Tian's Weg (zu sich selbst)

  • Lieber Jürgen,

    vielen Dank für Deinen Beitrag, ja, Stück für Stück, Eile mit Weile, wird schon.

    Manche Dinge prüfe ich augenblicklich, bspw. einen sehr guten Freund, dieser möchte nüchtern bleiben, ist ebenso Alkoholiker, ich würde ihn zwar gerne unterstützen, aber bin ja sozusagen selbst noch hilfsbedürftig.

    Viele Grüße & eine gute Zeit, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Liebe Freunde,

    weiter geht's, bin jetzt in Monat 5 der Nüchternheit, Trockenheit, mir ist egal, wie man es ausdrückt.

    Sinnvoll wäre, ich bin jetzt 5 Monaten in einem schönen puristischen und echten Zustand, mit allem was dazugehört.

    Sportlich allle super, bin ne echte Kampfmaschine in meinem Sport geworden, ohne Alk zahlt sich das viele Training natürlich doppelt aus, privat mit meiner Freundin & Freunden auch alles okay. Beruflich muss ich eben noch viel reflektieren, explizit, Anteile meines Alkoholismus an der Situation, bin mir dessen noch nicht so ganz bewußt.

    Auch ohne Alk wäre das mit dem letzten job in die Hose gegangen, allerdings sind die Verarbeitungsmechanismen mit Alk grausam, die üblichen Verdächtigen eben:

    -> Groll, Zorn, Selbstmitleid, Wut, Angst, Scheiss-Egal-Stimmung (...), Depression

    All das endete mit meiner Nüchternheit bzw. die Probleme sind lösbar geworden und werden nicht mehr abstrakt im Suff theoretisiert.

    Generell lese ich gerne hier im Forum, schreibe auch gerne, allerdings habe ich ein Problem mit Zensur & Besserwisserei, das macht mir doch ein wenig zu schaffen.

    Es kommt auf die Art & Weise an, wie die Frischlinge behandelt werden, da jibbt's noch viel zu tuen und zu meistern.

    Die meisten LZT die ich real bzw. online kennen lernen durfte haben nunmal vor der "unmittelbaren" Entscheidung gestanden, SAUFEN od. LEBEN. Bei vielen Neulingen hier ist das nicht der Fall, sondern ein Grundrauschen, dass im Trinkverhalten etwas nicht stimmt.

    Es sind geistige Welten dazwischen hin zur Entscheidungsfindung ich saufe nix mehr, weil ich leben will, sonst bin ich spätestens 3 Monaten tot, oder man ist an einem Punkt, in dem noch ordentlich Luft nach unten ist.

    Kurzum: Den Aufzug stoppen wenn er nicht mehr weiter nach unten geht bzw. den Aufzug stoppen wenn er in der Mitte steht und nach unten führt ist schon ein Unterschied.

    Grundbausteine zur Nüchternheit sind das A und O, pflichte ich bei und habe die Gnade hier viel zu lernen.

    Nur habe ich bzw. körperlich lt. medizinischen Befund völlig unversehrte Menschen, welche aufhören möchten, eben nicht diesen Gedanken, ich bin bald tot, ein Schluck und zack. Da ist dann ein subtiler Zug / Druck dahinter. Ob das nun gut oder schlecht ist.

    Tiefpunkt noch nicht erreicht? Quatsch, sonst wäre ich nicht hier und in einer Real-SHG, klar ist der erreicht, ist halt n Mammutprojekt die Nüchternheit, weile ich in kleine 24 h Aufgaben splitte.

    Alles Gute, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Hallo Tian,

    wir haben auch hier LZT die "noch Luft nach unten" hatten und trotzdem ihren Tiefpunkt erreicht hatten.

    Der Tiefpunkt sieht ja nun bei jedem anders aus, das kann der Verlust vom Führerschein sein (hat mir nicht gereicht),

    Arbeitsplatzverlust, keine Freunde, Wohnungsverlust, Schulden.......

    Zitat

    allerdings habe ich ein Problem mit Zensur

    Hier gibt es keine "Zensur", Karsten und wir Mod's sorgen nur für die Einhaltung der Regeln.

    Wer glaubt dass die nicht für ihn/sie gelten hat sich getäuscht !

    LG Martin

  • Hallo Tian,

    Zitat

    Den Aufzug stoppen wenn er nicht mehr weiter nach unten geht bzw. den Aufzug stoppen wenn er in der Mitte steht und nach unten führt ist schon ein Unterschied.

    Bei jedem hier war noch Platz, denn unten ist der Tod und da war definitiv noch keiner von uns. Aber wenn Du den sozialen Abstieg so unterscheiden willst, stand auch bei mir der Aufzug noch irgendwo in der Mitte.

    Das heißt nichts anderes, als das ich sowohl Mann, als auch Kinder, Führerschein, gefülltes Bankkonto, Wohnung und Job noch hatte. Glück gehabt, sag ich mal, denn ich bin mir sicher, wo ich gelandet wäre, wenn ich den Absprung nicht rechtzeitig hinbekommen hätte. Unter der Brücke - alles eine Frage der Zeit.
    Auch körperlich habe ich keinerlei Beeinträchtigungen behalten. Nochmal Glück gehabt.

    Trotzdem bin ich genauso Alkoholikerin wie jede und jeder andere hier und das ich seit über 6 Jahren rückfallfrei leben kann, hat viel mit der Einhaltung der Grundbausteinen zu tun. Auch heute ist mein Haus weiterhin alkoholfrei und es gibt keinen Grund, dies zu ändern.

    Ich finde es übrigens gut, dass Du Deinen Freund nicht retten können willst, sondern Deinen Fokus auf Dich legst. Du kannst ihm ja einfach vom Forum berichten und andere Hilfsmöglichkeiten aufzeigen.

    Grüße
    Tina

  • Hi Martin, hallo Tina,

    danke für die Antworten, bin zwiegespalten derzeit was das Forum betrifft, um mal offen und unverblümt zu sprechen (auch als TACHELES bekannt), Grundbausteine ja, und zwar absolut, alles was darauf aufgebaut wird, sollte konstruktiv diskutiert werden dürfen. Mods die Spiritualität mit Erleuchtung resp. ESO assoziieren und / oder sogar auf soziale Netzwerke referenzieren, verstehe ich nicht. Ruck-Zuck soll diese Person dann eingenordet und in Form gepresst werden, das Bett des Prokrustes lässt grüßen. Mehr oder weniger subtile Hinweise ob ich hier richtig sei, können ebenso nicht zielführend sein.

    Andererseits bekomme ich hier viel interessante Informationen, Feedback, sehe Wege, die ich kann / könnte usf., wunderbar!

    Also werde ich versuchen im Rahmen meiner Autonomie und Möglichkeiten die Regeln zu beachten.

    --

    Zu meinem Freund, völlig uneinsichtig, dagegen bin ich ein Musterschüler!:lol:

    Er packt's alleine, ist ihm doch egal wie Erfahrungsexperten / Suchtberater / Wissenschaftler es sehen, er geht seinen Weg ohne Grundbausteine, er ist kein Weichei, einfach nichts trinken, kein Problem. Sein Tiefpunkt ist in der Tat die Brücke und Total-Absturz.

    Ich kann's nicht ändern, musste ich leider erkennen.

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Hallo Tian,

    ein kleiner Tipp, der mir ab und zu ganz gute Dienste leistet:

    Ich lege nicht jedes Wort, das im Forum geschrieben wird,
    auf die Goldwaage.
    Am Anfang war ich ziemlich unerfahren und "frei Schnauze" unterwegs.
    Damals wurde ich ab und zu unsanft eingebremst.
    Und immer wieder stand ich in Konfrontation
    mit selbsternannten Sprachüberwachungspolizisten.

    Da ich total blank bei der Trockenarbeit war,
    haben mich manche Beiträge auch schlicht überfordert.
    In dieser Zeit hat mir vor allem Linde sehr viel geholfen,
    hier letztendlich vernünftig anzukommen.

    Mittlerweile habe ich hier einen sehr liebenswerten Freundeskreis aufgebaut.
    Und das ist etwas sehr, sehr Wertvolles.

    Da mir das Forum hilft, schlucke ich hier manches.
    Die Grundbausteine habe ich mittlerweile verinnerlicht.
    Diese passen! Aber das hat gedauert.
    Vielleicht muss man die Grundbausteine auch irgendwie "einlaufen".

    Es wäre schön, wenn Du bleiben würdest.

    Viele Grüße
    Correns

  • Hei Tian,

    Deinen Zwiespalt kann ich absolut verstehen. Das geht mir ebenso. Ich denke mir meinen Teil und nehme das mit, was ich gebrauchen kann.

    Zitat

    Andererseits bekomme ich hier viel interessante Informationen, Feedback, sehe Wege, die ich kann / könnte usf., wunderbar!

    Genau das ist mir wichtig und das andere rauscht an mir vorbei. Ist wie im richtigen Leben, mit manchen kann man ....mit manchen nicht :wink:

    Dem Sandmann Correns schließe ich mich an, es wäre schade, ich würde Deine Beiträge sehr vermissen.

    Einen guten Start in einen weiteren alkoholfreien Tag wünscht Dir

    Eni

  • Hallo Tian,

    ich freue mich, dass du dich nicht davon abbringen lässt, hier weiterhin zu schreiben.

    Ich mag deine Beiträge sehr gerne.

    Das Forum ist ein wundervolles Feld zur Resilienzförderung ;) aber manchmal auch um zu erkennen, wo es noch hakt.

    Und das nicht weil die Wertung von großer Bedeutung ist, sondern das, was sie mit dir macht.

    ********

    Ich selbst habe einige solcher, allerdings "nasser Freunde" ( sind nur Bekannte ) im Umfeld, die auch immer mal wieder einen kurzen Versuch wagen nichts zu trinken.
    Ganze Gruppen und Berufszweige sind völlig Alkohol verseucht und
    manchmal frage ich mich, was passieren würde, wenn ihre Möglichkeit zur
    Betäubung bzw. Aufhellung wegfallen würde.
    Aber dann lasse ich das schnell wieder, führt ja zu nix und kümmere mich wieder um meinen Kram.

    Liebe Grüße

    Slowly

  • Guten Morgen Correns, Eni & Slowly,

    schön, dass ihr mir schreibt, mit euren Aussagen kann ich viel anfangen, Licht & Schatten, nicht wahr, jedoch überwiegt das Licht im Forum.

    Mir geht's derzeit recht gut, laufe viel im Wald, das ist einfach phantastisch, zurück zu den basics, bin viel ausgeglichener als früher, trotz der ganzen Probleme mit jobsuche.

    Der letzte job ist menschlich gesehen das übelste gewesen, dass ich je gesehen haben resp. erleben durfte, ein Graus, Menschen die wie Fliegen umkippen, Rettungsärzte - Einsatz wg. Zusammenbrüchen, Bossing vom Feinsten, und eine gnadenlose Geld- und Machtgier diverser Manager.

    Andererseits, so sehe ich das jetzt, durch den Druck und die soziale Abspaltung und Dekadenz des Betriebsklimas bin ich aufgewacht, nur so konnte ich meinen Alkoholismus angehen, wäre ich aufgewacht in einem relativ stabilen Arbeitsumfeld - NEIN, eben nicht, ich hätte mich dann mit mehr und weniger Alkohol durchgewurschtelt.

    Ich möchte damit besser klar kommen, dass sich Menschen für ein Zipfelchen MACHT gegenseitig vernichten, früher im Krieg, sogar staatlich sanktioniert und gewollt, jetzt in der Wirtschaft auf einer subtileren asozialen und maskierten Ebene. Einfach so abblocken, konnte ich früher besser, zuletzt nicht, lag sicher auch am erhöhten Alkoholkonsum, kurzfristige Resilienz, ggfs. werden auch kurzfristig durch ALK psychische & physische Reserven aktiviert, aber das ist gnadenloser Raubabbau am Körper, Geist & Seele.

    Weiter geht's jedoch immer, und mit Alk umso besser.
    :D

    Blöde Zipfelmachterklimmer-Kommentare hier werde ich eben mal schlucken resp. gehört mit dazu, sollen 'se doch, es geht um mich und sonst um keinen hier. Ich glaube, dass viele Nonsense - Kommentare auch nicht mit Absicht geschrieben werden, dem Schreiber ist das einfach nicht bewußt. So wie mir selbst auch vieles nicht bewußt ist. Sind wir wieder bei der Frage welche Rolle das Unterbewußtsein spielt.

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Stichwort: Ort meiden an denen Alk getrunken wird...

    Ich kann's im Leben nur so handeln: An Orten, an welchen der Hauptzweck darin besteht Alk zu konsumieren, heißt, keine Suff-Parties mehr, die entsprechenden Lokalitäten meiden, Menschen die ein Suff-Problem haben meiden, wobei ich jeden Alki unterstützen würde, der aufhören möchte.

    Ich habe ewig aktiv Fussball gespielt, hab's schonmal thematisiert, ich fing als 5jähriger damit an, ohne ALKOHOL, jedoch, und das ist unbestritten, Fussball und ALK ist eine fette Symbiose, ich kenne nur ganz ganz ganz wenige Ex Mitspieler, die völlig auf Alk verzichtet haben und wenn, dann gab's fast immer Kommentare dazu. Meist hintenrum auf linke Art.

    Wer aktiv Fussball in einer Liga spielt und einen problematischen Umgang mit Alkohol hat, sollte mit dem Fussball aufhören, meine Meinung. Bei AH-Spielern geht's auch immer fein zur Sache, da ist Fussi sogar Nebensache und der Alk im Vordergrund.

    Ich bin froh, dass ich neue Sportarten gefunden habe, die nicht so mit Alkohol assoziieren, passt. Wenn einer nach dem Spiel / Training 2 Halbe zieht, soll er, sitze ich mit dem Wasser nebendran, passt, wenn er sich besaufen will, würde ich gehen.

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • glück auf tian

    ich hab den eindruck, du bist auf m richtigen weg (zu dir selbst) - mach weiter so.
    was du schreibst, hilft mir beim denken und erkennen (bzw. wiedererkennen).

    n halbes jahr? < gratulation

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hi Matthias / hallo Forum,

    danke schön, ja, mich triggert es im Forum auch sehr oft positiv, nach dem Motto: "Mönsch, ist wie bei Dir gelaufen!", das hilft mir ungemein, wir sind nicht alleine, dieser Austausch hier ist wichtig, für die Trockenheit, für das Leben, für uns! :)

    Halbes Jahr nüchtern, nö nö, bin jetzt so bei 125 Tagen oder so, ich zähle die Tage nicht mehr mit, einfach weil ich merkte, dass damit auch kokettiert werden kann, frei: Ich bin jetzt XY Tage trocken = STOLZ!, Stolz ist für mich ein Grundübel, Dankbarkeit ist es, was ich sein möchte.

    Einfach nur dankbar sein, für das Leben, für die Natur, dafür, dass ich hier sein und schöne Dinge genießen darf.

    Trotz aller Probleme, die nicht ohne bei mir sind, Freude kann mir niemand nehmen, Freude kostet kein Geld (und das ist sensationell), und jetzt kommst noch besser, ich kann auch ohne Geld auszugeben Freude empfinden, ohne mich künstlich zu berauschen. Fein, gelle, ist zwar das Todesurteil der freien sozialen Marktwirtschaft, aber es funktioniert. Nicht immer - aber immer öfter.

    Dieses Verkrümmung der Menschen wegen Geld, das Aushalten der Situation wegen Geld, die Ängste wegen Geld, die Gewalt, physisch und psychisch.

    Ich wundere mich seit langem, inwiefern auf Geldscheinen nicht aufgedruckt steht, ACHTUNG, führt ggfs. zu Mord, Habgier, Elend, verändert den Charakter negativ, bringt schnelles ficken ohne Liebe, Hochmut, birgt ein sinnentleertes Leben, legitimiert alles, führt zu zwanghafter Erhöhung, entmenschlicht, Angeberei, Dekadenz, ist n psychotrope Droge...

    Kohle ist eben auch eine dreiteilige Krankheit, führt zu negativen Veränderungen oben in der Birne, in der Seele, und in der Psyche.

    Ich verdiene mein Geld, übersetzen wir das doch mal in viele Business-Bereiche = ich bin n EGO-shooter sau, die über Leichen geht.

    Aber im Namen der Asche gesellschaftlich legitimiert und wie immer nur die Harten kommen in den Garten.

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Hi zusammen,

    morgen Abend gehe ich mit der Freundin zum ZAZEN, schau'n mer mal, viel erwarten tue ich nicht, bin für alles offen und neugierig, so muss et sein.

    Spiritualität ist mir wichtig, n Grundbaustein (für mich!).

    Eine gesunde Partnerschaft ist auch sehr sehr viel wert, auch dafür bin ich sehr dankbar, die Dame hat mir die höhere Macht gesendet, was sie schon alles mit mir mitmachte. :shock: Kann die Zeit nimmer zurückdrehen, sondern ich möchte es ihr mit Nüchternheit danken.

    Denn - et is juuut für sie, und och für mich. Win-Win!

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Thema: Schwingung hier im SHG-Forum.

    Ich habe nachgedacht, grundsätzlich stellt hier jeder user seine Erfahrung zur Verfügung und das ist großartig, jeder kann sich seine Dinge daraus ziehen. Ist das nicht u. a. das Prinzip einer SHG.

    Der Ton macht die Musik, darum geht es mir, es gibt Erfahrungsexperten, die ihr Wissen einfach nicht rüberbringen können (bezogen auf mich jetzt, ich möchte nicht verallgemeinern), sei es im Sport, im Beruf, im ..., solche Erklärbären machen mich sehr wütend, und genau da bin ich gefährdet und möchte lernen gelassener damit umzugehen.

    Nochmals, die Grundbausteine stehen an 1ter Stelle, darauf baue ich auf, das ist Expertenwissen & stabil.

    Die Art und Weise wie ich nun mein Häusle bau, muss ich schon selbst entscheiden, wenn ich rosa Fliesen im Bad haben möchte, und es kommt einer, der sich mit roten Fliesen wohl fühlt und mir das mit seiner ignoranten herrischen Art selbstgefällig reindoktrinieren möchte, sage ich höflich in Zukunft - NEIN DANKE!

    Menschen die viel projizieren sind aus meiner Sicht meist aggressiv und wollen halt immerzu die anderen verändern. Bekämpfen im anderen was sie selbst hassen und immer wieder den anderen umformen nach dem eigenen unerreichbaren Muster, mit dem sie sich selbst quälen. Tut denen halt juuut, dient aber nur dem EGO.

    So, genug geschwafelt, gute 24 h, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • glück auf tian

    Zitat von Tian

    Der Ton macht die Musik, ...

    naja - ich hab mit meinem "ton" bzw. mit meinem "schreibstil" auch schon leute verärgert.
    wenn ich bissl was aus der "musik" verstehn kann, is mir der "ton" ziemlich egal.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hi Matthias,

    yip, bissi Ohren spitzen gehört auch dazu, gelle! :lol:

    Na klar, lernen muss der Frischling, et stimmt ja, bin dran und gebe mein Bestes ... egal in welcher Hinsicht.

    Derzeit gestalte ich mein Freizeitverhalten ein wenig um, probiere neue Sachen aus, heute mit der Freundin bspw. beim Zazen (sie liebt so Sachen), sehr interessant, die ganzen Zwischengeräusche fehlen, der ganze Flurfunk, die lärmenden Menschen, wech - wech - wech - mit sich selbst klarzukommen mit all der Ruhe ist nicht so einfach.

    Wie sind denn eure Strategien mit Groll, Wut, Ärger, Stress, Langeweile, usf. umzugehen, prinzipiell ist das mMn ein Vorläufer von einem Rückfall wenn es mal ziemlich dicke kommt.

    Fange ich mal bei mir an, selbst wenn noch die Erfahrung fehlt, aber anstrengende Situationen gab es schon:

    -> SHG besuchen / online + real
    -> Sport (einfach hin, egal wie schwer es fällt, danach ging's mir IMMER besser); Wald joggen oder einfach nur spazieren
    -> Buch lesen
    -> Wegnicken, falls möglich
    -> Sinnsprüche
    -> Telefonieren
    -> Notfallköfferchen

    Das mit der alkoholfreien Wohnung ist ganz ganz wichtig, merke ich immer mehr, bin froh, dass ich alles zu Beginn entrümpelt habe.

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Moin zusammen,

    bei mir alles okay soweit, ein Leben ohne Alkohol ist möglich, ich spüre das sich mein Körper, der Geist und die Seele so langsam erholen und das ist gut. Saufdruck derzeit unter der Woche eher weniger, sind eher die alten Muster, heißt, am Woe meldet sich die nasse Trinkerstimme des Öfteren, meist führe ich dann einen kleinen Dialog mit der Stimme (hast Durst, gelle, bekommst viel Mineralwasser jetzt), dann geht's zum Sport, Freundin treffen, ... und wech is' der Einflüsterer.

    Obacht jedoch, der Flüstergenosse schläft eben nur, Ziel von mir ist es, dass er möglichst lange nickt und/oder ich genau hinhöre und dann ggfs. Dinge in meinem Leben anpasse, die Saufstimme hat eh nicht mehr einen Palast in meinem Innern, sondern eine ganz kleine schäbige und düstere Hütte in welcher er sich einnisten musste, sich manchmal rausstreckt und unsinnige größenwahnsinnige Dinge erzählt, und bei fehlender Resonanz bzw. gesunder Lebensweise meinerseits eingeschnappt von dannen schleicht.

    Es gab hier im Forum mal die Metapher vom Schei**haus und dem 10 sec Durchzug, also das der Alki oder wer auch immer bis zum Hals im Plumpsklo in der Schei**e steht und sich dann freut wenn er mal 10 sec frischen Wind bekommt, sobald oben die Luke geöffnet wird. So war's nass, so isses im falschen job, so isses als Co. (...), fakt ist, die Schei**hauszeiten sind beendet, bin rausgestiefelt aus dem Elend und habe meinen Suff im Häusel zurückgelassen und nix mehr mit kurz 10 sec Durchzug, jetzt gibt's Dauer-Frischluft! :lol:

    Ansonsten bin ich jetzt erstmal ne Woche mit der Freundin am Gardasee, bissi sinnieren, relaxen, biken, joggen, Liebe machen uvm., freue mich sehr darauf.

    ZAZEN praktiziere ich jetzt regelmäßig mit der Freundin, befreit mich sehr, meine Freundin ist auch ganz begeistert, hier bei mir in der Nähe gibt es eine ZEN-Meisterin, in der Gruppe wird dann gemeinsam meditiert. Der Umgang mit den Menschen dort ist angenehm, ist eben auch eine alkoholfreie Zone, die Zen Mädels & Jungs trinken generell keinen Alk. Um Entspannung geht es, der eine schafft's mit PMR, der andere mit autogenen Training, der nächste mit Yoga, es gibt viele Wege, probieren - probieren - probieren - probieren.

    Die Kombi Sport & ZEN funktioniert derzeit sehr gut um positiv zu denken und Energie zu tanken.

    Prinzipiell geht es mir darum und das dürfte bei jedem Alkoholiker der Fall sein, mit negativen Gefühlen und destruktiven Stimmungen konstruktiv und ohne Alkohol zu leben. Wie oft habe ich diese Gefühlswelten durch die künstliche Alk-Welt betäubt, das darf nicht mehr passieren. Sobald der Saufdruck kommt rufe ich mir auch immer in Erinnerung, dass dieser endet, mal nach 10 sec, mal nach 2 h... sind nur Gedanken, es endet, und genauso kommt es dann auch immer. Manchmal hilft auch nur ertragen, Leiden zulassen, integrieren, so schwer wie das auch sein mag.

    Ich für mich habe derzeit fast alles im Leben dem nüchternen Leben untergeordnet. So nebenbei die Sucht zu bearbeiten würde bei mir nicht funken, dafür ist das zu viel Arbeit, dafür steht zu viel auf dem Spiel - mein Leben!

    Selbst wenn ich derzeit noch so einige (auch größere) Baustellen habe, diese sind nüchtern lösbar, nass ist alles verloren.

    Viele Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Hi Tian,
    was du hier schreibst finde ich prima.Viele Sachen finde ich bei mir selbst vor.Den grossen Einflüssterer und manchmal auch die Sch..Stimmung.Die Möglichkeit mit Meditation habe ich bei mir noch nicht ausbrobiert.Wäre aber eine Möglichkeit.Ich gehe bei solchen Problemen immer raus und wenn es geht in den Wald.Und das Sommer wie Winter.Das tut mir gut,die Ruhe,der Tannenduft und z.Z. die vielen Pilze.Werde ich dann gleich mal machen.Bin zur Zeit wegen eines Wirbelschadens krank und habe daher viel Zeit.
    Wünsch Dir und deiner freundin einen schönen Urlaub.

    ATZE

  • Tian, Du fragtest:

    Zitat

    Wie sind denn eure Strategien mit Groll, Wut, Ärger, Stress, Langeweile, usf. umzugehen, prinzipiell ist das mMn ein Vorläufer von einem Rückfall wenn es mal ziemlich dicke kommt.

    Einige Strategien hast Du schon genannt, die ich auch nutze:

    Sport ist immer gut, es macht die Birne frei und kann auch bei Stress und Ärger gut wirken.

    Telefonieren mit einem mir lieben Menschen
    (oder noch besser, anrufen und fragen, ob derjenige Zeit hat und vorbeifahren :wink: )
    Ich habe fgestgestellt, das man dadurch einen nötigen Abstand zum Problem oder zum Ärgernis herstellen kann und es dann eher "von außen" betrachtet.
    Und dann es kommt einem (mir zumindest) mit dieser Betrachtungsweise manchmal sogar lächerlich vor, über was man sich aufregte oder was sich als Riesen-Problem darstellte, sieht danach nur noch halb so groß aus.

    Manchmal schlafe ich auch Sorgen mal etwas weg, ich nutze dann die Eigenschaft des Gehirns, im Schlaf Dinge in die "richtigen Schubladen" abzulegen. Danach fühlt man sich viel "aufgeräumter" und die Sorgen/Probleme erscheinen lange nicht mehr so furchterregend.

    Und ich gehe meinem Hobby Fotografie dann nach, das lenkt mich auch immer ab und ich denke dann an nix anderes mehr.

    Notfallköfferchen... hmmm... das sind eigentlich alles Dinge aus meinem Notfallköfferchen :lol:

    LG Sunshine

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