Das einzige, worauf ICH aufpassen musste, war, dass ich trotzdem aus der Trockenheit eine Lebenseinstellung mache und eben nicht wie bei meinen Trinkpausen dachte, nach einem Jahr kann ich wieder....und dann darauf hingefiebert habe, jetzt hab ich das geschafft, jetzt darf ich wieder/jetzt erlaube ich mir aber wieder was, habs ja verdient (ich habs probiert, bevor ich meine letzten 8 Monate Suff hinter mich brachte).
Also das Ziel war trotzdem, trocken zu bleiben, nur handlich portioniert. Keine Überforderung, Du sagst es.
Lebenskuenstler - Bilanz
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Ich verstehe den Unterschied. Wenn ich es geschafft habe die Nüchternheit als Lebenseinstellung zu sehen, dann habe ich es definitiv geschafft. Das Ziel handlich portionieren ist für mich jetzt noch besser. Auch wenn es winzige Schritte sind, aber es geht voran.
Danke dir.
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Alkoholismus führt unweigerlich zum Tod – dies ist eine harte, aber notwendige Wahrheit, die jeder für sich verinnerlichen sollte.
auf diesem Satz habe ich gerade herumgekaut. Nicht zum ersten Mal, denn früher habe ich diesen Satz auch mehreren Leuten um die Ohren gehauen.
Warum ich drauf rumkaue, hat aber einen anderen Grund.
Die Angst vor dem Tod hat mich nicht geschreckt, mir ist zu klar, dass sowieso alles endlich ist.
Es war etwas Anderes. Es war die Angst vor dieser abgrundtiefen Verzweiflung über ein total abgefucktes Leben, was auch in dem Film Rückfälle vor dem Fenstersturz kommt. Ich war genau so ein Kandidat. Bisschen anders vielleicht, aber die Situation mit seiner Frau, nachdem er nach der Therapie wieder angefangen hattte...und diese etikettfreien Schnapsflaschen, Hauptsache haut rein, ich hatte das zwar ohne Thera und aus einer Trinkpause heraus, aber beim nächsten Rückfall hätte es sehr leicht so etwas werden können. Ich weiss noch, nach meiner letzten Trinkpause, die lange dauerte und in die ich und meine Frau Hoffnung setzten - obwohl mein und auch ihr Ziel war, dass ich es endlich lerne, "vernünftig" zu trinken und ich nicht das Ziel hatte, abstinent zu werden -, war mir nach zwei Wochen klar, es war ein Riesenfehler von mir, wieder anzufangen. Edit: und dann dauerte es noch Monate, bis ich den Absprung wieder gefunden habe. Monate voller Panik, und ich auf der Suche nach dem Ausgang.
Das war der Höhepunkt des Dramas. Danach hätte ich mir eher die Kugel gegeben, um das abzukürzen, statt mich mit dem Elend des Rückfalls langsam umzubringen. -
Mir fällt es schwer jetzt die richtigen Worte zu finden. Kann jetzt nur für mich sagen, dass ich einen Rückfall um jeden Preis verhindern werde.
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Kannst Du mir den Verwirrend-Smilie erklären?
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KaDett, was hat dich an meiner Story verwirrt?
dass ich von Trinkpausen bis zum Schluss geschrieben habe?
Hatte ich. Aber es war in dieser letzten Phase nur noch wie das Torkeln von Straßenlaterne zu Straßenlaterne (und auch da weiss ich, wie es sich anfühlt) -
Zitat
Alkoholismus führt unweigerlich zum Tod – dies ist eine harte, aber notwendige Wahrheit, die jeder für sich verinnerlichen sollte.
aber beim nächsten Rückfall hätte es sehr leicht so etwas werden können.
Nun kommt es auch darauf an, ob ich den Satz im nassen Zustand lese – da steht der Schalter eh auf ‚off‘ und Abschreckungen funktionieren da nicht.
Oder ob ich gerade dabei bin, trocken zu werden, wackelig bin und mich in der Selbsthilfegruppe melde, weil etwas nicht stimmt – da steht der Schalter noch auf ‚on‘, und die Chance ist höher, das noch wahrzunehmen.
Wenn ich mir die Erfahrungen der letzten 18 Jahre hier im Forum anschaue, sind Alkoholiker, die nicht aus einem Tiefpunkt herausgekommen sind und trocken wurden, eher für einen Rückfall anfälliger als diejenigen, die einen Tiefpunkt hatten und wissen, wie es dort unten aussieht.
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Kannst Du mir den Verwirrend-Smilie erklären?
Oh hab wohl den falschen Smilie erwischt.
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Wenn ich mir die Erfahrungen der letzten 18 Jahre hier im Forum anschaue, sind Alkoholiker, die nicht aus einem Tiefpunkt herausgekommen sind und trocken wurden, eher für einen Rückfall anfälliger als diejenigen, die einen Tiefpunkt hatten und wissen, wie es dort unten aussieht.
Das kann ich bestätigen.
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sind Alkoholiker, die nicht aus einem Tiefpunkt herausgekommen sind und trocken wurden, eher für einen Rückfall anfälliger als diejenigen, die einen Tiefpunkt hatten und wissen, wie es dort unten aussieht.
Dann sind meine Chancen doch gut. Meine Gesundheit hing am seidenen Faden. Ich musste wochenlang bangen. Und so traurige Augen, die mir im Spiegel entgegen blickten haben Bände gesprochen.
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Da war noch die Frage nach der Trennungsvereinbarung.
Simpel.
Sie wollte mir nicht dabei zusehen, wie ich mch zu Tode saufe, und das habe sogar ich verstanden.
Danach, ich weiss nicht mehr so genau. Im ersten Vierteljahr war sie beim Arbeiten und ich meistens zu Hause. Sie war ja noch gar nicht richtig weg, das hätten wir erst aufdröseln müssen. Ich hab nen neuen Job gesucht, den ich nach zwei Bewerbungsgesprächen hatte (Das zu Feiern wäre auch früher ein Saufgrund gewesen, gegen den ich mich im Vorfeld gewappnet hatte, Alternative überlegt(Eisbecher)).
Mich mit dem Aufhören beschäftigt und irgendwie wohl den Eindruck erweckt, dass es mir ernst damit ist.
Und danach war es ein Mischmasch aus Aufdröseln der ganzen Verstrickungen, die sich da bilden, dafür gibt es aus der Systemischen Therapie ein paar gute Schriften, ich habs aber vergessen, und natürlich waren die gegenseitigen Vorwürfe "Du hast aber" nicht so schnell weg. Und irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass sie mich kontrollieren wollte, und ich bringe das Maul schon auf. Zumindest am Anfang die Angst, dass ich nach einem Streit zum Saufen gehe, ich hatte auch den Impuls, konnte mich aber beherrschen, weil ich mir lebhaft vorstellen könnte, als was für ein Weichei ich mich dann gesehen hätte. Wir haben einen Paartherapeuten beansprucht, nein, sogar zwei.
Ich war und bin ihr Traumtyp und bei mir käme auch nichts Besseres nach. Damit dürfte die Frage nach dem "warum gebt Ihr Euch das" wohl auch beantwortet sein. -
sind meine Chancen doch gut
Deine Chancen sind sehr gut, weil du erkannt hast, wie wir diese Krankheit stoppen können! Lebenslange Abstinenz!! Ich wünsche dir und mir alles Gute für ein nüchternes Leben.
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Hi LK,
was Du schreibst ist manchmal echt hart, aber danke das Du es schreibst. Ich glaube ich kann mir garnicht vorstellen durch was für Stürme Deine Liebe und Du gegangen seid. Und doch schön das Ihr weiterhin Eure gegenseitige Liebe seid.
Hart auch weil ich garnicht vorstellen möchte wie ich mich verhalten hätte. Ich hatte in der Zeit wo ich ernsthaft mit dem saufen begonnen habe keine Liebe und auch keine Liebesbeziehung. Das war auch gut so und ich habe zum Glück auch nicht ernsthaft danach gesucht.
Von meiner letzten Liebe habe ich mich vor nahezu zwanzig Jahren getrennt. Sie ist und war die Liebe meines Lebens. Wir beide hatten Probleme die in unserer Kindheit und Jugend enstanden sind. Sogar zum größten Teil aus der gleichen Familiendynamik. In den Jahren in den Jahren in dem wir zusammen waren konnte sie Ihre Probleme bearbeiten und bewältigen. Das hat mich sehr für sie gefreut und das war auch gut für unsere Beziehung. Ich habe in dieser Zeit weniger an meinen Problemen gearbeitet und konnte sie auch nur zeitweise kontrollieren. Das war schlecht für mich und auch schlecht für unsere Beziehung. Ich habe mich dann nachdem ich 2005 mehrfach in schwere Krisen geraten bin ein paar Jahre später von ihr getrennt. Das war für uns beide sehr schwer. Aber ich wollte Sie nicht in meinen Abgrund ziehen. Wir haben immer noch losen Kontakt. Und sie ist inzwischen schon sehr lange mit jemand zusammen mit dem ich inzwischen befreundet bin. Ich habe aus Gründen auch viel mehr Kontakt mit Ihm. Und da ist die Liebe meines Lebens allerdings nur am Rande Thema. Weil das für uns Beide nicht so richtig passt das wir das größer thematisieren. Würde sich für mich auch schräg anfühlen.
Liebe Grüße
Kazik
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Nun, das war überhaupt nicht als Beziehung geplant.
Wir hatten beide unsere vorigen Beziehungen beendet und hatten überhaupt keine Lust auf Beziehung.
Wir kannten uns gut und haben uns über ein Thema unterhalten, was mir hier schon ein Rüge eingebracht hatte.
- edit, keine frauenverachtenden Sprüche hier im Forum erwünscht. Linde -
Die Vorgeschichte war das geschiedene Elternhaus und ich hatte nicht die geringste Lust, eine Familie zu gründen. Für mich war Familie der reine Horror. Ausserdem bin ich davon ausgegangen, dass ich als Vater ebenso ein Prachtstück werde wie mein eigener, ausserdem hätte ich mir dafür ja irgendwie einen soliden Lebenswandel aneignen müssen. Edit: an dem Punkt waren wir uns einig. Sie hatte auch keine Lust auf Kinder Küche Kirche.
Wir waren an der Uni, und da war Heiratsmarkt. So nannten wir das, alle auf der Suche nach ihrer eigenen Zukunft. Ich war halt ein ziemlicher Freak, ein Hallodri. Mit möglichst wenig Aufwand durchkommen usw.. Und natürlich (ne, ging nicht allen so), wurde ich angequatscht. Neulich, meine Frau war ja dabei in der Situation, habe ich gescherzt, sie hat mich vor den Anderen gerettet. Ich konnte sie bei diesen Themen dann ja vorschieben. Mich hat das eigentlich nur genervt. Was die mir alles erzählt haben, omg.
Ich hatte mich ja auch, wie bei wwsmg geschrieben, mit meiner Sauferei eingerichtet. Ich war zu dem Zeitpunkt alleine nicht besonders unglücklich. Das passte bei einigen ins Beuteschema.
Und wir waren anfangs nur "machen wirs noch eine Weile?"... wir sind uns bis heute einig, wir kämen auch ohne Beziehung klar. Oder andere Partner finden,aber mir wäre das viel zu mühsam, das alles neu auszuhandeln.Wir sind jetzt halt wieder zusammen, weil wir das beide so wollen.
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Oooooh, was für eine schöne Um(Be-)schreibung für die Liebe Deines Lebens. Denn geliebt wirst Du sie haben.


Könnte auch ein schönes Drehbuch für einen Film sein.
Sorry, falls ich Dir zunahe getreten bin.
Liebe Grüße
Kazik
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Passt schon. War ja meine Entscheidung, es zu erzählen.
Ja, es wurde ziemlich fix mehr als gedacht.
Nach vielleicht 8 Wochen waren wir bereits so weit, uns einige Stunden hart darüber zu streiten, wie wir mit dem Konflikt aus Nähe und Distanzbedürfnis umgehen wollten. Da wars noch nicht blöd, nur hart verhandelt. -
Und ein klitzekleines Thema haben wir damals vergessen.
Damals gingen wir noch beide gerne feiern, und ich habe lange gesagt, dass das nicht ausgemacht war, damit aufzuhören.
Das hat uns lange beschäftigt.
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Trockenrausch.
Der Begriff kommt mir beim lesen mancher Beiträge in den Sinn. -
Trockenrausch.
Der Begriff kommt mir beim lesen mancher Beiträge in den Sinn.Jetzt bin ich neugierig (ist aber bei deinen Beiträgen oft so, sind viele interessante Dinge dabei). Kannst du das näher ausführen? 😉
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Frage einfach Tante Google nach diesem Begriff.
Er wird auf den Webseiten mehrerer Alkoholiker-Selbsthilfeorganisationen verständlich erläutert.
Und bis zum Ende lesen, nicht beim ersten "Passt nicht" aufhören. -
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