Tulpe21 - Neu hier und verzweifelt.

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich weiss einfach nicht mehr weiter und brauche einfach einen Rat.

    Mein Mann und ich sind seit 5 Jahren verheiratet. Wir kennen uns schon seit über 10 Jahren. Was Anfangs wirklich nur gelegentliches Trinken war, entwickelte sich zu einer Sucht. Es fing damit an, dass ich Flaschen entdeckte, oder er betrunken aus der Arbeit kam. Er wurde aggressiv und laut. Meine Schwangerschaft verlief schrecklich. Die Angst, dass er trinkt und so nach Hause kommt war stets in meinen Gedanken.

    Er verlor seinen Führerschein und demnach auch seinen Job. Da machte es Klick und er machte eine 6 Wöchige Therapie. Ich war erleichtert und hatte Hoffnungen. Natürlich war ich mir bewusst, dass wir einen langen Weg vor uns haben werden. Aber den ersten Schritt hatte er gemacht und ich war wirklich stolz auf ihn. Ein paar Wochen vergingen nach der Therapie und es kamen die ersten "Ausrutschter". Wir redeteten darüber. Er versprach es nicht wieder zu tun. Doch es kam immer und immer wieder vor, dass er heimlich trank.

    Unsere Tochter ist 3 und ich arbeite in Teilzeit. Er ist ein toller Vater. Aber ich habe oft gemerkt, dass er auch in ihrer Gegenwart getrunken hat. Er verneint es. Aber ich habe die Flaschen entdeckt und auch sein Verhalten hat es deutlich gezeigt. Ich habe wirklich genug und möchte ein Leben ohne Angst. Ich merke, dass ich regelrecht Panik kriege, wenn ich ihn alleine mit unserer Tochter lasse. Mich lassen die Gedanken nicht los. Wir sind gerade im Urlaub und er hat es wieder einmal geschafft, sich irgendwo Alkohol zu besorgen und schläft jetzt auf dem Bett. Der Abend ist hinüber und auch der Urlaub an sich macht so keine Freude. Meine Tochter merkt meine Anspannung und ich will einfach nur nach Hause.

    Seine Familie ist eingeweiht aber egal was ich sage oder mit wem ich rede, ich muss alleine da raus. Ich komme eigentlich aus einer anderen Stadt und würde gerne dort wieder zurück. Einfach weg von ihm. Wenn ich ihn im "normalem" Zustand darauf anspreche und sage, was ich fühle, wird er entweder aggressiv oder er verspricht mir, dass alles besser wird.

    Ich weiss nicht wo ich anfangen soll, wie ich welchen Schritt machen soll.

  • Hallo Tulpe21,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet,Tulpe21.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Tulpe!

    Was Anfangs wirklich nur gelegentliches Trinken war, entwickelte sich zu einer Sucht.

    Das kann passieren wenn der Alkohol so mißbraucht wird bis es zu einer Sucht kommt. Da rauszukommen ist sehr schwierig, leider kannst du gar nichts tun um ihm zu helfen. Es scheint ihm ja jegliche Einsicht zu fehlen dass er süchtig ist.

    Hier geht es um dich was du tun kannst damit es dir und dem Kind wieder besser geht. Kinder bemerken schnell wenn etwas nicht in Ordnung ist.

    Er verlor seinen Führerschein und demnach auch seinen Job. Da machte es Klick und er machte eine 6 Wöchige Therapie.

    Vielleicht wollte er nur in Therapie weil er ja Job und Führerschein verloren hat aber es hat anscheinend nicht gereicht dauerhaft etwas zu ändern. Er ist ja recht schnell wieder rückfällig geworden.

    Er ist ein toller Vater. Aber ich habe oft gemerkt, dass er auch in ihrer Gegenwart getrunken hat. Er verneint es. Aber ich habe die Flaschen entdeckt und auch sein Verhalten hat es deutlich gezeigt.

    Da kannst du ja keine ruhige Minute mehr haben wenn er alleine mit dem Kind ist, wie schnell ist da etwas passiert weil er zu betrunken ist um auf sie aufzupassen.

    Wir sind gerade im Urlaub und er hat es wieder einmal geschafft, sich irgendwo Alkohol zu besorgen und schläft jetzt auf dem Bett.

    Da wäre ich auch enttäuscht und sauer, schließlich hast du dir deinen Urlaub bestimmt anders vorgestellt.

    Seine Familie ist eingeweiht aber egal was ich sage oder mit wem ich rede, ich muss alleine da raus. Ich komme eigentlich aus einer anderen Stadt und würde gerne dort wieder zurück.

    Du musst zwar alleine da raus, kannst aber auch Hilfe annehmen, es gibt ja sehr viel zu erledigen, evtl. Wohnungssuche, ein Umzug und der Aufbau eines neuen Lebens. Aber ich war sehr erleichtert als ich Nägel mit Köpfen gemacht habe. Ich habe viel zu lange ausgehalten und lange nicht den Mut gefunden etwas zu ändern.

    Wenn ich ihn im "normalem" Zustand darauf anspreche und sage, was ich fühle, wird er entweder aggressiv oder er verspricht mir, dass alles besser wird.

    Das ist das Übliche, es wird viel versprochen und nichts eingehalten oder aggressiv reagiert. Im Grunde heißt dass er einfach in Ruhe trinken möchte und dich hinzuhalten versucht.

    Aber du bist ja schon auf einem guten Weg und hast schon Pläne geschmiedet, du liest dich strukturiert. Leider gehen viele Beziehungen wegen Alkohol in die Brüche weil sich der Trinker nicht aus seiner Suchtkrankheit lösen kann.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Tulpe,

    Ich weiss nicht wo ich anfangen soll, wie ich welchen Schritt machen soll.

    Du hast ja schon angefangen, den ersten und wichtigen Schritt gemacht. Du hast dich hier angemeldet um dich mit anderen Mitbetroffenen, Coabhängigen auszutauschen.

    Du kannst einen Anwalt zu Rate ziehen, was im Falle einer Trennung an Rechten und Pflichten auf dich zukäme. Das hab ich zum Beispiel so gemacht und diese Informationen haben mir sehr geholfen, meinen weiteren Weg planen zu können. Es hat mir Sicherheit gegeben.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Tulpe,

    Das tut mir leid, was du mitmachen musst. Ich kenne die Ängste und Sorgen sehr gut, vor allem in Bezug auf Kinder. Mein Mitbewohner trinkt auch in Gegenwart der Kinder. Da ist schon so einiges passiert, von einschlafen in der Bahn bis die Treppe runterstürzen während der Aufsicht. Vor allem wenn dein Kind noch so klein ist, ist es echt heikel.

    Meine Kinder sind zwar noch klein, aber etwas älter als dein Kind. Sie fangen an ihrem Vater auf der Nase rumzutanzen, besonders wenn er getrunken hat und schläft. So stellt man sich die Aufsichtspflicht auch nicht vor.

    Wie Aurora schon schreibt, würde ich dir auch als erstes ein Beratungsgespräch beim Anwalt empfehlen. Du hast den Wunsch mit deinem Kind umzuziehen, das geht aber nicht so einfach. Dafür brauchst du das Einverständnis deines Mannes(jedenfalls wenn es um das Kind geht). Ein Anwalt kann dich da am Besten beraten, wie du vorgehen solltest. Auch das Jugendamt kannst du kontaktieren. Die stehen auch beratend zur Seite.

    Liebe Grüße

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