grunde hat das Gespraech vermutlich rein garnichts gebracht.

    Aber es ist ok, ich weiss, dass ich die Chance mit seinem Freund als eine Chance betrachtet habe und es deshalb auch nochmal versucht habe.

    Das soll ok so sein. Ich will es nicht bereuen.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen: diese Hoffnung braucht sehr lange zum Sterben, vor allem wenn man ihr Nahrung gibt - was ich auch sehr lange gemacht habe. In vielen Situationen kannst du dich wahrscheinlich mit zunehmender Zeit immer besser innerlich distanzieren. Aber - bei jedem gescheiterten Versuch wird die Ernüchterung größer.
    Das ist der lange Weg. - Ich bin auf diesem Weg selbst noch nicht ganz am Ende angekommen; ich weiß nicht, ob ich's nochmal machen würde. Eher nicht.
    Der kurze Weg: du ziehst einen klaren Strich. Heißt: Abbruch des Kontakts, komplett.

    Wie auch immer: "Freiheit" kommt von "innen", das ist meine feste Überzeugung. Du musst nur so viel geben, wie du willst.
    Ein Beispiel: ich kenne ähnliche Situationen, wie Renate sie in ihrem Thread beschrieben hat - es ist ein Treffen vereinbart, auf das man sich freut und das in letzter Minute abgesagt wird. BOING. - Pöller. (Um in Renates Bild zu sprechen).
    Das habe ich drei Mal mitgemacht, dann war mir klar - das hat Methode.
    Ich habe mir also parallel immer etwas anderes, besonders Schönes vorgenommen. Wenn er dann abgesagt hat, war mir das egal - ich hatte dann andere Dinge vor.

    Nun kann man sagen: ich habe mich perfekt an sein Verhalten angepasst. Da ist vielleicht auch etwas dran.
    Mir hat es aber die nötige innere Distanz verschafft und mich davor bewahrt, enttäuscht zu sein und mich die ganze Zeit zu fragen: "WARUM".
    Die Frage ist - willst du das? Ich frage mich auch gerade, ob ich das nochmal so will.
    Ich weiß es im Moment auch noch nicht.

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Ich weeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiss doch Papi... :(

    Ok.

    ICH will frei sein!

    bin ich grade nich, weil ich am Telefon haenge und mich wiedermal damit beschaeftige, wie er es hinkriegen koennte.

    Muss ich also stoppen.

    1. Schritt.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Zitat von TimeIsAHealer


    Ja er hatte einen Termin, es sei alles in Ordnung. Auch mit der Leber, nur der Cholesterin waere zu hoch.


    Glaubst du ihm das?

    Du siehst an den Leberwerten schon, wenn du vorher ein Glas Alkohol getrunken hast. Erst recht, wenn der Konsum monatelang/jahrelang missbräuchlich war.

    Zitat von TimeIsAHealer


    Jetzt hat sein Freund ihn so weit, dass er zum Arzt gehen will, aber mein XY sagt dennoch, dass er nicht denkt, dass ihm das helfen kann. er haette Angst, dass er dann wieder in eine Klinik muesse und blablablabla.. Er sucht Gruende, keine Wege.


    Ja, er sucht Gründe. Das einzige, wobei die ihm in der Klinik nicht weiterhelfen können, ist seine Sucht weiterhin zu pflegen. Das scheint seine Angst zu sein. Im Grunde hat er doch nichts verstanden :( Leider.
    Er weiß nicht, an wen er sich wenden soll. Aber wenn man ihm die garantierte Hilfe aufzeigt, weist er sie ab und stempelt sie als unnütz.
    So kann das nichts werden, das stimmt.

  • JA, InBetween, das will ich nicht.

    Ich hatte auch diese Phase, in der ich eben dann einfach andere Dinge gemacht habe, wenn er getrunken hat, etc.

    Und es war zeitweise ok, aber ja, dann kam fuer mich ganz klar die Antwort: Nein, das will ich so fuer mein Leben nicht!

    Im Moment waege ich mich glaube ich zu sehr in Sicherheit, weil ich immer so denke, ich bin nicht mehr seine Partnerin, wenn er nun was aendert, dann nur fuer sich und ich bin auch nicht mehr verantwortlich.

    Das sagte ich auch klar und deutlich, dass er auch gerne trinken kann, bis er stirbt.

    Sein Freund sagte jetzt eben hundertmal, dass man einem Freund hilft, wenn er was hat, blabla, er hat auch wirklich ganz klar gesagt, wenn er nicht zum Arzt geht und das Problem in Angriff nimmt, dann steht er ihm auch nicht zur Seite.
    Aber ob das was bringt.

    Denn letztendlich geht mein XY ja nicht aus Ueberzeugung dahin, er denkt ja, das brauch er nich. Er geht hin, weil er unter Druck steht.

    Und darum solls ja fuer mich nich gehen, es soll ja um mich gehen. Ich bin gestern wg des Chaos nicht zur SHG gegangen, was mich sehr geaergert hab, hab es wirklich vergessen in all dem WirrWarr gestern Abend.

    Und ich merke, dass ich noch immer voll in der Abhaengigkeit bin, da ich in der Konversation feststecke und mich garnicht befreien kann, was aber durch den Freund um einiges verstaerkt wird, da dieser ja volla m Vermitteln is, ist sicherlich nicht das Schlechteste fuer meinen XY aber fuer mich ist es im Grunde Gift.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • JA Zimttee du hast Recht.

    So kann es nichts werden.

    Er sucht Gruende dafuer, dass es eh nichts bringt zum Arzt zu gehen.

    Es tut mir leid fuer ihn.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Ja, und was ich dir auch sagen kann - wenn dein xy wollte, ginge es wirklich ganz schnell. War bei meinem Freund auch so. Er war am Ende. Hatte Suizidgedanken, hat sich selbst eingeliefert, alles in die Wege geleitet. Die Entscheidung war fest und sonnenklar, ohne Hin und Her.
    Dann ging's ein Jahr gut. (Mein Verdacht: das hat er sich innerlich als Ziel gesetzt, um zu beweisen, dass er seine Sucht in den Griff bekommen kann und nicht zu dem Großteil gehört, der bereits im ersten Jahr den ersten Rückfall hat).
    Also: wo Wille, da Weg.

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Noch wichtig: ich hatte mit dieser Entscheidung von ihm NICHTS zu tun. - Weder habe ich ihm Adressen rausgesucht, noch sonst irgendwas gemacht. Er hat alles selbst hinbekommen.

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Ok, also letztendlich hat er gesagt, dass er zum Arzt geht.

    Ich glaube nicht dran.

    Das tut mir leid.

    Ich glaube ihm einfach nichts mehr..

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Ich kann die Frage grad garnicht beantworten. Echt schlimm.

    Oh mann.....

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Miriel,

    ich schreibe jetzt zum letzten Mal für heute.

    Ich bin heute zwei Stunden hier im Forum, weil ich im Urlaub war. In dieser Zeit ist Dein Thread um DREI!!!!!!! Seiten gewachsen.

    Nochmal mein dringender Rat: Ersetze nicht die eine Sucht durch eine andere!

    Das Leben spielt sich draußen ab!!!!

    Frage:

    Zitat

    Was macht dir besonders Freude?

    Antwort:

    Zitat

    Ich kann die Frage grad garnicht beantworten. Echt schlimm.

    Oh mann.....

    Daran gilt es zu arbeiten. Nicht an der Frage ob nun Freitag ein Arzttermin war oder nicht? Ob man das nun glauben sollte oder nicht?

    DAS IST NICHT DEINE BAUSTELLE!!!!

    Deine Baustelle liegt in den beiden Zitaten!!!

    Papi

    OVER und OUT

  • Papi, ich hab grad erst deinen vorletzten Thread gelesen.

    JA vielleicht hast du recht.

    Das fuehltl sich echt schlecht an, was du sagst.

    Das Forum hat mir einfach sehr geholfen, Dinge klarer zu sehen und letztendlich mich zu trennen, auich wenn ich jetzt gerade im Chaos bin.

    Fuer mich war die Situation halt eben sehr akut und sowieso schon vorm "Ende", heisst, ich hatte schon vieles realisiert, als ich mich hier angemeldet habe.

    PC aus. Telefon aus.

    OVER and OUT

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Miriel,
    Du bist ja ein ganz helles Köpfchen und hast scheinbar das Forum hier in kürzester Zeit regelrecht 'aufgesogen'. Vom Kopf her hast Du schon fast alles verstanden, was die Coabhängigkeit angeht.

    Man sagt ja, dass das Denken die Gefühle beeinflußt.

    Somit ist es also noch ein Frage der Zeit bis auch deine Gefühle mitmachen und Du eine wirkliche emotionale Distanz aufbauen kannst.

    Mit Sicherheit wird das nicht von heute auf morgen geschehen. Aber ich glaube Du bist auf dem besten Weg. Wenn es alles so einfach wäre bräuchte es keine Foren, kiene Therapeuten. Geduld ist also auch ein ganz wichitger Schritt auf dem Wege der Genesung von der Krankheit 'Coabhängigkeit'.

    So wie ich es sehe bist Du noch nicht 'trocken', sondern erstmal auf 'Entgiftung'. ich will Dir hier mal deutlich machen, dass es da sehr wohl Parallelen gibt zu der Alkoholsucht.
    Und bei jedem Anruf, bei jedem Einlenkversuch ist es so, als ob der noch nasse Alkoholiker vor einem Glas Wein steht und sich überlegt, ob er es trinkt, ob er vielleicht doch kontrolliert trinken kann.
    Du gerätst immer wieder in Versuchung, merkst Du das?
    Dieses hart bleiben ist nicht einfach. Aber Du könntest Dir vorweg Gedanken machen, wie Du reagieren möchtest in Zukunft.
    Versuche mit klaren Aussagen all seine Versuche ( auch die des coabhängigen Freundes) abzublocken.

    Er will Dich überzeugen, dass er es alleine nicht schafft , sondern 'Deine ' Hilfe braucht , statt die eines Therapeuten. Frag ihn doch, wie es seiner Meinung nach aussehen sollte, wie Du ihn in seiner Trockenheit unterstützen könntest ( kann er vielleicht die Telefonnummern der Therapeuten nicht lesen, oder hat er Angst zu telefonieren?
    Aber das hast Du ja längst erkannt, dass Du ihm da nicht helfen kannst, auch sein Freund nicht, und dass all dies nur Hinhaltetaktik ist.

    Und mit dieser 'Taktik' , mit dem Knöpfe drücken solltest Du Dich noch etwas mehr auseinader setzen. So wie Renate es passend beschrieben hat handelt der Süchtige genau wie der Wolf bei den 7 Geißlein, der seine Stimme mit Kreide einschmiert, um zu seiner Beute zu gelangen. Und bei Dir scheint es noch ansatzweise zu klappen. Du verbündest Dich mit einem zweiten Coabhängigen, um auf ihn einzureden, der ja garnicht will.
    jetzt hat er zwei, die er an der Nase herumführen kann. Du befürchtest, dass er sich zurück zieht. Das wird er und das soll er. Er soll gar keine Therapie machenn, nicht jetzt, sondern, wenn ER dazu bereit ist. Das solltest Du auch so akzeptieren. Dein Tiefpunkt ist gekommen, aber nicht seiner, womöglich längst noch nicht.

    Deine Frage ist doch die, ob Du neben einem nassen Alkoholiker weiter machen kannst. Und Du hast sie mit 'nein' beantwortet.

    Wie ehrlich bist Du zu Dir selber? Hast Du es mit dem Gedanken im Hinterköpfchen gemacht, dass er sich vielleicht doch 'schnell' ändert und eine Therapie macht und es ei Happy end für Euch gibt? Was ihr da gerade versucht, klingt danach. Ihr könnt ihn nicht der Beziehung willen überreden. Sein Freund hat sich offenbar noch nicht so sehr mit der Sucht beschäftigt. Gut zureden hilft nichts. Und sicher hat sein anderer süchtiger Freund nicht durch gut zureden aufgehört zu konsumieren.

    Alle hin und hers, die Du gerade durchmachst, alle drohenden Rückfälle, alle Sehnsuchtsgefühle nach dem Suchtmittel machen doch alle durch, die einen Entzug machen. Alles, was Du einem anderen auf den Weg mitgebne würdest solltest Du Dir auch mitgeben.

    Ich sehe übrigens nicht so sehr, dass Du durch das Schreiben hier im Internet in eine andere Sucht schlittern würdest. Ich denke, dass Du in einer sehr akuten Phase bist, wo Du die Unterstützung brauchst.
    Du kannst noch nicht umsetzen, was Du umsetzen möchtest. Und dafür ist ein guter Zuspruch von Leuten im Netz glaube ich sehr hilfreich. Das lese ich auch viel bei den nassen Alkohlikern, die aufhören wollen.
    Es gibt noch kleine Rückfälle bei Dir, wie Du siehst, und die Leute im Forum 'pushen' Dich ja immer wieder auf den richtigen Weg zurück, raus aus der Spirale, wie hier ja sehr schön erwähnt wird. Ich galube, dass es sehr wichitg im Moment ist. Und wenn Du genügend Abstand hast und Dich innerlich stärker gemacht hast wird das schon automatisch weniger.
    Ich sehe das keine Gefahr für Dich heir viel zu schreiben. Jeder Mensch ist anders. Ich beobachte, dass Du die Dinge , die Du hier gelesen hast sehr schnell und gut annimmst. Daher gehts bei Dir wohl schnell voran.
    Vielleicht hat es doch mit Deinem Alter zu tun, wie paddy schon erwähnte.
    Nicht, dass man da weniger Schmerz verspürt oder so. Aber Du schriebst ja selber schon über Trennung. Trennung hat auch mit Angst zu tun. Wenn man älter ist, Kinder im Spiel sind, finanzielle Abhängikeiten und das Gefühl, dass man nicht mehr so schnell einen neuen Partner findet, wegen seines Alters usw. dann ist natürlich die Angst größer. Daher werden ja jüngere hier imemr besonders gewarnt. Denn solange Du noch nicht so tief in der Spirale hängst ist es einfacher zu entfliehen. Das bedeutet ja nicht, dass es weniger Schmerzen sind. Aber alle wissen, wo es lang geht, wenn man nicht geht. Auch ich kann es Dir bescheinigen als Kind eines Alkoholikers. Solch ein Leben wünsch ich keinem. Und wenn Du es nicht möchtest , und Du einmal Kinder haben willst dann such Dir lieber nen anderen Mann. Du kommst doch jetzt in das Alter, wo man sich allmählich Gedanken um Zukunft und Kinder macht. Jedes Jahr mit einem Alkoholiker ist weggeworfene Zeit. Jeder trockene Alkoholiker würde Dir auch das gleiche sagen. Die wissen ja noch besser wie aussichtslos alles ist, wenn der Partner immer wieder Gründe findet sich nicht zu ändern. Die Sucht ist nicht vernünftig und auch nicht mit Liebe zu bekämpfen. Die Sucht ist trickreich und ich finde irgendwie durchtrieben. Dein Partner muß trinken, weil er trinken 'muß'. Bis er selber es nicht mehr aushält und nicht bis es Dir nicht mehr gefällt, oder seinem Freund. Wenn Du das verstanden hast , hast Du etwas sehr wesentliches der Sucht verstanden, meine ich.

    Und noch was. Mitleid hervorrufen, Selbstmitleid - das sind die wahrhaftigen Talente vieler Süchtigen und da können sie ganz tief in ihre Trickkiste greifen. Du kannst lernen dagegen zu wirken. geh nicht drauf ein und zeige Deine Schwächen nicht. Bleib kalt, wie man so schön sagt.
    Wenn Du ein Kind hast wirst Du auch davon profitieren, denn kleine Kinder haben es auch recht gut drauf. Weinen bis man erhält, was man bekommt.
    Solange er merkt, dass Du auf sein Gejammer reinfällst wird er das immer weiter machen. Wenn er Dir auf irgend eine Art und Weise sagt, dass sein leben nicht so dolle ist dann sag ihm. Ändere Dich, mach was draus. anderen gelingt das auch und die haben ganz andere, viel schlechtere Voraussetzungen. So in der Art. Sag ihm auch, dass Du es nciht hören willst, wenn er sich umbringen möchte. Das solle er dann mit sich selbst ausmachen und dass Du solche Aussagen nicht verkraften kannst und er solle auch mal an andere denken. Er soll ruhig auch mal lernen sich in andere hinein zu versetzen. Niemandem auf dieser Welt wurde ein wunderbares Leben versprochen. Jeder hat Probleme, die er bewältigen muß.
    Was Du auch wissen mußt ist, dass sich Alkoholiker auch Gründe schaffen, um zu trinken. Viele sind irgendwie in den Alkoholsmus reingeschlittert, durch Party feiern und Saufkultur, Gewohnheit, Tradition etc. Es muß nicht unbedingt durch schlimme Erlebnisse oder schlechter Kindheit, Depressionen etc geschehen sein. Aber eben genau duch die Sucht können dann solche Zustände entstehen. Depressionen, Wesensänderungen. Launenhaftigkeit bei Entzug etc. Der Süchtige will ja nicht unbedingt süchtig sein. Er kann ja auch nicht einfach so aussteigen. Es ist ja nicht einfach so ne Frage des Willens. Auch Du selber hast den ersten schritt selber gemacht, Dich entschieden auszustiegen. Andere können Dich erst dann anfangen zu unterstützen, wenn Du es zuläßt, so wie hier im Forum. Stell Dir vor, dass vor ein paar Monaten jemand zu Dir gekommen wäre und hätte gesagt: Meine Güte, trenn Dich blos von diesem Mann. Du hättest vermutlich gedacht, dass das niemanden was angeht. Auch, wenn Du insgeheim selber spürtest, dass er nicht gut für Dich ist. Sogar kann dann noch der Trotz einsetzen, dass Du es dann erst recht allen beweisen möchtest, dass es bei Dir was ganz anderes ist. Auch ein Alkoholiker kann dann denken, dass er alle sim griff hat. Er kann dann mal 2 Wochen nichts trinken usw. Oder er trinkt immer heimlicher. Oder aber er sucht nach Gründen. Das beruhigt ja auch sein eigenes schlechtes Gewissen, dass er zu schwach ist aufzuhören und andere werden gerne zu schuldigen gemacht. Wegen Dir muß ich ja trinken. Du meckerst immer nur rum ( kein Wunder, oder?), keiner versteht mich ( wie soll man auch), kein Geld mehr da ( alles bereits versoffen )... Und wenn ihm nichts einfällt, dann inszeniert er auch gerne mal was. Dann hat man angeblich irgendwas versteckt, was er nicht finden kann, oder was gehört, was man so nicht gesagt oder gemeint hat. Ich weiß nicht, ob Du diese Auseinadersetzungen kennst, da Du ja nicht mit Deinem XY zusammen lebst. aber all diese Dinge werden mit der Zeit immer krasser und Du wirst mehr und mehr da mit reingezigen, verletzt. Willst helfen und bekommst die Schläge. Blieb lieber bei Deiner Entscheidung Dich zu trennen. Wenn er dann in ein paar Jahren vielleicht trocken ist kann er sich immer noch um Dich bemühen. Selbst wenn er heute definitiv einsieht , dass er süchtig ist und was unternehmen will ist es immer noch ein langer Weg und die Angst des Rückfalls wird immer bei Dir sein. Leider ist die Rückfallquote ja sehr hoch. Und wer ohne eigene Überzeugung, nur aus Angst verlassen zu werden oder sowas ne Therapie macht - was denkst Du selber wie lange das hält?
    Man muß sich selbst verbrannt haben, um zu wissen, dass die Flamme heiss war. Leider. Wünsche Dir viel Kraft.

  • Haha, das is ja mal ein Beitrag von Frozen Tears. Da steht ja nun schon alles was gesagt werden muß auf Deinen Seiten.

    Ich finde auch, daß Du das Forum hier nutzen solltest so oft , wie Du es brauchst. Ich sehe da auch keine Suchtgefahr. Wieviele reale Selbsthilfegruppen gibt es, die sogar Notrufnummern haben.

    Und Du machst mir auch keine Eindruck, als ob Du ein nettes Pläuschen suchst, sondern wirklich an Dir arbeitest, ich war auch oft im Forum, als ich mich getrennt hatte. Ich habe nur selber nicht so viel geschrieben, sondern sehr viel gelesen. Das hatte mir zu der Zeit sehr geholfen und ich bekam meine Aha-Erlebnisse so. Ich hätte meine Gedanken auch nie so ausdrücken können.

    Was mir noch auffällt,ist, daß ich vermute, daß Du irgendwie den Zugang zu deine Gefühlen nicht mehr hast. In dem Sinne, daß Du Dich nicht mehr wirklich spürst, Dich nicht mehr auf Deine Sinne verläßt oder verlassen kannst.

    Und so ging es mir auch in der Phase, als ich mich getrennt hatte. Ich war innerlich so tot, so versteinert. Ich mußte mich ja emotional dicht machen, um nicht einzugehen. Das war auch nichts anderes, als das, was der Alkoholiker macht, wenn er sich die 'Rübe vollknallt', um nichts mehr zu spüren. Nur ich habe es auf meine Weise gemacht und es nicht einmal bewußt bemerkt. Das war die Überlebensstrategie einer Coabhängigen. Und wenn mich jemand fragte, was mir Freude macht, dann zuckte ich nur mit den Schultern. Und erst langsam langsam schmilzt das Eis. Bis heute arbeite ich noch daran.

    Ich wollte derzeit doch garnicht, dass es mir gut ging. IHM sollte es gut gehen, damit es mir gut ging. ER sollte aufhören zu trinken, damit ich meine alten Partner wieder hatte, so wie ich ihn dmals kannte bevor er anfing zu trinken. aber die Zeit läßt sich nicht zurück drehen. Und war es nicht auch wieder, damit es MIR gut ging? Ja, ich wollte jemanden, der mich liebte, für mich da ist, auf den ich mich verlassen konnte.
    Wenn es mir wirklich nur um IHN, um seine Gesundheit ging, dann hätte ich 'in Liebe loslassen' sollen, ihn nicht im trinken mehr unterstützen sollen. Aber zu der Erkenntnis bin ich ja auch erst allmählich gekommen. Und es gab ja auch keine Garantie, dass er dann aufhören würde, wenn ich ging. Hat er ja auch nicht, bis heute. Heute weiß ich, dass es ein eher langwieriger Prozeß ist. Auch für mich. wir sind durch unsere Kinder noch immer in Kontakt. Und noch immer versucht er meine Knöpfe zu drücken. aber ich werde immer 'geschulter'. Anfangs war es auch sehr schwer für mich einen Abstand zu finden. Trotz räumlicher Trennung haben wir uns ja wegen der Kinder immer gesehen. Das bräuchtest Du ja im Grunde nicht. mindestens drei/ vier Monate wäre schon gut, finde ich.

    So, nun habe ich Dich auch schön vollgetextet und hoffe, dass ich weiterhin von Dir höre.

    :) Paddy

  • Vielen Dank Frozen Tears und Paddy


    Ja, gestern Abend war es fuer mich eine regelrechte Leere.

    Ich dachte, ok, was soll ich tun, wenn mir doch abedr das Gespraech hier so viel bringt, muss ich mir auch das verbieten, da ich dann die eine durch die andere Sucht ersetze?

    Vielleicht sicherlich gibt es Anzeichen dafuer, dass man Suechte ersetzt. Aber ehrlich gesagt, warum darf ich nicht?

    Die letzten 2 tage waren extrem.

    Ich kann garnicht so richtig klare Gedanken fassen grade.

    Frozen Tears

    Ja, er sagt, dass er nicht mehr trinken will. Aber schon in dem Moment denke ich "Ja, vielleicht meint er das auch grade so, in der Trauer um die Trennung, aber letztendlich muss er es wollen, weil ER so nicht mehr kann, nicht um mich zurueckzubekommen"

    Ich weiss das und auch das habe ich ihm klar gesagt.

    Er hatte sich auch sehr drauf versteift, zu mir zu kommen, mich zu sehen.

    Am Ende habe ich klar gesagt, dass ich nicht moechte dass er kommt. Das war sehr schwer, klar sind da meine Gedanken, dass es ihm helfen koennte, mal ganz abgesehen davon dass auch ich ihn gerne in den Arm nehmen wuerde.
    Neben all meiner Kuehlheit gegenueber ihm (die ich wirklich wahre) habe ich ja auch meine Emotionen dazu. Trotz emotionaler Distanz, die ich mir aufbaue, habe ich ja auch viele Gefuehle, mit denen ich umgehen muss.

    Ich bin sehr kalt.
    Er weint nur, und ich sage, dass es nichts zu reden gibt.
    Er sagt, er kann nicht mehr so weitermachen und schluchzt. Ich sage, dann tu was und hoer auf drueber zu reden.
    Er sagt, es zerreisst ihn, dass er mich durch die Trinkerei verloren hat.
    Ich sage, schau nicht in die Vergangenheit, was passiert ist, ist passiert, lerne draus und mache es im JETZT und HIER so, dass es sich fuer dich gut anfuehlt.
    Er sagt, dass er mich braucht, ich sage dass er einen Therapeuten braucht.

    Ich weine nicht, obwohl es mir auch zum Weinen ist, ich sage nicht, dass ich ihn vermisse, ich sage auch nicht, dass auch ich ihn gerne sehen wuerde.

    Er sagte, er hat Angst, dass er es nicht schafft.

    Ich sagte, dass Angst haben in Ordnung ist, dass es nur nicht in Ordnung ist, deswegen nichts zu tun und jeden Tag erneut die Entscheidung zu treffen, in dem alten Kreis zu bleiben.

    Ja, ich weiss, diese Gespraeche sind wieder Therapiegespraeche.

    Er ist voll auf mich fixiert und darauf, dass er vl was "retten" kann, denke ich. Und ich weiss, dass das eine falsche Motivation ist. Ich weiss das.
    Er sagt zwar, dass er fuer sich das aendern muss, dass er seinen Koerper und seine Psyche retten muss, die er sich seit Jahren versaeuft, aber ob er das wirklich so sieht, ist eben letztendlich nicht klar.

    Ich habe ihm gesagt, ich warte nicht mehr auf ihn, er ist frei, er kann was machen, oder eben nicht.

    Ich habe ihm gesagt, dass ICH jedenfalls frei sein will und dafuer was tue.

    (auch wenn ich gestern nicht frei war, aber auch das will ich nicht bereuen.)

    Du hast Recht, die Sucht ist durchtrieben und ich weiss, dass er Trinken "muss" und ich weiss, dass es nichts bringt, wenn er zum Arzt geht, weil man ihn draengt. Aber ich weiss auch, dass er so nicht leben will, wie er jetzt lebt.
    Aber dennoch macht er es immer wieder von der Beziehung mit mir abhaengig.

    Er ist im Grunde grade genauso abhaengig von mir wie vom Alkohol, genauso wie ich abhaengig war (und es teilweise noch bin) von ihm und von seiner Trinkerei.

    Ich weiss, dass ich jetzt konsequent sein muss. Auch fuer mich. Und ich merke auch, dass die letzten 2 tage nicht gut fuer mich waren.
    Aber es bringt auch fuer mich nichts mich daran aufzuhalten, was jetzt eben so war.
    Ich muss weiterarbeiten, dann eben heute, und morgen und so weiter...
    Denn genau das ist es ja, ich will garnicht erst so denken "ach, jetzt bin ich doch rueckfaellig geworden, dann kann ich ihn ja heut auch nochmal anrufen und fragen, wie es ihm geht"

    NEIN

    Es geht weiter, trotz Versuchung, der ich vielleicht jetzt nicht standhielt.

    Die Hintertuer, die du ansprichst.
    Es kann sein, dass ich hoffe, dass sich was aendert, aber ich muss sagen, ich hoffe im Grunde nur, dass er den Schritt macht, was zu aendern und ich weiss im Grunde, wenn er wirklich den Schritt macht und sich aus seiner Gefangenschaft befreit, dass er dann auch mich anders sehen wird. Darauf hoffe ich.
    Dass er dann automatisch erkennen wird, dass ich garnicht so wichtig bin, wie er glaubt.
    Der Schritt aus seiner Alkoholsucht waere auch der Schritt aus seiner Miriel-Sucht.

    Das wuensche ich ihm.

    Paddy

    Ja, der Zugang zu meinen eigenen Gefuehlen.
    Ich habe ein paar Monate mit ihm gelebt, das war genug um zu erkennen, dass ich das nicht kann und nicht will, genug um das Gefuehl zu bekommen, dass ich an Realitaetsverlust leide, dass ich meiner Wahrnehmung ueberhaupt nicht mehr traute und das gefuehl hatte voellig den Boden unter den Fuessen zu verlieren. Und auch die Zeit, in der wir nicht zusammenlebten, hat mich trotz raeumlicher Distanz voellig mitgerissen.

    Ich weiss nicht mehr richtig, WAS ich fuehle.

    Traurigkeit sicher.
    Angst auch.
    Fuer diesen Menschen empfinde ich sicherlich etwas. Was es ist, ist nicht so wichtig.
    Ich will es nicht definieren muessen.
    Aus der Beziehung habe ich mich befreit. Und ich will nicht traurig sein, dass sie vorbei ist.
    Ich bin froh, dass es so ist, ich bin dankbar fuer die schoenen Momente und ich bin dankbar, dass ich heute so weit bin, wie ich bin, was ich ohne all das vielleicht nie waere.
    Von daher ist es vielleicht genauso gut, wie es ist.

    Und deshalb moechte ich auch nicht zurueckblicken.

    Das Leben ist so lang. Zeit rennt zwar, aber ist dennoch so "fuellbar"

    Man muss es nur wollen.
    Ich will, ich tue das, was ich kann, fuer mich. Ich arbeite daran, jeden Tag.

    Ich versuche, mich selbst wieder zu spueren, was ich jahrelang glaube ich nicht gemacht habe. Ganz einfach, zu fuehlen, was ich wirklich empfinde, und danach zu handeln.
    Hoert sich einfach an, ist aber unglaublich schwierig.
    Wisst ihr sicher alle :)

    Ich danke euch sehr fuer eure Beitraege.

    Mir bringt es sehr viel, das Schreiben, da es fuer mich so zum Einen realer wird, was ich tue und zum Anderen kann ich so nochmals besser reflektieren, was sicher hilfreich ist.

    Alle zwei Wochen 50 Minuten zur Beratung. Da ist es unmoeglich ueberhaupt irgendetwas wirklich zu besprechen, was nicht sowieso schon passiert ist, es ist einfach nicht wirklich moeglich, richtig zu arbeiten. Das muss ich selbst, jeden Tag. Und dabei helft ihr mir einfach unglaublich.

    Und allein nur das Schreiben und Lesen hilft.
    Natuerlich koennte ich auch ein Buch schreiben anstatt dessen.
    Waere sicher auch hilfreich.
    Aber da waere ich dennoch im Grunde wieder allein mit meinem ganzen Gedankenchaos.

    Ihr helft mir, zu ordnen. Und ich glaube, das ist das, was ich am meisten brauche.

    Danke

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

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