Schokokeks - Mein Mann hat ein Problem, und das wird irgendwie zu meinem..

  • Guten Morgen Momo🙋🏻‍♀️

    Aber im Endeffekt bist Du quasi auch süchtig.

    Das ist eine Sichtweise, über die ich erstmal nachdenken muss…🤔

    Aber es gibt ja wirklich die Formulierung: sich von einem Menschen abhängig machen..

    Ich glaube, da spielt in einer Beziehung aber vieles andere mit rein. Zum Beispiel, dieses ‚in guten wie in schlechten Zeiten..‘ oder wenn’s schwierig wird, gibt man nicht auf. Man möchte seinem Partner ja helfen. Ich für mich weiß ganz genau, dass ich ohne ihn leben kann. Leider kann ich nur schlecht alleine leben. Ich war schon zwei mal verheiratet. Zwei Scheidungen.. Er ist mein dritter Anlauf. Und ich merke einfach, perfekt ist es nie. Aber es passt hier einfach fast alles. Und wir haben uns bisher gegenseitig immer soo gut getan. Ich hoffe einfach , dass wird auch wieder mal so.
    Aber ich weiß, ich würde an seiner Seite nicht kaputt gehen. Vorher würde ich gehen. Hab ich immer.. und ich hole mir Hilfe. Das hier tut mir auch gut. Gedanken einfach mitteilen. Das macht leichter.. und ihr versteht was hier vor sich geht.🫶🏻

    Nur Hoffnung ist halt noch da… und der Wille ihn nicht fallen zu lassen.

  • Liebe Schokokeks,

    Diese fatale Hoffnung kannst Du hier in fast jedem Faden lesen.

    Ich sehe irgendwie in Deinen Beschreibungen nicht, dass Dein Partner sich da in irgendeine Richtung bewegt.

    Du schreibst das die Beziehung Dir mehr schöne Momente gibt als schlechte, dan aber auch

    Um nicht darunter zu leiden, müsste ich mich vollkommen abgrenzen.

    Es ist eigentlich ein Auf und Ab. Wenn es mir grade schlechter geht, versuche ich mich auf mich zu konzentrieren.

    Aber wenn ich ihn nicht kontrolliere, wird es schlimmer mit dem Trinken.

    Ich versuche Dorffeste zu meiden, gehe mit ihm kaum noch irgendwo hin. Aus Angst die Leute oder Bekannte bemerken sein Problem.

    Im Herbst hatte ich eine Art Nervenzusammenbruch nach dem ich trotz eines ernsten Gesprächs am Abend, nachts festgestellt habe, dass er trotzdem weitergetrunken hat

    Ich habe über Stunden unkontrolliert geheult. Er war so verzweifelt.

    ja sein Konsum belastet unsere Beziehung sehr stark. Ich vertraue ihm nicht mehr so wie früher.

    Auf sein Wort ist einfach kein Verlass. Und er vernachlässigt alles und jeden.

    Es ist anstrengend das immer alles aufzufangen.

    Das ist nur das was ich jetzt eben kurz aus Deinen Texten rausgeht habe.

    Ich kann nur von mir sagen, dass ich eine Illusion geliebt habe. Immer schön die Realität ausgeblendet habe. Nach dem Motto so schlimm ist es ja nicht, weil mal ein normaler Tag dazwischen war, wo mein Ex mir die schönsten Liebesbekundungen aufgetischt hat.

    LG Momo

  • Ich war schon zwei mal verheiratet. Zwei Scheidungen.. Er ist mein dritter Anlauf. Und ich merke einfach, perfekt ist es nie. Aber es passt hier einfach fast alles. Und wir haben uns bisher gegenseitig immer soo gut getan. Ich hoffe einfach , dass wird auch wieder mal so.
    Aber ich weiß, ich würde an seiner Seite nicht kaputt gehen. Vorher würde ich gehen. Hab ich immer.. und ich hole mir Hilfe. Das hier tut mir auch gut. Gedanken einfach mitteilen.

    Liebe Schokokeks,

    Das war 1 zu 1 ich. Ich dachte auch, diesmal muss es funktionieren. Und warum soll ein Starker nicht für einen Schwachen da sein. Dass der Schwache dadurch immer mehr Verantwortung an den Starken abgibt, das war mir so nicht bewusst.

    Einen krebskranken Partner lässt man ja auch nicht im Stich. Aber ein Alkoholkranker hätte die Möglichkeit seine Krankheit zu stoppen. Wenn er nicht schon zu geschädigt ist.

    Dann wir es richtig schlimm. Illusion und Realität. Diesen Konflikt trage ich immer noch aus, jetzt in der Trauerverarbeitung.

    Geh den für Dich richtigen Weg.

  • Es geht so vielen Menschen so, mir auch.
    Super geschrieben:

    „Warum drehst du dich um die Probleme eines anderen Menschen und vergisst dich dabei?“

    Das ist ein Satz, den ich mir immer wieder vor Augen führen muss, der sicher vielen hilft und die Augen öffnet, und den ich mir jetzt irgendwo aufschreibe, damit ich mich daran erinnere, was wirklich wichtig ist… sich erstmal um sich selbst kümmern.

    Dankeschön 🙏

  • Liebe Schokokeks,

    in einer Selbsthilfegruppe wurde mir vor Jahren eine Trennung von meinem xy nahegelegt - verständnisvoll und einfühlsam, aber dennoch recht klar. Für mich stand damals fest, dass ich das unter keinen Umständen will, weil wir uns lieben. Hab meine Beziehung "verteidigt". Ich hab bei Dir eine ähnliche Situation herausgelesen und kann mich da gut reindenken. Jemand sagte damals zu mir: "Es ist ein Prozess" - das blieb hängen, er hatte sehr Recht. Ich kann sagen, dass ich den Prozess mit allen Tiefen durchlaufen habe und noch dabei bin. Höhen gab es immer weniger. Ich war tief in einem Gefühlswirrwarr verstrickt und gar nicht mehr in der Lage, zu unterscheiden, ob es denn wirklich Liebe sein kann, wenn jemand nicht mehr verlässlich ist, sich und das was er tut (Konsumieren) ständig vor mir versteckt, mich mal mit schönen Worten umgarnt, aber immer mehr nur noch auf sich, den Alkohol und in seinem Fall auch seine Droge fixiert ist. Liebe kommt da unter die Räder. Es sind fünf Jahre ins Land gegangen seither, die schöner hätten sein können.

    Heute muss ich sagen, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, warum ich mir das zugemutet habe. Außer dass auch ich wie Du nicht alleine leben will und der irrigen Annahme war, dass wir uns das Leben doch irgendwann noch schön machen können. Gemeinsam alt werden. Das ist ein zentraler Punkt, mit dem es sich glaube lohnt, sich auseinanderzusetzen. Dieses Gefühl "Jetzt muss es endlich klappen" - das hatte ich nach einer zuvor gescheiterten Beziehung auch. Aber wie gemeinsam alt werden, wenn sich ein Partner langsam aber sicher um den Verstand säuft...

    Letztlich entscheidet jede und jeder von uns Co's immer selbst, wie lange man sich das antut. Für mich hat sich gezeigt: Obwohl der Partner noch da ist, wird der Kampf, den man um die Beziehung führt, immer einsamer. Mein xy ist gerade mal wieder in Langzeitreha. Falls er danach weiter trinkt, verlasse ich ihn, das habe ich ihm gegenüber klar kommuniziert. Momentan geht es mir gut mit dem Alleinsein, wir haben kaum Kontakt.

    Ich wünsch Dir - wie auch wieweiter - dass Du einen guten Weg für Dich findest, Dich in den Mittelpunkt stellst, für Dich gut sorgst und auch hinterfragst, was Dir die Beziehung wirklich gibt. Hab die Erfahrung gemacht, dass man sich viel schön redet, oft gar nicht wahrnimmt, wie diese Hilflosigkeit an einem zehrt. Das immer frustriertere Zusehen, wie sich jemand neben einem zugrunde richtet. Es ist wichtig, Warnzeichen ernst zu nehmen. Unkontrolliertes Weinen ist nur eins davon.

    Liebe Grüße

  • Mir geht es ähnlich wie dir!

    Auch ich liebe meinen Mann über alles und es ist für mich ein Desaster dass er so viel Alkohol trinkt um seine in seinen Augen „Probleme“ zu bewältigen.

    Er benimmt sich auch wen. Er getrunken hat hat mir gegenüber respektvoll. Er hat eine ganze Zeit viel heimlich im Keller getrunken. Das haben wir jetzt in den Griff bekommen. Ich hatte ihm einen ganz langen Brief geschrieben wie ich mich fühle und wie es mir damit geht wenn er das macht.


    So habe ich seinem Konsum etwas besser im Blick. Es gibt gute Wochen und schlechte Wochen. Manchmal komme ich damit gut klar und kann es ausblenden und dann so wie diese Woche frisst mich das von innen wieder auf. Es ist einfach traurig zu sehen wie er sich damit kaputt macht.


    Ich wünschte so sehr dass er es irgendwie schafft es einzusehen dass er ein Problem hat und dass er es angehen kann. Ich werde ihn dann dabei unterstützen.

    Gerade ist es sehr schwer für ihn da er sehr unzufrieden ist mit seiner Arbeit, wir bewerben uns schon überall wo wir denken dass es ihm gefallen könnte, aber es kommt nichts zurück. Das macht mir ganz große Sorgen.

    Gut dass ich selbst schon seit Jahren in Psychologischer Betreuung bin so habe ich dahingehend ein Ventil was mir sehr gut tut. Aber nichts desto trotz ist das Problem da und lässt sich nicht weg leugnen

  • Ohja, das kenne ich. Über all im Keller fand ich die leeren Flaschen und Dosen versteckt. Nach einem langen Gespräch habe ich ihn auch gebeten, nicht mehr heimlich zu trinken.
    Danach hatte er sich einigermaßen im Griff. Aber nicht lange. Ich habe natürlich gemeckert oder genörgelt, wenn das Trinken mehr wurde. Da hat er dann wieder einiges heimlich getrunken. Ich fand die Dosen dann wieder überall versteckt.
    Nach Gesprächen reißt er sich immer etwas zusammen. Aber das hält nie lange an.

    Ich glaube er will auch gar nicht aufhören. Er hat Angst davor, nie wieder etwas trinken zu dürfen. Und dann auf Feiern oder Festivals keinen Spaß mehr zu haben. Oder vllt was andere dann von ihm denken.
    Er bildet sich echt noch ein, keiner würde bemerken, dass er zu viel trinkt. Aber selbst in seiner Firma weiß das jeder. Und Familie und Freunde auch. Aber keiner sagt was. Es wird tot geschwiegen. Weil hier und da ein Bier ist ja normal und machen alle…

  • Das ist hilfreich denke ich. Ich war auch ein paar Jahre in Behandlung wegen meines Ex -Mannes. Seit ich mit meinem Freund zusammen war, ging das Gespräch auch fast nur um seine Trinkerei. Einmal war er mit. Mir haben die Termine gut getan. Mich gestärkt.

    Vllt sollte ich mir auch wieder Gesprächstermine holen..

  • Hallo Schokokeks,

    Ohja, das kenne ich. Über all im Keller fand ich die leeren Flaschen und Dosen versteckt. Nach einem langen Gespräch habe ich ihn auch gebeten, nicht mehr heimlich zu trinken.
    Danach hatte er sich einigermaßen im Griff. Aber nicht lange. Ich habe natürlich gemeckert oder genörgelt, wenn das Trinken mehr wurde. Da hat er dann wieder einiges heimlich getrunken. Ich fand die Dosen dann wieder überall versteckt.
    Nach Gesprächen reißt er sich immer etwas zusammen. Aber das hält nie lange an.

    Das ist das übliche Karussell, du kannst dir überlegen, ob und wie viele Runden du noch fahren willst oder ob du einfach aussteigst. Ich habe das viele Jahre genauso mitgemacht und ich kann dir sagen, es wird nicht besser, sondern dir wird es auf Dauer immer schlechter gehen, während er immer mehr trinken wird.


    Liebe Grüße

    Matilda

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