Vorstellung - 15 Tagen Nüchternheit

  • Hallo Jonas,

    Zitat

    Aber ich bin, süchtig, der Gegenstand wird zur Milch, die ich sofort haben will.

    meinst du dass das an Asperger liegt ?

    Wenn ich was bestellt habe schaue ich oft im Internet nach wie weit meine Bestellung schon ist.

    Ich finde das ganz normal.

    LG Martin

  • Zitat von Martin

    Hallo Jonas,


    meinst du dass das an Asperger liegt ?

    Wenn ich was bestellt habe schaue ich oft im Internet nach wie weit meine Bestellung schon ist.

    Ich finde das ganz normal.

    Hallo Martin,

    nein, ich glaube nicht, dass süchtiges Verhalten etwas mit Asperger zu tun hat. Wenn ich tatsächlich oft im Internet nachschaue, wie weit meine Bestellung schon ist, frage ich mich, warum ich das mache. Wenn die Lieferzeit mit drei Tagen angegeben wird, besteht doch kein Grund, schon am zweiten Tag oft nachzuschauen, wie weit meine Bestellung ist. Ich würde dieses Verhalten für mich als suchtartig verbuchen.

    LG Jonas

  • Hallo c2h5oh,
    ist Dir eigentlich aufgefallen, dass Du Dich hier in einem Forum angemeldet hast, um Dich (höchstwahrscheinlich) mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen, dass Du Dich aber durch Deine Wortwahl für viele unverständlich machst? Ist das bewußt so von Dir gewollt oder setzt Du als Minimum das Kleine Latinum hier voraus?

    Noch etwas wunderliches für mich:
    Du schreibst zu Anfang, über die Eigenheit, die Du durch das Aspergus hast, dass Du keinen Kontakt zu anderen Kindern hattest. Hat sich das im Laufe Deines Lebens geändert, also mit dem Erwachsenwerden? Hier im Forum bewegen sich ja eine große Zahl von Menschen mit all ihren Gedanken, Gefühlen und Eigenschaften, ist das was anderes für Dich als im realen Leben? Oder befriedigen hier die 'gschriebenen Gedanken' Dein Intellekt? Besser weiß ich jetzt meine Frage nicht auszudrücken, aber vielleicht ahnst Du ja was ich damit meine.

    Ein Austausch in einem Forum scheint für mich ein Widerspruch zu sein für einen Menschen, der eigentlich Kontakt zu anderen Menschen meidet.

    Das Verwenden einer Sprache, die nur ein kleiner Prozensatz von Foristen versteht scheint mir ein Widerspruch dazu zu sein sich in einem Forum von unterschiedlichsten Individuen verstanden werden zu wollen und sich mit Ihnen austauschen zu wollen.

    Liebe Grüße
    Paddy

  • Hallo Mr Choh,
    Deine Geschichte mit der Milch mag ich. Sie erinnert mich an eine eisigkalte Nacht, draussen Glatteis. Kein normaler Mensch wäre noch auf die Idee gekommen nachts um drei Uhr bei heftigstem Glatteis auf die Straße zu gehen und einen Zigarettenautomaten zu suchen. Aber ich damals noch Zigarettensüchtige mußte mir die Zigaretten, die ich ja eigentlich nicht brauchte, ohne wenn und aber besorgen.
    Wobei man nun fragen muß: 'Braucht' der Süchtige nicht seine Stoff gerade auf Grund seiner Sucht? Also im Falle der Alkoholabhängigkeit auf Grund dieser vorher schon irgendwo erwähnten neurobiologischen Vorgänge, die das abverlangen?
    Zu guter letzt würde mich jetzt doch interessieren, wie man eine körperliche, also stoffliche Abhängigkeit überhaupt mit einer gedanklichen Konditionierung beeinflussen kann. Was passiert denn dann auf neurobiologischer Ebene? Der Körper verlangt dann doch weiterhin nach seinem Suchtmittel, damit der Sprung zwischen den Rezeptoren klappt, oder?
    Oder produziert das Gehirn beim Gedanken an Schmalz und verbrannten Pommes dann lieber von selber irgendwelche körpereigenen Ersatzstoffe, die die Drogen ersetzen?

  • Zitat von Paddy

    Oder befriedigen hier die 'gschriebenen Gedanken' Dein Intellekt?
    Das Verwenden einer Sprache, die nur ein kleiner Prozensatz von Foristen versteht

    Hallo Paddy, einige geschriebene Gedanken sind für mich anregend. Welche Foristen verstehen denn "meine" Sprache nicht? Ist das Wort "Motherboard" (Mutterbrett?) auch so schwer verständlich? Was haben die User (auch schwer zu verstehen, wenn man kein Englisch kann) unternommen, um es zu verstehen?
    Mich ermüden derartige Nachfragen.

    LG Jonas

  • Zitat von Frozen Tears


    Zu guter letzt würde mich jetzt doch interessieren, wie man eine körperliche, also stoffliche Abhängigkeit überhaupt mit einer gedanklichen Konditionierung beeinflussen kann. Was passiert denn dann auf neurobiologischer Ebene?

    Hallo Gefrorene Tränen (Englisch verstehen viele Foristen nicht!)

    Auf derartige Fragen antworte ich hier nicht mehr.

    LG Jonas

  • Hallo,
    ich glaube, dass man die Englischkenntnisse der User nicht mit den Lateinkenntnissen und dann auch noch Fachbegriffen vergleichen kann. Und User und sowas ist natürlich für zumindest die Forenbesucher ein mittlerweile wohl geläufiger Begriff. Und wie einige User ja schon geschrieben haben können Sie Dir folgen, wenn Sie ihr Wörterbuch neben sich auf dem Tisch liegen haben. oder aber: Sie fragen DICH, was das Wort bedeutet. Das könnte ziemlich anstrengend werden. Also für einen von beiden ist es auf jeden Fall doch anstrengend.

    Hintergrund ist aber tatsächlich der, zu wissen, ob Du das bewußt machst, vielleicht um Dich irgendwie abzugrenzen. Kann ja auch sein, dass es erstmal so eine Art Schutzwall ist, den man sich als Mensch mit Asperger aufbaut, um sich Menschen fern zu halten.
    Mir ist nämlich aufgefallen, dass Deine ersten Einträge total überhäuft waren mit sogenannten 'Fremdwörtern' und jetzt auf Seite 52... Du Dich irgendwie angenähert hast.

    Man kennt ja hier die Menschen nicht, sondern kann sie ja nur nach dem beurteilen, was sie schreiben. Du hast ja beispielsweise viel über die Mittel der Manipulation geschrieben. Könnte also auch bewußt eingesetzt sein.

    Ich lese aus Deinem Thread heraus, dass Du ja einen ganz besonderen Weg gewählt hast Dich von Deiner Sucht zu befreien.
    Das hört sich schon (für mich) spannend an, was Du da schreibst. Wenn ich das lese, frage ich mich ob das wohl funktionieren wird. Ich frage mich auch, ob man es dann auch auf andere Süchte übertragen könnte.
    Sinn und Zweck des Forums hier ist es ja von den Erfahrungen der anderen zu lernen.

    Kannst Du, obwohl Du offenbar einen anderen Weg gehst ( Konditionierung) überhaupt von den anderen hier profitieren, in dem Sinne, dass es Dir weiterhilft beim Trocken werden?

    Für mich bist Du schon ein ganz besonderer Fall.
    Eigenartiger Weise schreibst Du zu Anfang über Dich, dass Du Dein Leben nicht besonders spannend findest, Deine Geschichte hier aber gerade durch ihre Einzigartigkeit für mich zumindest schon spannend 'ist'.
    Nur für mich, für uns Leser - oder auch für Dich selber?
    Wenn ich das so lese, denke ich darüber nach, was mein eigenes Leben eigentlich spannend, interessant macht. Trotz meiner Coabhängigkeit finde ich mein Leben spannend, aufregend, lebenswert.
    Möglicherweise ist ein Leben/ eine Geschichte/ ein thread/ erst dann spannend, wenn man sich selber dessen bewußt ist, wie einzigartig es/sie ist.
    Dann kommt bei mir die Frage auf, ob ein Leben überhaupt spannend sein muß/ sollte. Denkbar wäre für mich auch ein Leben ohne Spannung, ganz harmonisch ohne Ecken und Kanten. Auch so kann ich mir Zufriedenheit für mich vorstellen, vielleicht später.
    Das könnte man vergleichen mit der Musik. Da gibt es die eine Richtung, voller Harmonie, die man gerne hört, wenn man abends bei Kerzenlicht im Bett liegt, um zu 'entspannen' . Die andere - voller Spannungen - hört man sich lieber an, wenn man aktiv wird.

  • Zitat von Paddy

    Mir ist nämlich aufgefallen, dass Deine ersten Einträge total überhäuft waren mit sogenannten 'Fremdwörtern' und jetzt auf Seite 52... Du Dich irgendwie angenähert hast.

    Ich lese aus Deinem Thread heraus, dass Du ja einen ganz besonderen Weg gewählt hast Dich von Deiner Sucht zu befreien.
    Das hört sich schon (für mich) spannend an, was Du da schreibst. Wenn ich das lese, frage ich mich ob das wohl funktionieren wird. Ich frage mich auch, ob man es dann auch auf andere Süchte übertragen könnte.
    Sinn und Zweck des Forums hier ist es ja von den Erfahrungen der anderen zu lernen.

    Guten Morgen Paddy,

    nachdem du eine Weile im Namen aller Foristen geschrieben hast, bleibst du nun endlich bei dir. Das ist gut. Ich muss hier nämlich hier auch bei mir bleiben. Du verlangst aber, dass in diesem Thread jemand schreibt, der nicht ich bin. Es fällt mir nicht schwer, mich dem hier beliebtesten Code anzupassen. Ein hilfloser restringierter Code wird oft als besonders "authentisch" verkannt. Vielleicht weckt er auch Beschützerinstinkte. Aber ich schweife ab und muss bei mir bleiben. Risiskominimierung bedeutet nichts anderes als der klassischen (und auch operanten) Konditionierung Rechnung zu tragen, aber darüber schreibe ich nicht mehr. Ich will mich nicht abgrenzen, sondern einen Gedanken so präzise wie möglich formulieren. Das habe ich hier aufgegeben. Es war wahrscheinlich falsch, ein deutschsprachiges Forum aufzusuchen. Mir ist ja das gestörte Verhältnis der meisten Deutschen zu sogenannten "Fremdwörtern" bekannt (ein interessantes Kompositum übrigens...). Das berühmte Bonmot Adornos dazu werde ich natürlich nicht erwähnen. Ich suche sonst nur englischsprachige Foren auf. Dort darf ich schreiben, muss mich nicht verstellen und einen für mich unpassenden Code wählen, um nicht zurückgestoßen zu werden. Die englische Sprache besteht zu einem großen Teil aus angepasstem Latein und Griechisch. Niemanden stört das. Niemand würde krampfhaft versuchen, etwa den Begriff addictive personality in ein urgründelndes "Englisch" zu übersetzen. Deutsche lieben die Gefühlsduselei, Engländer die Klarheit.
    Weil ich aber die deutsche Sprache liebe, tausche ich mich ab und zu gerne in ihr aus. Hier muss ich sie zertrümmern und mit armseligen Restbröckchen die immer gleichen Versatzstücke schreiben. Ich kenne keine Fremdwörter, sondern höchsten mir unbekannte Wörter, die ich dann sofort kennenlernen will.

    LG Jonas

  • Zitat von patience

    Danke für die vielen anregenden Gedanken in deiner "Vorstellung".

    Guten Morgen liebe patience,
    du hast mir mit deinem Beitrag eine Freude gemacht. Nur darum geht es mir, um meine Vorstellung, verlangt wird aber von einigen meine Verstellung. Ich habe den mehrdeutigen Thread-Titel mit Bedacht gewählt. Ich stelle mich vor und schreibe über meine Vorstellungen. Jeder Interessierte kann, wie es hier oft betont wird, von meinen Ausführungen mitnehmen, was er möchte.

    LG Jonas

  • Zitat von Tocco54


    Mir gefällt deine Art und du hast mir weitergeholfen .Dafür möchte ich mich bei dir bedanken.

    Hallo Tocco54, das nette Kompliment gebe ich gerne an dich zurück. Du hast mir mit deinen Fragen und Anmerkungen auch sehr geholfen. Mit meinem Bekannten bereite ich eine Feldstudie vor, in die auch "Marker" im weitesten Sinne einfließen werden, die ich dir zu verdanken habe. Es liegt noch sehr viel Validierungsarbeit vor uns (Katamnese vor allem. Der Pool ist groß, die Auswahl klein...), denn die oral addictive personality wird auch in meinem Umfeld kontovers diskutiert.
    Dafür möchte ich mich bedanken.

    LG Jonas

  • Hallo Jonas,

    wenn du dich hier so "verbiegen" musst, warum hast du dir dann ein deutschsprachiges Forum ausgesucht ?

    Stell dir mal vor hier würden sich alle in ihrem Dialekt (Hessen, Bayern, Berlin...)

    austauschen und du musst die Wörter dauernd nachschlagen.

    Ich finde das sehr anstrengend da es länger dauert um zu verstehen was gemeint ist.

    LG Martin

  • Zitat von Martin

    Hallo Jonas,

    wenn du dich hier so "verbiegen" musst, warum hast du dir dann ein deutschsprachiges Forum ausgesucht ?


    Guten Morgen Martin,

    ich habe ja schon eingeräumt, dass es wohl ein Fehler gewesen ist.

    LG Jonas

  • Hallo lieber Jonas,
    bei Dir las ich am Anfang heraus, dass Du an Abgrenzung von Deinen Mitmenschen leidest oder zumindest als Jugendlicher gelitten hast.
    Immerhin hast Du nach Deinen Angaben 40 Jahre getrunken.
    Das ist schon eine recht lange Zeit, meine ich.
    An der Tatsache, dass Du Dich von anderen Menschen 'sehr' (jeder ist ja anders) unterscheidest hat sich nichts geändert, an Deinem Trinkverhalten schon.

    Was ist aber mittlerweile mit dem ursprünglich von Dir beschriebenen Bedürfnis, diese Barriere zwischen Dir und der Welt überwinden zu wollen?

    Da ist genau der Punkt auf den ich hinaus wollte.
    (Meiner Meinung nach schaffst Du Dir durch die Wahl Deiner Wörter wieder - gewollt oder ungewollt -neue Barrieren)

  • Hallo Jonas,

    zumindest aus meiner Sicht (ich bin da einfach mal ein bißchen egoistisch) war die Wahl des Forums keineswegs ein Fehler, denn ich hatte und habe sehr viel von deinem Thread. Auch empfinde ich deine Sprache keineswegs als zu abgehoben / intellektuell / unverständlich, schon gar nicht als barrierefördernd, sondern als sehr klar und präzise.

    Kein Thread ist etwas für jeden. Ich hoffe, daß du für dich aus dem Austausch hier auch viel ziehen kannst.

    LG Frank

  • Zitat von garcia

    Hallo Jonas,

    zumindest aus meiner Sicht (ich bin da einfach mal ein bißchen egoistisch) war die Wahl des Forums keineswegs ein Fehler, denn ich hatte und habe sehr viel von deinem Thread. Auch empfinde ich deine Sprache keineswegs als zu abgehoben / intellektuell / unverständlich, schon gar nicht als barrierefördernd, sondern als sehr klar und präzise.

    Kein Thread ist etwas für jeden. Ich hoffe, daß du für dich aus dem Austausch hier auch viel ziehen kannst.

    LG Frank

    Deinen Ausführungen würde ich mich gerne anschließen, Frank.
    Genau diese objektive und präzise, ich möchte fast behaupten fast schon unparteiische Art von Jonas empfinde ich auch als sehr angenehm.

    @ Jonas:

    Ich freu mich jedenfalls sehr, daß Du hier bist, auch wenn wir Dich schon ab und zu etwas zuu sehr als "forumseigenes Wiki....." in Anspruch nehmen :)

    LG Andreas
    edit Martin

  • Ich glaube, dass meine Äußerung hier vollkommen mißverstanden wurde.
    Es geht hier ja nicht darum, wer Jonas und seine mit lateinischen Fachausdrücken angereicherten Sprache versteht. Jeder, der sie versteht kann sich ohne Zweifel glücklich schätzen. Oder besser ausgedrückt: Jonas kann sich glücklich schätzen, dass er von diesen wenigen verstanden wird.

    Es geht hier in Deinem thread doch um Dich, Jonas, der Du hier Hilfe suchst ( geh ich mal von aus).
    Möchtest Du von den 'lediglich deutsch' sprechenden Foristen nicht verstanden werden und verzichtest damit auf den Austausch mit ihnen?

    In welcher Funktion siehst Du Dich hier?
    Hast Du Dich als Hilfesuchender angemeldet, um an Deiner Trockenheit zu arbeiten und von den Erfahrungen der bereits langjährig trockenen zu profitieren?

    Möchtest Du Dich vorwiegend mit anderen Intellektuellen über Deine Vorstellungen von Alkoholsucht und Methoden der Dekonditionierung etc austauschen?

    Es ist schon interessant, was Du da alles schreibst. Es gehört meiner Meinung nach aber überwiegend in einen neuen thread unter 'Sonstiges' oder auch 'Freizeit'.

    Die Idee das Wort Vorstellung doppeldeutig zu nutzen ist witzig. Aber leider in Deinem thread irgendwie unangebracht, weil man sehr schnell den Faden verlieren kann.
    Deine Trockenheitsarbeit geht leider irgendwie unter.
    Daher entsteht der Eindruck, dass es Dir an erster Stelle garnicht darum geht.

    Den Austausch über andere Themen wie Musik oder auch Theorien der Suchtbekämpfung etc empfehle ich Dir einfach in neuen Threads in anderen Rubriken zu diskutieren. Dafür sind die ja eingerichtet.

    Ich habe den Eindruck, dass Du schnell blockierst, wenn Dich jemand hier kritisiert und Du dann 'eben garnicht mehr' darüber schreiben willst. Das ist nicht mein Anliegen.
    Schreibe ruhig weiter auch über solche Themen.
    Auch mir fallen im Laufe des Lesens und des Schreibens hier immer wieder Dinge auf, die nicht unmittelbar nur mit 'meiner' Suchtsituation zu tun haben.

    So wie Du es aber gerade tust gerätst Du aber wieder in die Rolle 'ausschweifende Vorträge' zu halten. Dein eigentliches Thema wird aber nicht auf den Punkt gebracht und es würde ein endlos langer Thread entstehen.

    Und das ändert auch nichts, wenn jetzt ein paar Leute sich melden und schreiben: ich habe Dich aber verstanden und finde alles interessant, was Du schreibst. Weißt Du jetzt was ich meine?

  • Ich glaube es auch geht darum, dass die hier zitierten Wissenschafter, genauso wie die Dichter, Musiker und Philosophen....allesamt Männer sind.
    Und dann noch Freud. Au Backe, der Freud! Der alte Feind der Frauen.

    Kann natürlich sein, dass ich mich irre. Aber meistens sind es wohl schon Frauen die das hier nicht so mögen.
    Androzentrismus hat go.gle ausgespuckt.

    Liebe Grüße


    - edit, Tina -

  • Lieber Cho25,
    Dein Thread ist für mich sehr gehaltvoll. Du gibst viel Anregungen zum Nachdenken und ich mag Deine Art als Analytiker. Allerdings, wenn man nicht am Ball bleibt so hat sich das Thema bereits geändert. Während ich noch über Deine Theorien von vor zwei Tagen herumphilosophiere und reflektiere finde ich mich beim Öffnen Deines threads schon in einem völlig anderen neuen Bereich.
    Deinen Thread finde ich sehr schnelllebig.

    Wüßte ich nicht, dass Du Alkoholiker bist stellt sich für mich in meiner Vorstellung Dein Leben sehr harmonisch dar.
    Ich sehe einen hochbegabten Mann mit zwei wunderbaren Töchtern und einem Enkelkind, auf die er sehr stolz ist.
    Ein geregelter Tagesablauf runden das Bild ab. Ein kreativer Beruf mit Arbeitsplatz zuhause. Wundervolle Momente des gemeinsamen Musizierens.

    Als Tochter eines Alkoholikers kenne ich den Alltag anders.

    Doch Du erlaubst uns hier einen Blick hinter die Kulissen.
    Da sehe ich den Denker, dem das Denken vielleicht zum Verhängnis wurde. Der Mann, der seine Existenz trotz allem oben erwähnten verabscheut bis hin zum Versuch seine Existenz auszulöschen. Ich sehe den Jonas, der akribisch versucht und dem es vielleicht sogar gelungen ist seine Sucht selbst nach langer Zeit zu verheimlichen und der versucht, seinen Alkoholkonsum durch regelmäßig vorgeschriebene Mengen zu kontrollieren.
    Da ist der Jonas, der versucht aus der ökonomischen Gesellschaft auszusteigen. Dann sehe ich aber auch den Jonas mit dem Aspergersyndom, der dadurch nicht mehr der gesellschaftlichen Norm entspricht und möglicherweise von anderen ausgegrenzt wurde. (Darüber schreibst Du ja nichts, ausser dass Du versuchtest die Hürde durch Alkohol zu überwinden). Die nach aussen hin vielleicht diszipliniert wirkenden Tagesrituale stellen sich als Notwendigkeiten des Überlebens heraus.

    Dieser Blick hinter die Kulisse sieht erstmal auf einer gewissen Ebene sehr tragisch aus für mich.

    Du beschreibst es als Grund zur Verzweiflung.
    Ungerechtigkeit, Chancenungleichheit schwirren mir durch den Kopf.

    Fragen nach dem Sinn des Lebens kommen mir auf.
    Man kann und braucht es nicht jedem Recht machen. Mit dieser Aufgabe wäre man überfordert. Aber ich denke, dass eines der Dinge für die man lebt, die Fortpflanzung ist. Wir Menschen können Kinder bekommen, wir können uns aber auch ( als einzige Lebewesen?) durch Musik, Kunst, Literatur, Erfindungen verewigen. Das können wir am einfachsten in unserem eigenen kleinen unmittelbaren Wirkungskreis.
    Ich sehe unsere Aufgabe und Verantwortung darin, dieses unser Wissen, diese Werte weiterzugeben an unsere Kinder und Enkelkinder. Sie zu beschützen und sie zu fördern. Das kann aber auch über unseren Wirkungskreis hinaus gehen. Wir können diese Aufgabe auch erfüllen, wenn wir keine Kinder haben. Wir können beispielsweise Bücher schreiben, die andere Kinder erreichen. Wir können vorbildlich leben.

    Ich sehe, dass Du viele dieser Dinge, die ICH als lobens- und lebenswert erachte erfüllst und zwar sogar auf eine meines Erachtens ganz besondere Art. Deinem Enkel Klavier spielen beizubringen ist ein kleiner Puzzlestein davon. Du kannst noch viel mehr für Deine Töchter und auch deine Enkelkinder
    sein. Es ist schön und zugleich schade, dass der Wunsch (Klavierunterricht) von Deiner Tochter kommt. Versuch doch mal darin viel mehr zu sehen als nur ein Versprechen an Deine Tochter.

    Mein Vater hatte mir mein Leben mit seiner Alkoholsucht zur Hölle gemacht. Auch er war wohl einmal sehr verzweifelt und hat einen mißglückten Selbstmordversuch hinter sich. Aber seitdem er trocken wurde und auch vor seiner nassen Zeit hat er uns als Vater eine Menge geben können. Er hat mir sehr viel beigebracht und vor allem - er ist immer für uns da. Die Welt heutzutage ist sehr schnelllebig und oberflächlig. Gerade heute ist es so wichtig eine Familie zu haben, auf die man sich berufen kann. (z.B. wenn man mal verzweifelt). Partnerschaften/ Ehen sind heutzutage nicht mehr so beständig wie einst. Ist es nicht umso wichtiger Freunde und Familie fürs Leben zu haben?

    Wieviele Menschen sind erfolgreich, haben Unmengen an Geld, sind berühmt und dennoch nicht glücklich?
    Noch mehr Menschen gibt es, die am Existenzminimum leben und dennoch glücklich sind. Es gibt Menschen, die ihre Sorgen auch mal Sorgen sein lassen, indem sie ihren Tag erfüllen mit Musik, Trancetänzen, Kochen mit selbst zubereiteten Speisen aus naturbelassenen Lebensmitteln, künstlerischem kreativen Schaffen. Menschen, die nicht den ganzen Tag sitzen und grübeln, wie schlecht die Welt ist oder wie sie andere noch mehr ausbeuten können.
    Können wir uns die nicht als Vorbilder nehmen?
    Ist es nicht eine wunderbare Aufgabe anderen andere Werte zu vermitteln statt einfach nur auszusteigen aus der bestehenden Gesellschaft mit der wir unzufrieden sind?

    Ich persönlich verspüre zumindest die Lust in mir all diese Dinge verwirklichen zu können. Ich sehe das nicht als meine einzige Beschäftigung, aber dennoch als einen wesentlichen Teil meines Lebens.
    Vielleicht kann ich Dich ja ein bißchen damit anstecken und Dich inspirieren doch noch etwas mehr zu machen als nur Klavierunterricht ( was ich ja schonmal klasse finde).

  • glück auf jonas

    Zitat von c2h5oh

    Risiskominimierung bedeutet nichts anderes als der klassischen (und auch operanten) Konditionierung Rechnung zu tragen, aber darüber schreibe ich nicht mehr.

    ich denk das is n fehler, ne überreaktion (trotz?) - "Konditionierung" is das was du grade sehr erfolgreich machst. wenn du also darüber schreibst, bist du bei dir (und ich könnt wieder was lernen).

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo c2h5oh,

    ich für mich kann sagen das du hier sehr richtig bist.Als Co kann ich viel mitnehmen.Und an den vielen Reaktionen auf dein Geschriebenes kannst du feststellen ,wie sehr du die wunden Punkte triffst.
    Manchmal habe ich den Eindruck das sich der eine oder andere von deinen Worten bedroht fühlt.
    Ich mag deine Ordnung,bei mir als CO ist im Innen und Aussen viel Unordnung,ich bin dabei aufzuräumen und das tut gut.
    Ich brauche hier auch nicht nur einheitliche Meinungen das bringt mich nicht vorwärts.
    Es wäre angenehm wenn du bleiben würdest und weiterhin Beiträge schreibst,genauso wie du bist.Für mich wäre es angenehm,für andere steht es mir nicht zu soetwas zu schreiben.

    beste Grüsse Seekrank

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