• ich habe Angst, dass wenn ich z.B bei der Familienberarung die komplette Situation ausschildere, dass die Jugendamt wegen Kindeswohlgefährdung einschalten könnten.

    Wenn es so schlimm wäre/ist, würdest du dann tatsächlich noch wegen der Wohnung dort bleiben?! ? Da bin ich jetzt echt erschrocken…

  • Da bin ich auch drauf gestossen.

    Hier noch mal was du selbst vor ein paar tagen geschrieben hast

    Imzwischen trinkt er täglich, vom frühen Morgen. Er ist kaum noch ansprechbar, wenn ich ihn über was Ernstes anspreche, fängt er an, mich zu beleidigen und beschimpfen. Neulich sind dazu Drohungen gekommen.

    Und

    Wenn meine Tochter ihm was sagt, dass ihm nicht passt, fängt er an, mich anzubrüllen, ich wäre sie gegen ihn anspielen.

    Dein kind bekommt alles mit und wird mit reingezogen. Es kann sich nicht schützen, und IST damit gefährdet. Und wenn gedroht wird, seid ihr beide in Gefahr. Ich bin selbst in einem Suchthaushalt gross geworden, in meinem fall war es die schreiende co abhängige mutter, und es hat mich ziemlich traumatisiert. Ich wollte als erwachsene auch nicht mehr in dem haus schlafen, wo sich soviel ereignet hat.

    Was kannst du tun, um dich und dein kind zu schützen?

  • Ich muss mich selber ein bisschen sortieren. Es gibt kein akutes Gefahr momentan weder für mich, noch für mein Kind. Mein Mann hat gedroht und das ist natürlich äußerst unangenehm, aber er war noch nie gegenüber uns gewalttätig . Er trinkt momentan nichts, vielleicht hat er selber gemerkt, das war zu viel. Je mehr ich schreibe, desto mehr habe ich das Gefühl, ich muss mich hier rechtfertigen. Dann würde ich hier weiterhin still lesen und versuche mich selber auszusortieren.

  • Liebe Tanja812,

    Ich bin ja auch noch neu hier. Ich habe aber die Anregungen, Ideen , Infos usw die ich als Antwort bekommen habe niemals so verstanden, dass ich mich rechtfertigen müsste. Eher als Hilfe mal in alle Richtungen zu denken. Das sollte ja in einem Selbsthilfeforum auch nicht sein, dass man sich rechtfertigen muss. Ich weiß wie schwierig das alles ist und die Vorstellung das vermeintlich sicher Geglaubte zu verlassen bzw verlassen zu müssen ist Katastrophe und engt aber auch Möglichkeiten ein. Du hast die ersten Schritte getan, bleib dran, gehe weiter. Es ist ein Lern und Loslösungsprozess. Pass dabei bitte auch gut auf dich und dein Kind auf. Die Liebe einer Mutter kann Berge versetzen.

    Alles Liebe

    Saltsoul

  • Ich bin auch in einer suchtbelasteten Familie aufgewachsen. Du irrst, wenn Du sagst, es besteht aktuell keine Gefahr für Deine Tochter - und das weißt Du offenbar auch, sonst hättest Du ja keine Angst vor der Reaktion des Jugendamtes.

  • Hallo Tanja,

    ich denke an erster Stelle steht, wie du selbst sagst, die Schuldnerberatung und die Suchtberatung für Angehörige.

    In einer Familienberatungsstelle geht es um psychologische Beratung. Das kann dir vielleicht helfen, um in der Entscheidungsfindung unterstützt zu werden, einen klaren Kopf zu bewahren, dich nicht so alleine zu fühlen mit allem.

    Nur bei akuter Kindeswohlgefährdung würden die sich an das JA wenden und auch nur, wenn diese nicht anders abgewandt werden kann.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, hatte deine Anwältin dir geraten zum JA zu gehen. Was war hier der genaue Grund? Wegen deiner Tochter? Oder meinte sie das eher im Sinne einer allgemeinen Sozialberatung, auch wegen der finanziellen Situation?

    Ich glaube du bist gerade sehr aufgewühlt und das kann ich verstehen. Jetzt machst du so schnell einen Anwaltstermin und versuchst alles in die richtigen Bahnen zu lenken und dann gibt es solche existentiellen Hürden.

    mir ist klar ich will raus. Aber ist wirklich der Preis zwangsversteigert zu werden und bis Ende meines Lebens Schulden zu zahlen ?

    Ich habe den Eindruck hier geht in deiner Aufregung gerade was durcheinander. Dein Partner hat versäumt die Raten an die Bank zu zahlen. Und er hat diese Kontopfändung verursacht. Und zwar während du mit ihm zusammen lebst. Außerdem weigert er sich mit dir gemeinsam zu überlegen wie ihr das alles finanziell am besten regelt.

    DAS ist der Grund für die aktuelle Misere. Und nicht, weil du raus willst.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, droht er die weiteren Raten nicht zu zahlen, wenn du aus ziehst. Will er dich damit bestrafen oder weshalb? Macht doch gar keinen Sinn. Damit schadet er sich doch auch selbst.

    Ich verstehe, dass dein Problem ist, dass du dir keine Wohnung zusätzlich zu den Kosten für eure Eigentumswohnung leisten kannst. Du hattest glaube ich geschrieben, dass du auch keine Familie hier hast. Auch keine Freundinnen?

    Ich glaube es ist wichtig hier einen kühlen Kopf zu bewahren. An deiner Stelle würde ich jetzt auch keine Schnellschüsse machen. Aber Schritt für Schritt alles klären und voran gehen.

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, hatte deine Anwältin dir geraten zum JA zu gehen. Was war hier der genaue Grund? Wegen deiner Tochter? Oder meinte sie das eher im Sinne einer allgemeinen Sozialberatung, auch wegen der finanziellen Situation?

    Hallo Jump, Du hast mir eher richtig verstanden. Ja, meine Anwältin hat mich zum JA geraten eher im Sinne Sozialberatung und eventuell könnten sie mir dann in Richtung Schuldnerberatung eventuell helfen, damit er mich nicht bei den Schulden mitzieht..

    Er hat jetzt die Woche klaren Kopf behalten, wir haben erstmal die akute Situation mit den verzögerten Raten gelöst.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, droht er die weiteren Raten nicht zu zahlen, wenn du aus ziehst. Will er dich damit bestrafen oder weshalb? Macht doch gar keinen Sinn. Damit schadet er sich doch auch selbst.

    Er hatte gedroht, die gar nicht zu zahlen. Das mit dem Auszug habe ich damals gar nicht mit ihm besprochen. Habe ich der Anwältin mirgeteilt und die hat mich deswegen dazu geraten, eher nicht auszuziehen, sonst riskiere ich, dass er aufhört zu zahlen..

    Ich verstehe, dass dein Problem ist, dass du dir keine Wohnung zusätzlich zu den Kosten für eure Eigentumswohnung leisten kannst. Du hattest glaube ich geschrieben, dass du auch keine Familie hier hast. Auch keine Freundinnen?

    Nein, leider auch keine Freundinnen von denen ich Hilfe in der Situation erwarten könnte ... Ich könnte mir Wohnung leisten zusätzlich zur Hälfte der Kosten der Eigentumswohnung. Aber nur die Hälfte..Falls er dann doch aufhört zu zahlen, kann ich dann seine Hälfte noch dazu leider nicht übernehmen..das wäre dann zu viel. Aber es sind zu viele "falls" und "wenn"-s.

    Da hast Du Recht - ich brauche etwa kühlen Kopf zu bewahren und lerne meine Optionen kennen.

    DAS ist der Grund für die aktuelle Misere. Und nicht, weil du raus willst.

    Das ist nicht 100% richtig. Diese Karoussel wird immer schlimmer mit der Zeit. Mir ist schon klar, dass falls er ohne Arbeit bleibt, dann hätten wir auch eine Menge Probleme mit der Wohnung. Aber ehrlich gesagt, da waren 2 Monaten, wo er kaum ansprechbar war. Dazu kam noch das Thema mit den Raten und ich habe gedacht, es ist richtig dringend auszuziehen. Ich glaube, ich muss sowieso an einem bestimmten Punkt ausziehen, aber am Besten wäre, wenn wir einfach diese Wohnung verkaufen können und jeder sein Weg geht. Ich hoffe dazu könnte ich ihn in den nächsten Monaten überzeugen. Natürlich weiß ich, dass das keine schöne Umgebung für mich und meine Tochter ist. Ich hoffe wirklich, dass ich bald einen Ausweg finden könnte

  • Ich bin auch in einer suchtbelasteten Familie aufgewachsen. Du irrst, wenn Du sagst, es besteht aktuell keine Gefahr für Deine Tochter - und das weißt Du offenbar auch, sonst hättest Du ja keine Angst vor der Reaktion des Jugendamtes.

    Lanananana, ich bin dabei sehr vorsichtig. Ich komme aus einem anderen Land mit anderem Denken. Was da nicht so streng betrachtet wird, wird hier direkt auf höchster Stufe gesetzt. Es sind Regelungen usw, die ich mir früher nie vorgestellt hatte. Natürlich mache ich mir Gedanken, dass es nicht so rauskommt, dass anstatt ich mir und meiner Tochter helfen will, sie gefährde...Ich hatte letztes Jahr in der Kita meiner Tochter eine Bekanntin - da wollte die Kitaleitung JA bei ihr schicken, weil die der Meinung waren, die kommt nicht klar als Alleinerziehend mit Zwillingen..Und das war ohne das Alkohol involviert war im Haushalt.. Natürlich weiß ich die Details jetzt nicht genau, aber noch das hat bei mir Alarmglocken ausgelöst.. Deswegen habe ich gefragt. Jetzt ist das kein Spiel auf - "ich wage mich zum JA zu gehen oder nicht " ...Ich will bloß keine Probleme noch dazu verursachen, wo keine sind..

  • Liebe Tanja,

    In erster Linie ist das JA dafür da HILFE zur Erziehung zu leisten. Und zwar in Kooperation mit den Eltern. Es gibt tolle Hilfen z.B. eine Familienhelferin, die an 1-2 Tagen in die Familie kommt, die Probleme bespricht, z.B. hilft die Formulare für Ämter auszufüllen oder vor Ort quasi live bei Erziehungsfragen beraten kann etc.

    Wenn also jemand vor schlägt das JA einzubeziehen, dann ist das oft gar nicht als Drohung oder Anklage gemeint. Sondern als Möglichkeit Unterstützung zu erhalten. Aber die meisten Eltern sind leider eher eingeschnappt.

    Die Sozialarbeiterin vom Amt kennt auch die Möglichkeiten vor Ort, kann den Weg zu hilfreichen Einrichtungen ebnen, wie eben Schuldnerberatung, Wohnungsamt, Suchthilfe, Tageseinrichtungen für Kinder, Gesundheitsamt etc. Sie weiß wer für was zuständig ist und was es alles im Umfeld gibt. Und sie kann die entsprechenden Anträge zur Finanzierung von Fördermaßnahmen in die Wege leiten.

    Natürlich ist das auch sehr oft personenabhängig - also welche Sozialarbeiterin für einen zuständig ist, wie engagiert, erfahren...

    Dass ein Kind "weg genommen" wird ist nur in Fällen von akuter Gewalt oder massiver Gefährdung, und wenn kein Elternteil bereit ist das Kind adäquat zu schützen. Denn natürlich weiß das JA wie traumatisierend es ist, ein Kind von den Eltern zu trennen. Da muss es schon einen extremen Grund geben. Da werden erst andere Möglichkeiten ausgeschöpft.

    Wenn ein Vater aktiv süchtig ist, beleidigt, rum schreit, die Familie ängstigt, bedroht und die Mutter trotzdem dort bleibt, dann wäre das aus meiner Sicht allerings ein Grund. Vorher würde der Mutter wahrscheinlich empfohlen werden z B. in ein Frauenhaus zu gehen, wenn es sonst keine Möglichkeit gibt. Oder eben ein Annäherungsverbot durch die Polizei zu erwirken. Dann müsste er nämlich raus. Aber wie da die Vorraussetzungen sind weiß ich nicht.


    Eine enge Freundin von mir war mal in einer ähnlichen Situation wie du, also dass sie sich vom Partner getrennt hat und beide die Raten für das Haus nicht mehr zahlen konnten. Bei ihr war es so, dass es sehr wichtig war das mit der Bank zu besprechen, also nicht einfach nichts zu zahlen. Und immer zumindest einen Teil zu zahlen, um Zahlungswille zu zeigen. Aber das scheint bei deiner Bank ja anders zu sein. Sie haben dann eine Maklerin beauftragt und auch wirklich gezittert, ob sie hoch genug verkaufen können, um den Schuldenberg zu bedienen. Sie hatten mehrere Kredite. Es hat sich zeitlich gezogen und war eine unglaubliche Belastung. Schließlich konnten sie verkaufen und sind mit einem blauen Auge raus gekommen. Einen der Kredite zahlen sie allerdings immer noch ab, weil sie da nicht raus kamen, ist aber eine kleinere Summe, die nicht zu sehr schmerzt.

    Sehr wichtig war für sie, dass sie noch vorher eine Wohnung gemietet hat - denn nachher mit dem Schufa-Eintrag hätte sie wahrscheinlich auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance mehr gehabt.

    Wäre Vermieten vielleicht eine Option? Zumindest bis ein guter Käufer gefunden wurde?

    Hast du schon bei der Schuldnerberatung angerufen? Vielleicht findest du ja am Wochenende auch eine Möglichkeit doch noch vernünftig mit deinem Mann reden zu können, falls er ansprechbar ist. Das wünsche ich dir!

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Einmal editiert, zuletzt von Jump! (20. September 2024 um 20:28)

  • Wenn ein Vater aktiv süchtig ist, beleidigt, rum schreit, die Familie ängstigt, bedroht und die Mutter trotzdem dort bleibt, dann wäre das aus meiner Sicht allerings ein Grund. Vorher würde der Mutter wahrscheinlich empfohlen werden z B. in ein Frauenhaus zu gehen, wenn es sonst keine Möglichkeit gibt. Oder eben ein Annäherungsverbot durch die Polizei zu erwirken.

    Ja ok...das kann ich mir vorstellen. Ich habe auch gelesen, sogar beim süchtigen Elternteil entnehmen die den Sorgerecht nicht einfach so, sonst "empfehlen" vorher , dass er/sie sich Hilfe holt und Krankheitseinsicht zeigt. Aber das ist erstmal nicht mein Problem. Auch wegen den Drohungen habe ich viel gelesen, da kann man auch nicht 100% bestimmen, welche wirklich als gefährlich anzunehmen sind und welche einfach Gelabber.. Keiner will natürlich so leben, ich auch nicht. Aber ich muss sagen, es gab keinen Punkt, wo ich mir Sorgen machte, dass er mir oder meiner Tochter was antut, sondern es war eher Ärger mit mir selbst, dass ich noch hier bin, Scham, dass ich das dulde etc.. Daher will ich was ändern. Ich will aber natürlich nicht spontan, unter starken Emotionen weg ins Frauenhaus und dann feststellen - "ah,ok, das war jetzt übertrieben, was mache ich jetzt? " oder einfach die Polizei involvieren..

    Sehr wichtig war für sie, dass sie noch vorher eine Wohnung gemietet hat - denn nachher mit dem Schufa-Eintrag hätte sie wahrscheinlich auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance mehr gehabt.

    Ja, das ist gut zu wissen, allerdings Schufaantrag ist erst dann gefährlich, wenn man Insolvenz schon beantragt hat usw. Ich kenne die Situation nicht, aber kann ich mir vorstellen, so ein Antrag kommt nicht gleich und so wie ich das lese, gibt es neue Regelungen, laut denen Schufa die Einträge der insolventen Schuldner usw nach 6 Monaten löschen soll..

    Allerdings, das ist jetzt noch weit enrfernt von unserer Situation.

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