Wie schaffe ich es ihn los zu lassen?

  • Hallo, ich habe mich heute hier neu angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß. Ich hatte im letzten Jahr schon viel in diesem Forum gelesen, bevor mein Mann und ich uns getrennt hatten und es hat mir sehr geholfen.


    Ich habe meinen Mann vor über 10 Jahren kennen gelernt, zu der Zeit hat er bereits viel Alkohol (Bier) getrunken. Erst konnte ich alles nicht richtig deuten, wir haben da ja noch nicht zusammen gewohnt und am Anfang dachte ich mir noch nicht so viel dabei. Als wir dann im ersten gemeinsamen Urlaub waren und er dort nicht sein gewohntes Weizen bekommen hat kamen trotz normalen Bieres Entzugserscheinungen und er bekam Depressionen. Kurz nachdem wir wieder zuhause waren habe ich mich getrennt wegen des Alkohols. Dann vergingen ein paar Monate, aber er wollte einfach nicht aus meinen Kopf. Wir haben uns dann wieder getroffen und er hat zu dem Zeitpunkt nicht mehr getrunken. Alles war schön, dann ging es langsam wieder los. Nur mal ein Bier am Wochenende etc. Ich bin trotzdem weiter bei ihm geblieben, es ging über die Jahre auf und ab, mal mehr mal weniger und auch die totale Verzweiflung von ihm darüber mit der Bitte um Hilfe meinerseits. Ich habe immer versucht ihm zu helfen und zu ihm gehalten.


    Wir haben schon immer viel gestritten, er ist sehr dominant und ich auch, wir haben uns viel aneinander gerieben. Er hat eine Gabe bei einem Streitgespräch, wo ich vorher absolut überzeugt war im Recht zu sein, mir die Worte im Munde zu drehen, so das ich am Ende die böse war.


    Richtig schlimm wurde es als wir dann gemeinsam ein Haus gebaut haben. Wir haben viel gestritten, er wollte immer seinen Willen bei allem durchsetzen und als Rechtfertigung für die ganzen Streitigkeiten hat er noch mehr getrunken. Ich bin zu dem Zeitpunkt schon immer alleine ins Bett gegangen, und hab die Nacht dann kaum ausgehalten weil er so geschnarcht hat.


    Im neuen Haus dachte ich es läuft besser, wir haben kurz darauf geheiratet, aber schon kurz danach fingen die Probleme wieder an. Er hat mir immer gesagt, er trinkt nur, weil ich so bin wie ich bin... niemand würde eine Frau mögen die nur meckert. Ich konnte aber einfach nicht anders. Mein Mann ist selbstständig und geht selten zu Arbeit. Zum Glück hat er gut Mitarbeiter und der Laden läuft trotzdem einigermaßen. Ich habe einen Vollzeitjob, der zu dem Zeitpunkt sehr stressig war. Bin ich abends nach hause gekommen, war die Küche eine Müllhalde und er hat im Bett seinen ersten Rausch von tagsüber ausgeschlafen. Bei mir hat er zu der Zeit schon nicht mehr geschlafen sondern im Gästezimmer. Ich habe gefleht und gebettelt, das es so nicht weiter geht und er hat mir immer Versprechungen gemacht und hat dann doch bis nachts gesessen und getrunken.


    Als es ihm dann gesundheitlich schlecht ging wegen der ganzen Trinkerei hat er Anfang letzten Jahres einen Entzug gemacht. Als er wieder kam war er so euphorisch und gut drauf. Er wollte neu anfangen, ist jeden Abend mit mir ins Bett gegangen und hat seinen Ehering wieder getragen. Leider hat er aber sein Leben sonst nicht geändert, er hat weiter zuhause gehockt und jedes Wehwehchen in seinem Körper beobachtet. Dann hatte ich keinen betrunkenen Mann mehr zuhause sondern nur noch einen, der alle 5 Minuten seinen Blutdruck gemessen hat und unausstehlich war. Zu dem Zeitpunkt war mir schon klar, das es so nicht weiter geht und ich gehen muss. Kurz darauf hat er wieder angefangen zu trinken, er dachte er könnte kontrolliert trinken. Im Herbst letzten Jahres bin ich dann ausgezogen und war erst mal unendlich erleichtert. Keine Bierflaschen morgens mehr wegräumen, nicht die dauernden Sorgen um ihn. Wir hatten weiterhin aber viel Kontakt und haben uns häufig gesehen.


    Nun hat er eine neue Freundin kennen gelernt und mir ist das Herz gebrochen. Er hat mir erzählt das sie einen guten Charakter hat, und auf ihn aufpasst und ihm so gut tut. Er würde jetzt auch nicht mehr so viel trinken und hätte schon viel abgenommen... für mich ist eine Welt zusammen gebrochen, er fehlt mir unendlich und ich kann nicht mehr... ich denke den ganzen Tag an ihn, ich denke das ich alles falsch gemacht habe und hätte ich nicht so viel gemeckert wären wir jetzt noch glücklich. Im Prinzip weiß ich, das ich nicht daran schuld bin, ich komme bloß nicht davon los. Es zerreißt mir das Herz, das er für sie nicht mehr so viel trinkt und wir es nicht geschafft haben. Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich aus diesem extremen Tief wieder raus kommen kann?


    Vielen Dank schon mal, Sunny

  • Oh man, Sunny...


    das hätte ich schreiben können...unsere Geschichten ähneln sich sehr, vielleicht liest du mal meine Thread...und nimmst dir die vielen tollen Beiträge der anderen zu Herzen.
    Ich versuche dies zu tun. Es klappt nicht immer und auch nicht beständig aber ohne die anderen hier, wüsste ich nicht, wo ich jetzt stehen würde.
    Nur dieSelbstzweifel sind einfach zu groß...ich falle immer wieder zurück in dieses Loch...


    Ich wünsche dir viel Hilfe hier!


    LG Elahase

  • Hallo Elahase,
    Oh ja, das hört sich ziemlich ähnlich an zwischen uns. Er ist wirklich wie meine Droge und ich habe das Gefühl ich kann einfach nicht ohne ihn. Aber auch erst, als er jetzt eine Neue hat und alles so toll sein soll! Ich kann an nichts mehr anderes denken als an ihn und es macht mich so kaputt! Du hattest in Deinem Thread geschrieben das Du einen Termin beim Therapeuten gemacht hast... warst Du schon dort?


    LG Sunny

  • sieh es doch mal von einer etwas anderen seite: er hat jetzt eine Co-Abhängige die besser als Du funktioniert!


    Das heisst doch nicht, dass sie besser ist als Du, sondern viel eher, dass Du stärker bist als sie, weil Du dich getrennt hast, während sie (noch) bei ihm ist ;)


    Natürlich verkauft er Dir das so, dass jetzt mit "der Neuen" alles besser ist, alles andere wäre ja auch ein Eingeständnis bzw Zugeständnis.
    Wie gut, sie wirklich für ihn ist, wird erst die Zeit zeigen.
    Und sollte es mit ihnen tatsächlich ein alkoholfreies Happy-End geben, dann habt ihr beide einfach nicht perfekt zueinander gepasst...wobei ich das nicht glaube.


    Kümmere Dich mehr um Dich, weil ein anderer tut es nicht :)

    Es ist nicht wichtig, wie schön die Worte klingen, sondern wie ehrllich sie sind...

  • Hallo Sunny,


    ich habe meinen Termin in der nächsten Woche und freue mich schon fast darauf. Es wird bestimmt ein anstrengender Weg und wahrscheinlich muss ich mich mit vielem auseinandersetzen, was auch meinen Anteil an den Problemen angeht. Aber ich will das, ich will nicht unter dem Scherbenhaufen liegen bleiben.
    Ich hatte meinem Mann angeboten, gemeinsam den Scherbenhaufen wegzuräumen und zu schauen, ob darunter noch was ist...Zuerst wollte er das auch, jetzt ist die Neue da und er will es nicht mehr. Jetzt macht er einen auf superduper Patchworkfamilie während ich viel Geld für nen Therapeuten ausgebe....


    Das ist es vielleicht auch, was uns beide so ins Loch zieht...sie gehen einfach weiter, haben die Verantwortung für die Sauferei auf unseren Schultern abgeladen und machen sich ein schönes Leben.
    Wir hängen fest, weil wir glauben, was sie sagen: das sie nicht mehr trinken und wir alles falsch gesehen haben.

  • Jetzt bricht meine Welt gerade wieder zusammen... Vorgestern hat mein Noch-Ehemann abends angerufen und wir haben fast zwei Stunden geredet. Es war sehr schön, wir haben auch viel über uns geredet und was alles schief gelaufen ist zwischen uns. Er hat mir dann auch erzählt das es zwischen seiner neuen Freundin auch so seine Probleme gibt. Und sofort habe ich mir wieder Hoffnungen gemacht. Es hat mich so beruhigt das doch nicht alles perfekt ist. Er hat gesagt, das er noch viel an mich denkt und nach dem Gespräch vieles klarer sieht.


    Und jetzt hat er mich gerade angerufen. Er war super gut drauf und hat mich nach seinem blöden Koffer gefragt, den ich natürlich nicht habe. Logisch das ich ihn dann gefragt habe ob er verreisen will. Dann erzählt er mir das er im November auf die Malediven fliegt. Und das mit seiner neuen Freundin 😪 Ich bin total sauer geworden am Telefon. Warum macht er sowas, er weiß doch wie weh mir das tut? Ich habe ihm gesagt, das ich ihm nie - wenn ich jemanden kennen lernen würde - sagen würde, dass der Neue so toll ist, nicht säuft, sich mit mir toll unterhalten kann und so wunderbar ist. Und ich würde ihn garantiert nie anrufen wegen einem verdammten Koffer sondern erst mal selber nachsehen. Für mich kam das wie Absicht vor! Wobei ich nicht glaube das er mir absichtlich weh tun würde. Warum tut er sowas? Ich hab dann einfach aufgelegt und er hat mir dann nochmal geschrieben das es ihm leid tut und er mir nicht weh tun wollte. Jetzt bin ich am Boden zerstört, ich kann nur noch heulen und weiß einfach nicht mehr weiter. Im November werde ich jetzt die ganze Zeit daran denken wie schön die beiden es sich machen werden...

  • Hallo Sunny,


    böser XY, nun seid ihr nicht mehr zusammen und er macht dein Leben immer noch kaputt (Sarkasmus aus). Wie wäre es, wenn Du mal an Dich denkst und Dir Dein Leben schön gestaltest? Du musst auch nicht mit ihm telefonieren, wenn dich das runter zieht. Du hattest Deine Gründe für eine Trennung und wer weiß, wie es wirklich bei den beiden läuft. Du bist nicht sein Kummerkasten oder was auch immer. Du bist die, die sich um dich kümmern muss und dafür sorgt, dass es Dir gut geht.


    sonnige Grüße
    Lütte

    Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.

    (Henry Ford)

  • Hallo Sunny, Du schreibst:

    Zitat

    Warum macht er sowas, er weiß doch wie weh mir das tut? Ich habe ihm gesagt, das ich ihm nie - wenn ich jemanden kennen lernen würde - sagen würde, dass der Neue so toll ist, nicht säuft, sich mit mir toll unterhalten kann und so wunderbar ist. Und ich würde ihn garantiert nie anrufen wegen einem verdammten Koffer sondern erst mal selber nachsehen. Für mich kam das wie Absicht vor! Wobei ich nicht glaube das er mir absichtlich weh tun würde. Warum tut er sowas?


    Du bist Du und er ist nun mal er.
    Warum erwartest Du von jemand anderen, das er sich verhält, wie Du Dich verhalten würdest?
    Versteh ich nicht.
    Dein Ex muss sich doch nicht so verhalten, wie Du es gern hättest.


    Zitat


    Im November werde ich jetzt die ganze Zeit daran denken wie schön die beiden es sich machen werden...


    Tja, das ist dann aber DEIN Problem.
    Du könntest ja auch selbst was schönes machen, für DICH.
    So wie lütte69 es auch schon schreibt.
    Dein Ex ist nicht für Dein Wohlbefinden zuständig, das ist nämlich niemand außer Du (auch kein zukünftiger Partner ist dafür verantwortlich !)


    Sunny, balle mal bitte Deine beiden Hände ganz fest zu zwei Fäusten, so als ob Du in einen Sandsack hauen wolltest...oder um etwas ganz dolle fest zu halten.
    Und dann öffne mal Deine beiden Hände und halte sie ganz ohne Anspannung vor Dich.
    Was hat Dich mehr Kraft gekostet, das Festhalten oder das Loslassen?
    Genau so ist es auch, wenn man jemanden nicht gehen lassen kann/gehen lassen will. :wink:
    Dann hältst Du immer krampfhaft fest und steckst da immer wieder sehr viel Kraft rein.
    Öffnest Du aber die Hände, benötigst Du keine Kraft mehr.
    Loslassen ist also immer besser für den persönlichen "Energiehaushalt" als krampfhaft festzuhalten.


    LG Sunshine

  • Liebe Sunny,
    dann erst einmal "Herzlich Willkommen im Forum".


    Was du jetzt schreibst, ist natürlich gefühlt und gedacht in einem gewissen Grad der GAU. Der Ex, für den du noch Gefühle hast, macht mit der Nachfolgerin den absoluten Traumurlaub. Blaues Meer, romantische Stimmung, funkelnde Sterne, Alkoholfahne in der Nacht, verkatertes, schlecht gelauntes Aufstehen, am Abend beim Buffet mit einem Besoffenen am Tisch gesessen (Er sagt: Das Zeug ist ja all-inclusive, das muss man ja mitnehmen), im vollen Kopf durch die Gegen gestolpert und Unsinn gelabert, viele Aktivitäten finden nicht statt, weil der andere noch dicht ist - na, klingt das alles noch so wundervoll??


    Liebe Sunny, was dich jetzt erst einmal quält ist Trennungsschmerz und der ist - und das wissen alle und ich besonders - schmerzhaft und alles ist sehr, sehr traurig. Aber nicht unerträglich.


    Dennoch ist die Frage, warum du dich getrennt hast. War das nicht, weil du diese Art und das Trinken nicht mehr ertragen konntest? Weil Versprechen gebrochen wurden und die Situation nicht mehr machbar war? Oder bist du einfach so aus dem blauen Dunst heraus gegangen, weil zu wenig Drama in deinem Leben war? Ich glaube nicht, dass du jetzt beim letzten Satz genickt hast. Es hat gute Gründe für die Trennung gegeben. Nämlich die, dass dein Mann alkoholsüchtig ist, sich zu Tode säuft und damit auch dein Leben zur Hölle macht. Das ist es doch, was zur Trennung führte. Klar, es hat schöne Momente und schöne Zeiten gegeben - aber was hat denn zum Schluss überwogen?


    Sunny, der Pinsel der Erinnerung malt golden - aber war denn alles golden? Er hat eine Therapie gemacht, es aber nicht geschafft, trocken zu bleiben. Er ist also wieder nasser Alkoholiker. Und jetzt glaubst du so sehr an die Macht der Liebe, dass er seiner Neuen zu Liebe eingeschränkt trinken kann? Sorry, das glaube ich nicht. Ich fürchte, die neue Freundin - das arme Mädchen - wird auch bald sehen, was sie sich da eingehandelt hat. Die Hölle kann auch einen blauen Himmel und weiße Strände haben.


    Aber mal ganz davon abgesehen - warum machst du es immer noch zu deiner Sache? Mach' dir doch auch - soweit es geht - hier eine schöne Zeit. Geh' mal zum Friseur, ins Kino, zum Sport, zur Massage. Nüchtern, mit nüchternen fröhlichen Menschen und wenn du unbedingt mal auf die Malediven willst, dann spare und fahre auch mal dahin. Aber mit einem netten Menschen, mit dem du wirklich schöne Zeiten erleben kannst und nicht mit einem nassen Alki.


    Liebe Grüße und jetzt mal Kopf hoch
    HM

  • Ach so... und noch was... wenn es Dich tröstet: :wink:


    Die Neue wird die gleichen Probleme mit Deinem XY bekommen, denn Alkoholabhängigkeit kann auch durch einen neuen Partner nicht geheilt werden.
    Da kann die Neue auch so gut auf ihn "aufpassen" wie sie will.
    Ein Alkoholiker MUSS trinken, er kann das nicht mehr kontrollieren.
    Und jemand anderes kann es ebenfalls nicht kontrollieren.


    Es kann auch so sein, das er wirklich glaubt, was er Dir erzählt.
    Das alles so viel besser mit der Neuen ist. Er empfindet das sicher auch so.
    Denn die kennt nicht seine Vorgeschichte. Kennt sich vielleicht überhaupt nicht mit der Alkoholkrankheit aus.
    So bleibt er von "Meckereien" erstmal verschont.
    Aber das wird kaum so bleiben... denn die Sauferei wird auch wieder schlimmer werden, ein Alkoholiker KANN NICHT dauerhaft seinen Alkoholkonsum kontrollieren.
    Das macht ja gerade unsere Krankheit aus, ist eines der auffälligsten Symptome.
    Also wird sie auch bald merken, was wirklich los ist.
    Und darum ist sie dann ganz sicher nicht zu beneiden. Mir würde sie eher leid tun, und das meine ich völlig ernst !


    Malediven hin-oder her... drauf geschis**en... wahrscheinlich wird er sich dort schon mehrmals die komplette Breitseite verpassen.
    (Urlaub... muss doch gefeiert werden... hoch die Tassen etc.pp)
    Und dann beginnt der nackte Horror wieder... da hilft dann auch keine noch so schöne Palmeninsel im Indischen Ozean.
    Und wenn er dort noch nicht trinkt, weil auf den Malediven alkoholische Driks bekanntlich sauteuer sind,
    dann wird er sich wieder Zuhause die Breitseite verpassen, weil er doch so viel "entbehren" musste.
    So funzt nun mal die Alkoholikerbirne.


    LG Sunshine (Alkoholikerin, 15 Jahre trocken)

  • Ihr habt so Recht, danke für die Worte! Ich weiß bloß gar nicht mehr wie ich mich um mich selbst kümmern kann, es fällt mir schwer für mich selbst glücklich zu sein. Zum Glück kommt gleich eine liebe Freundin und ich glaube ich brauche dringend professionelle Hilfe, sonst komme ich aus dem Tief nicht mehr raus. Meine Gedanken sind manchmal so gemein, ich wünsche mir, das es mit der Neuen nicht gut geht, damit er merkt das nicht nur ich ein Problem mit dem Alkohol habe.


    Warum vergisst man die schlimmen Zeiten bloß so schnell? Warum bin ich nicht stark genug und kann endlich auch mal wütend auf ihn sein?

  • Hallo Sunny,


    also ich bin glücklich, wenn ich meinen Hobbies nachgehen kann, wenn ich mich mit Leuten umgebe, die ich mag, die mich mögen. Vielleicht ein tolles Schaumbad kaufen und eine Badewanne genießen, so die Kleinigkeiten im Leben. Das kannst Du üben und es funktioniert bestimmt.


    sonnige Grüße
    Lütte

    Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.

    (Henry Ford)

  • So, ich habe ihm jetzt eine lange Mail geschrieben, das es wichtig ist für mich, das wir keinen Kontakt mehr haben. Das ich auch krank bin und mir helfen lassen muss. Und, das ich - auch wenn ich das immer gesagt habe - nicht immer für ihn da sein werde! Gar nicht mehr! Und ich habe bei einer Therapeutin angerufen und hoffe auf einen schnellen Termin.
    Ich glaube, ich war noch nie so am Boden, und heute Abend werde ich mich noch mal gehen lassen und meinen armen Vierbeiner nass weinen, aber so geht es einfach nicht weiter. Ich kann und will einfach nicht mehr von ihm abhängig sein.


    Wenn ich hier im Forum lese, so weiß ich, das ich damit nicht alleine bin. Das loslassen ist wahrscheinlich schwieriger als das ausziehen, weil es so endgültig ist und man alle Träume begraben muss... aber wenn ich/wir nicht auch krank wären wären wir wohl gar nicht hier 😥

  • Sunny, auch wenn das alles sauschwer ist... Du hast erkannt, wie es ist und das Du auch Hilfe brauchst.
    Das ist schonmal echt klasse !


    Zitat

    Das ich auch krank bin und mir helfen lassen muss. Und, das ich - auch wenn ich das immer gesagt habe - nicht immer für ihn da sein werde! Gar nicht mehr! Und ich habe bei einer Therapeutin angerufen und hoffe auf einen schnellen Termin.


    Sehr gut !


    Zitat

    Ich glaube, ich war noch nie so am Boden, und heute Abend werde ich mich noch mal gehen lassen und meinen armen Vierbeiner nass weinen, aber so geht es einfach nicht weiter. Ich kann und will einfach nicht mehr von ihm abhängig sein.


    Du darfst weinen... auch hier im Forum... und auch jammern und auch wütend sein. Alles okay.
    Nur ist es wichtig, das Du konsequent bleibst und DEINEN Weg nicht wieder aus den Augen verlierst.


    Zitat


    Wenn ich hier im Forum lese, so weiß ich, das ich damit nicht alleine bin. Das loslassen ist wahrscheinlich schwieriger als das ausziehen, weil es so endgültig ist und man alle Träume begraben muss... aber wenn ich/wir nicht auch krank wären wären wir wohl gar nicht hier


    Nein, Du bist nicht allein.
    Klar ist das Loslassen schwer... und genau... weil man damit auch seine eigenen Träume begraben muss.
    Das ist schon bitter.
    Aber Du hast mit einem Trinker an Deiner Seite keine Chance, Deine oder sogar Eure Träume zu verwirklichen.
    Es funzt einfach nicht. Der Alk wird da immer im Wege stehen.
    Und am Ende stehst Du nicht nur mit Deinen unerfüllten Träumen da, sondern wirst auch noch selbst krank, siehe Psychosomatische Erkrankungen.


    Opfere bitte nicht Dein Leben für andere Menschen, Du könntest ihnen damit sowieso nicht helfen.
    Schau jetzt lieber nach Dir, wie DU Hilfe bekommst und wie Dein Leben zufriedenstellend bis schön weiter gehen kann.
    Auch wenn es jetzt noch nicht so aussieht, Deine Welt kann auch wieder ganz bunt werden !


    Viel Kraft wünscht Dir Sunshine :wink:

  • Das war bis jetzt ein schwieriges Wochenende für mich... ich habe sehr viel hier gelesen und es ist erschreckend wie sich viele Geschichten ähneln.


    Ich dachte immer, wenn ich nur genug kämpfe, dann schaffen wir das. Was ich alles gemacht habe, wie ich immer wieder festgehalten habe... ich begreife langsam, das es eben nicht normal ist, das man kämpft und bleibt sondern das es normal gewesen wäre zu gehen 😔 Das man wahrscheinlich in einer glücklichen Beziehung gar nicht kämpfen muss!? Was mich am meisten beschäftigt ist nun, warum ich so bin, warum ich das gemacht habe? Was stimmt mit mir nicht??? Ich wünschte ich hätte mich schon viel früher damit auseinander gesetzt.


    Mein xy hat mich nie geschlagen, ist nach außen nie extrem auffällig geworden. Bei Feiern oder wenn andere dabei waren hat er nie viel getrunken, es wusste ja keiner das er dann zuhause erst richtig losgelegt hat. Warum bloß habe ich das auch manchmal zu sehr verharmlost?


    Ich denke immer noch jede Minute an ihn - an die "gute" Vergangenheit, aber ganz langsam mischen sich auch wieder Erinnerungen dazu, die nicht schön waren.


    Auf jeden Fall bin ich schon jetzt sehr dankbar für dieses Forum!

  • Hallo liebe Sunny,
    das ist das, was ich auch immer gedacht habe: Wenn du dir mehr Mühe gibst und besser bist, dann wird das schon klappen. Dann kannst du ihn mit herumreißen - und alles wird dann schon gut.


    Natürlich funktioniert so etwas nicht. Aber da kam ich nicht drauf. Er hat erst aufgehört zu trinken, als er es selber wollte und merkte, dass es so nicht weiter geht. Mit mir oder ohne mich - genau betrachtet war das eigentlich relativ egal. Obwohl ich immer noch denke, dass es in der Therapie hilft, wenn einer/eine "da" ist. Vorausgesetzt es ist nicht so viel kaputt gegangen, dass keine/r mehr da ist....


    Aber was ich damit sagen möchte: Wenn du an dir arbeitest und dich mühst, klar, dann wirst du natürlich immer besser. Aber nur du und es ist natürlich die Frage, ob du für dich einen "Optimierungsbedarf" siehst. Aber du bist die einzige, die du aktiv ändern kannst. Alle anderen - leider - nicht.


    Ich hoffe aber, dass es dir jetzt ein bisschen besser geht und wünsche dir noch ein schönes Rest-WE!
    Ganz viele Grüße
    HM

  • Liebe Honeymaker,


    das verstehe ich jetzt langsam auch, das ich hätte sonstwas machen können... es hätte sich bzw. er hätte sich nicht geändert! Schade das ich da nicht schon viel früher drauf gekommen bin...


    Wenn man mal genau darüber nachdenkt war es sogar ziemlich egoistisch von mir und im Grunde muss ich mich wohl einfach mal überdenken!


    Aber damals war ich da so drin... und wollte um keinen Preis loslassen.


    Ich habe vor ca. 4 Jahren einen Tinnitus bekommen, damals dachte ich, das läge am Stress in der Firma, mittlerweile glaube ich aber eher das ich da schon mit meinen Kräften am Ende war - aber auch das konnte ich nicht einordnen, so sehr war ich überzeugt das alles noch gut wird und ich ja so eine Kämpferin bin...

  • Hi Sunny,


    wie ist denn das jetzt bei deinem Ex, trinkt er tatsächlich nichts oder weniger?


    Das ist bei mir so mit der Hauptgrund für meine Verzweiflung. Das mein Mann sich für seine eigene Familie nicht ändern konnte/wollte aber es jetzt für eine andere Frau und eine "neue" Familie zu gehen scheint.


    Für mich fühlt es sich jedes Mal an, wie ein Boxhieb in den Magen, wenn meine Tochter erzählt, was die alles tolles unternommen haben.


    Ich denke dann "meine Güte, was habe ich alles dafür getan, verziehen, geglaubt, ignoriert, ausgehalten, schöngeredet etc. um das haben zu können, was er jetzt anscheinend hat."
    Und ich hab es nicht bekommen, obwohl er mir mal geschworen hat, mich zu lieben, zu achten und zu ehren, in guten wie in schlechten Zeiten...

  • Hallo Elahase,


    Ich glaube, momentan trinkt er tatsächlich weniger... die Frage ist allerdings, wie lange er das wohl durchhält?


    Im Nachhinein betrachtet hatten wir diese Zeiten auch schon, sie hielten aber nie wirklich lange an. Manchmal einige Monate, manchmal weniger. Am Ende hat er dies nur für "mich" nicht mehr gemacht.


    Und auch jetzt macht er es ja nicht für sich, sondern weil er einfach klug genug ist zu wissen, das sonst die Neue gleich wieder weg wäre... das denke ich mittlerweile wenigstens.


    Eins habe ich jetzt relativ schnell begriffen - ein nasser Alkoholiker wird immer weiter trinken, vielleicht auch mal mehr oder weniger, aber "es" verläuft nicht im Sande...


    Ich kann Deine Gefühle so gut verstehen... es tut unendlich weh wenn man denkt, bei der ist alles soooooo schön und was ist mit mir? Warum habe ich das alles ausgehalten und glücklich ist er jetzt mit einer anderen...?


    Das mit den "in guten wie in schlechten Zeiten" habe ich auch gedacht, wir waren nicht mal 1 Jahr "glücklich" verheiratet... für mich bedeutet so etwas sehr viel, aber will ich am Ende einen Mann der das mit Füßen tritt? Und das tut er ja!


    Was mir gerade sehr hilft ist, das wir keinen Kontakt haben. Ich hoffe sehr, er hält sich jetzt auch mal daran. Je weniger ich von ihm mitbekomme, desto mehr kann ich für mich klarer denken. Und mein Gehirn versucht gerade sich an alle schlimmen Zeiten zu erinnern... nicht mehr an die schönen 😉


    Liebe Grüße
    Sunny

  • Ich hätte auch so gerne weniger Kontakt zu ihm, denn das würde mir auch helfen und meine Kopf freier kriegen.
    Aber ständig ist etwas zu besprechen oder zu kommentieren, meistens geht es um unsere Tochter.
    Das nimmt irgendwie kein Ende, länger als 5 Tage gab es bisher noch keine Kommunikationspause...und dann macht er alles immer so kompliziert, stellt Fragen aber antwortet dann nicht, sodass ich dann wieder nachfragen muss...das ist alles so zermürbend!


    Ich will eigentlich nur meine Ruhe haben und möglichst wenig von ihm mitkriegen.


    Wenigstens bin ich -zumindest momentan- über den Punkt hinaus, ihn zurück zu wollen. Auch wenn die Gedanken an ihn und die Andere sehr weh tun.
    Einerseits versuche ich dann daran zu denken, was ihr noch eines Tages alles bevorsteht, andererseits zweifel ich noch manchmal daran, dass er wirklich nasser Alkoholiker ist oder ob er vielleicht "nur" den Alkohol eine Zeit lang missbraucht und jetzt die Kurve gekriegt hat.


    Genau wie dir, hat mir unser Eheversprechen auch viel bedeutet und es wäre gar keine Frage für mich gewesen, ob ich ihm durch eine schwere Therapie hindurch unterstützt hätte. Aber wer nicht will...


    Ich wünsche dir, dass du dich weiterhin gut von ihm abgrenzen kannst und er dir auch die Möglichkeit dazu gibt!


    LG Elahase

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