Moin Kaltblütiger,
ich bin der gleichen Meinung wie Ayki, dass der Co noch recht präsent ist. Er wird aber immer weiter weggehen, je mehr du guckst, was du selber möchtest. Normalität, die du sehr genau formulieren kannst oder Achterbahnen, die das Kind in dir jauchzen lassen und die Liebe und das Leben in kindlicher Form erleben lassen. Wie Ayki schreibt, ist es hilfreich, sich mit dem inneren Kind auseinander zu setzen, weil es für unsere Gefühle steht. Lass den erwachsenen Kaltblut mal schön dafür sorgen, dass sich Klein-Kalli wohlfühlt, dann wird schon alles werden. Dann weißt du auch, was sowohl als auch sein kann und wo genau du loslassen musst. Du schreibst, dass dein Glaube ein Teil deines Lebens ist bzw. dich überhaupt erst richtig sein lässt. Das Gefühl kenne ich und ich bin zufriedener geworden, je mehr ich meinem Glauben Raum ließ. Nicht dass ich mir den gütigen alten Mann im Himmel vorstelle, aber glauben daran, dass etwas Größeres meine Weg lenkt, kann ich trotzdem.
So, wie in den 22 Jahren, seitdem du das erste Mal geheiratet hast, manches passiert und gut geworden ist, auch ohne dein Zutun, so wird auch mit der Berlinfahrerin manches gut werden, wenn du nichts tust. Wenn du schreibst, sie fährt heim, dann hast du sie ja wohl kennen und liebengelernt, als sie dort wohnte. Warum sollte euere Liebe nicht wieder kommen, wenn sie nun wieder dort lebt? Du schriebst irgendwo nicht gerade positiv über Fernbeziehungen. Ich meine, Nähe ist keine Frage von Kilometern. Du bist komplett genug, dir die Ruhe anzutun und flexibel genug, mit Entfernungen umzugehen. Aber zulassen und dir über den Umgang damit klar zu werden, das musst du schon.
Allerdings, ich habe damals den Fehler gemacht, zu warten und zu warten und zu hoffen. Das hab ich losgelassen und es hat mich befreit. Jetzt lebe ich MEIN Leben und freue mich über alles, was trotzdem, ohne dass ich etwas bewegen will, so läuft, wie ich es mir wünsche. Karl, ich denke, du hast die Tatsache Co-Abhängigkeit im Kopf ganz richtig verstanden und dort ausgemerzt. Aber das Fühlen, das Empfinden, das ist das, was uns davon weitestgehend frei macht und das dauert seine Zeit. Jeden Tag ein paar Minuten in das Lernen investieren und den Rest all das tun, erleben und leben, so wie es dir gut tut. Ayki hat geschrieben, wir können uns auch selbst gesund machen. Stimmt! Selbsthilfe – mit der Unterstützung von gleichfalls Betroffenen. Hier ist unsere Gruppe dazu.
LG
Ette