Natur .Neu und aktuell überfordert...

  • Hallo Zusammen,


    ich bin neu hier... der Grund weshalb ich mich gerade jetzt anmelde ist eine Akutsituation.

    Aber vorab mein Hintergrund:

    Mein Vater ist Alkoholiker - erkrankt ist er in meiner Jugend. Wir hatten dadurch einige Brüche und schwierige Zeiten. Heute ist Die Welt eine andere, er ist trocken und wir haben ein tolles Verhältnis. Neben ihm gibt es im Verwandtenkreis noch weitere Personen mit der Erkrankung.

    Der Mann in meinem Leben ist auch Alkoholiker. Leider gerade in einer schlimmen Phase, da er unmittelbar davor steht alles zu verlieren...

    Ich für mich kann mich im Großen und Ganzen recht gut abgrenzen. "Verstehe" die Erkranung - klingt vielleicht komisch... aber es ist durchaus so. Ich weiß genau, dass es nicht meine Verantwortung ist und ich an nichts Schuld trage oder ähnliches. Natürlich ist es nicht immer einfach komplett jede indirekte "Verantwortung" abzuschütteln. Ich befinde mich auch in psychologischer Beratung - nicht wegen dem Thema ansich, aber natürlich ist es auch etwas worüber ich dort spreche.

    So, das vielleicht erstmal vorab zu meiner Person. Die Akutsituation von der ich gesprochen habe sollte ich vermutlich lieber gesondert schreiben.


    Ich freue mich auf den Austausch hier!

    Viele Grüße

    Natur

  • Hallo Natur,

    herzlich Willkommen hier bei uns in der SHG.

    Bitte keinen extra Thread eröffnen, sonst wird es unübersichtlich.

    Schreibe doch einfach dein aktutes Problem hier rein.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Dankeschön!

    Okay, ich dachte so wäre es vielleicht einfacher. Aber dann mache ich hier mal weiter.

    Oben habe ich ja schon so den kleinen Hintergrund geschrieben.

    Mein Problem im Moment ist folgendes:

    Der Mann in meinem Leben bewegt sich aktuell immer wieder zwischen Krankenhaus und fast unmittelbaren Rückfällen wenn er Zuhause ist. Therapien hat er schon gemacht usw... er will schon lange davon wegkommen und so... aber ich persönlich würde es so beschreiben - der Kopf will, aber auf der emotionalen Ebene ist der Griff zum Gift immer noch der "beste Gehilfe". Aber das ist nur meine Einschätzung.

    Inzwischen ist es so, dass er eben unmittelbar davor steht alles zu verlieren... Job, Familie, Kind... überspitzt gesagt bin da nur noch ich im Moment, der trotzdem bleibt... Dass seine Situation auf emotionaler Ebene sehr schlimm sein muss liegt ja auf der Hand... aber er sagt er hat aufgeben, er kann nicht mehr. Naja, ich will ihm zwar gerne Hoffnung geben, aber mehr als es ihm sagen und ihn "motivieren" kann ich nicht. Ich sage ihm auch immer wieder, dass ich für ihn da sein kann, aber laufen muss er selbst.

    Im Moment ist er mitten im Rückfall, geht schon ein paar Tage. Zu Beginn habe ich ihm noch gesagt er kann noch aufhören, es ist seine Entscheidung und ich bleibe bei ihm (wohnen getrennt). Er hat nicht aufgehört,dann habe ich ihm gesagt, dass ich dieses mal nirgendwo anrufe (Sanitäter o.ä.), nur wenn es lebensbedrohlich ist. Also im Sinne von, wenn er es möchte muss er selbst anrufen - außer er ist nicht mehr in der Lage. Ich habe ihn auch an nichts mehr erinnert... weil ich zu dem Entschluss gekommen bin, da sein und unterstützen ja... aber er muss ansonsten alleine die Verantwortung tragen. Früher habe ich ihn schon mal noch erinnert bzw gefragt ob er xy abgesagt hat. Dieses Mal nicht mehr, weil eben es ist nicht meine Verantwortung.

    Jetzt ist es aber so, dass er immer wieder davon spricht am besten schläft er einfach ein und wacht nicht mehr auf. Den Alkohol der da ist, trinkt er aber nicht einfach leer (um so an das "Ziel" zu kommen), sondern trinkt so, dass sich der Pegel hält.

    Natürlich bin ich jetzt etwas überfordert... was mache ich? Also mir ist absolut klar, wenn jemand trinken "will" oder auch solche Gedanken wie oben ausspricht, dann kann ich es nicht verhindern. Das liegt nicht in meiner Hand. Aber lass ich es jetzt weiter laufen oder rufe ich von selbst einfach irgendwo an? Der Alkohol ist fast leer, selbst wenn er es schaffen sollte nochmal loszugehen hat er kein Geld mehr... ich werde nichts kaufen oder bezahlen. Spätestens wenn der Pegel entsprechend sinkt und Entzugserscheinungen, sollte ja was "passieren".

    Ich weiß gerade einfach nicht was richtig ist. Mit ihm habe ich schon gesprochen, normal wollte er immer Hilfe (professionelle)... aber dieses Mal ist es einfach anders. Daher weiß ich nicht einfach nicht weiter.

    Kann mir jemand einen Tipp/Ratschlag geben? Dafür wäre ich sehr dankbar!

    Und ich würde euch bitten mir jetzt nicht zu sagen, dass ich allgemein die Beziehung beenden soll oder so. Weil darum geht es mir jetzt einfach nicht.

    Danke vorab :)

  • Hallo Natur,

    damit können die anderen Angehörigen etwas anfangen und du bekommst bestimmt viele Antworten. Ich wünsche dir einen hilfreichen Erfahrungsaustausch!

    Damit wir dich freischalten können, klicke bitte auf diesen Link und schreibe einfach: Angehörige bittet um Freischaltung.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Danach kann es dann losgehen.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • ich habe es entsprechend gemacht und hoffe es hat alles funktioniert?!

    Ja ;)

    Hallo Natur,

    ich habe dich für den offenen Bereich freigeschaltet und in den zuständigen Bereich verschoben. . Du kannst dich hier überall austauschen, jedoch in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Wenn dein Mann mit Suizid droht, kannst du immer den sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt/Gemeinde anrufen, einfach googeln. Dann brauchst du dich nicht hilflos fühlen, vielleicht ist das eine kleine Hilfe in deiner Not.

  • Dankeschön, dann guck ich da mal nach.

    Er wollte am Ende selbst Hilfe. Also ist er jetzt in der Psychiatrie und ich wieder bei mir Zuhause. Das ist gut, jetzt versuche ich wieder voll und ganz auf mich zu schauen. Natürlich mit der kleinen Hoffnung, dass es dieses Mal vielleicht was anders läuft danach. Aber wenn nicht, kann ich es eben auch nicht ändern...

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