Ja der Alkoholiker wirkt von außen extrem egoistisch. Das Trinken steht über allem- sogar das Leiden enger Angehöriger wird ignoriert oder klein geredet. War bei mir genauso.
Ich hab einfach nicht wahrhaben wollen, dass mein Saufen nicht nur mir selbst schadet sondern auch Menschen, die mich lieben, die ich auch sehr liebe und für die ich Verantwortung trage.
Die Therapeutin meines Kindes sagte klipp und klar ‚sie Trinken und das macht ihrem Kind Angst und Sorge‘. Meine Reaktion ‚das geht die Frau gar nix an.‘ Dass ich bei diesem Gespräch eine Fahne hatte? Zufall! Dass mein Kind weinend daneben saß? Affig!
Ich schäme mich so sehr dafür, aber in diesem Moment war ich einfach noch nicht bereit. Ich konnte mein nasses Denken nicht ablegen. Mir war mein Kind alles andere als egal, aber ich habe die Verbindung zwischen meinem Trinkverhalten und dem Leid bei meinem Kind einfach nicht sehen können, obwohl ich dieses Kind wirklich über alle Maßen liebe und dass auch in diesem Moment so spürte. Wie blind war ich! Dass ich mir nebenbei selbst massiv schadete blendete ich ja auch aus.
Niemand hätte mich von außen erreichen können. Es musste von innen kommen.