Jetzt trinkt sie auch - Abgrenzung

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Liebe Cookie,


    ja, du kannst sehr stolz auf dich sein :D !


    Ich habe schon bei vielen EKAs gelesen, dass sie ihre Mutter/ihren Vater vermissen. Also in der Rolle des Beschützers, des Vertrauten, der Eltern eben. Das tut sehr weh zu erkennen, dass deine Mutter dieser Rolle nicht gerecht werden konnte und nicht kann.


    Trotzdem ist sie deine Mutter und es ist auch klar, dass du Liebe für sie hast. Sie hat diese Liebe auch für dich, aber die Sucht steht immer vor allem. Und die Sucht ist stärker als alles.


    Darum ist es klasse, wie du deinen Weg machst, wie deine Freunde dich auch unterstützen. Es ist toll, solche Freunde zu haben! Denn dein Leben kannst du leben, in die Hand nehmen. Die Sucht deiner Mutter aber nicht.


    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Dingen jetzt und bin gespannt, wie alles wird.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo Aurora!


    Dankeschön! Ich bin auch gespannt wie alles wird. Am Sonntag ging es mir erst einmal sehr schlecht, ich hatte abends auch einen kleineren Zusammenbruch und wollte unbedingt nach Hause. Zu den Problemen die ich kannte, anstatt mich mit der neuen Situation auseinander zu setzen. Aber ich habe mich selber ein bisschen gezwungen das auszuhalten und seit gestern ging es dann auch wieder besser.
    Ich wusste dass mir alles erst mal schlimmer vorkam als es ist und ich wusste einfach irgendwie nicht wo mir der Kopf stand. Alles stresst mich momentan sehr...Auch weil ich hier eben jetzt mit zwei Personen in einer kleinen 1-Zimmer Wohnung sitze, bis ich etwas eigens habe. Aber beide geben sich die größte Mühe alles so angenehm wie möglich für mich zu machen und ich werde auch ein bisschen in mein Glück geschubst wenn ich selber Probleme habe einen Schritt zu machen. :D
    Mein Freund ist auch nach wie vor immer erreichbar und emotional einfach für mich da.


    Ich muss sagen ich bin gestresst von dem ganzen Chaos und davon, dass sich alles auf einen Schlag gerade verändert, aber ich bin auch irgendwo froh. Mir fällt auf dass ich viel lerne und solange ich auf mich selber achte und höre, kann ich gerade viel Schlechtes aussortieren aus meinem Kopf und meiner Gefühlswelt und den Fokus wieder mehr auf das Positive und Konstruktive legen.
    Irgendwie überdenke ich viele negative Erinnerungen noch mal, rede auch mit den anderen darüber und ziehe neue Schlüsse. Und ich hab auf jeden Fall das Gefühl, dass bei mir gerade eine Entwicklung passiert. Und generell glaube ich eine sehr gute, obwohl es streckenweise relativ schmerzvoll und auf jeden Fall krass ist.


    Ich freu mich drauf wieder entspannte Momente zu haben irgendwann im Laufe der nächsten zwei Monate oder so.


    LG,
    Cookie

  • Hallo Cookie,


    Zitat

    ...ich hatte abends auch einen kleineren Zusammenbruch und wollte unbedingt nach Hause. Zu den Problemen die ich kannte, anstatt mich mit der neuen Situation auseinander zu setzen.


    Ich bin nun kein EKA aber diese Situation hatte ich als Co damals auch! Irgendwann waren der Druck und die Schuldgefühle so groß, dass ich kapitulieren wollte. Ich dachte, ich gehe zurück zu meinem Ex, da weiß ich, woran ich bin. Dann hätte ich aber wenigstens diese Gefühle nicht mehr gehabt. Ich habe das auch einfach ausgehalten, so wie du. Und es wurde dann langsam besser. Es gehört zum Prozess wohl auch dazu, sich so zu fühlen.


    Es ist kein leichter Weg. Da ist viel Trauer auch mit dabei, viele schlimme Gefühle. In diesen Momenten habe ich mir dann auch immer vor Augen gehalten, was der Grund für die Trennung war. Nämlich das ganze Elend einer Verbindung mit einem suchtkranken Menschen. Das hat geholfen...


    Du machst das super und es ist wirklich gut, dass du die Unterstützung deiner Freunde hast! Das macht eine Menge aus.


    Viele Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hi Aurora,

    Zitat

    Irgendwann waren der Druck und die Schuldgefühle so groß, dass ich kapitulieren wollte.


    Schuldgefühle waren es bei mir gar nicht mal. Ich habe einfach nur ein Problem damit so plötzlich in einem komplett anderen Umfeld zu sein. Mir ging's schon immer so, dass ich mich eher zurückgehalten hab, wenn ich irgendwo zu besuch war - ich esse weniger, ich warte eher darauf dass mir Dinge angeboten werden anstatt danach zu fragen. Außer ich halte es wirklich nicht mehr aus.
    Dazu kommt, dass ich einfach nicht genau wusste, was jetzt passieren würde. Einen wirklich 100% festen Plan gab es ja nicht. Es regelt sich eher alles nach und nach. Damit kam ich nicht so gut zurecht.


    Es wird aber besser. (:

  • Ich möchte immer noch manchmal nach Hause. Das Bedürfnis ist unterschiedlich stark, vorgestern bzw. gestern war es mal wieder besonders schlimm. Es fing schon damit an, dass ich aufgewacht bin und plötzlich Angst hatte ich wäre wieder als Kind in meinem Elternhaus, damals, als meine Eltern noch zusammen waren.
    Das wurde erst besser, als ich durch die Wohnung lief und mir bewusst machte wie der Grundriss aussieht, was die Unterschiede sind; wie alt ich bin und wo ich bin ganz generell.
    Dann hatte ich allerdings plötzlich Angst dass ich wieder zurück müsste, dass alles noch mal passiert. Ich war mir erst nicht sicher warum, denke jetzt es liegt vielleicht einfach daran, dass ich mir Sorgen mache irgendwann doch mal genauso "zu enden" wie meine Eltern.


    Den ganzen Tag über ging es mir dann nicht besonders gut und mir gingen viele Dinge, auch ungewollt, durch den Kopf. Zum Beispiel habe ich mich wieder Mal gefragt warum meine Mutter mich so behandelt - denn auf einer emotionalen Ebene verstehe ich es nicht. Logisch nachvollziehen kann ich es, aber da gibt es einfach einen (kindlichen?) Teil in mir, der traurig und verletzt ist und nicht begreifen kann, warum meine Mutter tut was sie tut. Da neige ich dann immer dazu, immer noch, die Schuld bei mir zu suchen. Ich weise mir keine mehr zu, inzwischen kann ich fast immer gut unterscheiden, wo meine Verantwortung aufhört; aber beim Versuch ihr Verhalten zu verstehen, denke ich eben doch immer mal wieder "hab ich das verdient?", "hab ich irgendwas falsch gemacht?" etc.
    Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich irgendwie wütend bin darüber dass beide meine Eltern krank sind. Sie sind trotzdem verantwortlich für das was sie getan haben und tun, aber es gibt Gründe für ihr Verhalten die sehr traurig und schlimm sind. Sie hatten es selbst nicht leicht. Mich macht wütend, dass ich Mitgefühl oder Mitleid mit ihnen haben muss/soll, obwohl sie daran Schuld sind, dass ich mich fühle wie ich mich fühle.


    Manchmal möchte ich meine Mutter für einige Dinge gerne anschreien, ihr eine böse Mail schreiben oder etwas in der Art. Allerdings bin ich mir sicher, dass das keinen Zweck hat. Es würde nichts Gutes davon kommen, deshalb will ich es nicht machen. Wir brauchen nicht noch mehr Wut und Trauer und Leid.

  • Liebe Cookie!


    Es tut mir leid :( , dass Du so schwierige Zeiten erleben musst :( ...
    Meine Mama ist Spiegeltrinkerin und meine Eltern hatten viele Probleme in ihrer Ehe :(; das hat sich auch auf uns Kinder ausgewirkt.


    Ganz besonders schwierig war für mich die Abgrenzung zu meiner Mama.
    Ich habe immer mitgelitten mit ihr. mit + gelitten. und das ist nicht gut gewesen.
    Mein Therapeut hat mir gesagt, dass Mitgefühl in Ordnung ist, aber Mitleiden nicht gesund ist. Irgendwann habe ich den Unterschied begriffen.


    Ich habe mich dann mit meinem Therapeuten auf den Weg gemacht, das mitleidende Kind in mir anzunehmen und zu betreuen.
    und noch vieles rundherum auch :wink:


    Dein intuitives Gefühl, dass dir sagt, dass Du weg musst aus der Situation, empfinde ich als sehr gut!
    Auch, dass du psychologische Betreuung möchtest.


    In Dir wird, durch diesen Schritt, sehr viel aufgewirbelt und die Gefühle, die du dabei hast kenne ich von mir.


    Es ist schön, dass du in dieses Forum gefunden hast! Schreiben und der Austausch mit Menschen, die ähnliches / gleiches erlebt haben, ist, denke ich, sehr wichtig!


    Schreibe, schreibe, schreibe - immer wenn dir danach ist. Egal wie konfus .... Hauptsache es ist einmal heraus aus dir.


    Und gönn' Dir bitte immer auch Gutes. Das ist sehr, sehr wichtig!
    Gutes Essen, viel Schlaf & schöne Erlebnisse!


    Bis später,
    mit liebem Gruß,
    Sagara

  • Danke für deine Worte, Sagara. (:

    Zitat

    Mein Therapeut hat mir gesagt, dass Mitgefühl in Ordnung ist, aber Mitleiden nicht gesund ist. Irgendwann habe ich den Unterschied begriffen.


    Generell weiß ich, dass es da einen Unterschied gibt und auch dass Mitleid ungesund ist. Aber manchmal ist es noch schwierig für mich zu unterscheiden, was von beidem ich empfinde. Falls das Sinn macht?


    Ich bin auch froh, dass ich hier her gefunden hab. Es hilft auf jeden Fall zu wissen, dass es hier Menschen gibt, die die komplizierten und manchmal ganz verwirrenden Gefühle und Probleme verstehen, die ich auch habe.

    Zitat

    Und gönn' Dir bitte immer auch Gutes. Das ist sehr, sehr wichtig!
    Gutes Essen, viel Schlaf & schöne Erlebnisse!


    Dankeschön, dass du das noch mal gesagt hast. Das kam bei mir in letzter Zeit auf jeden Fall zu kurz... einfach wegen allen Dingen, die organisiert werden mussten und müssen. Die letzten Wochen waren fast ausschließlich Stress. Aber es wird wieder besser und ich arbeite dran auch da eine Balance zu finden.
    Beispielsweise war ich letzten Sonntag mit meiner Freundin Eis essen abends, das war sehr schön; und bald kommt auch ein schon lange geplanter Tattoo-Termin. (:

  • Und da kam noch ein schönes Erlebnis ganz unerwartet! Mein Kater ist nach 6 Monaten endlich wieder aufgetaucht. Putzmunter und gesund! :D
    Er hat das halbe Jahr 3km entfernt von zuhause draußen verbracht und sich Mäuse gefangen. Heute hat ihn jemand eingesammelt und zum Tierarzt gebracht und dank Chip konnte er wieder nach Hause.


    Ich habe schon mit den anderen kurz gesprochen, wahrscheinlich kann er Ende der Woche oder nächste Woche hier her, wenn die Wohnung entsprechend auf-/umgeräumt ist. Ich bin so froh, dass es ihm gut geht und freue mich schon, wenn ich ihn bald wieder knuddeln kann.


    Außerdem ist er auch noch mal eine Motivation alles zu regeln, damit er natürlich auch was zu essen und Spielzeug und alles hat. (:

  • Hey Cookie,


    das ist ja ein richtiges Ostergeschenk, dass dein Kater wieder aufgetaucht ist :D .


    Viele Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo Cookie,


    ich habe gerade etwas in deinem Thread gelesen und bin über die Träume vom Elternhaus gestolpert. Das kenne ich auch... Aber sie werden langsam seltener. Und manchmal verändern sie sich auch und zeigen mich nicht mehr als Kind, sondern als Erwachsene, die sich wehren und abgrenzen kann.


    Das mit dem Kater freut mich für dich. :)


    Alles Gute für dich,
    Meadow

  • Hey!


    Dankeschön an euch drei, mich hat das auch sehr gefreut. (:


    Zitat

    ich habe gerade etwas in deinem Thread gelesen und bin über die Träume vom Elternhaus gestolpert. Das kenne ich auch... Aber sie werden langsam seltener. Und manchmal verändern sie sich auch und zeigen mich nicht mehr als Kind, sondern als Erwachsene, die sich wehren und abgrenzen kann.


    Ja, einmal hatte ich auch schon einen Traum in dem ich mich gewehrt habe, gegen meinen Vater allerdings. Und auch erst letztes Jahr, also nachdem ich eh schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm hatte. Aber ich fand das trotzdem sehr gut!


    Momentan schlafe ich wieder sehr unruhig und schlecht. Ansonsten geht es mir aber eigentlich deutlich besser. Mir tut der Abstand auf jeden Fall gut, obwohl ich immer bei Problemen das Bedürfnis habe "nach Hause" zu gehen. :/
    Job und Wohnungssuche läuft schleppend, aber ich hab zumindest seit diesem Monat ein bisschen Geld dank Grundsicherung. Das war schon mal eine große Erleichterung.


    LG,
    Cookie

  • Hallo Cookie,


    das Bedürfnis, bei Problemen erstmal zu den Eltern zu wollen, kenne ich auch. Ich habe mit der Zeit immer besser erkannt, dass meine Eltern mir aber nicht das geben konnten und können, was ich eigentlich brauche. Keine Geborgenheit und Sicherheit und Beständigkeit. Und auch nicht das Gefühl, dass ich immer geliebt werde, einfach nur dafür, dass ich da bin. Dadurch, dass ich das mit der Zeit erkannt habe, kann ich mir das langsam nach und nach selbst geben.
    Machst du eine Therapie? Diese hat mir sehr geholfen und hilft mir auch immer noch. Dabei habe ich gelernt mit meinen inneren kindlichen Anteilen zu arbeiten. Das ist für mich sehr viel Wert.


    Viel Erfolg bei der Wohnungssuche.


    Liebe Grüße,
    Meadow

  • Hey Meadow!


    Nein, ich mache im Moment keine Therapie. Ich möchte gerne eine machen, aber ich bin noch nicht dazu gekommen mich wirklich mit Therapeuten in der Nähe auseinander zusetzen. Gibt so viele Sachen zu regeln und am besten müsste alles parallel funktionieren. Ich bin immer noch ein bisschen überfordert und versuche alles nacheinander zu machen, da waren dann andere Sachen erst mal dringender als einen Therapeuten zu suchen.


    Mit den meisten Sachen komme ich auch ganz gut alleine zurecht muss ich sagen, auch wenn es mit professioneller Hilfe vielleicht einfacher wäre und schneller gehen würde.


    Was das mit den Eltern angeht, mir ist das auch bewusst dass meine Eltern mir das nicht geben können was ich brauche. Deswegen sitze ich dieses Gefühl dann eben aus sozusagen und erinnere mich eben genau daran, dass ich nicht das von meinen Eltern bekomme, was ich eigentlich von ihnen brauche. Geht ja auch wieder vorbei. Ganz langsam schaff ich es auch, mir selber einfach Sicherheit zu geben. Auch wenn ich glaube, dass das nie dasselbe sein kann oder wird. Wichtig ist es ja trotzdem. (:


    LG,
    Cookie

  • Die letzten Tage war ich sehr niedergeschlagen... ich wollte ja eigentlich meinen Kater abholen. Bin am Freitag also runter gefahren. Aber obwohl ich meiner Schwester zwei Tage vorher bescheid gegeben hatte, hat sie ihn morgens nach draußen gelassen. Innerhalb der zwei Stunden die ich gewartet hatte kam er natürlich nicht, also musste ich ohne ihn wieder gehen.
    Das Ende vom Lied, gut über hundert Euro ausgegeben um ihn abzuholen, ohne ihn wieder gefahren und erst am nächsten Morgen um viertel nach sieben wieder in der Wohnung. Plus Vorwürfe er hätte es dort ja sowieso besser und es sei dämlich ihn im Zug zu transportieren. Gut... kann ja jeder seine Meinung haben. Optimal fand ich's ja auch nicht, hatte aber keine andere Möglichkeit.


    Am Samstag Vormittag bekam ich dann eine Mail, von meiner Mutter. In der hieß es ich solle mir überlegen ob das Zusammenleben mit meiner "furchtbaren Mutter nicht das kleinere Übel" sei, verglichen mit der "desolaten Situation" in der ich mich jetzt befinde.
    Nach einer Entschuldigung dass sie sich einmischt sagt sie mir ich solle ihrer Meinung nach eine Therapie machen. Und sollte mein Freund die treibende Kraft hinter allem sein, sollte ich gut darüber nachdenken was für Gründe er wohl haben könnte. Sie hätte keine Vorurteile gegen ihn aber lebe schon länger auf "diesem irren Planeten".
    Sie erwarte keine Antwort - eine halbe Stunde später hatte ich aber eine Nachricht von meiner Schwester. Sie soll mir sagen meine Mutter hat mir eine Mail geschrieben.


    Ich weiß bis jetzt immer noch nicht wo mir der Kopf steht. Mich macht das unheimlich wütend. Denn es ist wieder die gleiche Leier, wegen der ich gegangen bin. "Ich hab's dir gesagt, das ist so und so, was du machst / denkst / willst ist dumm. Ich bin älter als du, ich weiß es besser" und auf der anderen Seite "Ich will dir ja nur helfen. Ich mache mir Sorgen".
    Geld dass ich ihr für meinen Kater auf dem Tisch gelassen hatte, hat sie mir zurück überwiesen mit den Worten "Ich will dein Geld nicht..".
    Darauf hin habe ich ihr noch mal eine sehr kurze E-Mail geschrieben in der ich meinte es ist mir scheißegal ob sie mein Geld will oder nicht, meine Katze will essen und dafür ist das Geld bestimmt, nicht für sie. Bisher keine Reaktion.


    Seit dem Wochenende bin ich in ein ziemliches Loch gefallen, auch körperlich geht es mir nicht so toll. Fühlt sich nach Erkältung an. Dementsprechend schleppend läuft auch alles momentan leider...
    Langsam kann ich wieder einigermaßen nachdenken, aber die ganze Sache regt mich trotzdem unfassbar auf.


    Angeblich sei es meiner Mutter wohl auch lieber die Katze bleibe dort. Vorher konnte sie sich aber beschweren sie würde sich nicht um die Katze kümmern, wenn ich eine wollte soll ich das selber tun, sonst kommt sie weg etc.


    Da solche Konfrontationen mit meiner Mutter für mich auch immer heißen dass meine Angststörung sich verschlimmert, leidet soziemlich alles gerade unter meiner Stimmung... v.a. da ich Probleme beim Telefonieren habe.
    Sie einfach komplett zu ignorieren fällt mir aber auch schwer.


    Weiß nicht... für mich sieht es ganz simpel danach aus, als würde sie versuchen mich dazu zu bringen zurück zu kommen, einfach nur weil es für sie angenehmer und einfacher ist.

  • Inzwischen geht es mir wieder besser. Bei einem Termin im BiZ hatte ich ein sehr ausführliches und angenehmes Beratungsgespräch, bei dem mir ans Herz gelegt wurde bes. meine Angststörung auch noch mal mit meiner Hauptbetreuerin zu besprechen; die kann dann bei Bedarf auch den ärztlichen/psychologischen Dienst zu Rate ziehen usw.
    Bei Bedarf deshalb, weil es momentan eher danach aussieht, dass ich doch zu meinem Freund ziehe. Innerhalb der nächsten 3-5 Wochen. Was ich auch sehr gut fände bzw. finde, denn momentan vermisse ich vor allem Beständigkeit und ein Zuhause. Mir geht es gar nicht gut mit dem Gedanken immer wieder umzuziehen und zu wissen, dass ich dort wo ich hingehe sowieso nicht (lange) bleiben werde.
    Das macht es mir unheimlich schwer, ja fast unmöglich, richtig zur Ruhe zu kommen.

  • Hallo Cookie,


    das kann ich gut verstehen, dass es wichtig für dich ist, endlich Beständigkeit in deinem Leben zu haben. Einfach so einen bestimmten Alltagsrahmen in dem du dich bewegen kannst und darin Sicherheit findest.
    Einen Ort, an dem du zur Ruhe kommen kannst.


    Ich finde es echt toll, wie du mit dir und deinem Leben umgehst! Da ist viel Selbstfürsorge und das ist das beste, was du dir geben kannst.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Danke dir für deine Worte, liebe Aurora!


    Viele Neuigkeiten gibt es bei mir bisher noch nicht. Kontakt hatte ich zu meiner Mutter seit der letzten Mail nicht mehr. Auch zu meinen Geschwistern kaum.
    Geplant ist, dass ich im Laufe dieser Woche rüber fahre um meine Sachen zu packen und zu versenden, um dann nächste Woche selber umzuziehen. Vielleicht auch die Woche drauf.


    Vor der Fahrt zu meiner Mama nach Hause hab ich immernoch Angst. Ich weiß nicht genau was passieren wird, ob sie zuhause sein wird (je nach dem an welchem Tag ich fahre). Wird sie mit mir sprechen (wollen)? Will ich das erlauben? Wenn ja, was wird sie sagen? Würde irgendetwas das sie sagen könnte irgendetwas ändern?
    And meiner Entscheidung sicher nicht, aber an mir? Ich weiß es nicht... ich bin wütend. Es gibt viele Dinge, die ich ihr gerne entgegen schleudern würde. Viele Vorwürfe, die ich gerne machen würde. Einfach nur weil sie mich sehr verletzt hat mit einigen Dingen die sie getan oder gesagt hat.


    Aber wenn ich diese "Gespräche" durchspiele, dann komme ich immer am gleichen Punkt an - was bringt das? Nichts. Es würde nur einen von uns beiden oder beide verletzen und das ist nicht das was ich will. Was ich will ist Heilung, so doof das Wort im Zusammenhang vielleicht klingt.
    Da ist so viel Wut und Schmerz und Trauer... davon braucht keiner von uns mehr. Sie nicht, meine Geschwister nicht, ich nicht.


    Und manchmal, wenn ich mir innerlich ausmale wie ich ihr manche Dinge vorhalte, dass sie nicht wüsste wie dies oder jenes ist, wird mir bewusst dass sie es wohl doch weiß. Ich sehe ja an ihrem (Co-)Verhalten so vieles, das ich auch gemacht hab in meiner ersten Beziehung. Dann tut sie mir leid und ich wünsche mir, dass sie einen anderen Weg findet und einschlägt, als den auf dem sie jetzt ist.


    Ich denke sie ist wütend auf mich, weil sie denkt ich bin wütend auf sie. Undankbar, vielleicht. Das macht mich traurig, weil es nicht stimmt.
    Manchmal bin ich wütend auf Dinge die sie getan hat, weil ich als ihr Kind nicht verstehe, warum sie nicht anders gehandelt hat. Aber als erwachsene Person weiß ich, dass sie krank ist, dass sie Probleme hat mit denen sie nicht umgehen kann. Ich weiß, dass sie immer versucht hat uns zu helfen und zu unterstützen so gut sie konnte. Eine Weile lang hat das besser geklappt als es das jetzt tut; weil es ihr schlechter geht.
    Dafür bin ich dankbar. Dass sie viel aufgegeben hat, geopfert hat. Dass sie für uns da war, auch wenn die Situation für sie fast untragbar war. Soweit es ihre Verfassung eben zuließ.


    Ich will ihr nichts böses... ich will ihr ihre Fehler verzeihen. Aber dafür muss sie bereit sein, sie sich einzugestehen und die Verantwortung übernehmen.

  • Hallo zusammen!


    Nach sehr langer Zeit finde ich nun wieder meinen Weg ins Forum. Die E-Mail betreffend der neuen URL und Besitzerwechsel hat mich endgültig erinnert und getrieben, ein Update zu verfassen. 😊


    Ich lebe jetzt seit 2018 in England, mit meinem inzwischen Verlobten. Das letzte Jahr, das ich in Deutschland verbracht hatte war sehr schlecht und ich war froh, als es einen Ausweg gab.


    Das erste Jahr in völlig neuer Umgebung war schwer und ich hatte sehr zu kämpfen, habe schlussendlich fast ein halbes Jahr in wöchentlicher Therapie verbracht aber dann eine Arbeit gefunden.


    Jetzt geht es mir besser denn je, ich habe wieder regelmäßig Kontakt zu meinem Bruder, der noch bei meiner Mutter lebt, sich aber aber abkapselt. Meine Schwester schreibt mir kaum, sie hat aber auch eine gänzlich andere Meinung zur Situation als ich, wie mir scheint.


    Noch immer vermisse ich meine Familie und bin traurig um meine Eltern, besonders meine Mutter, aber ändern kann nur sie sich. Wir haben seither nicht gesprochen, es sind nun 4 Jahre seit dem letzten Kontakt.


    Was die Zukunft diesbezüglich bringt weiß ich nicht, aber was es auch ist, ich nehme es wie es kommt.


    LG Cookie

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