Zabou54, Der Weg ist das Ziel

  • Hallo zusammen,

    Ich bin gerade etwas schockiert über mich selbst .
    Ich habe einen meiner Nachbarn aus dem Nebenhaus kennengelernt. Wir haben uns etwas unterhalten und er war auch ein bisschen flirty. Ich fand ihn sehr interessant und sympathisch. Also der erste Eindruck war super 😊. Jetzt habe ich letzte Tage gesehen dass er eine Kiste Bier ins Haus getragen hat. Gestern sind wir etwa zeitgleich zu Hause angekommen. Er mit Fahrrad , ich mit Auto .
    Nun habe ich gesehen , dass er ziemlich voll war und habe im Auto gewartet bis er in seinem Hauseingang verschwunden ist.
    Wie ein Teenie 🙈.
    Ich weiß das muss nicht heißen dass er ein Alkoholproblem hat , aber ich bin richtig geschockt und ekele mich .
    Bin ich doch mehr geschädigt als ich dachte ? Kennt jemand von euch das ?
    LG

    Zabou

  • Ja, ich kenne das. Für mich ist das ein Zeichen, dass ich damit nicht umgehen kann und will.

    Ich kenne einige Menschen, bei denen ich eine Alkoholsucht vermute oder auch davon weiß. Egal, wie sympathisch mir diese Menschen sind und egal, ob sich ein näherer Kontakt entwickelt oder nicht- ich halte Abstand.

    Manchmal denke ich, dass Suchtkranke ganz genau spüren, dass bei mir eine Co- Abhängigkeit da ist und gerade deswegen versuchen, anzudocken.

    Vielleicht hilft Dir das etwas weiter und wenn Du Deinen Nachbarn schon betrunken gesehen hast und Dich deshalb nicht wohl fühlst, dann hak' ihn ab und verbuche den Flirt als nette Begebenheit.

    Ach, nochwas: Toll, was Du in den letzten Monaten geschafft hast.:thumbup:

  • Ich kenne das auch. Zwar nicht beim Kennenlernen von anderen Männern, aber im Alltag. Wir haben hier wenigstens einen Alkoholiker in der Nachbarschaft, ich habe aber noch zwei weitere Haushalte im Verdacht. Die Anzahl der Weinflaschen die entsorgt werden sprechen für sich. Ich kann es z.B. gar nicht mehr leiden, wenn jemand tagsüber schon „grundlos“ eine Fahne hat. Das widert mich an.
    Letztens habe ich einen Familienvater im Schwimmbad beobachtet. Er hat sich mittags hingesetzt und sein Bier getrunken. Fand ich irgendwie unnötig. Ich denke, würde ich jemals einen neuen Mann kennenlernen, wäre das ein No-Go, also diese Situation die du bei deinem Nachbarn beschrieben hast.

    Das Erlebte hinterlässt doch immer Spuren denke ich.

  • Manchmal denke ich, dass Suchtkranke ganz genau spüren, dass bei mir eine Co- Abhängigkeit da ist und gerade deswegen versuchen, anzudocken.

    Vielleicht hilft Dir das etwas weiter und wenn Du Deinen Nachbarn schon betrunken gesehen hast und Dich deshalb nicht wohl fühlst, dann hak' ihn ab und verbuche den Flirt als nette

    Hi Anthurie,

    Das ist genau meine Befürchtung. Das ich eine gewisse Ausstrahlung habe , die Suchtkranke anzieht wie ein Magnet .
    Ich kann mit betrunkenen Menschen gar nicht mehr umgehen , daher meide ich Orte und Veranstaltungen wo viel getrunken wird.
    Dadurch isoliere ich mich aber auch sehr 🙈 danke für deine Worte Ich bin schon froh das mein Verhalten nicht so selten ist wie ich dachte .

    Ach, nochwas: Toll, was Du in den letzten Monaten geschafft hast. :thumbup:

    Lieben Dank 😊 aber so wirklich frei fühle ich leider immer noch nicht Das wird wohl noch dauern

    LG

    Zabou

  • Ich kenne das auch, daß beim Anblick von Männern mit Alkoholvorrat sofort ein "no go" Schild hoch geht. Zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse. Da denke ich, oh, der sieht aber nett aus. Aber wenn ich auf dem Band Alkohol und/oder Zigaretten sehe, bin ich sofort raus. Wie wenn ein Schalter umgelegt wird. Finde ich gut, daß ich keine Kompromisse mehr eingehe. Ich könnte nie mit einem Süchtigen zusammensein. Auch nicht mit jemandem, der "normal" Alkohol trinkt. Habe zu viel erlebt.

    Vertrau auf deine Wahrnehmungen.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich würde Deine Wahrnehmung auch nicht als "geschädigt" abwerten, sondern als besonders "sensibilisiert" einschätzen. Sei dankbar dafür, Zabou!

    Dass jemand eine Kiste Bier nach Hause schleppt, ist eine Sache, solange wir nicht wissen, wie viele Personen die in welchem Zeitraum leertrinken.

    Aber am hellichten Tag (oder frühen Abend) besoffen und noch dazu mit dem Fahrrad unterwegs sein? Das habe ich nicht mal in meinen nassesten Zeiten gemacht. Dein Ekelgefühl darfst Du, wie generell Deine Wahrnehmung, getrost ernstnehmen.

    Manchmal denke ich, dass Suchtkranke ganz genau spüren, dass bei mir eine Co- Abhängigkeit da ist und gerade deswegen versuchen, anzudocken.

    Darüber lohnt es sich nachzudenken ...

    Ich weiß es gerade nicht mehr, Zabou: Was hast Du denn bei Dir verändert, um nicht irgendwann in die nächste Co-Abhängigkeit zu rutschen?

  • hallo Zabou,

    ich schließe mich meinen Vorschreibern an, ich kenne es auch so. Ich verabschiede mich regelmäßig von Feiern, wenn es zu Alkohol lastig wird. Ich mag es einfach nicht. Woher es kommt, ist mir erst einmal egal.

    Ich denke aber mal anders herum, ich glaube dass wir Angehörige uns vielleicht unbewusst wieder auf Alkoholiker "einlassen", weil es uns vertrauter ist. Es sind alte Muster, mit denen wir uns auskennen, denn auch ungute Muster können Sicherheit geben.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Darüber lohnt es sich nachzudenken ...

    Ich weiß es gerade nicht mehr, Zabou: Was hast Du denn bei Dir verändert, um nicht irgendwann in die nächste Co-Abhängigkeit zu rutschen?

    Hi Rennschnecke ,

    Im Moment fällt es mir extrem schwer , neue Menschen in mein Umfeld ( meine kleine Blase ) zu lassen . Ich habe schon Angst das ich dann wieder in mein co Verhalten abrutsche . Ich bin immer noch bei einer Therapeutin der Suchtberatung und lese hier im Forum mit , um mich „wach „ zu halten . Ich denke immer noch sehr viel über meine co Abhängigkeit nach und was alles passiert ist und was ich alles zugelassen habe .

    LG

    Zabou

  • Es sind alte Muster, mit denen wir uns auskennen, denn auch ungute Muster können Sicherheit geben.

    Hi Morgenrot ,

    Genau das sagt meine Therapeutin auch . Und aus diesen Mustern rauszukommen ist hart .
    Am liebsten wäre mir ein Partner der überhaupt nicht trinkt und keine Drogen nimmt . Das das ist so wie eine Nadel im Heuhaufen finden .
    Aber es tut schon gut , das ich nicht so geschädigt bin wie ich dachte
    LG

    Zabou

  • Wie bin ich froh,,dass ihr das so beschreibt,,was in mir vorgeht . Ich dachte schon, ich spinne jetzt. Diese feinen. Antennen , die man hat. Im Supermarkt, auf Feiern, selbst wenn man alleine unterwegs ist. Ich scan das bei allen total

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