• Hallo, mein erwachsener Sohn hat ein großes Problem mit dem Alkohol, aber er ist sehr uneinsichtig, spielt es herunter, meint er braucht keine Hilfe. Er lebt allein und geht einer Arbeit nach. Gestern wurde ihm der Führerschein wegen Trunkenheit 1,7 Promille am Steuer, pusten und Blutentnahme, entzogen. Der Vorfall hat ihn völlig aus der Bahn geworfen, hat in seiner Wohnung randaliert, sich selber verletzt, aber er ist voller Wut den anderen gegenüber ( Polizei), denkt wenn er jetzt mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt das seine Kollegen ihn auslachen. Ich rede viel mit ihm, mal ist er einsichtig, dann schlägt es plötzlich wieder um. Sein Vater war auch Alkoholiker, er ist mit 38. gestorben, hatte viele Entzüge und Langzeittherapien. Ich hatte viele Jahre vergeblich versucht ihm zu helfen und bin jetzt so verzweifelt dass mein Sohn auch so uneinsichtig ist, ich fühle mich so hilflos. Ich weiß auch, wenn er keine Hilfe will, ich machtlos bin, es muss von ihm kommen. Ich habe solche Angst um ihn.

  • Hallo Fertig,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider können die Angehörigen nichts gegen die Sucht ihrer Lieben tun. Das muss aus dem Alkoholiker selbst heraus kommen. Das hast Du schon auf bittere Weise mit dem Vater Deines Sohnes erlebt.

    Aber vielleicht ist der Führerschein-Entzug jetzt für Deinen Sohn ein Punkt, an dem er sich selbst Hilfe holt.

    Du hast Dir hier bei uns Hilfe und Unterstützung gesucht, das ist sehr gut und der Austausch mit den anderen wird Dir guttun.

    Klicke den folgenden Link an und schreibe einen kurzen Satz.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema zu "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Fertig.

    Und Du kannst Du überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ja, genau, schau Dich erstmal in Ruhe um. Und wenn Dir etwas unklar ist, dann kannst Du gerne fragen.

    Es ist meist jemand online, der Dir weiterhelfen kann.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Guten Morgen

    Ich fühle mich so hilflos, so fassungslos , traurig und habe solche Angst, dass er sich etwas antut, weiterhin so voller Wut ist und den anderen die Schuld für seine Fehler gibt. Heute fahre ich ihn zur Arbeit, weil sein Vorderrad kaputt ist und er sich erst ein neues besorgen muss, ab morgen muss er dann selber fahren. Wenn er nichts getrunken hat, kann man mit ihm reden und ich hoffe sehr, dass ich nachher ggf zu ihm durchkomme

    Ich weiß es nicht, die Situation macht mich so fertig

    Ich weiß, das er sich nur alleine helfen kann, er es aber auch wollen muss, aber mir tut das soooooo verdammt weh.

    Ich weiß nicht, ob das jetzt richtig war, aber ich musste meine Gedanken aufschreiben, ich habe das Gefühl zu ersticken.

    Vielen Dank

  • Hallo Fertig

    Bei mir ist zwar nicht mein Kind aber mein Ex-Partner abhängig. Vor gut 6 Wochen bin ich mit meiner Tochter ausgezogen. Er trinkt nun noch mehr, hat vorher schon massiv getrunken. Nun ist er aber auf sich allein gestellt. Vorletzte Woche hätte er eine Lieferung erhalten müssen. Er hatte mir noch vom Termin erzählt. Er hat dann die Türe nicht aufgemacht trotz Telefonläuten und mehrmaligem Klingeln. Ich hatte wirklich Angst und war heilfroh als er sich dann irgendwann gemeldet hat. Die Lieferung konnte nicht zugestellt werden, er musste sich dann selber um eine Abholung kümmern. Auch er hatte mehrmals Billetentzüge, weiss aber dass er selbst Schuld ist. Trotzdem macht er so weiter und verharrt in der Opferrolle. Seine Mutter hat grosse Sorge um ihn, kann aber leider nichts machen. Er hat die Telefonnummer der Suchtberatung und einer Klinik, und natürlich unsere Unterstützung wenn er sich dann helfen lassen will.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht. Du bist nicht alleine mit deinen Ängsten.

  • Hallo Fertig,

    bei mir war es der Partner, der abhängig war. Du hast das ja auch erlebt mit deinem verstorbenen Mann. Wenn es dann das Kind ist, hängst du nochmal emotional tiefer drin. Wer will schon, dass sein Kind sich zugrunde richtet, das ist unendlicher Schmerz.

    Es ist gut, dass du dir was von der Seele schreibst. Geteiltes Leid ist halbes Leid, da ist schon was dran.

    Hoffentlich hat dein Sohn noch die Erleuchtung, jetzt durch den Führerscheinentzug. Wenn er mit 1,7 Promille noch fahren konnte ist klar, dass er eine Abhängigkeit erworben hat. Das zeigt die hohe Toleranz.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich habe ihn vorhin zur Arbeit gefahren und ihm gesagt, dass ich das Gefühl habe er braucht Hilfe, keine Antwort 🥲, erst auf meine Frage ob er sich einen neuen Fahrradschlauch besorgt, damit er ab morgen selber fahren kann kam eine Reaktion

    Es tut soooooo verdammt weh, ihn so zu sehen. Am liebsten hätte ich ihn ganz doll gedrückt, festgehalten und auf ihn eingeredet, aber das es falsch ist und gar nichts bringt weiß ich ja auch, aus früheren Erfahrungen mit meinem verstorbenen Mann. Er war Quartalstrinker und anfangs zwischendurch immer längere Zeiten trocken. Meine Kinder haben immer alles mitbekommen und ich hätte nicht gedacht, dass einer von beiden auch Alkoholiker werden würde.
    Ich hoffe so sehr, dass er zur Einsicht kommt und sich Hilfe sucht .

  • Hallo Fertig,

    gut, dass du hier bist, um dir in dieser schweren Zeit Unterstützung zu holen! Es tut gut, wenn man sich die Gefühle einfach mal von der Seele schreiben kann und Rat von anderen bekommt, die selbst Erfahrungen mit diesem Thema gesammelt haben bzw selbst auf dem Weg sind.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg.

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